[Diskussion] Ton-/Klangholz

von Cryin' Eagle, 16.01.08.

  1. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.01.08   #1
    Hi,

    Nachdem ich meinen "Ton-/Klangholz Workshop" überarbeitet habe gibt es jetzt auch einen entsprechenden Diskussionsthread. In den letzten Wochen wurde über dieses Thema wieder in vielen versch. Threads diskutiert, vielleicht schafft man es so diese ganzen Fragen in einem Thread zu konzentrieren.

    Verbesserungsvorschläge gerne via PM, falls ihr euch aber für nicht erwähnte Hölzer interessiert ist hier der richtige Platz dafür. Ich bin mit Sicherheit nicht der Einzige im Board der mehr als 3 Tonhölzer kennt und diese Fragen erörtert man am besten in der Gruppe!

    Ich hoffe, dass euch dieser "Workshop" etwas gebracht hat und zu neuen Diskussionen anregt. Über Kritik in Form von PMs oder im Diskussions-Thread würde ich mich freuen. Dieser Workshop ist mit Sicherheit noch nicht perfekt und weil ich ihn nach einigen Stunden Arbeit langsam nicht mehr sehen kann und eigene Fehler nicht entdecke bin ich für jede Hilfe und Anregung dankbar! :)
     
  2. KotSammler

    KotSammler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.08   #2
    Ich will jetzt nicht provozierend wirken, aber auf die Gitarre bezogen geht es bei den Unterschieden um Nuancen. Klar, 'ne Sperrholzgitarre hört sich anders an als ne Basswood , aber ich versteh den Wirbel darum trotzdem irgendwie nicht...
     
  3. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.01.08   #3
    Ich möchte jetzt auch nicht provozierend wirken aber dann ist Dein Gehör offensichtlich noch nicht entsprechend ausgebildet. (;)) Das Holz formt den Klang ganz entscheident, außerdem ein paar grundlegend wichtige Konstruktionsmerkmale wie die Hals-Korpus-Verbindung, die Mensur und die mechanische Hardware. Die Elektrik kommt ganz am Schluss und auch im Jahr 2008 wird die Gitarre mit EMGs nicht besser ;)

    Ich habe mit 14 angefangen Gitarre zu spielen. Damals habe ich keinen Unterschied zwischen einer Gibson und einer Epiphone gehört. Sobald man seine Fähigkeiten auf der Gitarre ausbaut, viele Gitarren in der Hand hatte und sein Gehör entsprechend ausgebildet hat sind das keine Nuancen mehr über die wir hier sprechen!

    Den Unterschied zwischen einer Rosewood Telecaster und einer "normalen" Swamp Ash + Ahorn Kombination hörst übrigens auch Du! Du kannst es dir nur noch nicht vorstellen weil Du mit großer Wahrscheinlichkeit noch keine Rosewood Tele gespielt hast ;)

    Ich kann mich gerade selbstverständlich auch irren aber dann wüsste ich gerne wie sich Deine Meinung zu dieser Thematik gebildet hat :)
     
  4. UncleReaper

    UncleReaper Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.08   #4
    Ich finde den Workshop generell ganz gut, er hat mir mal
    wieder aufgezeigt, wie schlecht es um unsere Umwelt steht. :(

    Dabei gibt es so ordentliche Alternativen zu den ganzen gefährdeten
    Hölzern. Es ist nicht schön, was vor allem soviel Voodoo so begünstigt.
    Evtl. könnte ich etwas zu Wenge, Ziricote und Anegre beisteuern.
    (Letztere müsste man dann nur noch in die Liste mit aufnehmen)
     
  5. thomas.h

    thomas.h Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.08   #5
    Ich oute mich auch als Tonholzskeptiker.
    Unterschiede sind sicherlich da, keine Frage. Nur halte ich
    a) die Praxisrelevanz für nicht für wirklich bedeutend (sei es im Vergleich zu anderen klangbildenen Einflüssen, wie Plektrum, Saiten, Kabel,... ganz zu schweigen von Tonabnehmern und Amp oder sei es auch bezogen auf die Hörgewohnheiten des Hörers)
    b) die Messbarkeit, wie gut ein Holz klingt, für nicht gegeben. Mir stellts die Haare auf, wenn jemand eine Gitarre empfiehlt: "Die ist teurer, deshalb hat sie besseres Tonholz, deshalb klingt sie besser". Wir haben jeweils 2 Ohren und diese Ohren gehören uns. Und keiner kann Person A sagen, was deren Ohren am Schönsten finden sollten.

