Einstieg Conga - Fragen u.a. zur Verwendung im Pop/Rock

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Stechpalme
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Hallo,

ich bin ganz neu hier, habe eine Weile interessiert gelesen und jetzt eine Frage.
Da ich gemerkt habe, dass hier ein nettes, hilfsbereites Klima herrscht, bombardiere ich euch einfach mal.

Ich habe bis zur Zwischenprüfung Musikwissenschaft studiert, spiele seit Jahren Klavier und Schlagzeug (beides mit professionellem Unterricht, Banderfahrung ect). Bin also nicht unmusikalisch und habe einiges an Erfahrung in diesen Bereichen.

Da mir der Rhythmus "irgendwie im Blut liegt" und ich lange Latein getanzt habe, bin ich über einige Ecken dazu gekommen, mir immer öfter Musik mit Percussion anzuhören.
Mich reizt die Vielfältigkeit, die "Andersartigkeit" zu dem hier gängigen "Mainstream" und v.a. bei den Congas der schöne, warme Klang.

Seit 2 Jahren höre ich viel Conga, habe hier einen guten Lehrer gefunden und möchte nun gern endlich dieses Intrument lernen.

Meine Frage an die Conga-Fachleute:

Ich hatte bisher 3 Stunden und habe das Gefühl, dass allein für die allerersten Grundlagen eine Menge "Arbeit" auf einen zukommt, was das Üben angeht. Die unterschiedlichen Techniken scheinen wirklich ein hohes Maß an Üben vorauszusetzten, damit es wirklich Spaß macht.
Ich bin motiviert und ehrgeizig.
Das einzige, was ich mich frage:
Werden Congas auch in der Pop/Rock-Musik eingesetzt? So gern ich Latin-Musik höre, aktiv würde ich gern weiterhin im Pop/Rock/Folk-Bereich bleiben.
Ich finde Conga als Instrument unglaublich toll, würde sie aber gern (auch) im Pop/Rock-Bereich einsetzten.
-Gibt es unter euch Leute, die z.B. solche Bands kennen und/oder mit solch einer "Kombi" Erfahrung haben?

Ich frage hier, da der Lehrer zwar gut ist (viele Referenzen, einen gewissen Bekanntheitsgrad), aber wirklich ein Vollblut-Latin-Man ist. ;-)

Freue mich sehr über Antworten und eure Erfahrungen.

Viele Grüße, Stechpalme
 
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Die Kombination gibt es definitiv.
Meist sieht man das im Zusammenhang mit größeren Bühnenproduktionen.
Ich denke da gerade zum Beispiel an Luis Conte, der regelmäßig mit Phil Collins unterwegs ist oder war.

Wenn es um Pop- und Rock- Tourneen geht, wo schon Background-Gesang, Bläser und dergleichen an Bord sind, leistet man sich nicht selten auch sowas.

In kleinen Besetzungen ist es wohl weniger üblich, da zusammen mit dem Schlagzeuger der "Rappel-Faktor" doch schnell zu hoch werden KÖNNTE. ; )
 
...In kleinen Besetzungen ist es wohl weniger üblich, da zusammen mit dem Schlagzeuger der "Rappel-Faktor" doch schnell zu hoch werden KÖNNTE. ; )
Das ist (auch, bzw. besonders bei Profis) oft eine Kostenfrage.


Hallo Stechpalme, nimm im Unterricht mit was immer geht, die interessantesten Percussions in Rock/Pop/Funk/Jazz/... fand ich immer diejenigen, die nicht einfach das Schlagzeug in irgendeiner Weise "gedoppelt" haben, sondern eigenständige Grooves brachten, zur Ergänzung, als Gegen-Rhythmus, etc. - und dazu sind die Latin-Grundlagen die allerbesten Voraussetzungen.

Das geht schon los, wenn man zu ganz einfachen Achtelgrooves eine tricky Clave spielen kann...
 
Hi, immergrünes Ilex,

Zwar heißt es, Gott habe am 7. Tag nichts mehr geschaffen und sich zur Ruhe gesetzt... aber das stimmt nicht:

Er hat den Tumbao geschaffen!

...und mit dem kannst Du in der Popularmusik schon mal Vieles gut begleiten und Dich mit zahllosen Variationen befassen. Die Hauptanschlagarten, an denen Du sicher gerade arbeitest, kannst Du dann in vielen anderen Rhythmen in Pop und Rockmusik gebrauchen. In fast allen Pop-/Rocknummern lässt sich die Percussion super einbringen.

