Finales Mixing und Mastering einer orchestralen Aufnahme?!

Hier wird (ab 11:45 Min.) der ominöse AUX-Kanal „ALGO GLUE“ erläutert:


View: https://youtu.be/D81EggVVrWQ

Die Idee ist also, den Convolution Reverb mit einem Algorithmic Reverb zu ergänzen.

Nachtrag: Und ab Minute 24:04 wird auch erklärt, warum manche Instrumente einen kleinen Anteil zusätzlich direkt auf den Hall schicken (siehe meine Frage oben), und damit letztlich doppelt. Auch dieser Effekt ist beabsichtigt.
 
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Gerne hätte ich nochmal eine Einschätzung der Mastering-Profis:

In dem Logic Pro-Template (für Orchestermusik) von EastWest Sounds finden sich innerhalb der Mastering Chain auch die folgenden beiden Kompressoren - und zwar in genau dieser Reihenfolge (wenngleich nicht direkt hintereinander):

IMG_9360.png


IMG_9361.png


Kann jemand anhand der Einstellungen erkennen, was Ziel dieses Vorgehens ist, d.h. warum werden hier zwei unterschiedliche Kompressoren mit derart unterschiedlichen Einstellungen verwendet?
 
Vintage FET = zb 1176
Vintage Opto = zb LA-2A

kurze Info über verschiedene Kompressorarten:

Kompressor bearbeiten ja die Dynamik des Audiomaterials, und je nach Einstellung und Art des Kompressors, eben unterschiedlich.

Attack -> dh wie schnell oder langsam, reagiert der Kompressor auf Pegelspitzen
Release -> wie schnell oder langsam erholt sich der Kompressor wieder und geht zu seinem Ausgangspunkt zurück

Ratio -> das Verhältniss, wieviel wird komprimiert

Threshold -> ab wann wird komprimiert

Makeup Gain -> zum Lautstärke anheben nach der Kompression damit man wieder auf die selbe Ausgangslautstärke kommt wie vor der Kompressoren
 
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Danke - das Vorstehende konnte ich schon in etwa so nachlesen. ;) Mir geht es aber darum, was die beiden oben gezeigten Kompressoren im Ergebnis genau tun und warum sie beide gemeinsam eingesetzt werden.
 
also, ich versuche es vereinfacht zu beschreiben, diese Kombination verwendet man gerne und ist generell nicht unüblich, auch schon direkt auf den Einzelspuren zb Einzelne Instrumente oder auch Gesang wird so eine Kombination gerne verwendet.

der ersten Kompressor dabei um die Pegelspitzen abzusenken (dazu sehr schneller Attack und sehr schneller Release).

und den zweiten Kompressor verwendet man im Anschluss danach um das Signal musikalisch zu komprimieren, das funktioniert aber erst dann gut, wenn das Material keine zu starken Pegelspitzen mehr hat die rausstechen, weil sonst dieser Kompressor total in die Knie gehen würde
 
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Der zweite Kompressor ist ein Opto-Kompressor (ganz andere Technik) und somit auch ein ganz anderes Regelverhalten. Selbst wenn die gleichen Werte eingestellt sind, wird dieser Kompressor nicht gleich klingen wie der Erste.
Darum gibts auch so unzählige verschiedene Kompressoren. Der OptoKompressor ist sehr speziell, allerdings klingen auch alle anderen Verschieden.
Ich denk da musst du selber den Unterschied hören, schwer zu beschreiben.

Für den Anfang würde ich irgend ein "neutralen" Kompressor verwenden bis mal der Funktionsumfang klar ist, und das Gehör etwas drauf eingespielt ist, was passiert, wenn man an welchem Regler rumspielt.. Das Stock-Plugin in der DAW dürfte meistens ziemlich gut geeignet sein für den Einstieg.
 
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Vielen Dank, @exoslime - das war sehr hilfreich, damit hab ich es verstanden. :)

Mir fällt das „Hören“ der Kompressoren bisher schwer, @Zelo01. Insbesondere passiert es mir manchmal, dass ich einen Kompressor einstelle und er sich ordentlich anhört; später auf der gemasterten Aufnahme ist dann aber an manchen Stellen ein unschönes „Atmen“ zu hören, das ich vorher nicht wahrgenommen hatte.