    Meine derzeitige Überzeugung ist, dass ich in meiner Musikrichtung sicherlich keine 1000€ für "besseres" Klangholz ausgeben werde, weil es keinen Sinn hat. Ich mag den Cleansound einer E-Gitarre nicht, clean simuliere ich immer Akustikgitarren. E-Gitarre spiele ich immer verzerrt und mit Effekten leicht angedickt. Schön, wenn ich über Studiomonitore ganz neutral geschalten einen Mini Unterschied feststellen kann. Schön, wenn sich jemand die Mühe macht, Gitarrenklänge peinlichst genau zu analysieren und zu vergleichen. Das hat für mich allerdings keine Praxibedeutung. Ich siedle den Einfluss des Spielers siedle immer noch ganz oben an. Hörst du lieber Vai auf einer Sperrholzgitarre zu - oder lieber meinem Nachbarn Erwin auf Vais Gitarre? Hörst du auf CDs, welches Holz verwendet wurde? Dann müsste es für dich ja noch viel einfacher festzustellen sein, neben welche Gitarre über welchen Amp mit welchen Effekten aufgenommen wurde, welche Plektrumstärke/material der gute Gitarrist verwendet hat. Ich kanns nicht, ich kann ehrlichgesagt auf heutigen Metalproduktionen sogar beim Amp nur tendenziell eine Vermutung äußern. Wenn ich die "welche Gitarre/Amp spielen ... " Threads durchlese, findet sich allerdings auch niemand, der am Hören das Equipment feststellen kann. Auch an Liveauftritten werden Equipmententhüllungen ausschließlich visuell gestellt.

    Ich finde es gut, dass du deine Ohren so gut geschult hast, beneide dich allerdings keinen Deut darum - ich werde keine Sekunde damit verbringen, Gitarrenhölzer zu analysieren. Ich sehe keinen Sinn darin, die Zeit so zu verplempern, wenn ich in selbiger mein Spiel und somit den Klang verbessern könnte und mit normalen Equipment entscheidend besser klinge, als wenn ich Holzarten erraten würde.
    Ich darf mit den Worten enden: Wer spielen kann, klingt gut. So einfach ist das.
     
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  6. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.01.08   #6
    @ Uncle
    Gerne :)
    Falls du Infos hast kannst Du sie mir gerne via PM schicken. Ich formatiere das dann um und editiere es bzw. leite es an einen Mod weiter.


    @thomas.h
    Natürlich ist es total egal aus was eine Gitarre besteht wenn sie klingt. Aber um zu verstehen warum sie so klingt wie sie klingt benötigt man das theoretische Grundwissen.

    Festhalten wollen wir auf jeden Fall mal, dass auch eine E-Gitarre einen gewissen Basissound liefern muss. Wenn dieser nichts taugt muss man sich über PUs, Kabel, Effekte & Amps überhaupt keine Gedanken machen. Sobald die Signalkette eine gewisse Qualität erreicht hat werden die Soundunterschiede durch bessere Hölzer und Hardware immer offensichtlicher. V.a. wenn man dabei ist seinen Sound zu optimieren. Fakt ist auch, dass man einen guten Ton nicht kaufen kann - einen besseren Sound schon.

    Das es sich beim Soundempfinden um einen subjektiven Geschmack handelt habe ich glaube ich mehr als deutlich betont. Ich höre übrigens lieber Deinem Nachbar Erwin zu, vorrausgesetzt er spielt auf Vai's Gitarre eine Spur langsamer - soviel zum subjektiven Geschmack.

