Ich persönlich hab sowohl eine Tele mit Bigsby B5, und normaler 3-Sattel Tele-Bridge, in die ich hinten Kerben reingefeilt habe, damit die Saiten ohne Reibung vom Bigsby zu den Saitenreitern laufen können; auf einer zweiten Tele hab ich ein Bigsby B16, und eine TuneOMatic-Bridge (davor hatte ich eine Roller-Bridge drauf).
Meine Erfahrungen:
Wenn Du den traditionellen Tele-Sound haben willst, nimm auf jeden Fall die erstere Variante! Die Tele-Bridge ist ganz einfach ein essentieller Bestandteil für den typischen Tele-Twang, jeder andere Bridge-Typ verändert diesen charakteristischen Sound; behält man dagegn die normale Tele-Bridge, ändert sich auch der Sound MIT einem Bigsby praktisch überhaupt nicht (mit dem Bigsby gibt's vielleicht ein winziges bißschen mehr Sustain).
Die Tele mit dem B16 & TOM klingt dagegen überhaupt nicht nach Tele, sondern eher wie eine Mischung aus Gretsch und Stratocaster, viel luftiger/harmonisch vielschichtiger, aber ohne den typischen "in your face" Tele-Punch.
Die Kombi aus B5 (oder B50 - die viel besser verarbeitete asiatische Lizenzversion des amerikanischen B5) und gekerbter Tele-Bridge ist auch völlig problemlos in der Montage - Bigsby raufschrauben (vorher natürlcih genau mittig platzieren, Kerben in die Brücke feilen, Saiten rauf - fertig! Hals unterlegen ist nicht nötig.
Das B16 dagegen passt auf vielen Tele-Bodies (auch Original-Fender) nicht, weil hier der Abstand von der hinteren Korpuskante zur Bridge-Pickup-Fräsung innerhalb einer sehr kleinen Toleranz liegen muß - und von wegen Fender-Standard, dieses Maß variert von Tele-Modell zu Tele-Modell recht stark. Außerdem muß man mit einbem B16 den Hals extremst unterlegen (mind. 4 mm an der Hinterkante der Halstasche), um die Brüce hoch genug schrauben zu können, damit der nötige Saitenwinkel über die Bridge gegeben ist.
Von Roller-Bridges kann ich aus eigener Erfahrung nur absolut abraten - die Dinger sind der letzte Dreck, killen sehr merklich das Sustain, und führen zu jeder Menge Nebengeräuschen (Saitenschnarren, merkwürdige Obertöne, etc.); außerdem funktionieren die ohnehin nicht wie vorgesehen, die Rollen drehen sich nämlich bei Tremolobetätigung nicht, sondern die Saiten rutschen drüber wie bei fixen Sätteln (ist ja auch logisch: die Rollen haben auf ihren Achsen wesentlich mehr AUflagefläche, und damit Reibung, als die Saiten auf den Rollen). Ich hab meine Roller Bridge jedenfalls nach zig frustrierenden Justageversuchen wieder runtergeschmissen, und durch eine Duesenberg-TuneOMatic mit Edelstahlsätteln ersetzt, da flutschen die Saiten beim Tremolieren drüber wie Butter, ohne jegliche Hänger oder Stimmproblemen (und der Sound ist auch viel besser). Ach ja, die genannten Probleme mit der Rollerbridge hatte ich nicht nur mit dieser von Wilkinson auf meiner B16-Tele, sondern auch mit einer anderen auf einer Ibanez-Semi mit Bigsby! ICH HASSE DIE DINGER!
Einen kleinen Vorteil hat das B16 gegenüber dem B5: wegen der fehlenden Extra-Rolle für den Saitendruck tremoliert es sich mit dem B16 etwas weicher/leichter, aber aus Soundgründen würd ich trotzdem zum B5 oder B50 raten.
Keine eigenen Erfahrungen hab ich mit B5 und Jazzmaster-Bridge (die klassische Tele-Bigsby-Kombo, die's ja auch als "Kit" gibt) - aber, wie gesagt, ohen Tele-Bridge wird der typische Tele-Twang sicher nur eingeschränkt vorhanden sein, und die Jazzmaster-Bridge ist ja auch berüchtigt für div. Probleme (Saiten springen gern aus den Saitenreitern, wenn man zu heftig anschlägt oder dünne Saiten benutzt, etc.)