Finales Mixing und Mastering einer orchestralen Aufnahme?!

Die Kurve zum Thema kommt leider unangenehm genervt daher: :sneaky:

Weil ich gerade ein kleines orchestrales Stück (weitgehend) fertig hatte, habe ich mal die beiden o.a. Kompressoren in der Mastering Chain ausprobiert - und habe keine (!) Ahnung, was die dort Gutes bewirken sollen: Beide zerstören mit diesen Einstellungen einfach nur Dynamikunterschiede bei den Streichern, indem sie an manchem Stellen ein übles „Atmen“ hinzufügen. :mad:

Bei dem ersten o.a. Kompressor (Vintage FET) könnte ich das mit seinen langsamen Attack- und Release-Werten ja noch verstehen. Aber auch der zweite Kompressor (Vintage Opto) führt (neben merkwürdig erhöhter Lautstärke) zu Dynamikproblemen. Auch abgesehen davon merke ich nichts Gutes bei deren Verwendung mit diesen Einstellungen.

Zur Erinnerung: Die beiden kommen aus einem Orchester-Template eines Profis. Was immer sie dort Gute tun sollen: Es erschließt sich mir nicht. Ich habe die Dinger dann abgeschaltet.

Natürlich kann man nicht einfach fremde Einstellungen übernehmen, das ist mir klar. Aber auch mit einigem Experimentieren hat es nicht geklappt, deren Sinn zu verstehen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich generell mit Kompressor-Plugins bisher richtig schlecht zurechtkomme. :(

Und das, wo das Mastering ohnehin meine Schwäche ist. Da spielt man über Tage bis Wochen hinweg ein Stück ein, freut sich, dass es ordentlich klingt - und dann kommt der „Endgegner“ - das Mastering - daher und ruiniert alles. Ich glaube, so viele Fehler, wie ich sie in meinem Workflow …

(i) vom finalen Mixing über
(ii) das Mastering in Logic Pro hinweg bis hin zum
(iii) Import des Musikfiles in mein lokales iTunes (sogar da kommt es aufgrund meines schlechten Masterings zu Fehlern o_O) und der Wiedergabe über Kopfhörer am iPad

… mache, das dürfte (trauriger Weise) rekordverdächtig sein. Das alles ging am Korg Nautilus wirklich einfacher und weniger fehlerbehaftet.

Das musste jetzt mal raus. Vorerst reicht‘s mir.
 
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Bei dem ersten o.a. Kompressor (Vintage FET) könnte ich das mit seinen langsamen Attack- und Release-Werten ja noch verstehen.
Das besondere Merkmal eines FET Kompressors (egal wie vintage oder alt) ist sein ungemein schneller attack in Bruchteilen von milli-Sekunden.
Der 1176 als vermutlich bekanntester Vertreter arbeitet allerdings mit „umgekehrten“ (!) Reglerwegen: Drehen in Richtung der hohen Zahlen entspricht einer Verkürzung der Zeit. ;)

Aber egal: beim Mastering von „klassischen Werken“ sind beide imho ein Fehlgriff.
Wenn man den Begriff Limiter nicht wortwörtlich nimmt (und vor allem nicht mit ultimativer Lautstärke gleichsetzt)! wäre das mein Mittel der Wahl.
Seit ich persönlich ein SAW Studio Plugin namens Levelizer benutze, habe ich keinen Kompressor mehr in einer Spur, es sei denn ich will die unvermeidlichen Artefakte als Stilmittel einsetzen.

Als VSTs wären FabFilter ProL-2 und Anwida L1V aequivalente Tools.
Alle 3 zeichnen sich durch extrem geringe (bis nicht vorhandene) Verzerrung aus.
Die Algorithmen sind keineswegs trivial: Fabfilter hat mehrere Jahre gebraucht um ProL-2 auf den Markt zu bringen.
Das Prinzip ist einfach: man setzt die Einsatzschwelle des Limiters knapp unter die Spitzen der Wellenform und wählt die Ziel-Lautstärke... und schon ist die Spur da, wo man sie gern hätte... und klingt als wäre sie mit einem besseren Mikro aufgenommen. Ernsthaft... :D
Die Ziel-Lautstärke darf dabei gern -12dB/fs betragen ;)
 