    Natürlich gibt der Gitarrist den Ton vor, das sehe ich ebenso wie Du - das ist auch gar keine Frage und das wird im Forum vermutlich jeder bestätigen! Wenn man bestimmte musikalische Grundfähigkeiten hat stellt sich aber irgendwann auch mal die Frage was man in der Peripherie optimieren kann. Was ist, wenn Dir Deine 60s Strat total gefällt aber sie ein bisschen mehr Höhen vertragen könnte um die Wärme zu reduzieren und ein bisschen knackiger zu werden? Tja, die Höhen am Amp reindrehen führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Wenn man bei sonst gleicher Konstruktion vom Palisander Griffbrett auch ein Ahorn Griffbrett wechselt könnte das Problem behoben sein. Fehlende Praxisrelevanz? Hier ist sie!

    Es geht überhaupt nicht darum auf einer CD zu hören ob der Korpus aus Esche oder Erle ist, es geht darum eine Gitarre zu finden auf der man sich wohl fühlt. Steve Vai spielt seine Signature ja nicht weil die so im Laden stand sondern weil er im Laufe seiner Karriere versch. Gitarrentypen analysiert hat um am Ende mit kompetenten Gitarrenbauern eine Signature Serie zu entwickeln.

    Bei gleicher Verarbeitungsqualität und Hardware stimmt das definitiv.


    ---

    Von den Tonholzskeptikern würde ich gerne ein paar ganz relevante Sache wissen:
    1) Wie lange spielt ihr schon?
    2) Was für Gitarren spielt ihr?
    3) Welche Gitarren mit besserem Tonholz habt ihr bisher gespielt?
    4) Wart ihr mal in der Situation, dass ihr von einer besseren (bezüglich Tonholz) Gitarre wieder auf eine "schlechtere" umgestiegen seid?
     
  7. thomas.h

    thomas.h Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.08   #7
    Das "besser" bezog sich auf das individuelle Hörempfinden: ich will sagen, ich kann nicht davon ausgehen, dass das teurere Tonholz automatisch für jedes Ohr besser klingt.

    Zu deinen Fragen:
    1) Ich spiele seit 11 Jahren.
    2) Im Moment besitze ich eine Gibson 85 Explorer und eine HK 7 String, meine Customgitarre sollte Ende Februar bei mir stehen. Holzwahl übrigens vorwiegend der Optik wegen.
    3) Das kann ich dir nicht sagen, da ich mir nicht zutraue, den Anteil des Holzes am Klang einer Gitarre abzuschätzen.
    4) Selbe Antwort, aber wenn du davon ausgehst, dass die Gibson Explorer sehr gutes Tonholz hat, dann ja. Ich spiele sie sehr selten, sie wurde als Hauptgitarre sogar von einer (überarbeiteten) ESP LTD M-100 abgelöst. Sie liegt mir persönlich nicht mehr.
     
  8. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.01.08   #8
    Das ist logisch und das will ich auch gar nicht behaupten. Solange es Menschen gibt die Jack Daniels pur trinken sich sich am Rotwein aus dem Beutel erfreuen können ... ;) :D


    Zu deinen Antworten:
    Mit 11 Jahren Spielpraxis hast Du mit Sicherheit ein geschultes Gehört um solche Unterschiede zu analysieren. Wie erklärst Du Dir den grundsätzlich positiven Unterschied zwischen einer Fender aus der "Serie" und aus dem "Custom Shop". Noch besser: Wie erklärst Du Dir den grundsätzlich positiven Unterschied zwischen einer Fender Custom Shop NOS oder CC im Vergleich mit einer Relic? Im Prinzip ist da alles identisch, nur das Tonholz wird selektiert. Der Unterschied ist definitiv analysierbar.

    Was für eine Custom wenn man fragen darf?

