Hi @Robots,
das der Voice-Schalter per Fußschalter funktioniert ist auch nicht schlecht.
Soweit ich mich erinnern kann (es ist über 30 Jahre her) stellt man bei den alten Orange mit dem F.A.C. Schalter den Grundsound ein (fett ... dünn). Ein Fußschalter ist m. E. da nicht unbedingt notwendig. Allerdings denke ich, dass dann bei den Matamps diese Funktion schaltungstechnisch etwas anders gelöst ist, da der Schalter bei den Orange direkt im Signalweg liegt.
Vom Sinn her funktioniert der F.A.C. Schalter bei den Orange wie der übliche Koppelkondensator von der Anode zum Volumen-Regler (es wäre also ein leichtes, diese Funktion heute in jedem Amp einzubauen - und das noch Kosten günstigt; warum das nicht gemacht wird, weiter unten). Dieser geht bei den OR von 68nF bis ca. 4,7 nF runter, wobei zu dem 68nF Koppel-Kondensator weitere in Reihe geschaltet werden. Dadurch sinkt, je mehr man rein schaltet, die Gesamtkapazität. Das bedeutet, der Bassanteil wird geringer, Mitten und Höhen stärker verstärkt. Andersrum gedreht wird die Kapazität höher bis zu 68nF. Üblich in der Schaltung sind normaler Weise 1nF (z. B. der Tremelo-Kanal eines Vox AC30) bis 22nF (übliche Amps). Die 68nF eines Orange erklären auch den enormen Bassanteil im Sound. Daher ist auch die Precence-Regelung wichtig.
Was man auch wissen muss zum F.A.C. Schalter (und warum der heute nicht mehr da ist):
Der Frequenzgang der alten HIWATT und Orange ist in Mittelstellung in etwa linear, das ist bei normalen Amps wie Fender oder Marshall nicht der Fall - die haben immer eine Mittensenke (die der Matamps kann ich nicht beurteilen, weil ich noch keinen in echt gehört habe). Mit dem enormen Bassanteil nach unten rum ergibt das viel Bässe im Sound, ohne das der Gesamtsound muffig oder muddy ist. Würde man den F.A.C. Schalter z. B. in einem Marshall einbauen, wäre der Gesamtsound scheiß.. Die haben das schaltungstechnisch anders gelöst, mit dem Tone-Shift und/oder Deep-Schaltern. Der Effekt ist ein anderer aber auch klangtechnisch brauchbar - eben moderner.
Wenn du jetzt schaust, warum die alten Amps mit dem F.A.C. Schalter so gefragt sind dann daher, das eben dieses Klangspektrum heutige Orange nicht mehr liefern "können". Einzig die alte AD 50-Linie kommt dem nahe, auch der 40-Anniversary OR50, weil die zumindest die Presence-Regelung haben.
Zu den Fane Speakern:
Die Medusa Serie sind Nachbauten, die den Sound der alten Fane 122 Speaker wieder in die heutige Welt transportieren sollen. Ich habe sie aber noch nirgendwo gehört. TT liefert aber Boxen mit diesen Speakern, nicht nur mit Eminence, Celestions oder Jensens bestückt. Wäre also interessant, die mal zu hören. Meine alte HIWATT 200W Box mit den originalen Fane Speakern 122231 ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Die Celestion Vintage 30 kommen dem Klangbild der alten Fane Speaker recht nah, erreichen aber nicht die Klarheit in der Übertragung (den fehlt oben was). Außerdem übertragen die Celestions noch Höhen um 8 - 10 KHz (das bröseln), was die Fane Speaker nicht mehr machen. Dadurch klingen die alten Fane Speaker höhenreicher aber gleichzeitig auch wärmer - u. a. ein entscheidendes Kriterium für HIWATT, diese Speaker damals in ihre Boxen einzubauen.
Leider hat sich der Soundgeschmack nur in Richtung Marshall (Greenbacks) und Fender (Jensen bzw. Eminence) langfristig durchgesetzt. Die Serie Fane 122231 gelten als die beste E-Gitarren Speakerserie überhaupt und ist nur eingefleischten Spezies bekannt. Wenn man über die alten HIWATT und Orange mit den Originalboxen spielt wird man feststellen, dass sie leise gespielt sehr schwierig zu bespielen sind und ein fasst transistor mäßig klarer Klang rüber kommt. Jeder Fehler im Gitarrenspiel wird übertragen. Für normale, blutjunge Bands also nicht zu gebrauchen. Mit Peavey und Marshall kam man da schneller zum "Plattensound" der angehimmelten Stars.
Aber halb aufgedreht und mehr .... ein Traum
. Man konnte damals also nur laut spielen, um diesen wunderbaren Sound zu bekommen (ein Grund, warum ich die Anlage damals verkauft hatte

) - man war einfach nicht flexibel mit diesen Monster-Amps. Heute hat man da mehr Möglichkeiten, dem Einsatz steht also nichts entgegen.
Die Fane Speaker werden aber gerade wieder entdeckt, eine interessante Zeit also für alte HIWATT, Matamp und Orange Freaks! HI-TONE ist nur der Anfang. Mal sehen, ob Fane in der Lage ist, ähnlich wie Celestion die alten Serien (Blue Bulldog, Greenback) wieder aufzulegen. Man muss wissen: die heutigen Speaker von Celestion entsprechen nicht mehr den alten; auch diese sind nur (allerdings gelungene) Nachbauten.