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… Der 1176 als vermutlich bekanntester Vertreter arbeitet allerdings mit „umgekehrten“ (!) Reglerwegen: Drehen in Richtung der hohen Zahlen entspricht einer Verkürzung der Zeit. …
Guten Morgen - und vielen Dank für den hilfreichen Input. :)

Das vorstehend Zitierte ist ein gutes Beispiel dafür, woher der Frust kommt: Logic Pro enthält all diese Kompressoren als digitale Tools, und es gibt haufenweise YoutTube-Videos dazu. Aber solche technischen Details wie vorstehend werden in der Regel nicht verraten (!). :rolleyes:

Wie soll man denn lernen, solch ein Tool zu bedienen, wenn man dafür tiefe, technischen Detailkenntnisse braucht, die man „nirgendwo“ findet, sondern die allermeisten Infos nur oberflächlich sind?! Früher gab es wenigstens Fachbücher zu anspruchsvollen Themen…
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Noch eine weitere (verzweifelte) Frage, wenngleich die dem Mastering fast schon nachgelagert ist – aber vielleicht weiß es trotzdem jemand:

IMG_9389.jpeg


Der Screenshot zeigt Daten zur (mit/in Logic Pro gemasterten) Musikdatei innerhalb der Apple iTunes-App. Was bedeutet die Angabe „Lautstärke“ - die hier mit +6,8 dB deutlich aus der Reihe tanzt? Die meisten Stücke aus der DAW haben hier (also nach Import in iTunes) Werte um +/- 2 dB. Wenn das aktuelle Stück in ein Musikalbum innerhalb iTunes packe, dann zerschießt es sofort die Lautstärke aller dort bereits vorhandenen Titel (die werden dann extrem laut).

Offenbar habe ich beim Mastering eine ganze schlechte Dynamik geschaffen (?) und iTunes versucht irgendwie, die Lautstärke aller Titel im Album anzugleichen?

Kennt jemand dieses Phänomen?
 
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Hallo Jan,

miss doch einfach mal die Werte Deines Masters, bevor Du es exportierst. Es gibt das kostenlose Julean Loudness Meter, das alle Werte ausgibt.
Du musst den Track einfach nur einmal durchlaufen lassen, dann weißt Du wo Du stehst.

Ich weiß nicht, ob Du Dich hier etwas verzettelst. Wenn Du masterst, muss Du doch vorher wissen wohin Du willst, z.B. Deinen True Peak setzen.
Der "Sicherheits Limiter" am Ende der Kette sollte das doch problemlos absichern.
 
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… Ich weiß nicht, ob Du Dich hier etwas verzettelst. Wenn Du masterst, muss Du doch vorher wissen wohin Du willst, z.B. Deinen True Peak setzen.
Der "Sicherheits Limiter" am Ende der Kette sollte das doch problemlos absichern.
Das mit dem „Verzetteln“ ist sicher nicht ganz falsch. Eine der Schwierigkeiten liegt halt darin, dass bei (auch meinen) Orchesterwerken die Dynamikunterschiede extrem sind. Bei dem gestrigen Mastering war ich durchweg in einem Bereich weit unter allem, was „Gelb“ wird - der Limiter wurde nicht ansatzweise in Anspruch genommen. Und trotzdem verzerrt das Endergebnis nun beim Abhören außerhalb der DAW an zwei Stellen.

Wahrscheinlich müsste sich mal ein Profi danebensetzen und mir „live“ erklären, wo ich welche Fehler mache.

Nur ein Screenshot aus dem Mastering, der vermutlich keine Aussagekraft hat:

IMG_9387.jpeg
 
Jan, Einiges ist schon zu sehen... :ROFLMAO:

Also. Du masterst immer noch Deine Mix Session und hast die Spuren nicht als WAV gerendert.

Auf der Mastering Spur solltest Du ausschließlich den Mastering Assistenten laufen lassen, alles andere herauslöschen.

Und wenn Du wirklich Dein Loudness Meter Verwenden willst, dann gehört es hinter den Assistenten.

Das Gleiche gilt für Plugins, die Du in der Stereo Summe nicht verwendest.

Wenn Du im Mastering Assistenten den Loudness Regler wieder auf die Mitte einstellst, solltest Du die Werte auch treffen.

Die Stereobreite würde ich nicht im Assistenten regeln.

Unser Problem ist ja, dass wir den Track nicht vollständig kennen und somit auch kaum entscheiden können, was in der Mastering Session zu tun ist.

