Gesangslehrerin...?

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lost Nightingale

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Hallo ihr Lieben,
ich brÀuchte mal wieder dringend euren Rat. Dazu möchte ich zunÀchst gerne meine Situation schildern.
Ich hatte mich dieses Jahr zur AufnahmeprĂŒfung fĂŒr ein Schulmusikstudium beworben, mit Gesang als Hauptfach. Ich war mir zwar etwas unsicher, ob meine QualitĂ€ten nach 2 Jahren Gesangsunterricht dafĂŒr schon ausreichen wĂŒrden, allerdings versicherte mir meine Gesangslehrerin, dass ich durchaus gute Chancen hĂ€tte, der Gesang wĂ€re gut, die Atmung wĂ€re gut, und somit dĂŒrfte es nach ihrer Meinung ohne Probleme zum Bestehen reichen. Ich hatte gehofft, mich auf ihre EinschĂ€tzung verlassen zu können, somit ließ ich es auf einen Versuch ankommen, mit dem Ergebnis "Nicht ausreichende Leistung im Hauptfach Gesang". Das heißt ja eigentlich, dass an meinem Gesang absolut garnichts gut ist, und da ich mich ĂŒber diese enorme Differenz sehr gewundert habe, ließ ich es mir nicht nehmen, nach einem Feedback zu bitten, dieses enthielt folgende Kritikpunkte:

- schlechtes Atemverhalten, dadurch fehlt der Klang in der Stimme
- Versuch, das fehlende StĂŒtzverhalten stimmlich durch hörbaren Druck auszugleichen
- schlechte Intonation, Arien waren deutlich unsauber

Also naja, jetzt schieß mich mal tot...Irgendwie ist das doch nun genau das Gegenteil von dem, was mir meine Lehrerin zuvor immer so erzĂ€hlt hat :confused: Da frage ich mich ja schon, wie es sein kann, dass sie zB nichts von meiner schlechten Intonation mitgekriegt haben will, sowas muss man als Gesangslehrerin doch merken, oder habe ich da was verwechselt?? Naja, und jetzt weiß ich halt nicht, was ich machen soll...Das Problem ist, dass ich an einer Musikschule den Unterricht nehme, und dort kann ich den Vertrag nur alle 6 Monate kĂŒndigen, jetzt also erst wieder im September (letztes Quartal habe ich gerade verpasst). Soll ich sie nun auf diese Punkte ansprechen, und sie bitten, mit mir daran zu arbeiten? Ich meine, sie hat in der ganzen letzten Zeit eigentlich garnicht mit mir an meinem Atemverhalten gearbeitet (sie meinte ja immer, alles wĂ€re "gut") und ich bezweifle fast, dass sie das jetzt auf einmal ernsthaft tun wĂŒrde :( Ich hatte eigentlich noch vor, mich an anderen unis fĂŒr diesen Studiengang zu bewerben, weiß aber nicht, ob das nach diesem Ergebnis noch Sinn hĂ€tte. Die nĂ€chste PrĂŒfung wĂ€re in 3 Monaten. Meint ihr, es wĂ€re möglich, bis dahin notfalls auf eigene Faust an diesen Punkten zu arbeiten? Also ich weiß gerade wirklich nicht mehr weiter...Es wĂ€re toll, wenn mir irgendjemand hier weiterhelfen bzw einfach einen Rat geben könnte...

Liebe GrĂŒĂŸe an alle!
 

Hallo,

auf jeden Fall wĂŒrde ich mit Deiner Lehrerin das Feedback durchsprechen - wobei abgesehen davon manchmal die Anforderungen einer EingangsprĂŒfung nicht immer nachzuvollziehen sind. In meinem eigenen Bekanntenkreis sind wirklich gute Leute bei verschiedenen Gelegenheiten durch solche PrĂŒfungen durchgerasselt, so daß man manchmal den Eindruck haben könnte, da werden fertige SĂ€nger gesucht...

