Geschichte der PA-Technik

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HaraldS
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Ein paar Fragen zur Geschichte der PA-Technik, die mir auch Google bisher nicht beantworten konnte...vielleicht hat ja jemand Links oder Buchempfehlungen dazu:

  • Wie sahen die ersten PA-Systeme aus?
  • Wann waren sie zuverlässig und wurden bei großen Veranstaltungen eingesetzt (vermutlich in den 20er-Jahren, aber wann genau und von wem)?
  • Was waren ihre ersten Anwendungsgebiete?
  • Waren musikalische Anwendungen schon in der Frühphase möglich?
  • Ab wann hat man Sänger ständig über PA singen lassen?
  • Ab wann hat man Massenveranstaltungen organisiert, die ohne PA nicht denkbar waren?
http://www.historyofpa.co.uk/ ist mir bekannt, aber da ist mehr von Einzelereignissen im englischsprachigen Raum die Rede. Mich interessiert speziell, wie es hier in Deutschland aussah, denn immerhin muß die Existenz von PA-Systemen ganz tiefe Konsequenzen für Redner und Musiker gehabt haben.

Harald
 
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Cuthbad
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Hi,

ich weiß nicht inwiefern dir das hilft, aber im letzten Jahr gab es in der Soundcheck eine Reihe über mehrere Ausgaben über die Geschichte der PA-Technik. Vllt. kannste dir die Hefte besorgen oder hast die sogar! Ich fand die sehr interessant und informativ!

LG Cuth
 
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Hallo,

m letzten Jahr gab es in der Soundcheck eine Reihe über mehrere Ausgaben über die Geschichte der PA-Technik. Vllt. kannste dir die Hefte besorgen oder hast die sogar!

stimmt, daran kann ich mich auch erinnern (ich weiß allerdings aus dem Stegreif nicht mehr, welche Ausgaben das genau waren).
Tipp: Auf der Homepage von Soundcheck kann man einzelne (ältere) Artikel (gegen Bezahlung per Click&Buy) herunterladen...

Gruß,
Wil Riker
 
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Cuthbad
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Habs gerade nochmal nachgeschaut in dem Heft. Das war die Ausgabe April/2007. Aber es war doch nur ein einmaliger Beitrag und zwar im Rahmen des Live Mixing Workshops. Umfang dieser PA Geschichte sind 4 Seiten! Wenn du das Heft nicht bekommst, kann ich am WE den Artikel mal zusammenfassen!

Gruß Cuthbad
 
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Gab es auch mal einen Thread dazu.

Große offene Hörner aus den 70 ern
 
HaraldS
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Vielen Dank erstmal für alle Antworten, das sieht doch schon ganz gut aus. Ist wohl ein Feld, das für extrem wenig Leute interessant ist, denn die Geschichte von Studiotechnik und Vintage-Recording-Equipment ist ja massenhaft zu finden, aber was PA-Systeme angeht - da gibt es nicht annähernd so viel.

Große offene Hörner aus den 70 ern

Danke, aber die mich interessierende Zeit ist ca. 50 Jahre früher...in den 70ern war ja alles Wesentliche bereits vorhanden.

Falls noch jemand Links oder Bücher hat, wäre ich dankbar.

Harald
 
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Danke, aber die mich interessierende Zeit ist ca. 50 Jahre früher...in den 70ern war ja alles Wesentliche bereits vorhanden.

Falls noch jemand Links oder Bücher hat, wäre ich dankbar.

Harald

Moinsen!

Da liegst Du etwas falsch, das in den 70er alles schon vorhanden war! Und 50 Jahre früher (also in den 20er) da waren sie froh das sie schon einmal Lautsprecher kannten, die mit riesigen Hörnern ausgestattet meistens in Kinos werkelten! Denn die Dauermagneten waren noch nicht erfunden, das kam erst Anfang der 30er Jahre! Ab da entwickelte sich der lautsprecherbau dann weiter, das man Mitte der 30er Jahre froh war, wenn man die Reden der Nazigrößen, mittels großer Hörner in etwa denen der Megafone, wiedergeben konnte. Da kann man noch nicht von PA reden! Das kam erst weit nach dem Krieg. So Anfang der 50er ging es dann los mit halbewegs tauglicheren Lautsprechern. Und dann türmte man riesige Wände davon auf! Da würde ich mal sagen ging es mit PA erst los! Richtig leistungsfähig wurde es dann aber erst in den frühen 70er!