Ray
 
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Danke - insgeheim hatte ich gehofft, dass man bereits an den Screenshot grundlegende Fehler erkennt. ;)

… Du masterst immer noch Deine Mix Session und hast die Spuren nicht als WAV gerendert. …
Schuldig im Sinne der Anklage. Häufig verändere ich bei meinem Mastering-Versuchen dann noch Detail im Musikwerk. Vorerst würde ich das gerne weiter so machen - es sei denn, es ist technisch ein No-Go. Aber der Mastering Assistent macht das ja mit, also sollte es akzeptabel sein?

… Auf der Mastering Spur solltest Du ausschließlich den Mastering Assistenten laufen lassen, alles andere herauslöschen.
Und wenn Du wirklich Dein Loudness Meter Verwenden willst, dann gehört es hinter den Assistenten. …
Aber sollte der Loudness Meter nicht vor dem M-Assi (ich kürze den jetzt mal ab) sitzen, damit ich das Eingangssignal prüfen kann? Der M-Assi zeigt mir ja den Peak und die LUFS im Mastering.

Wenn ich also das Eingangssignal prüfen möchte, dann alle Mess-Plugins ebenfalls auf den o.a. Bus 32 packen?

… Das Gleiche gilt für Plugins, die Du in der Stereo Summe nicht verwendest.
Das verstehe ich nicht. Gibt es Plugins, die noch hinter (!) dem M-Assi sitzen? Ich dachte, der M-Assi ist immer der allerletzte Schritt?

… Wenn Du im Mastering Assistenten den Loudness Regler wieder auf die Mitte einstellst, solltest Du die Werte auch treffen. …
In der Theorie verstehe ich es. In der Praxis war es beim letzten Mastering so, dass trotz (!) der Reduktion die Aufnahme an zwei sehr lauten Stellen (Streicher…) leicht verzerrt. Woher das kommt, wüsste ich nur zu gerne, leider wird es sich hier nicht klären lassen.
… Die Stereobreite würde ich nicht im Assistenten regeln. …
Danke für den Tipp. Ich finde diesen Regler ebenso bequem wie effektiv, habe aber schon mehrfach gelesen, dass man die Stereobreite anders regeln sollte (irgendwie gibt es auch dafür ein Logic-Plugin). Falls ich es richtig verstehe, dann darf ein Mix im höheren Frequenzbereich eher auseinandergehen als bei den Bässen?

Anders gefragt: Was ist der beste Weg, um dem eigenen Werk etwas mehr Stereobreite hinzuzufügen?

Nebenbei: Danke für die viele Geduld hier. Wenngleich der (mein) Weg beschwerlich und mit viel Frust verbunden ist, so helfen gleichwohl so viele Kommentare hier, um immer wieder einen Schritt voranzukommen. Danke dafür an alle. :)
 
Dithering als letzten Schritt habe ich mal zu CD-Zeiten gelernt.
 
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… und direkt eine weitere Frage - danke allerseits für die Geduld und Hilfsbereitschaft. ;)

Folgende Aufgabenstellung:

Wie ist vorzugehen, wenn ich eine in der Lautstärke sehr dynamische Orchesteraufnahme in der Dynamik (maßvoll) „zusammenstauchen“ möchte - also die lauten und die leisen Passagen einander annähern möchte?

Im Korg Nautilus gab es hierfür den „Stereo Mastering Limiter“:

IMG_9398.jpeg


Ganz verstanden habe ich den nie, aber mit z.B. den o.a. Parametern wurde die Aufnahme in der Dynamik reduziert, d.h. die allzu lauten Teile wurden abgesenkt. Der Effekt war nie negativ hörbar, es hat also gut funktioniert. Ein „Atmen“ oder sonstige Auffälligkeiten gab es nicht, die Aufnahme wurde einfach in der Lautstärke „linearer“.

Das in Logic Pro mit einem Kompressor hinzubekommen, gelingt mir noch nicht. Welcher der Kompressoren wäre zu nehmen und wie muss er (dem Grunde nach) eingestellt sein, damit es kein „Atmen“ bei den lauten Passagen o.ä. gibt? Insbesondere das richtige Einstellen der Attack- und Release-Werte fällt mir bisher (auch generell) schwer. Hilft die Einstellung „Auto“? Auch bei der ist mir nicht ganz klar, was sie genau (!) bewirkt (die allgemeinen Informationen dazu kenne ich…).
 