Das Feedback muß auf der anderen Seite nicht heißen, daß alles an Deinem Gesang total schlecht ist. Die Frage ist halt nur, auf welchem QualitĂ€tsniveau man etwas von Dir erwartet hat. Die genannten Punkte sind alle solche, die man noch abstellen kann.
Zur QualitĂ€t von Gesangslehrern hat Bell* auch gerade erst eine Begebenheit aus der Praxis geschildert - zwischen Lehrer und Lehrer kann es schon gewaltige Unterschiede geben. Hast Du die Möglichkeit, bei jemand anders mal ein paar Stunden zu nehmen, um die Kritikpunkte mal aus einer weiteren Perspektive ĂŒberprĂŒfen zu lassen und so ein weiteres Urteil zu bekommen?
Ein aktuelles Klangbeispiel von Deiner Stimme wÀre nicht schlecht...

Viele GrĂŒĂŸe
Klaus
 
Hallo und erstmal Kopf hoch!

Klaus hat schon viel gesagt was auch meine Meinung ist. Ich wĂŒrde Dir noch empfehlen wenn möglich den Kontakt zwischen Deiner Gesangslehrerin und den Juroren die Dich bewertet haben herzustellen. Evtl. kannst Du dann Deine restzeit an der Musickschule effektiv mit Deiner Gesangslehrerin Arbeiten.

Alternativ:
In unserer Musikschule gibt es 3 LehrkrĂ€fte fĂŒr Gesang. Wie ist das bei Euch? Kannst Du nicht intern versuchsweise mal bei jemanden anderst Unterricht nehmen?

Gruß + viel Erfolg

Fish
 

  • Ersteller
  • #4
Hallo ihr beiden,

Danke fĂŒr eure Antworten!
Dann wĂ€re es also doch besser, den Lehrer zu wechseln? Vielleicht wĂ€re es möglich innerhalb der Musikschule, bei der ich angemeldet bin, bei einem anderen Lehrer unterzukommen, da mĂŒsste ich mal fragen, ob das geht, aber wĂ€re es widerrum nicht auch schon wieder kritisch, so kurz vor der nĂ€chsten PrĂŒfung den Lehrer zu wechseln? Man brĂ€uchte dann ja vielleicht auch Zeit um sich erstmal aufeinander einzustellen und da die nĂ€chste PrĂŒfung schon bald ansteht muss alles so schnell wie möglich gehen. Ich weiß ja nicht genau, wie das so ist mit nem Lehrerwechsel ist, da ich bisher halt immer nur bei ihr war. Ansonsten dachte ich, parallel zur ihr vielleicht noch bei einem Privaten Gesangslehrer die eine oder andere Stunde zu nehmen (dann halt wirklich nicht regelmĂ€ĂŸig, da ich mir zwei Lehrer gleichzeitig auch nicht leisten kann), aber ob das so sinnvoll wĂ€re :confused: ich weiß es nicht...WĂ€re es ansonsten ratsam eine Unterrichtsstunde beim Professor zu arrangieren? Dessen bin ich mir halt auch unsicher, weil ich hörte, dass das sehr teuer sein soll und in einer Stunde lernt man ja nun bestimmt auch nicht allzu viel, oder?
Ich könnte mal versuchen, innerhalb der nĂ€chsten Tage noch ein Klangbeispiel einzustellen, aber da ich hier keine Klavierbegleitung habe, mĂŒsste ich das acapella machen, und das ist widerrum bestimmt auch nicht so mein Ding, wenn meine Intonation schon mit Begleitung zum weglaufen ist :(

Liebe GrĂŒĂŸe
Bianca
 
Dann wÀre es also doch besser, den Lehrer zu wechseln? ...

War nur mein Alternativvorschlag. Manchmal ist ein wechsel besser, manchmal nicht. Dr. Klaus und Dr. Fish können das leider per ferndiagnose nicht festlegen ;)

.....mĂŒsste ich das acapella machen, und das ist widerrum bestimmt auch nicht so mein Ding, wenn meine Intonation schon mit Begleitung zum weglaufen ist :(

Ups, hat Dich der Kommentar der Jury so runtergezogen? Klar ist so eine Bauchlandung hart, aber lass Dir von einem alten Hasen sagen: "Nimm Dir eine einzelne Bewertung nicht so zu Herzen, sondern betrachte lieber den Durchschnitt aller Bewertungen Deiner FĂ€higkeit".
Stell mal ein acapella Beispiel hier rein damit wir eine Ahnung von Deinem Level bekommen.

Gruß

Fish
 
Hallo

so ein Kommentar ist hart, keine Frage.