Irgendwo müßte ich noch was in der Richtung haben, ich werde mal suchen, aber das kann ein wenig dauern!

Ansonsten steht auch ein wenig bei Carstensen im PA Handbuch beschrieben! Aber ich würde im Net nicht unbedingt nach PA suchen, sondern eher nach Lautsprechern und Beschallungssystemen! Vielleicht kommst Du ja damit etwas weiter!

Greets Wolle
 
docfetzer
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Moinsen!

Irgendwo müßte ich noch was in der Richtung haben, ich werde mal suchen, aber das kann ein wenig dauern!
Bin gerade auf diesen Post gestoßen. Hat denn jemand was dazu? Würde mich interessieren.... Liege gerade krank im Bett und würde mich über lektüre freuen...
 
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Vielen Dank
 
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Schon lange her dieses Thema, aber vielleicht interessant.
Ein Kollege meiner Band hatte mal eine Doku gesehen von den Beatles.
Da wurde berichtet, wie Sie am Anfang Probleme mit Ihrer Technik hatten. Vor allem da das wohl die ersten richtigen großen Konzerte waren mit mehreren 10000 Zuschauen. Das war wohl 1965-68 rum. Es gab eigentlich nur Systeme für Sportveranstaltungen die reine Stimmen übertrug und Musik eher schlecht.
In der Doku hat man wohl gesehen wie die Beatles mit den Firmen größere Brauchbare Verstärker und Lautsprecher gefordert haben.

Leider suche ich diese wohl deutschsprachige Doku selber und kann Sie nicht finden. Die anderen die sowas noch brauchen waren wohl die Stones.

Hier sind schon erste PA Anlagen zu sehen. Aber die Fans sind wohl lauter.
 
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murmichel
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Ich würde gerne aus reiner Neugier mehr über die Geschichte der Beschallungstechnik etwa ab 1970 erfahren und bin bei der Suche auch auf diesen Thread gestoßen. Was ich finden kann ist nur sehr oberflächlich.

In meiner Vorstellung habe ich nur eine grobe Skizze: Mit den 70ern verbinde ich große, einzelne Kisten mit Hörnern drin. Bei den 80er denke ich an 15/3, Turbosound, Community. Für die 90er fällt mir nicht viel ein. Ab 2000 Class-D-Verstärker und Line Arrays.

Die vielen Lücken würde ich gerne ausfüllen, will mir das aber nicht selbst alles zusammen suchen. Gibt es vielleicht inzwischen irgendwo eine zusammenfassende Darstellung, die auch in die Tiefe geht? Was waren die wichtigen technischen Entwicklungen? Was waren die wegweisenden Produkte?
 
Michi_HH
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Spannendes Thema, nur kurz von unterwegs:
In den 90ern gab es von JBL mit dem vertec System bereits das erste line array.
Ende der 90er war das aber noch sehr großen Festival Bühnen vorenthalten. Üblich war da unter 10.000 PAX immer noch: Wände mit horngeladenen Systemen und Delay Lines.

In den 90ern hat man sich sehr über d&b gefreut. F2/B1 oder die C4 Systeme. Das waren horngeladene Systeme mit recht guter Richtwirkung. C4 Tops sieht man heute noch auf events, als side-fills zum Beispiel. Wenn ich es richtig erinnere, waren das Coax-Systeme mit 12" 2" Bestückung.
Kling und Freitag hatte mit dem Access System auch ein schönes und erfolgreiches System am Start. Turbosound war in Norddeutschland nicht so verbreitet, aber viele kleinere Hersteller wie GAE oder Fohnn zum Beispiel.

Die Community-Wände mit direktabstrahlenden Treibern waren zu der Zeit zum Glück lange vorbei. Sieht ja ganz eindrucksvoll aus, aber ... puh. In nem kleinen Club vielleicht, aber nicht draussen.

Der übliche Aufbau bei allen Systemen war eine aktive Frequenzweiche, je nach Event-Grösse am FoH oder am Monitorplatz, und 3-4 Wege Trennung, also getrennte Endstufen für Bass, Mitten, Höhen. Endstufen in Lautsprechern gab es damals noch nicht (bis auf das Vertec oder kleine "Hilfslautsprecher" wie Meyer UPA). Je nach Geschmack wurden die Sub-Bässe über einen AUX-Weg am Pult oder aus der Pultsumme gespeist. Hat beides Vor- und Nachteile. Einrichtung der PA war damals noch nach Erfahrung und Gehör üblich - und so variantenreich war dann auch der Sound in verschiedenen Hallen.
Class D-Endstufen war noch lange kein Thema, Schaltnetzteile erst langsam betriebssicher genug. Die meisten Amps hatten noch konventionelle Trafos und Netzteile und waren entsprechend schwer.