Vorerst würde ich das gerne weiter so machen - es sei denn, es ist technisch ein No-Go. Aber der Mastering Assistent macht das ja mit, also sollte es akzeptabel sein?
Problematisch seh ich vorallem den Multibandkompressor.
Angenommen, du willst die Violinen im Mix um die 500Hz anheben. Wenn du das tust, wird der Multibandkompressor dem entgegenwirken, da er tiefer in den Treshold fährt. Es ist ja jetzt mehr 500Hz vorhanden, also regelt dieser entsprechend weiter runter. Deine Korrektur wird also vom Multibandkompressor im Masterkanal korrigiert:D

Zu deiner letzten Frage:
Ein Limiter behandelt dir nur die Peaks. Alles darunter bleibt unbehandelt.
Der Unterschied zu einem Kompressor liegt lediglich in schnellen Regelzeiten, und einem Ratio von unendlich:1.
Willst du nicht nur die Spitzen bearbeiten, muss der Treshold tiefer gesetzt werden, sodass der früher greift. Und dass die Spitze nich komplett abrasiert wird, muss die Ratio moderater eingestellt werden 2:1 oder 4:1 zB. (Bei 2:1 wird die Lautstärke halbiert, bei 4:1 geviertelt)

Wenn du "Atmen" hörst, dann geh ich mal davon aus dass der Releaseregler zu weit offen ist. (Release ist die Zeil bis der Kompressor wieder öffnet.) Der bleibt vermutlich zu lange geschlossen, und dann kommt es zu hörbaren Lautstärkeregelungen.
 
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er Hauptunterschied zwischen einem Kompressor und einem Limiter ist die Ratio (natürlich gibt es noch weitere Unterschiede, aber um es einfach zu halten)

ein Kompressor hat üblicherweise eine einstellbare Ratio, zb 4:1, während der Limiter eine unendliche Ratio hat: sprich: alles was über einen gewissen Threshold liegt, wird ganz hart runtergebracht.
Edit: @Zelo01 war etwas schneller ;)

Es kann auch durchaus sein, das die Dynamik die an deinem "Master" anliegt einfach noch viel zu gross ist, um das nur mit einem Limiter Herr zu werden, dh hier wäre es Aufgabe im Mix bereits mit zb Automation, aber auch Kompression, die Dynamik der Einzelspuren sinnvoll zu kontrollieren und zusammenzumischen

Ach Ja, noch was. ich bin ja Musikproduktionstechnisch nicht in der Klassik zuhause, sondern im Rock und Metal Bereich, aber ich hab auch damit zu kämpfen, das im Mastering und auch im Mixing Prozess auf einmal Sachen zum Vorschein komme, die ich vorher nicht gehört habe, das ist aber ganz normal, ich stelle dann aber da nicht meine Masteringkette in Frage (wenn sonst alles gut klingt) sondern ich gehe zurück zur Problemspur, und korrigiere das direkt dort.
Sprich, wenn dein Mastering bis auf die Geigen, die nun seltsam klingen, eigentlich gut klingt, würde ich zurück gehen zur Geigenspur und schauen wie ich dem Problem dort auf die Schliche komme, vielleicht es es nur eine Untermikrofonspur der Geigen die ich leiser machen muß oder einfach nur kürzer (ADSR Kurve im Plugin falls verfügbar oder sonst mit einem Transient Shaper -> Decay reduzieren, damit diese Atmen verschwindet).
 
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Problematisch seh ich vorallem den Multibandkompressor. …
Was genau meinst du? Einen Multibandkompressor habe ich bisher gar nicht in der Mastering Chain. Von dem lass‘ ich bisher die Finger, weil ich ihn gar nicht verstehe. ;)

.. Wenn du "Atmen" hörst, dann geh ich mal davon aus dass der Releaseregler zu weit offen ist. (Release ist die Zeil bis der Kompressor wieder öffnet.) Der bleibt vermutlich zu lange geschlossen, und dann kommt es zu hörbaren Lautstärkeregelungen.
Ah ja, danke - dieses „Atmen“ ist ja genau eines meiner Probleme. Also für das (lediglich) Abfangen von Spitzen sehr kleine Release-Zeiten, damit der Kompressor nach der Spitze sofort wieder öffnet? Absurderweise wurde das in irgendeinem Video mal genau andersherum erklärt - aber wie du es beschreibst ist es eher logisch.