Aber das GeschÀft, in das du da eintreten willst ist es gleich dreimal. Wenn dich das fertigmacht such dir besser einen anderen Beruf. Wenn dich das stÀrkt mach weiter.

Der Kommentar der Leute aus der Hochschule muss nicht unbedingt der Richtigere sein. Bedenke, daß deine Lehrerin dich ganz anders kennt. Sie kennt deinen gesamten Lernprozess. Als Lehrerin ist man dafĂŒr da, der SchĂŒlerin dabei zu helfen, ihre FĂ€higkeiten zu entwickeln und sie zu (be)stĂ€rken. Wenn du deiner Lehrerin bisher immer vertraut hast und du bei ihr Fortschritte gemacht hast besteht daher meines Erachtens eigentlich kein Grund ihr aufgrund einer einzigen Fremdbewertung auf einmal komplett zu misstrauen.

Deine Lehrerin kennt alle deine Facetten und den Weg den du bis dahin beschritten hast.
Die JurorInnen an der Hochschule kennen nur den Status Quo DIESES einen Auftrittes.
Vielleicht warst du aufgeregt? Das kann einen Vortrag beeinflussen.
Deine Lehrerin kennt dein Potential eventuell besser als diese fremde Jury. Sie glaubt an dich und ich denke, das ist viel wert. Vorausgesetzt du hast grundsĂ€tzlich bisher immer das GefĂŒhl gehabt, bei ihr voranzukommen.

Ich wĂŒrde an deiner Stelle erst einmal lieber noch ein paar mehr Kommentare einholen und zwar von Leuten, die vom Fach sind.

Shana
 
Hallo !
Ich wĂŒrde Ă€hnlich wie Shana zunĂ€chst auch vermuten, dass Du nervös und aufgeregt warst - so ein Vorsingen ist ja nicht unbedingt eine angenehme Situation - und das kann sich durchaus auf Stimmklang und Intonation auswirken. Dann gibt es generell noch das Problem, dass Du zehn Gesangslehrern vorsingst und zehn verschiedene Stimmbewertungen erhalten kannst - jeder Gesangslehrer hat nicht zuletzt sein ganz eigenes Klangideal, das er - bewusst oder unbewusst - seinen SchĂŒlern aufzuprĂ€gen versucht. Das muss nicht per se schlecht sein. Ich plĂ€diere trotzdem dafĂŒr, nach spĂ€testens drei, vier Jahren den Gesangslehrer zu wechseln, so daß einem andere Ohren zuhören und man neue Impulse und neuen Input bekommt. Ich habe das wĂ€hrend meiner Ausbildung auch so gemacht und bin im Nachhinein sehr froh darĂŒber. NatĂŒrlich muss man mit Bedacht wĂ€hlen, was man aber nur kann, wenn man schon Erfahrung mit seiner Stimme und eine halbwegs brauchbare Technik hat.
Was Dir passiert ist, ist gar nicht so selten und sagt ĂŒber die QualitĂ€t einer Stimme nicht unbedingt etwas aus. Ich kenne wie Basselch auch einige Leute, die wirklich gut singen und durch solche PrĂŒfungen und Vorsing-Geschichten gerasselt sind. Es kann aber auch sein, dass Deine bisherige Lehrerin nichts taugt. Das kannst letztendlich nur Du beurteilen. Ich wĂŒrde an deiner Stelle auf jeden Fall jemand anderen ausprobieren !
schöne GrĂŒĂŸe
Bell
 
auch von mir die BestĂ€tigung: das Ergebnis einer PrĂŒfung ist nicht der eigene Wissens/Kenntnisstand, sondern das, was der Streß davon ĂŒbrig lĂ€ĂŸt!

...in der Regel wirds beim zweiten Mal besser.
Und noch so eine "Binsen-Weisheit", ein paar Privat-Stunden bei den Dozenten bei denen man vorsingt, sind gut inverstiertes Geld.

In diesem Falle hier (nicht wie in Bells anderem Thread...:rolleyes:) gehe ich auch mal davon aus, das die GL wußte, daß du dich fĂŒr eine HochschulprĂŒfung vorbereitest - die wird keine leichtfertige Aussage tun, die ihrem kĂŒnftigen GeschĂ€ft abtrĂ€glich ist.
Hin + wieder Lehrerwechsel ist trotzden ein wichtiges Mittel insgesamt voranzukommen, das fördert nebenbei auch die menschliche Entwicklung.
 
