Der Kompositionsansatz

von Caylap, 27.04.06.

  1. Caylap

    Caylap Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.06   #1
    Einige Fragen lese ich immerwieder und ich hatte einfach mal die Lust einwenig Hilfestellung zu geben. Ich glaube dass ich den dreh recht gut raus habe und schon einigen Leuten in Kompositionskursen auf den richtigen Weg geholfen habe.

    Möchte nur drauf hinweisen dass dies hier nicht das Allheilmittel sein soll und wird.
    Aber vieleicht gibt es hier jemanden der einige Anregungen findet.

    1. Der Kompositions Ansatz

    Viele fragen nach einen Ansatz für Ideen oder Kompositionen.
    Diese Frage ist recht leicht beantwortet: Öffnet euer Künstlerisches Bewusstsein!
    Klingt etwas Esoterisch und ist es vieleicht auch, dennoch Komposition ist eine Kunstform und sollte auch so behandelt werden. Eines meiner lieblings Zitate ist:
    "Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst."
    Denkt mal darüber nach was das für euch bedeutet. Kunst ist immer Rellativ und so muss jeder seine Kunst finden bzw. entdecken.
    Beschäftigt euch mit Kunstformen, werdet aktiv und kreativ!!!
    Auch das muss jeder für sich definieren.

    1.1. Freier Ansatz

    Kompositionsansätze sind wirklich überall zu finden man muss nur die Augen und Ohren aufmachen. Vergesst erstmal formen sondern übernehmt erstmal etwas aus euerer Umwelt.
    Wenn ich man einigen Leeren Notenblättern z.B. in einem Straßen Cafe sitzt hört man immer Musik. Erst rythmen...dann Melodien.
    Macht das mal und Skizziert euch das was ihr da hört.
    Nur einige Beispiele:
    Das Laufen der Füße: der Rythmuss der Timpani?
    Dann der Wind: Streicher oder eher brausende Trompeten oder oder?
    Menschen sprechen in verschiedenen Stimmlagen: Melodie?
    Da lacht jemand: Das kann eine Oboe auch ganz toll oder ist es eine Flöte?
    Macht euch mal so eure Gedanken...Natürlich ist das erste ergebniss ein Wirrwarr aus Instrumenten und Tönen und Rythmen. Aber schonmal eine Komposition.
    Ich wohne an einer recht viel befahrenen Straße wenn mir nichts einfällt höre ich auf den Lärm der straße und finde immer etwas was passt.

    1.2. Erfahrungsansatz

    Das wesen des Künstlers ist es eigene erfahrungen zu Kunst zu machen.
    Auch eine Tolle art zu Komponieren. Zu beginn ist das ganz einfach und Toll.
    Trennt euch erstmal wieder von allen Formen das ist am anfang leichter.
    Texte kann man (wenn benötigt) genug schreiben da dürfte ja keine Frage mehr offen sein. Für die Komposition macht ihr das mal erstmal nach gefühl...Wie klingt z.B. angst?
    Eine situation besteht nicht nur aus einem Gefühl.
    Beispiel: "Mein/e Freund/in hat mich verlassen..." (Beliebtes Thema *g*)
    1. Gefühlsanalyse: Was fühle ich? (Genau beobachten....mindestens 5 Gefühle)
    2. Klang: Wie klingt das? (Welche instrumente...töne tempo etc kann ich zu ordnen)
    3. Komposition: Mal ausprobieren ob das geht. (Klingt schräg? Jep, ich fühl mich auch so!)
    4. Niederschrift: Jetzt wird es Amtlich.
    Und schon habt ihr euer Leben zu Kunst gemacht. Das geht immer wieder...

    Bei beiden Kompositionsansätzen ist es natürlich wichtig auch die Stimmungen im Umfeld einzufangen und musikalisch umzusetzen!

    Das sind schonmal 2 recht gängige Kompositionsansätze (gibt natürlich noch viele mehr).Die lassen sich dann übrigens auch auf jede beliebige Form klassische Form anwenden wenn man die kennt.
    Ich hoffe damit konnte ich schon einigen Helfen. Wenn noch fragen sind stellt sie rughig.
    Wenn bedarf besteht erklähre ich auch gerne eine gute Möglichkeit Songs oder Klassische Kompositionen zu schreiben für Fortgeschrittene...
    Oder auch wie man Texte vertont etc.
     