Tendenziell für das Abfangen einzelner Spitzen also (sehr) kurze Attack- und Release-Werte. Ist es besser, die manuell einzustellen als den (Logic-) Kompressor einfach auf „Auto“ zu stellen?

Und welcher Attack- und Release-Einstellungen dann für das generelle Verringern im oberen Dynamikbereich (siehe Frage Nr. 109)? Deine Tipps zu Threshold und Ratio verstehe ich. Attack und Release auch hier schnell einstellen, damit nix „atmet“?

Ich mach jetzt mal langsam, das sind zu viele Fragen durcheinander. ;) Heute Abend stelle ich hier mal Klangbeispiele ein, vielleicht lässt sich dazu dann noch etwas sagen.
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… Es kann auch durchaus sein, das die Dynamik die an deinem "Master" anliegt einfach noch viel zu gross ist, um das nur mit einem Limiter Herr zu werden, dh hier wäre es Aufgabe im Mix bereits mit zb Automation, aber auch Kompression, die Dynamik der Einzelspuren sinnvoll zu kontrollieren und zusammenzumischen
Danke, diesen Tipp hab ich auch just von anderer Seite bekommen. (y)

Ich glaube, ihr seid da auf der richtigen Spur: Ich muss in einigen Details die Lautstärke des Orchesters direkt beim Einspielen bzw. in den einzelnen Spuren besser kontrollieren bzw. optimieren. Das dürfte der schlauere Weg sein gegenüber dem Versuch, das dann hinterher mit Kompressor oder Limiter einzudampfen.

Wie gesagt: Heute Abend stell ich mal was zum Hören ein. Das schulde ich euch nun wirklich. ;)
 
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Du kommst eben, mit dem Mastern der Mix Session an die Grenzen, weil Du permanent eingreifst. Der "Erfolg" ist dann, dass Du Deine Entscheidungen aus dem Mix immer wieder infrage stellst.

Wenn Du einen fertigen Mix hast, das ist eine Entscheidung(!), wird dieser als Stereo File ausgespielt und dann in einer separaten Mastering Session gemastert.

Jedes Plugin, auch wenn es nicht eingeschaltet ist, beeinflusst den Klang, wenn auch minimal, subtil. In Summe kann das schon deutlich werden.

Auf der Stereo Summe oder einem Buss, der diese Funktion übernimmt, weil vorgeschaltet, verbleiben nur die Plugins, die man dort wirklich benötigt.

Meiner Meinung nach ist der Mastering Assistent von Logic im Output nicht richtig platziert. Er gehört eigentlich auf die Stereo Summe, aber das ist ein anderes Thema.

Die Werte des Mixes misst man ja in der Mix Session, ggf. als letztes Plugin auf der Stereo Summe. Diese Werte wandern eigentlich in die Mastering Session, indem man sie in der File-Bezeichnung weitergibt (Beispiel:Künstler Songname 120 bpm -4dB Mix 1 Datum).
 
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Nun der Versuch, ein paar Auszüge meines aktuellen Musikstückchens hier einzustellen - wobei ich vorab sagen muss, dass ich ggf. nicht sehr schlau vorgegangen bin: Ich habe die gemasterte WAV-Datein in Logic (zurück-) importiert, zusammengeschnipselt und die Lautstärke via Automation geregelt und dann das Ergebnis erneut gebounced. Sicherlich gibt es schlauere Wege und ich bin auch nicht ganz sicher, ob sich damit die Aufnahme verändert hat. Aber probieren wir es:


View: https://soundcloud.com/jan-m-schneider/piano-and-orchestra_excerpt-1?si=8e0967ebc7244c2c89587dca26f0abed&utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing

Gerne offene Kritik dazu, insbesondere zu den folgenden Problemstellen:

0:19: Dort werden die Streicher kurz laut, was sich innerhalb der DAW (mit mittelguten Kopfhörern) ordentlich angehört hat, nun aber (auf sehr guten Kopfhörern) merkwürdig klingt, fast nach einem "Übersteuern"; zudem fällt der Klang im Stereobild abrupt nach links. Ggf. liegt ihr aber richtig damit, dass das kein Problem des Masterings ist, sondern die Instrumente einfach zu laut werden (?).
0:50: Dort beginnt der schnelle Klavierlauf mit einem lauten, harten Akkord. Das war mir beim Mastering zu heftig (das Metering schlug ungefähr bis zum Mond aus), weshalb ich das mit einem Kompressor (Platinum Digital, direkt auf der Piano-Spur) geglättet habe. Wie hört sich das für euch an (für mich nicht sehr gut)?
1:20: Und wer es bis hierher ertragen hat: Als kleine "Belohnung" spielt das große Orchester auf. Hier generell die Frage: Wie hört sich das für euch an*?