Hin + wieder Lehrerwechsel ist trotzden ein wichtiges Mittel insgesamt voranzukommen, das fördert nebenbei auch die menschliche Entwicklung.

Dem stimme ich absolut zu !
Abgesehen davon, dass sich damit ungute AbhÀngigkeitsverhÀltnisse vermeiden lassen.
Es gibt ja tatsĂ€chlich GL, die so tun, als seien sie mit ihren SchĂŒlern verheiratet, und eifersĂŒchtig darĂŒber wachen, dass die ja nicht zur (natĂŒrlich unwissenden, unfĂ€higen etc.pp.) Konkurrenz gehen. Ich hatte einmal eine SchĂŒlerin, die eine ganze Weile heimlich zu mir kam, ihre GL durfte das nicht mitbekommen, weil sie sagte, die wĂŒrde ihr eine Szene machen. Ich hab es selber auch schon mal erlebt - wurde beim Lehrerwechsel von der alten GL, die stinksauer war, dĂŒster gewarnt, ich wĂŒrde schon sehen, wie schnell meine Stimme ruiniert sei, ich wĂŒrde alles verlernen bzw. nur Falsches lernen (nichts davon traf ein).... da gibt es schon sehr kontrollwĂŒtige Gestalten.
Deshalb mache ich weder VertrĂ€ge noch gibt es bei mir KĂŒndigungsfristen, jeder kann jederzeit wieder aufhören und nach einiger Zeit lege ich meinen SchĂŒlern sowieso einen Lehrerwechsel nahe. Nicht alle wollen das, aber die, die wollen, gehen in Frieden ;)
 
  • #10
Hallo,

das Vertrauen zu deiner Lehrerin ist natĂŒrlich jetzt ein bisschen angekratzt.
Du kannst das offene GesprĂ€ch suchen. Das bleibt dir ĂŒberlassen. Nur die GlaubwĂŒrdigkeit hat jetzt halt gelitten.
Oder du versuchst einfach Unterricht bei einem Doz. an der MH zu nehmen um deine Chancen zu verbessern.
Vielleicht sogar bei einem, der in der Jury war. Die kennen ja jetzt deine Problematik
-Atem
-StĂŒtze
-Intonation
und mĂŒssten dir kompetent weiterhelfen können.
Du kannst ja trotzdem innerhalb der Musikschule wechseln, weil du ja eh bis September blechen musst.
Vielleicht kennt ja der neue Lehrer jemanden von der MH und hat noch Connections fĂŒr die Weitervermittlung.
Die kaufen halt nich gerne die "Katze im Sack". Die wollen dann schon wissen, wen sie da aufnehmen und ob sie mit ihm oder ihr auf Dauer können.

Gruß
Frasquita
 
  • Ersteller
  • #11
Hallo,
vielen Dank nochmal an alle, fĂŒr die BeitrĂ€ge.

Ich hatte eigentlich in der ganzen letzten Zeit eher das GefĂŒhl, dass ich kaum noch bei ihr vorankomme. Eben aus dem Grund, da sie ja immer zu allem "gut" gesagt hat. Mich nie richtig verbessert hat, keine Kritik geĂ€ußert hat usw. Selbst wenn sich meine Stimme beim Singen manchmal ĂŒberschlagen hat, meinte sie, das wĂ€re nicht so schlimm und wĂŒrde niemanden stören, und in solchen Momenten hatte ich dann irgendwie schon die BefĂŒrchtung, dass mit meiner Technik etwas nicht stimmt. Ich wusste halt nicht, wie ich damit umgehen sollte, und dachte eben, dass ich ihr vertrauen könnte, da sie ja selbst studierte und ausgebildete SĂ€ngerin ist, die eigentlich wissen mĂŒsste, was sie da tut. Und dieses Vertrauen ist nun tatsĂ€chlich extrem angekratzt, wie Frasquita schon richtig vermutete.
Ich denke, ich werde euren Rat beherzigen, und schauen, ob ich den Lehrer doch noch wechseln kann. Auch wenn mir das ja schon ein wenig unangenehm ist. Ich habe keine Ahnung, wie sie das dann auffassen wird.