Jetzt hab ich verstanden, dass im vorstehenden Beispiel der erste Kompressor erst einmal die heftigsten Pegelspitzen herausnimmt, bevor sich der zweite, gemütlichere Kompressor an die Arbeit macht.

Nachtrag: @exoslime - ich muss doch nochmal nachfragen: Der erste der beiden o.a. Kompressoren hat (falls ich die Regler richtig verstehe) besonders langsame Einstellungen für Attack und Release - was nicht ganz zu deiner o.a. Erklärung passt, dass er die Spitzen herausfiltern soll? Erst der zweite Kompressor dagegen hat da extrem gerne Ms-Werte. Müssten demnach nicht beide vertauscht werden (was sie im EW-Template aber nicht sind)?
 
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innerhalb der Mastering Chain auch die folgenden beiden Kompressoren - und zwar in genau dieser Reihenfolge (wenngleich nicht direkt hintereinander):
Was genau befindet sich den zwischen den beiden Kompressoren?

Der erste scheint mit seinen Einstellungen das Signal insgesamt etwas anzudicken / anzuheben, damit im folgenden z.B. mit einem EQ der Frequenzgang weiter angepasst werden kann. Beim zweiten (Opto) Kompressor können die Regelzeiten vernachlässigt werden, da er sich auf dem Screenshot im Automodus befindet. Ich vermute da geht es eher um Signaleinfärbungen, da auch die Ratio eher gering eingestellt ist und Distortion auf Soft. Opto-Kompressoren reagieren halt insgesamt langsamer als z.B. FET-Kompressoren, daher eignen Sie sich mehr für "weiche" gleichmäßige Signale und werden gerne für akustische Instrumente wie Streicher eingesetzt. Deswegen ist der zweite Logic-Kompressor so eingestellt. Er "atmet" eher mit dem Signal als es so stark zu verändern.
 
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Was genau befindet sich den zwischen den beiden Kompressoren? …
Die gesamte Mastering Chain, zu der auch die beiden o.a. Kompressoren gehören, habe ich in meinem vorseitigen Beitrag Nr. 59 abgebildet. :) Man sieht, dass sich zwischen beiden Kompressoren ein Multipressor, ein Linear Phase EQ und ein Vintage Console EQ befinden. Alle abgebildeten Einstellungen sind original dem Template entnommen.

Vielen Dank für deinen Erklärungsansatz, der für mich erstmal plausibel klingt. (y)
 
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Die gesamte Mastering Chain, zu der auch die beiden o.a. Kompressoren gehören, habe ich in meinem vorseitigen Beitrag Nr. 59 abgebildet.
Ah sorry, hatte nur den letzten Eintrag gelesen. Ich würde dann tatsächlich sagen, dass der erste Kompressor dafür da ist, dass Signal zur weiteren Bearbeitung anzuheben und der Opto-Kompressor eine Art "Klangfarbe" ist.
 
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Vielen Dank - und interessant: Das bedeutet dann, dass beide Kompressoren in der o.a. Ketten nicht unbedingt Spitzen abfangen, sondern ihr Schwerpunkt eher woanders liegt. Womöglich passiert das Abfangen der Spitzen dann über den Multipressor (mit dem ich mich noch nicht beschäftigt habe).
Beitrag automatisch zusammengefügt:



Jetzt komme ich noch mit einer Folgefrage: ;)

Derzeit muss ich im Mastering ein besonders dynamisch gespieltes Klavier einfangen. Welchen der Logic Pro-Kompressoren würdet ihr hierzu empfehlen?
 
ich verwende auf Klavier immer gerne einen LA-2A
also in deinem Fall, wäre das der Vintage Opto

als Hintergrund: warum ist der in diesem Template auf Auto eingestellt?
das liegt vermutlich wohl daran das der LA-2A im Original auch keine Regler für Attack, Relase und Ratio hat sondern das Programmabhängig macht (mehr dazu zb im Wiki Artikel)
 
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das liegt vermutlich wohl daran das der LA-2A im Original auch keine Regler für Attack, Relase und Ratio hat sondern das Programmabhängig macht (mehr dazu zb im Wiki Artikel)
Ja stimmt :)
Ich nutzte selbst eher das UA-Plugin, wenn ich denn einen LA-2A nutzen möchte, deswegen habe ich das übersehen. Es erklärt auch, warum die Regelzeiten am Logic-Kompressor so eingestellt sind, wenn man den Auto-Parameter deaktiviert.