*Für meine Ohren: Auf einer "normalen" Stereoanlage klingt es für mich gut. Auch auf üblichen Ohrstöpseln geht es. Auf der Bose-Anlage im Auto klingt es sogar ziemlich gut. Aber auf meinen hervorragenden Bowers&Wilkins-Kopfhörern klingt es fast schon nach "Übersteuern". Auch hier könnte es aber sein, dass die Instrumente auf den Spuren schon zu viele bzw. zu heftig sind (was mir ggf. erst wieder auf den guten Kopfhörern auffällt?

Ich bin gespannt auf eure offenen Meinungen dazu.

Nachtrag: Gerade merke ich, dass die o.a. Aufnahme deutlich leiser ist als das originale Mastering. So geht das wohl nicht… ich brauche wohl eine Software, um die WAV-Datei zu beschneiden. :sneaky:

Nachtrag 2: Herrje! :mad: Gerade habe ich das (original gemasterte) Stück auf einer weiteren Stereoanlage angehört, und da übersteuert jetzt auf einmal das Klavier vor und bei 1:50 heftig. Wie kann den so etwas nun wieder sein?! Bei der Aufnahme ist doch jede Menge Luft nach oben (hoffentlich ist nur die Musikanlage defekt).

Bald werf ich alles hin und lass‘ die Musik sein.
 
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Mein Problem mit den Streichern ist, dass sie nicht so klingen wie "echte" Streicher klingen würden. Mir fehlen nahezu vollständig die üblichen "Attacks" die bei Toneinsätzen bei Streichern typisch und normal sind. Ich meine nicht irgendwelches "Geklapper" oder Kratzen oder Knarzen auch keine Akzente, sondern diese "Etwas" was gerade bei präzisem Zusammenspiel von Streichergruppen die Tonanfänge so klar und deutlich werden lässt. Das sind durchaus auch Transienten, die aber oft gar nicht sonderlich ausgeprägt sind.
Hier entstehen die Streicherklänge immer aus dem Nichts ohne den beschriebenen definierten Ansatz/Klang-Einsatz. Wie mit einem Mischpult aus einem schon stehenden Klang einfach hochgezogen (genau dann fehlen diese charakteristischen Ton-Anfänge, die aber für einen definierten Klang so essentiell sind, auch im musikalischen Sinne).
Dann höre ich ständig dynamische "Bäuche", als ob sie ständig kurze Crescendi und Decrescendi zu spielen hätten. Das im Kombination mit dem so undefinierten Klangeinsatz empfinde ich auch als wie ein Pumpen eines Kompressors, wobei ich aber nicht unbedingt einen Kompressor als Schuldigen erwarten würde, sondern eher etwas notiertes, oder im MIDI-File enthaltenes wie die schon erwähnten kurzen Crescendi/Decrescendi.

Das macht den Satz unruhig und nervös, lässt die Streicher auch sehr synthetisch klingen. Es gibt (jedenfalls in den kurzen Tonbeispielen) keine langen Bögen, vor allem die Streicher spielen sozusagen ihre Phrasen nie aus.