Mit dem Professor der Hochschule, der meine Leistung im Gesang bewertet hat, habe ich ja bereits Kontakt per Email aufgenommen, weil ich ihn ja um ein Feedback bitten wollte. Nun wĂŒrde ich ihn ganz gerne fragen, ob ich eine Unterrichtsstunde bei ihm erhalten kann...
Weiß denn jemand von euch, wieviel so eine Unterrichtsstunde beim Dozenten ungefĂ€hr kostet?
Bei mir ist das leider immer so eine Geldfrage und ich habe gehört, dass der Unterricht bei einem Professor extrem teuer sein soll :(

Liebe GrĂŒĂŸe,
Bianca
 
  • #12
... Mit dem Professor der Hochschule, der meine Leistung im Gesang bewertet hat, habe ich ja bereits Kontakt per Email aufgenommen, weil ich ihn ja um ein Feedback bitten wollte. Nun wĂŒrde ich ihn ganz gerne fragen, ob ich eine Unterrichtsstunde bei ihm erhalten kann...
Weiß denn jemand von euch, wieviel so eine Unterrichtsstunde beim Dozenten ungefĂ€hr kostet?
Bei mir ist das leider immer so eine Geldfrage und ich habe gehört, dass der Unterricht bei einem Professor extrem teuer sein soll :( ...
Nix genaues weiß man da nie nicht... das reicht von totaler Beutelschneiderei bis gönnerhaftem mĂ€zengleichem Beschenken.
...hab aber auch schon gehört, daß der eine oder andere einem SchĂ€ferstĂŒndchen nicht abgeneigt war...:rolleyes::eek:


Aber mal im Ernst, du willst das als Profession machen, da ist eine sinnvolle Investition immer angebracht - es wird nicht das letzte Mal sein, daß du dir mit etwas Opportunismus weiterhelfen mußt.
Was sind ein paar hundert Euro (die dir jetzt vielleicht unendlich weh tun) fĂŒr einen Hochschulzugang, wenn der dich deinem Lebensziel deutlich nĂ€her bringt?!
Manchmal muß man einfach PrioritĂ€ten setzen.



Edit:
Es gibt an jedem Hochschulstandort spezielle Lehrer, die mit den Gegebenheiten der Zulassung vertraut sind - das ist die richtige Anlaufstelle, besondern wenn wenig Zeit bis zur nĂ€chsten PrĂŒfung ist - zwar auch kein preiswerter Weg, aber einer, der etwas Sicherheit bringt.
So einer wird dir auch sehr schnell sagen: Gas geben oder sein lassen.
 
  • Ersteller
  • #13
Naja, hĂ€tte ja sein können, dass jemand das hier so in etwa weiß. Es wĂ€re doch irgendwie peinlich ihn erst nach ner Unterrichtsstunde zu fragen und nachdem er den Preis dafĂŒr genannt hat sagen zu mĂŒssen "nee, sorry Freundchen, aber das kann ich mir nicht leisten".

Klar mag nun manch einer der Ansicht sein, dass man bei so einer Angelegenheit nicht aufs Geld schauen sollte, aber mal ehrlich...mein momentaner Job ist nicht gerade ne Goldgrube und da muss ich nunmal darauf achten, dass die Dinge fĂŒr mich finanziell im Rahmen des Möglichen liegen.
 
  • #14
ich verstehe deinen Standpunkt ja auch - trotzdem hilft dir es nicht weiter auf eine Investition zu verzichten und dafĂŒr auch den Rest vom Leben diesen alten Job weiter zu machen.

Wie gesagt, manchmal muß man PrioritĂ€ten setzen, auch wenn die z.B. heißt fĂŒr den jetztigen Aufwand fĂŒr die Hochschule sind die nĂ€chsten 3-4 Jahre alle Urlaube gestrichen.
 
  • #15
Eine Unterrichtsstunde bei einem Hochschulprofessor kostet meist zwischen 100-150€ bis max. 200€. So ist das zumindest beim Fach Klavier und Geige, aber ich glaube auch Gesangsunterricht bewegt sich in dem Preisrahmen. Das ist sehr happig, aber wenn du eine professionelle Gesangskarriere anstrebst, lohnt es sich das Geld zusammenzusparen, vielleicht bei Eltern, Oma etc. pumpen und das in Anspruch zu nehmen.