    Nein, einer 85er Explorer attestiere ich kein sehr gutes Tonholz. Außerdem wechselst Du sie ja gegen einen ganz andere Gitarrentypen. Meine Frage war eher darauf bezogen ob jemand von einer Fender Custom Shop absichtlich auch eine "normale" USA oder Japan gewechselt hat ... absichtlich weil sie besser klingt!
     
  9. thomas.h

    thomas.h Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.08   #9
    Hallo,
    schön, dass die Diskussion niveauvoll bleibt. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr :great:

    Zum Vergleich dieser Gitarren kann ich leider nichts aus Erfahrung beitragen. Dennoch habe ich ein paar gedankliche Anstöße zu der Situation:
    - eine teure Gitarre ist wertvoller. Das ist im Menschen drin. Ein 7€ Fruchtsaft schmeckt besser als der 50ct vom Aldi, auch wenns vielleicht der gleiche ist. Der gleiche Wein aus dem Beutel schmeckt schlechter, als aus einer edlen Flasche aus einem edlen Köfferchen. Ein wunderschöner Ring um 5,30€ wird niemals die/den Träger so glücklich machen, wie ein 5000€ Ring - selbst wenn dieser häßlicher wäre. Eine sauteure Gitarre über einen sauteuren Amp lässt die Augen einfach mehr funkeln, als wenn man eine gute Cort über einen Carvin spielt. Der Mensch lässt sich sehr vom Preis leiten. Ich halte es für möglich, dass gefühlte Unterschiede bei sehr hochpreisigen Gitarren diesen Aspekt miteinbeziehen.
    - Wenn Unterschiede gehört werden, findet man natürlich die billigere schlechter. Wäre ja unlogisch, wenns anders rum wäre.
    - Bei Relic Geschichten hat man immer den Gedanken im Hirn, dass die Gitarre ziemlich genau die Gitarre der alten Helden ist. Logisch, dass die gut klingt.
    - Ich habe mal ein Lied als wav und als 192er mp3 exportiert, vervielfältigt, zufällig benannt und so blind versucht, die mp3 über Studiomonitore rauszuhören. Ich hörte bei JEDEM Lied einen Unterschied, und das sogar - das ist der Punkt - bei gleichen Versionen. Es kamen auch die wav Versionen hintereinander, sowie die mp3, war ja ganz zufällig verteilt. Ich bildete mir aber trotzdem ein, einen Unterschied zu hören, obwohl es genau das selbe war. Dieses Erlebnis habe ich seitdem für mich immer im Hinterkopf, wenn ich Klänge vergleiche.
    - Das selbe Equipment klingt sehr unterschiedlich. Ich merke bei mir, dass vor allem die Zimmertemperatur einen gewaltigen Unterschied ausmacht. Ist es leicht zu kalt, sind meine Finger zu kalt und ich schlage verkrampfter an. Das klingt wenig, macht aber im Höreindruck so einen gewaltigen Unterschied, dass es so schlecht klang, dass ich die Freude am Spielen verlor. Am nächsten Tag mit gleichen Einstellungen,... klang es plötzlich gut. Es änderte sich nur die Temperatur. Das macht für mich den Vergleich in unterschiedlichen Situationen von unterschiedlichen Gitarren sehr schwierig - ich weiß ja nicht, wie kalt (...) es gerade war.


    Ja, mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein. Ich bestreite sicherlich nicht, dass eine Customshop nicht besser klingt. Ich weiß es schlicht und einfach nicht. Ich halte es aber wie gesagt für möglich, dass sie vor allem als besser klingend -empfunden- wird.