Nebenbei gesagt, bei Live-Aufnahmen von klassischen Orchestern (zugegebenermaßen guten/sehr guten Orchestern) ist vergleichsweise wenig an Nachbearbeiten nötig.
Da dort in der Regel ein Stereo-Hauptmikrofonsystem zum Einsatz kommt, das den Gesamtklang schon möglichst sauber abbilden sollte, geht es meist darum, die üblichen Stützen so im Pegel einzubetten, dass eine gute Transparenz, Durchhörbarkeit, aber vor allem auch Präsenz bestimmte Solo-Passagen, Solo-Gruppen usw. gewährleistet ist.
Kompression setze ich bei solchen Mitschnitten normalerweise nur sehr sparsam ein. Meist nur in der Summe, und im Grunde auch nur, um einen möglicherweise für die heimische Wiedergabe zu großen Dynamikumfang zu optimieren. Mitunter habe ich auch schon einen "Brickwall-Limiter" eingesetzt um nur zum f/ff hin zu nivellieren (klanglich bleiben Steigerungen aber trotzdem gut erhalten, weil alle kräftiger spielen je mehr Forte verlangt ist. Das ändert etwas die Klangfarbe, und was besonders wichtig ist, die Ton-Einsätze sind viel artikulierter (eben das, was mir bei den Streichern in den Beispiel-Takes fehlt: Ich höre praktisch keinerlei Artikulation).
Interessanterweise ist meistens der Dynamikumfang umso kleiner je größer das Orchester besetzt ist. Kleine Ensembles oder gar reine Solisten (z.B. Geige solo) sind diesbezüglich normalerweise viel kritischer, mit viel stärkeren Pegelsprüngen und Peaks.
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Bald werf ich alles hin und lass‘ die Musik sein.
Bloß nicht! Die Musik/Komposition ist doch schön!
Du wirst das schon in der DAW zum Klingen bringen.
 
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also für mich hört sich das auf meinen Kopfhörern und Macbook Pro Speakern sehr gut an, schöne Musik, mir ist nichts störendes aufgefallen, aber ich glaub ich hab den Soundscloud Player kaputtgemacht :ROFLMAO:
Bildschirmfoto 2026-02-23 um 23.02.08.png

Falls du ein WAV File hochlädst, könnte ich mir das auch noch genauer anhören falls es dir ein anliegen ist
 
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... Falls du ein WAV File hochlädst, könnte ich mir das auch noch genauer anhören falls es dir ein anliegen ist
Danke für den Hinweis - ich habe den o.a. Link durch einen Link zum WAV-File ersetzt. Ob das einen Unterschied macht beim Hören oder Analysieren, weiß ich nicht.

Bitte aber nicht nochmal SoundCloud kapputt machen, sonst bekomm' ich noch Ärger. :geek:
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Mein Problem mit den Streichern ist, dass sie nicht so klingen wie "echte" Streicher klingen würden. Mir fehlen nahezu vollständig die üblichen "Attacks" die bei Toneinsätzen bei Streichern typisch und normal sind. …
Ich muss zugeben, dass ich die Streicher (im dritten Teil der Hörprobe) als ziemlich ordentlich und authentisch empfinde. Umso interessanter ist deine abweichende Auffassung dazu. Dass man die „Ankratzgeräusche“ kaum bis gar nicht hört, liegt daran, dass ich das Orchester relativ weit in den Raum gesetzt habe. Es soll so klingen, als spielte es in einer großen Halle. Ob das gelungen ist, steht auf einem anderen Blatt.
 
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Danke für den Hinweis - ich habe den o.a. Link durch einen Link zum WAV-File ersetzt.
ich glaub ich bin wohl blind, aber ich hab den Link zum WAV File leider nicht gefunden? 🔍
 
Guy Michelmore ist ein Producer von orchestraler Musik. Bei ihm ist mir aufgefallen, dass er bei Streichern immer mit zwei Fadern arbeitet. Einer regelt das Volumen und der zweite die Dynamik (glaube ich), und das gleichzeitig, damit das "echter" klingt.

Vielleicht suchst Du mal nach ihm.
 
ich glaub ich bin wohl blind, aber ich hab den Link zum WAV File leider nicht gefunden? 🔍
Der Link zu Soundcloud in meinem Beitrag Nr. 114 wurde einfach ersetzt. ;) Wenn du den wieder anklickst, ertönt die Klangprobe auf Basis des WAV.

Aber ich hatte dich offenbar falsch verstanden - du wolltest das WAV-File zum Download. :censored: Ich lade das heute oder morgen mal irgendwo hoch.

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Guy Michelmore ist ein Producer von orchestraler Musik. Bei ihm ist mir aufgefallen, dass er bei Streichern immer mit zwei Fadern arbeitet. Einer regelt das Volumen und der zweite die Dynamik (glaube ich), und das gleichzeitig …
Danke - den Herrn kenne ich, und in der Tat arbeitet man bei den Libraries von Spitfire Audio häufig mit 2 Fadern. :)
 

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