Gibson Thread (A-Gitarren)

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  • #361
Das sind keine Fehler, das sind optische Eigenschaften.
Ich würde sie als "Spiegel" bezeichnen, wobei sie für Fichte erstaunlich sichtbar sind; ich kann das anhand von Fotos schlecht einordnen. Möglicherweise gibt es eine leichte Beizung, die das befeuert.
Die Bezeichnung "Bear Claw" ist mir neu, ich habe sie nach kurzem Googeln (DuckDuckGoen) auf einer Gitarre gefunden: Das sind einfach nur kräftig ausgeprägte Querspiegel - deine sind kürzer und längs.
(Ich halte das für eine Marketing-Strategie, für ganz normale Eigenschaften von Holz einen wohlklingenden - am besten englischen - Namen zu erfinden. Mit etwas Glück etebliert sich das dann).

Strich drunter:
Reklamationsgrund ist das keiner. Geschmacksache - mir gefällt's.

Das einzig Entscheidende:

Wie klingt denn der Hobel?
 
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  • #362
Befremdlicher als die Flammung oder den Spiegel oder wie auch immer man es nennen möchte finde ich die teilweise weiten Jahresringe. Beides zusammen und dann an einer Gitarre für den Preis?
Woanders wird solches Holz zu Laminat verarbeitet und nicht als Decke für hochpreisige Instrumente genutzt.
 
  • #363
Befremdlicher als die Flammung oder den Spiegel oder wie auch immer man es nennen möchte finde ich die teilweise weiten Jahresringe.
Warum findest du das "befremdlich"?
Sitka-Fichte gibt es mit engen oder weiteren Jahresringen, je nach Wuchsort.
Ich hab jede Menge hervorragender Gitarren mit breiten Jahresringen gespielt. Möglichst eng sehe ich nicht als klar überlegen an.
Das ist letztlich eine Frage der Gesamtkomposition und des Klangs, den man erreichen möchte.
Solange das Holz vernünftig abgelagert ist, sehe ich da keinerlei Probleme.

Bezüglich der "Fehler":
Das ist einfach Geschmacksache ob das gefällt oder nicht.
Solche Decken werden durchaus als Bearclaw bezeichnet, in vielen Fällen sogar als Qualitätsmerkmal oder zumindest optisch individuelles Merkmal.
Die Zeichnungen gibt es von sehr gleichmäßig bis wild durcheinander. Auch hier muss jeder entscheiden ob/was er mag.
Es ist aber kein Wuchsfehler und hat auch keinerlei Beeinträchtigung hinsichtlich Stabilität der Decke o.ä.
Jedes Stück Holz ist anders, deswegen ist es immer empfehlenswert die Gitarren vor dem Kauf anzuspielen und anzugucken, ob es auch optisch gefällt oder nicht.

Insofern würde ich da @Fundulopanchax widersprechen wollen: Beides ist total unkritisch.
Ob die Gitarre optisch gefällt ist eine individuelle Entscheidung. Technisch ist beides vollkommen unproblematisch und auch nicht minderwertig.
 
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  • #364
Kritisch ist das sicher nicht und auch nicht klangentscheidend, auch wenn es gelegentlich behauptet wird (bezüglich der Ringe).

Trotzdem wird solches Holz z.B. bei Konzert- oder Flamencogitarren nicht verwendet, wenn sie die Preisregion der Mittelklasse verlassen haben. Aber bei einer Gibson für 2.500 ist es egal? Wenn man das so sieht und auch die Optik ok findet, ist das natürlich prima.
 
  • #365
Trotzdem wird solches Holz z.B. bei Konzert- oder Flamencogitarren nicht verwendet, wenn sie die Preisregion der Mittelklasse verlassen haben.
Kann ich so nicht bestätigen. Hab auch genug Konzertgitarren mit ähnlichen Decken in der Oberklasse gesehen und gespielt.
Hier nach 5 Sekunden Googlen mal ein paar Beispiele, man findet aber auch zig andere:
https://www.siccasguitars.de/products/fabio-zontini-2023-reg-limited-edition

Aber bei einer Gibson für 2.500 ist es egal?
Eher 3,500€. Und: Ja, ist es.
 