    Meine Customgitarre (gibt es dafür ein deutsches Wort?) kommt von MGH, Matze Pozorski. Custom, weil ich eine 7 Saiter mit Wilkinson-Style Tremolo und Neckthrough-Übergang möchte, diese aber als Seriengitarre nicht gefunden habe. 2. Punkt war, dass ich mit dem Sound meiner bisherigen 7 Strings nicht zufrieden war und die MuMan Petrucci einfach überteuert ist. Dann konnte ich natürlich gleich meine Form realisieren, die es sonst nur bei Conklin gibt. Preislich war sie zudem wirklich ansprechend.
    Ich habe ihm genau meinen Sound beschrieben und er meinte, diesen reproduzieren zu können (er wickelt die Tonabnehmer auch selbst). Ich hoffe, dass dies eintrifft, bin aber sonst durchaus gewillt und darauf eingestellt, mit EQ noch nacharbeiten zu müssen. Den Halsübergang (eingeleimt, aber Neckthrough-Übergang) habe ich aus vermehrt klanglichen (und funktionellen natürlich) Gründen, das Korpus- und Halsholz aus vermehrt optischen Gründen (handelt sich um übliche Hölzer) gewählt. Die Entscheidung, welches Stück schlussendlich genommen wurde, habe ich gänzlich ihm überlassen, auf Spezialbehandlungen zur Holzgüte legte ich keinen Wert. Jetzt hoffe ich, dass sie wirklich so klingt, wie ich mir das vorstelle. Das Risiko bin ich jedoch bewusst wegen der Bespielbarkeit/Features und Optik eingegangen.

    Im letzten Punkt hast du natürlich völlig Recht. Die Explorer klingt auch wirklich besser, konnte mich halt im Rest nicht überzeugen. Gegen eine gleichwertige mit "mindererem Holz" habe ich nie eine getauscht. Ich habe aber mehrere Threads zum Gitarrenvergleich im Musikladen im Hinterkopf, wo der Verfasser sich dann für die günstigere entschieden hat. Diese Threads aber wieder finden, dürfte nicht einfach werden.
     
  10. buzzdriver

    buzzdriver HCA - Jackson/Charvel HCA

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    Erstellt: 18.01.08   #10
    "Maßgeschneiderte Gitarre" trifft die Sache auf den Punkt ;)
     
  11. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.01.08   #11
    Danke gleichfalls :)


    Definitiv wird in der Nahrungsindustrie teilw. identisches Material am Ende umetikettiert und ich würde mir nicht zutrauen den Unterschied zwischen einem Lidl und einem Edeka Saft zu schmecken. Trotzdem: Wenn ich einen frisch gepressten Saft von den zahlreichen Saftläden :-)D) in den großen Einkaufszentren trinke bilde ich mir den Unterschied im Geschmack nicht nur ein. Solche Säfte gibt es auch abgefüllt und auch hier schmeckt man den Unterschied. Aber machen wir uns nichts vor! Saft bleibt Saft und Gitarren sind Gitarren. Heute bekommt man für 200€ als Einsteiger ein gut spielbares Instrument. Bei ca. 1.000€ (--> Strat, bei ner LP ein bisschen mehr) haben wir ein Level erreicht mit dem man mehr als glücklich werden kann. Alles andere ist Jammern auf hohem Niveau und die Qualität steigert sich mit Sicherheit nicht linear zum Preis. Trotzdem sind es oft die teuer erkauften 10% die einen am Ende glücklich machen. Wenn das nur aufgrund des Headstocklogos oder dem beiliegenden Zertifikat passiert tut mir der Musiker leid.


    Nicht unbedingt. Ich schreibe mit einem normalen Stabilo oder 10€ Kugelschreiber lieber als mit dem Goldfüller meiner Oma ;)

    Die Faded Les Pauls haben mir bisher auch subjektiv besser gefallen als die Custom Shop Modelle ... Alles tolle Gitarren, jammern auf hohem Niveau aber mir gefällt das drahtige Element bei der Faded einfach besser. Ein LP Veteran braucht die Custom Shop LPs vielleicht eher.


    Sie fühlt sich einfach eingespielt an. Das liegt auf der einen Seite an der Optik aber auch an der Tonholzselektion und der anschließenden Behandlung. Angeblich werden die Teile ja "eingeschwungen".


    Tolles Beispiel!
    Der Gitarrist von Rush nimmt aus diesem Grund (+ Luftfeuchtigkeit) seine Boxen nicht mit einem Mik ab sondern verwendet eine Speakersimulation.


