Freiberufler???

von Orgelmensch, 23.04.08.

  1. Orgelmensch

    Orgelmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.08   #1
    Sind Personen anwesend, die einen regulären Job haben und nebenberuflich/freiberuflich/selbstständig wie auch immer als Musiker angemeldet sind???
    Rentiert sich sowas? Wie geht das? Steuern???
    Bitte um Erfahrungsberichte!
    Cheers
    Mike
     
  2. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.04.08   #2
    Also ich kann was dazu sagen.
    Es ist im Grunde sehr einfach, wenn Du ein abgeschlossenes Studium hast oder kein Gewerbe für die Tätigkeit brauchst.
    Du gehst einfach zum Finanzamt, erzählst denen das und bekommst eine Steuernummer.
    Du entscheidest Dich, ob Du Vorsteuer geltend machst (dann kannst Du von Investitionen die Vorsteuer abziehen/geltend machen - musst aber auf Deine Rechnung Umsatzsteuer draufschlagen [was meist nur Private stört, da sie diese nicht absetzen können]) oder nicht (dann kannst Du die Vorsteuer Deiner Investitionen nicht geltend machen - musst aber auf Deine Rechnung auch keine Umsatzsteuer draufschlagen).

    In dem Bereich, in dem Du Dich bewegst, machst Du einmal im Jahr eine einfache Überschuß-Rechnung: nebenberuflich bedingte Kosten auf der einen Seite - nebenberuflich Bedingte Einnahmen auf der anderen Seite.

    Das ist dann ein Teil Deiner Jahreseinkommenssteuererklärung: Einnahmen aus abhängiger Tätigkeit plus Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit.
    Ab einer bestimmten Höhe zahlst Du halt Steuern auf Deine Einnahmen, ansonsten werden die negative Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit von den Einnahmen aus abhängiger Tätigkeit abgezogen.
    Wenn aus Sicht des Finanzamtes dauerhaft keine positiven Einnahmen durch die freiberufliche Tätigkeit erzielt werden, geht das Finanzamt davon aus, dass es reines Hobby ist und Du künftig (oder sogar im Nachhinein) Kosten nicht mehr angerechnet werden.

    Im Grunde ist das recht überschaubar und wenn das etwas eingespielt ist und Du Rechnungen und Belege einigermaßen ordentlich ablegst, ist das dann vielleicht eine Sache von 4 Stunden im Monat und noch mal 6 Stunden für die jährliche Einkommenssteuererklärung.

    Ich habe das jahrelang gemacht - allerdings als freiberuflicher Dozent zusätzlich zu einer angestellten Tätigkeit.

    Mit der Anmeldung eines Gewerbes kenne ich mich nicht aus.

    Ab einer bestimmten Intensität der Einkünfte aus Musik kannst Du Dich mal bei der KSK (Künstler- und Sozialkasse) informieren.

    x-Riff
     
  3. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 23.04.08   #3
    Ich bin nebenberuflich als freiberuflicher Designer sowie als Tontechniker unterwegs ... Geht ganz einfach, musst dich nur formlos beim Finanzamt anmelden und dir 'ne Steuernummer zuteilen lassen. Gewerbe-Anmeldung entfällt, da Musiker wie auch Designer und Tontechniker unter die freien Berufe fallen (Liste "Freie künstlerische, publizistische u. pädagogische Berufe" gem. IHK).

    Zum Thema Steuern, Du gibst einfach bei der Steuererklärung die Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit mit an. Ob Du Umsatzsteuer abführen musst, hängt vom Umsatz des Vorjahres ab, da gibt's Grenzwerte, die ich grade net im Kopf habe - einfach mal googeln ;)
    Unabhängig vom Umsatz kannst Du aber feiwillig USt. abführen (musst dann aber auch auf allen Rechnungen 19% aufschalgen und an den Staat abführen). Warum dann das Ganze? Weil Du im Rahmen deiner feiberuflichen Tätigkeit selbst bezahlte USt. gegenrechnen kannst und ggf. raus kriegst. In deinem Fall würdest Du dann für alle Musik-bezogenen Anschaffungen die 19% vom Staat wiederkriegen - ist schon fein ;)

    EDIT: OK, x-Riff war schneller :D
     
  4. Orgelmensch

    Orgelmensch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.08   #4
    Ab wann ca. (über'n Daumen) lohnt sich das bzw. muß man anmelden, damit es nicht illegal ist!......grobe Schätzung???
    Mir geht es eigentlich nur darum, das das Finanzamt mich nicht irgendwann anscheisst und eine Pauschale oder so will...
    :(
     
  5. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.04.08   #5
    Hmmm - also auf jeden Fall, wenn Du eine Rechnung schreibst bzw. einen Beleg ausstellst für empfangene Gage ...

    Sieh es mal so: auf der einen Seite hast Du definitiv Einnahmen (so gering die auch sein mögen) auf der anderen Seite gibst Du aber Deine Kosten nicht an - was soll denn da das Finanzamt vermuten?

    Ruf einfach beim Finanzamt an, leg Dir ein bißchen was zu Recht und bleib bei dem was tatsächlich ist, und dann könnte es Sinn machen,
    > erstens einfach die Frage zu stellen, ob Du nun sollst oder nicht
    > zweitens einen Fall anzunehmen und beispielsweise zu sagen, kann sein dass Du demnächst ein Engagement bekommst, aber dann müßtest Du Dir wahrscheinlich noch Equipment anschaffen und ob Du dann das, was Du schon angeschafft hast, auch noch anrechnen lassen kannst.

    Wenn die dann von sich aus abwinken, mach Dir ne kurze Notiz und frag nach dem Namen des/r Sachbearbeiters/in und leg die irgendwo ab - dann haste Ruhe und kannst prima schlafen.

    Wenn die sagen, dass Du das mal besser anmeldest, dann mach das halt - und dann biste auch auf der sicheren Seite. Kann ja auch sein, dass Du noch was rausbekommst ...

    x-Riff
     
  6. SaintJack

    SaintJack Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.08   #6
  7. Orgelmensch

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    Erstellt: 23.04.08   #7
    Danke erstmal...
    Ich denke die ehrliche Variante ist definitiv am sichersten!
    Ärger mit dem Finanzamt ist nicht gerade ein Vergnügen...
    Cheers und Danke
    Orgelmensch
     
  8. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.04.08   #8
    Yu - mach das mal. ;)

    Es gibt da auch ein paar nette Ratgeber, wo Du Dich mal auf die lockere schlau machen kannst, was Du alles absetzen kannst, wenn Du auch die Einnahmen angibst.

    Aber im Grunde ist es wichtiger, zu wissen dass man auf der sicheren Seite ist und sich der Musik widmen kann - denn darum geht es ja schließlich. :cool:
     
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