  2. Amade

    Amade Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.04.06   #2
    QUOTE]Wenn bedarf besteht erklähre ich auch gerne eine gute Möglichkeit Songs oder Klassische Kompositionen zu schreiben für Fortgeschrittene...
    Oder auch wie man Texte vertont etc.[/QUOTE]

    Na dann leg mal los .ich bin gespannt:D
     
  3. Caylap

    Caylap Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.04.06   #3
    Hier also noch einige Tipps zum Komponieren für Fortgeschrittene…

    Was Brauche ich zum Komponieren?

    Zuerst mal Theoretisches wissen bzw. zumindest Grundwissen.
    Das wird nun in mehrere Spalten eingeteilt:
    1. Harmonielehre
    2. Stufentheorie
    3. Rhythmik
    4. Skalentheorie

    Das sollte man sich vielleicht alles etwas anschauen um Fortgeschritten zu sein.

    Hier mal die Obersten Regeln beim schreiben von mehrstimmigen Sätzen.
    Diese finden vor allem Verwendung bei Chorsätzen, Quartetten, Orchesterformen.
    Denkt immer dran diese zu befolgen sonst klingt es immer etwas ungewohnt.
    1. Die oberen Stimmen sollten nicht mehr als eine 6 auseinander sein.
    2. Den gleichen Ton möglichst in der gleichen Stimme lassen.
    3. Die Mittelstimmen sollten möglichst kurze Wege gehen.

    In den meisten fällen sind Oktav- und Quintenparallelen zu vermeiden!

    1. Texte vertonen

    So hier mal ein Beispiel einen Text zu vertonen. Die Schritte gelten in der E so wie in der U Musik. Ihr müsstet ja wissen wovon ich spreche… ;-)
    Für alle anderen E-Musik (Ernste Musik) U-Musik (Unterhaltungsmusik)
    Wenn ihr also einen Text habt egal ob von euch oder jemand anderes und ihr keine Ahnung habt wie ihr den vertont, dann versucht mal folgende Schritte:

    - Sprecht mal den Text Rhythmisch. Dabei könnt ihr etwas Kreativität zeigen. Das hilft
    meistens ganz gut.
    - Nun könnt ihr euch Gedanken über die Tonart machen.
    - Findet eine Melodie. Einfach den ersten Akkord (zu empfehlen ist die Tonika) anhand
    derTonart (siehe Quintenzirkel) auswählen und (für unerfahrene) auf einen der
    Akkordtöne anfangen (Harmonielehre).
    - Nun geht das eigentliche Komponieren los: Nun könnt ihr zeigen was ihr könnt.
    Schön ist es das ihr im Quintenzirkel hunderte Möglichkeiten habt Akkorde zu schreiben.
    (Einige Möglichkeiten schreibe ich gleich in das Komponieren ohne Text)
    - Für die Melodie nutzt ihr Duchgangstöne, Diatonik, Chromatik, Akkordtöne etc.
    Erste Regel: Folgt eurem Gefühl und seid Kreativ.

    Sollten einige Tipps für euch dabei sein.
    Nun kommen wir mal zur meiner Meinung nach "Königsdisziplin" dem Komponieren ohne Text. TATATATATATATAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!! 

    2. Komposition an sich
    Im Prinzip beginnt es mit der Idee (wie man die findet hatten wir ja schon).
    Einiges ist genau wie oben. Ich schreibe es trotzdem noch mal aus.
    Nun wieder einige unterstützende schritte:

    - Welche Form soll es sein? Also Was soll es denn nu werden? Wenn ihr euch für eine
    Klassische Form entscheidet, solltet ihr die Regel kennen. Z.B. bei einer Sonate solltet
    ihr Schon mal etwas von der Sonatensatzform gehört haben (HS und NS, Durchführung
    usw.)
    - Wie viele stimmen habt ihr? Welche Instrumente? (Vorsicht ein Klavier arbeitet nicht nur
    2 Stimmen!)
    - Macht euch klar welche Taktart es sein soll also 4/4 3/4 6/8 usw.
    - Nun wieder die Tonart. (eine meiner liebsten ist A-dur *g*) Macht euch die Stufen klar
    und werft noch mal einen Blick in den Quintenzirkel.
    - Beginnt die Komposition wieder Optimal mit einem der Akkordtöne.
    - Nun entwickelt das Thema bzw. die Melodie. Nutzt dazu auch gleich die Nötigen Akkorde.
    Komponieren am Klavier ist meiner Meinung nach die beste Lösung.
    Um die Melodie zu schreiben denkt an die Regeln der Harmonik (siehe oben).
    Schaft eine Akkordbasierende Struktur. Der Quintenzirkel erlaubt wie gesagt viele
    Möglichkeiten. Es geht nicht nur um T, SD und D oder halt Tp, SDp und Dp sondern
    ihr könnt auch kurz in andere Tonarten rutschen. So bietet es sich fast immer an die SD
    in Moll zu nehmen. Dadurch verschieben sich die Skalen und ich lande in einer anderen
    Tonart. Ich werde mal ein kleines Musikbeispiel dazu Hochladen das zu erklären würde
    zu Kompliziert werden. Nutzt wieder Durchgangstöne, Akkordtöne, Diatonik, Pentatonik,
    Chromatik usw. für die Hauptmelodie. Ihr könnt auf jeden Akkord die zu ihm als
    Grundtonart zugehörige Skala verwenden. Wenn ich z.B. von C auf G (als Akkorde jetzt)
    Wechsel kann ich statt einem F ein F# in die Tonleiter einbauen und so weiter. Probiert
    Das mal aus.
    - Setzt die Harmonien deutlich. Ein Akkord sollte immer erkennbar sein. Dies gilt
    besondersbei Akkord wechseln. Wenn ich die als z.B. als Oktave passieren lasse wird der Wechsel meist nicht klar. Wichtig ist das Grundton, Terz und oder Quinte immer
    enthalten sind.
    - Schaft Spannungsbögen, Tonartwechsel und seid vielseitig mit der Melodie!

    Wenn ihr so an das Komponieren heran geht kommt ihr bestimmt zu einen guten Ergebnis.
    Gebt nicht auf wenn etwas nicht passt nicht jeder ist ein Mozart! Findet sinnvolle Lösungen.

    Hoffe das Hilft etwas. Wenn noch konkrete Fragen sind stellt diese bitte.
     
  4. Amade

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    Erstellt: 29.04.06   #4
    Ich habe konkrete fragen im Bezug auf das vorliegende Werk.

    1.Die Begleitung der Melodie im Takt 17-31 ,kann man die als "korrekt" bezeichnen ?
    2.Das Werk soll der erste Satz einer Sonate sein. Könnte das Werk als eine Sonate durchgehen?
    3.Im Takt 92 kommt es zum Tonartwechsel.Kann ein Tonartwechsel so vorkommen bzw ist es überhaupt richtig das der Wechsel so erfolgt.
    4.Gibt es gravierende Fehler im stück ?
    5.Bin ich auf den richtigen Weg mit dieser Arbeit,oder ist alles völlig "absurd" was ich da fabriziere?


    Als Neuling in der Welt der Komposition muss ich fragen stellen,auch wenn ich vielleicht
    nerve.Ich will ja lernen:great:

    Danke im vorraus !
     

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  5. Amade

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    Erstellt: 13.05.06   #5
    Huhu willst du mir nicht antworten "heul"
     
  6. kgfjhgiztd

    kgfjhgiztd Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.06   #6
    Finde das klingt ein bißchen wie ein Rondosatz.Hast du dir schon mal überlegt, dass das der letzte Satz deiner Sonate sein könnte?
     
  7. Amade

    Amade Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.06   #7
    Ja es ist wohl mehr ein Rondo,da die Hauptmelodie wieder auftritt und auch variiert wird. Muss mal sehen ob ich es schaffe den Sonatenhauptsatz noch hinzubekommen.Der steht ja immer am Anfang .
     
  8. MartinBLS

    MartinBLS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.06   #8
    ich hab mal gelernt das alle parallelen unterhalb der quint zuvermeiden währen.....in strengen musikformen (barock invention fuge.....) hab ich auch bestimmt noch nie dergleichen gefunden
     
  9. Caylap

    Caylap Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.06   #9
    Klar...aber heutzutage ist das etwas engstirnig gedacht....Ich bin der Meinung, dass Paralelen an den richtigen stellen auch wirken können...Warum sich denn im Komponieren so fest fahren?
     
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