    Das würde im schlimmsten Fall (sprich wenn das stimmt ;-)) ja noch in Ordnung gehen.
    Wenn es sich besser anfühlt, weil die persönliche Empfindung einem etwas vormacht, spielt man schließlich besser :)


    ---

    Ganz überspitzt gesagt (!): Das musst Du in diesem Fall auch nicht. Wenn ein Gitarrenbauer Holz einkauft kann man diesen Prozess nicht mit den großen Firmen vergleichen. Ein gutes Stück Mahagoni und ein sehr gutes Stück Mahagoni unterscheiden sich im Einkauf um vll 50€ - wenn man nach Art und Lagerzeit selektiert. Teuer wird das Holz erst wenn es handselektiert ist und sich ein Gitarrenbauer die Mühe macht vor dem Bau das Holz zu betrachten. Dein Gitarrenbauer kann das beim Einkauf flott machen, in der industriellen Fertigung wird es aufwändig. Da kann man ja nicht mehr bei holz-faszination einkaufen und eine halbe Stunde vor dem Monitor sitzen um zu überlegen ob dieses 35 Jahre abgelagerte Holz sich im Endeffekt gut macht oder nicht. :D

    Ich bin auf jeden Fall mal gespannt wie sich Deine Custom am Ende macht ... vorstellen kannst Du sie ja dann im entsprechenden Thread :)


    Ich finde, dass der Unterschied v.a. dann spürbar wird wenn man längere Zeit mit der "besseren" Gitarre spielt. Ich vergleiche das jetzt einfach mal mit zwei Autos. Wenn Du jahrelang Porsche fährst und noch bei Tempo 160 nur kurz auf das Gaspedal drücken musst um jemanden mal eben zu überholen dann gewöhnst Du Dich an diese Situation. Sollte jetzt ein Wechsel auf einen Golf stattfinden erreichst du zwar noch die 160 aber das ist ein ganz anderes Gefühl und mal eben kurz bei dieser Geschwindigkeit durchstarten ist auch nicht mehr.
     
  12. thomas.h

    thomas.h Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.08   #12
    Du hast natürlich Recht: Wenn einem die Empfindung den besseren Klang nur vorspielen sollte, es ist völlig bedeutungslos, wie du sagst: man spielt besser und lieber, da können 10 Physiker das Gegenteil beweisen.

    Meine Custom werde ich hier sicherlich mal bei Gelegenheit vorstellen. Ich denke, dass die Holzauswahl passt. Ich habe ehrlichgesagt auch Mahagoniestreifen in den Ahornhals mir gewunschen, weil man den weicheren Klang nachsagt. Obs stimmt oder nicht, den Versuch ists erstens wert - und 2. sieht es auch sehr sexy aus. Rein klanglich wollte ich die Hölzer nicht auswählen. Wenn sie dann nicht so klingt, ahb ich den Salat und aussehn tut sie dann auch noch schlecht. Ich werde ja dann sehen, wie sie wirklich klingt. Und wenns gar nicht geht, steck ich das Midimodul auf den Piezopreamp und lass mir vom Roland V99 die Tele simuliern :p (igitt, Tele. Das würd ich ja niemals machen. Das ist der letzte Klang, den ich brauche).

    Der Gewöhneffekt lässt sich sicher nicht abstreiten. Wer von uns würde denn wieder auf seiner ersten Gitarre spielen, die man damals ganz passabel gefunden hat? Natürlich kann man darauf spielen, aber wenn mans vergleicht... Aber genau deshalb möchte ich mich nicht auf die 4000€ Liga einlassen, auch wenn der Klang auch nur gefühlt ist/wäre. Das ist finanzieller Ruin (mein Hausplan wird im Frühling eingereicht). Ich habe eine Qualität erreicht, die sowohl für Zuhörer oder Studio, als auch für mich ausreichend ist. Mehr (ob gefühlt oder gemessen) möchte ich nicht, das ist mir zuviel Luxus.
     