Das sind die Regelzeiten des LA-2A:
1771497312653.png

1771497348960.png


Das kommt den festen Werten ja schon recht nah.
 
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ich verwende auf Klavier immer gerne einen LA-2A
also in deinem Fall, wäre das der Vintage Opto …
Besten Dank. Ich werde dann mal probieren, den Vintage Opto mit sehr kurzen Attack- und Release-Zeiten (bzw. „Auto“) direkt ins Piano zu setzen, anstatt in die Mastering Chain. Letztlich muss ich nur wenige extreme Spitzen des Pianos abfangen, wo ich ordentlich in die Tasten gehauen habe.
 
als Startpunkt: genau ja, direkt an der Pianospur einsetzen, Ich würde ihn auf AUTO lassen, und dann den Threshold so einpegeln das in diesen Sektionen die du beschreibst, mal ca 3-5db an GR (Gain Reduction) stattfindet.

ich lade dich auch ein zum experimentieren: stelle mal den Kompressor so heftig ein das er zb 15 oder 20db komprimiert, alleine für sich wird das warscheinlich schrecklich klingen, aber dann fährst du mit dem Mixregler (rechts im Plugin) auf 0% runter und fängst dann an von 0% ausgehend den Mix Anteil wieder hochfahren, dabei können auch ganz tolle Sachen entstehen, also ruhig mal ausprobieren und experimentieren :)
 
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Sehr schön, vielen Dank! Damit habe ich einen guten Plan für das Vorgehen. :)
 
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weils gerade noch zum Thema passt, bei mir war es damals dieser Videokurs auf Creative Live, der mir das Verständnis und Wirkungsweise vom Kompressor nähergebracht hat:

es gibt auch noch den dazupassenden Kurs für den EQ
 
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der ersten Kompressor dabei um die Pegelspitzen abzusenken (dazu sehr schneller Attack und sehr schneller Release).
Prinzipiell stimmt das bei Verwendung von 1176, aber im gezeigten Foto von dem Plugin ist die Attack Time bei ca 100 ms (was sehr langsam ist) und Release bei ca 300 ms (auch eher langsam). Also zumindest laut GUI, ob das tatächlich der Fall ist, kann ich nicht sagen. Wäre zumindest unüblich für einen 1176, denn üblicherweise hat der Attack times von 0,02 ms bis 0,8 ms, was sehr schnell ist.
 
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@The Main Event
dein Hinweis ist vollkommen richtig und danke für einen Nachtrag, ich denke das schafft noch mehr Klarheit, denn meine Schilderung war nicht auf dieses Template gerichtet (zumindest rein Gedanklich) sondern eher generell warum und wann man 2 solcher Kompressoren gemeinsam verwendet, das hätte ich ev. etwas anders umschreiben können/sollen damit, das geht denke ich im Lesefluss vielleicht etwas unter (y)
 
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Mittlerweile hab ich es auch verstanden. ;) Überraschend bleibt damit (für mich) letztlich, dass beide Kompressoren in dem o.a. Template offenbarnicht gezielt zu ihrem eigentlichen Zweck verwendet werden - nämlich um Pegelspitzen zu eliminieren - sondern eher zur „Signaleindickung“ bzw. „Färbung“.

Das ist insb. deshalb überraschend, weil EW in dieses Template durchaus auch sehr dynamische Orchesterstücke einspielt. Da würde man doch erwarten, dass irgendwo ein Kompressor die Pegelspitzen ordentlich eindampft.
 

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