Ansonsten stimme ich zu. Leg nicht zu viel wert auf eine einzelne Bewertung. Vielleicht warst du wĂ€hrend der PrĂŒfung nervös, dass die Töne minimal daneben lagen und warst so angespannt, dass du ab und zu unsauber gestĂŒtzt hast. Bei solchen PrĂŒfungen haben die Juroren sehr scharfe Ohren und vor allem extrem hohe Erwartungen. Da fallen die Bewertungen oft mal extremer aus, als sie eigentlich sind. Ein normaler Zuhörer, der nicht weiß, dass es sich um eine PrĂŒfung handelt, hĂ€tte vielleicht ĂŒberhaupt nichts gemerkt und findet, dass du toll gesungen hast. Aber die Juroren haben eine extreme Erwartungshaltung und werten deshalb hammerhart. Weil man aber auch nach bestandener AufnahmeprĂŒfung nicht mit Samthandschuhen angefasst wird, musst du da aber drĂŒberstehen und die Kritik als Ansporn nehmen, sonst wirst du nicht glĂŒcklich, da stimme ich Shana zu.
Also wenn dir was an dem Studium liegt, dann kĂ€mpf weiter und arbeite an den Kritikpunkten. Vielleicht tut dir ein Lehrerwechsel wirklich gut, weil dich dann jemand mit unvoreingenommenen Ohren wahrnimmt und diese wahrscheinlich minimalen Unsicherheiten dann erkennt, fĂŒr die deine jetzige Lehrerin nicht mehr sensibel genug ist, weil sie dich schon so lange kennt.
WĂŒnsche dir auf jeden Fall viel Erfolg! Lass dich von dem einen Mal nicht unterkriegen, sondern wachse daran!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
Ich weiß, dass eine Gesangsstunde bei unseren hiesigen Professoren zwischen 50 und 180 Euronen kostet. Die Unterschiede sind tatsĂ€chlich so enorm; warum, weiß ich nicht !
 
  • #17
... Aber die Juroren haben eine extreme Erwartungshaltung und werten deshalb hammerhart ...
Und wenn wir den RealitĂ€ten in die Augen sehen, dann gibts auch oft schon eine Liste von PrĂŒflingen, die vorab drinnen sind - deshalb ist es wichtig bei den Dozenten bekannt zu sein...!

Die, die nicht bestanden haben mĂŒssen durchaus nicht die Schlechtesten gewesen sein. Mit harscher Kritik werden die aber auf Distanz gehalten.
Ich sage ausdrĂŒcklich, das muß nicht (immer) so sein, aber es kann.
 
  • Ersteller
  • #18
Wow...ok, das ist wirklich ein stolzer Preis, aber war ja zu erwarten.
Eine Unterrichtsstunde wĂ€re wohl noch machbar. Aber regelmĂ€ĂŸig wĂŒrde ich das finanziell nie gebacken kriegen :(
Ich habe heute von meinem Klavierlehrer die Telefonnummer einer tollen Gesangslehrerin erhalten, und Àrgere mich so, dass ich eh nicht zu ihr kann, da ich ja vertraglich gebunden bin. Oh man :( Also sowas mache ich auch echt nie wieder...
Aber in jedem Fall kann ich jetzt trotzdem wieder etwas positiver an die Sache rangehen, vielleicht schaffe ich es ja doch noch irgendwie, bis Juni genĂŒgend Fortschritte zu machen, damit es zum bestehen reicht. Eure Kommentare waren da echt sehr aufbauend, nochmal vielen Dank dafĂŒr :)


Dass so eine Unterrichtsstunde bei nem Professor die Chancen aber auch so enorm steigen lassen kann, hĂ€tte ich auch mal frĂŒher wissen sollen...
 
  • #19
Vielleicht noch einen Zusatz:

Es wurde ja schon gesagt, dass deine eigene Tagesform (NervositÀt etc) die Leistung beeinflussen kann.