  13. shirker

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    Erstellt: 18.01.08   #13
    Bleibt nur die Frage zu klären, warum man Jack Daniels nicht pur trinken sollte:confused::D

    Gruß
    shirk
     
  14. Down Under

    Down Under Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.08   #14
    Interessante Diskussion:great:

    Da ich mich momentan auch damit beschäftige eine Gitarre zu ordern, also in meinem Fall von Warmoth, freue ich mich wenn ich mal gute Beschreibungen über die einzelnen Tonhölzer und ihre Klangeigenschaften lesen kann.

    Kurz zum vorhin aufgeworfenen Thema:
    Ich spiele jetzt auch seit ca 12 Jahren Gitarre, hab auch schon davor verschiedene Instrumente gespielt, also mein Gehör hatte wirklich gute 20 Jahre Zeit sich zu bilden :D

    Speziell in den letzten 3 Jahren bin ich aber an einem Punkt angekommen, wo ich begonnen habe, Zubehör aus dem Effektweg auszutauschen um bessere Klangqualität zu erzielen. Was für mich früher undenkbar war ist jetzt Realität, ich höre wirklich den Unterschied zwischen verschiedenen Saiten, ob sie alt sind oder gerade frisch aufgezogen. Das Gehör wird einfach präziser. So wenigstens mein persönlicher Eindruck.

    Aber und das will ich auch anmerken, je mehr Effekte man benützt, vielleicht auch gerade welche die den Sound stärker beeinflussen, desto unwichtiger wird meiner Meinung das Ausgangssignal. Da kommt es dann nicht mehr so sehr auf das Holz an, sondern mehr auf einen bestimmten Tonabnehmer.

    Ich spiele vornehmlich fast ganz ohne Effekte, alles was in meiner Signatur steht ist alles was in meinem Effektweg hängt. Und deshalb glaube ich Holzunterschiede hören zu können, ohne große Mühe zu haben. :D


    Also noch mal vielen Dank dass sich hier User so viel Mühe machen einen Holztest/Holzanalyse zu machen :great:

    Ich mach das noch, die gebe ich auch nicht her;)
     
  15. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Jein. Die Frage ist wie die Gitarre auf Dein Spiel reagiert und das ändert sich auch durch versch. Effekte nicht wirklich. Ansprache, Schwingverhalten, Sustain & Co. bleiben schließlich erhalten.

    Was der Zuhörer davon noch mitbekommt ist eine andere Frage aber auf einer anderen Gitarre würde man u.U. "schlechter" spielen. Will sagen: Selbst wenn man in diesem Fall durch die Effekte Klangpotenzial verliert gewinnt man Inspiration.
     
  16. Down Under

    Down Under Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.08   #16
    Ok, dem muss ich nun natürlich zustimmen. Das Feeling bleibt natürlich.
     
  17. patricksven

    patricksven Registrierter Benutzer

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    Nur mal so interessehalber: Hat schon mal jemand im Gitarrenbau mit Bambus experimentiert?

    Gruß Patrick
     
  18. Sele

    Sele Registrierter Benutzer

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    Ja hat man auch schon. Yamaha hat um 2000 herum mal eine Bambus Akustik (Western) gehabt.

    Grüße
     
  19. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.02.08   #19
    Wie stellst Du Dir das vor?
    Hast Du im Garten Bambus? Säg mal ein Stück durch und schau nach wie der innen aussieht ;)

    Das Problem ist, dass die Teile sehr groß werden aber der Durchmesser / die Breite begrenzt ist. Stabil sind bestimmte Arten definitiv aber wie man das Holz in Brett/Kantel-Form bekommen will ist mir schleierhaft. Ich bin da aber kein Experte und lasse mich gerne eines besseren belehren.
     
  20. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.02.08   #20
    :eek:
    Hast Du davon Bilder? Auf die Schnelle habe ich via google nichts gefunden. Ob das so optimal war? Die Verarbeitung ist doch mit Sicherheit aufwendig wie die Sau.
     
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