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  • #366
Die reine Aufsicht lässt keinen zuverlässigen Schluss auf die Jahresringe zu. Um das seriös beurteilen zu können, müsste man das Hirnholz betrachten.

Keiner von uns weiß, wie das Brett aus dem Baum geschnitten wurde bzw. aus welchem Teil des Stamms. Es gibt nur eine Richtung im Stamm, wo die Jahresringe senkrecht zur Fläche stehen: Mittig durch den Kern.
Ja, in Lehrbüchern und noch viel mehr im Internet findet man Bilder, auf denen lauter radial geschnittene Bretter eingezeichnet sind... Ich kenne jedoch niemanden, der/die das praktiziert - ein Industriekonzern wie Gibson schon gar nicht.

Wie klingt sie denn nun?
 
  • #367
Ich habe mich entschieden sie zurückzuschicken, da mir die Maserung einfach nicht gefiel.

Klangtechnisch war sie tatsächlich einwandfrei, aber ich muss mich auch immer optisch in eine Gitarre verlieben, gerade in dem Preissegment.
 
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  • #368
Sehr nachvollziehbar. Wenn eine 300€ Gitarre nicht optisch perfekt ist, sieht man vielleicht eher darüber hinweg wenn ansonsten alles in Ordnung ist. Bei einer Klampfe für das Zehnfache muss einfach jedes Detail passen.
 
  • #369
ich muss mich auch immer optisch in eine Gitarre verlieben, gerade in dem Preissegment.
Ich werde es nie verstehen, dass man dann in dem Preissegment sich das Instrument nicht vor Ort direkt aussucht oder es bei einem Händler kauft, der nicht das individuelle Instrumentenfoto als Service anbietet (was tfoa, siccas und andere ja machen). Du siehst das Instrument beim Spielen doch sowieso nicht...
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Bei einer Klampfe für das Zehnfache muss einfach jedes Detail passen.
Dann MUSS man einfach vor Ort hinfahren, da - velleicht mit Ausnahme von Ovation - sich auch die Haptik von Instrument zu Instrument minimal unterscheiden kann.
 
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  • #370
Lustig, bei mir war es genau umgekehrt: Als ich mir meine Lakewood über den Custom- Konfigurator zusammenstellte und dabei eine Decke aus Alpenfichte im Auge hatte habe ich mich darüber hinaus (gegen einen Aufpreis) für die Variante "Haselfichte" (oder auch Bearclaw) entschieden.
Zum einen weil nach meiner Info diese eher seltene Wuchsanomalität offenbar auch schon früher gerne im klassischen Saiteninstrumentenbau (Violinen, Cello etc.) eingesetzt wurde, zum anderen mir aber auch diese natürliche Unregelmäßigkeit durch seine Lebendigkeit einfach zusagte.

Aber so kann es gehen, Geschmäcker sind halt unterschiedlich und das gehört respektiert.
(anbei ein Bild davon, der Lack ist hier gänzlich ungefärbt)

50946068cm.jpg


VG, Christian
 
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  • #371
Ich werde es nie verstehen, dass man dann in dem Preissegment sich das Instrument nicht vor Ort direkt aussucht oder es bei einem Händler kauft, der nicht das individuelle Instrumentenfoto als Service anbietet (was tfoa, siccas und andere ja machen). Du siehst das Instrument beim Spielen doch sowieso nicht...
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Dann MUSS man einfach vor Ort hinfahren, da - velleicht mit Ausnahme von Ovation - sich auch die Haptik von Instrument zu Instrument minimal unterscheiden kann.