Übertreibung bringt es meistens auf den Punkt. Schau Dir -um mal sehr krass populär zu werden- die DVD "James Last - Gentleman of music" an. Pablo Escayola spielt die Percussion... und wenn Du es noch mal mit einer anderen Band sehen magst, unten ein Video von Blue Cafe aus Hamburg, bei denen Du im Hintergrund einen Percussionisten siehst..., auch Pablo E.

Ohne das einem Das gefallen muss, zeigt es die, über Santana hinaus gehenden Anwendungsmöglichkeiten und ich kann Dich nur wie mein Vorredner ermuntern, alles mitzunehmen und Erfahrungen damit in der Band zu sammeln. Nach dem Tumbao solltest Du Dich mit dem Bossa und Sambagroove befassen... dann vielleicht mal dem Mozambique, hier schön dokumentiert von Manfred Mirsch. Insofern hat Dein Latinlehrer eine gute Basis, Dir all' die Dinge zu zeigen, die Du auch in Rock und Pop gebrauchen kannst.

Als Percussionistin brauchst Du aber am Ende dringend mindestens zwei Verbündete in der Popularmusik, ohne die am Ende alles keinen Sinn ergibt:

Der Eine ist der Drummer. Wenn er Dich zubrät, kannst Du Dir die Finger blutig spielen und niemand hört es. Der Andere, noch viel wichtiger, ist der Mixer!!! Die meisten Mixer bringen es nicht fertig, die Percussion richtig auszusteuern und dann... s.o. --> Blutige Finger und nix davon gehört...

Es gibt hier einen Thread mit Congas Lessons. wenn Du Dir dort Michael de Miranda und David "La Mole" Ortiz heraus nimmst und nach dem Tumbao suchst, hast Du zunächst reichlich Arbeitsmaterial um auch autodidaktisch etwas zu machen. Es gibt Zeitschriften die auf Drums und Percussion spezialisiert sind. Dort, z.B. in älteren Ausgaben, kannst Du Workshopbeispiele finden, wie Schlagzeug und Percussion einher gehen sollten oder können.
Kann man im Netz alles finden, teils kostenpflichtig, aber sein Geld wert.


let's groovin'

Sonoero


 
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...Der Eine ist der Drummer. Wenn er Dich zubrät, kannst Du Dir die Finger blutig spielen und niemand hört es. Der Andere, noch viel wichtiger, ist der Mixer!!! Die meisten Mixer bringen es nicht fertig, die Percussion richtig auszusteuern und dann... s.o. --> Blutige Finger und nix davon gehört ...
Wobei man beim Drummer zwei Typen unterscheiden kann, die einen spielen den Perc. lautstärkemässig an die Wand, der andere spielt selber schon so frickelig, daß er schon selber alles gespielt hat und für Perc. keinerlei Ansatzpunkt mehr bietet.

Beim Problem Lautstärke kann dann auch der beste Mixer nur sehr wenig tun, da auf allen Perc.-Mikros die Snare vom Drumset durchrotzt. Dann höchstens aufwändige Abschirmungen mit Stellwänden, Glaskabinen, etc. min. Abhilfe bringen.

"Früher" hatte ich immer ein eigenes kleines (aber feines) Mischpult dabei und habe die Perc. darauf zusammen gefaßt, incl. Effekte und das dann als Stereo-Signal ans Main-Pult weitergegeben. War damals auch notwendig, weil die Tonleute meist überfordert waren 6-8 Mikros nur für Perc. unterzubringen, heute haben die gr Mixer 347 Eingänge, da gibt es solche Probleme nicht mehr - aber man ist sound- und effekt-mäßig total ausgeliefert...
 
Du sagst es... und das "ausgeliefert sein" ist halt immer das Problem des Percussi. Ja, so eine kleines Pültchen ist schon was Schönes... aber man macht sich damit meist nicht bei den Technikern beliebt ;)

In kleineren 3er Besetzungen spielen ist auch ein Weg, der -mir- im Moment Freude macht.

Sonoero
 
...In kleineren 3er Besetzungen spielen ist auch ein Weg, der -mir- im Moment Freude macht ...
Nicht nur Dir, musikalisch war das eine sehr erfüllte Zeit, ich habe 12-13 Jahre mit einer Brasilianerin (voc) plus Gitarre im Trio gespielt - das vermisse ich zunehmend...
 
Nicht nur Dir, musikalisch war das eine sehr erfüllte Zeit, ich habe 12-13 Jahre mit einer Brasilianerin (voc) plus Gitarre im Trio gespielt - das vermisse ich zunehmend...

Klein aber fein, mehr kann ich dazu nicht sagen. :) Lebt die Brasilianerin rein zufällig jetzt in Wien, denn diese Beschreibung würde auf eine passen die ich, leider noch nicht persönlich, kenne?
 

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