Ich möchte noch hinzufĂŒgen, dass auch die Juroren nur selten in der Lage sind, ein 100% objektives Urteil zu bilden. Auch sie sind abhĂ€ngig von Stimmungen, auch ihre Meinung wird von Ă€ußeren EinflĂŒssen wie Sympathie, Launen, Geschmack etc gelenkt. Sehr hĂ€ufig ist es einfach nur GlĂŒcksache. Bedenke wie viele SĂ€ngerInnen die sich in ihrem Leben schon anhören mussten und wie hĂ€ufig sie immer wieder die gleichen Arien zu hören kriegen. Beispiel: Vielleicht hattest Du das Pech, dass eine andere Teilnehmerein den gleichen Song einfach etwas besser gesungen hat und mit eiem anderen Lied wĂ€re alles ganz anders ausgegangen. Vielleicht hast Du einen PrĂŒfer an seine Ex-Frau erinnert, an die er monatlich horrende Alimente zahlen muss. All sowas kann das Urteil beinflussen.

Ich kenne Kunststudenten, die sich mit genau der gleichen Mappe an verschiedenen Kunsthochschulen beworben haben. Bei den einen wurden sie komplett verrissen, bei den anderen mit Kusshand und Begeisterung angenommen.

....
 
  • #20
Hallo, :D:D:D

du erkundigst dich einfach schon vorab nach den Tarifen. Viele zieren sich auch erstmal. Beispiele:

" Ich habe eigentlich ĂŒberhaupt keine Zeit. Bin total eingespannt"
"Ich muss mich um meine eigenen Studenten kĂŒmmern"
"Ich habe einen Studenten, der wĂŒrde dich unterrichten"
"Ich kann sie mir mal anhören. Aber versprechen kann ich nichts"
" Da ich ein international gefragter Star bin, habe ich fĂŒr sowas keine Zeit"
"Rufen sie mich in ein paar Wochen wieder an, vielleicht gebe ich ihnen dann eine Stunde"
"Rufen sie mich in ein paar Monaten wieder an, vielleicht gebe ich Ihnen dann eine halbe Stunde"
"Die beiden Semester bin ich total ausgebucht. Vielleicht in 2 Jahren wieder. Ich wĂŒnsche ihnen alles Gute"
:D:D:D
"Wie kommen sie ausgerechnet auf mich. Wer hat ihnen ĂŒberhaupt meine Telefonnummer gegeben?":confused:
"Waren sie schon bei meinen Konzerten mit meinen SchĂŒlern? (Sag dann ganz schnell Ja.) Gerade frĂŒhstĂŒcke ich, und mein FrĂŒhstĂŒck wird sehr lange dauern."


Um es kurz zu machen. Das Thema Geld erstmal nicht erwÀhnen. Es geht ja um die hohe Kunst und nicht um den schnöden Mammon.

Ne Bekannte von mir, dachte auch sie könnte da mal hĂŒbsch antrudeln und was singen und könnte dann mitmischen.
Jedenfalls bekam sie keine Aufnahmegenemigung und ging dann zu einer Doz.
Ich kann dir nicht sagen, wieviel die jetzt wollte (das weiß man nie so genau :D:D:D:D:D:D:D)
Jedenfalls wollte die das Geld auch gar nicht so cash auf die Kralle, sondern hĂŒbsch aufs Konto ĂŒberwiesen.
Was meine Bekannte dann auch gemacht hat. Jedenfalls hat man sie dann nach einem Semester aufgenommen.

Das muss aber nicht so laufen. Es geht auch anders.
Ein anderer Bekannter von mir beschwerte sich mal, dass er schon 2 Jahre Privat bei dem Prof. wĂ€re und immer noch nicht die PrĂŒfung machen dĂŒrfte. Langsam hĂ€tte er jetzt die MĂ€tzchen dicke, wieviel Geduld solle er denn noch aufbringen?

Eine andere Bekannte wurde hofiert wie die Prinzessin auf der Erbse. Sie musste nicht mal vorsingen gehen oder Unterricht nehmen. Die Doz. kam extra zu ihrer Lehrerin um die musikalische Probe abzunehmen, weil ihre Lehrerin und Doz dicke Busenfreundinnen waren.

Das sind jetzt natĂŒrlich spezielle FĂ€lle. Aber. na, ja.

Deswegen bin ich fĂŒr die vollstĂ€ndige Abschaffung solcher PrĂŒfungen.

Gruß
Frasquita :bad:
 
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