Ein schönes Kuriosum aus der Zet übrigens, zum googlen: Servodrive subwoofer.

Übliche Pulte zu der Zeit: Yamaha PM Serie (3500, 4000), Midas XL200, Soundcraft Vienna, später Series 4, Series 5.

War schön damals. Aber ganz schön viel Schlepperei ;) Für einen Platz mit 10.000 Leuten war der Sattelschlepper entspannt voll mit Lautsprechern und Endstufen und nicht zu vergessen: Kupfer. Kabel werden ganz schön schnell ganz schön schwer. Die Effizienz war nicht sehr gut, ein Dieselgenerator für Ton (aufm Tieflader) also Standard.
Das galt im Übrigen noch viel mehr fürs Licht - da waren ja noch 1000W "Lampen" (die guten alten PAR Scheinwerfer) üblich. 100-500 konnte man in so einem Bühnendach schon unterbringen - LED gabs noch nicht, Farbwechsel auch kaum (Farbwechsler mit Motoren, die Farbfolien über Scheinwerfer ziehen, eher fürs Theater und indoor). Also brauchte man für jede Farbe ne separate Lampe bzw: Viele in jeder Farbe, die man gern verwenden wollte. Da war mit Effektlicht (erste moving-heads wie Martin 500) dazu schnell auch ein Generator zu knapp.

In den 90ern hatten Computer jeder Art übrigens noch keinen Platz auf Konzerten. Konnten einfach noch nichts Hilfreiches.

Wegweisende Produkte der späten 90er, würde ich sagen:

d&b C-Serie
JBL Vertec
Yamaha PM1D
 
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HaraldS
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Über die 1970er steht hier https://www.insure4music.co.uk/blog/2017/09/27/a-brief-history-of-the-pa-system/ z.B.:
Then there was the 70’s – the decade in which modern-day sound amplification was created. In February 1970, American sound engineer Bob Hall was tasked with building a sound system for rock band The Grateful Dead, ahead of their gig at the Fox Theatre in Missouri, United States. The result was a 20,000W system which broke world records – some advancement from the ‘bellowing telephone’ (just for the record, we don’t want to encourage hearing damage – we just think these statistics are amazing!). The Who and Deep Purple later battled it out for the title of ‘world’s loudest band’, with The Who coming out on top for their 1976 gig at The Valley in London, which reached 126 dB.

Des weiteren:
https://www.prosoundweb.com/modern-pioneers-the-history-of-pa/3/
https://pro.harman.com/insights/av/the-history-of-live-sound-part-2/
Falls dich auch der Einsatz von PA-System im Schulsystem in Australiens Bundesstaat New South Wales :oops: in der Ära interessiert: http://pamatthewsaudio.com.au/PDF/NSWSchoolsPAHistory.pdf
 
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@HaraldS danke für die Links. Ich hatte die schon gesehen und hätte gerne mehr Details als was dort drin steht.
 
Y
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Dann frag doch bitte mal gezielt nach deinen fehlenden Details, dann bekommst du vielleicht auch gezielt gerichtete Antworten, wahlweise als 25 x 25, 30 x 30, 60 x 40, 60 x 60, 90 x 60.
 
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Ich würde gerne ein paar Stunden mit einer zusammenhängenden Darstellung verbringen, ob nun Text oder Video. Etwas derartiges gibt es zu vielen Themengebieten, vielleicht ja auch zur Geschichte der Beschallungstechnik.

Wenn ich konkrete Einzelfragen hätte, dann würde ich die stellen.
 
MatzeRockt
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In den 90ern gab es von JBL mit dem vertec System bereits das erste line array.
Christian Heil hat mit L'Acoustic das Line-Array für Großbeschallungen entwickelt. JBL kam da viel später.
 
Michi_HH
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Christian Heil hat mit L'Acoustic das Line-Array für Großbeschallungen entwickelt. JBL kam da viel später.
My bad. Unsauber formuliert.
Und tatsächlich waren braune Lautsprecher damals in Norddeutschland selten- die habe ich erst in diesem Jahrtausend benutzt. :)
 

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