Ich wohne auf dem Land und hier gibt es weit und breit keinen Instrumenteladen bei dem man solche Gitarren bekommt. Der nächste ist der MusicStore in Köln und jeder der mal da war weiß, dass man auch hier keine Gitarre bekommt die man sich im Laden angeschaut, sondern danach eine aus dem Lager geholt wird. Daher habe ich einfach direkt dort bestellt und dann eben besagtes Instrument erhalten.
 
  • #372
hier gibt es weit und breit keinen Instrumenteladen bei dem man solche Gitarren bekommt
Hmm, ich bin auch für deutlich günstigere Instrumente weit durch die Lande gefahren. (Woher) War dir klar, dass eine Hummingbird werden "musste"?

Dass man im MS allerdings bei Instrumenten der Preisklasse nicht das ausgetestete mitnehmen kann, finde ich schon merkwürdig. (Dass teilweise die Instrumente, die online verkauft werden, selbst erst beschafft werden müssen, kenne ich allerdings als Phänomen.)

Zum Instrument: Die Einschätzung hat sich geändert. Früher galten solche Decken eher als "optischer Fehler" (so hat auch meine klassische von 1982 eine solche Decke, sie war ein optisch sehr einfaches "Studentenmodell", aber mit bestem Klang; das Konzertmodell für die Absolventen hatte mehr Lametta und immer eine gleichmäßigere Decke...), so sieht man diese Decken heute eher als "besonders" an, teliweise sind die aufpreispflichtig und in der Regel den höheren Preisklassen vorbehalten, wie . @Disgracer es oben zeigte. Ob sie den versprochenen besseren Klang haben, kann ich nicht beurteilen - es ist bei Holz einfach schwer, alle anderen Bauparameter so konstant zu halten, dass nur die Maserung als diskriminierender Faktor übrig bleibt.

Ich weiß nicht, wie sehr du mit den aktuellen Qualtätsstreuungen bei Gibsons vertraut bist (ich bin es nicht mehr). Ich wäre skeptisch, ob die nächste nicht deutlich anders klingt. Das sind allerdings Erfahrungen aus früherer Zeit, von denen ich nicht weiß, ob sie immer noch Gültigkeit haben.
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Trotzdem wird solches Holz z.B. bei Konzert- oder Flamencogitarren nicht verwendet, wenn sie die Preisregion der Mittelklasse verlassen haben
Was mir noch einfällt: Ich kenne Bearclaw nur von Fichtendecken. (Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.) Bei Konzertgitarren haben aber Zederndecken (auch in der hohen Preisregion) einen hohen Marktanteil. Eine Ramirez 1a wirst du allein deshalb nicht mit Bearclaw finden, da sie eine Zederndecke hat...
 
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  • #373
Ich kenne Bearclaw nur von Fichtendecken.
Ich habe eine Martin mit Adirondack, die hat auch Bearclaw. Ich mag gleichmässig gemaserte Decken auch lieber, aber die Gitarre klingt so gut, da stört es mich nicht.
 
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  • #374
Adirondack ist doch auch Fichte oder nicht? Soviel ich weiß, bezieht sich die Bezeichnung lediglich auf die Herkunft im NO der USA.
 
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  • #375
Adirondack ist doch auch Fichte oder nicht? Soviel ich weiß, bezieht sich die Bezeichnung lediglich auf die Herkunft im NO der USA.
Jein. Herkunft ja, Fichte ja, aber dann doch anders:
Botanischer Name: Picea rubens, im Gegensatz zu Sitka (Picea sitchensis) oder Alpenfichte (Picea abies)
 
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  • #376
Again what learned...
Ich hätte die Fichte für eine botanische Art gehalten, es ist aber eine Gattung mit 35 (!) Arten.

Auch die Engelmann-Fichte, die ja auch sehr gerne für Decken verwendet wird, ist eine eigene Art.
 
  • #377
Ja, und das macht dann die Aussagen zu "die Jahresringe stehen aber breit, muss also schlecht sein" doppelt falsch, weil aus dem Abstand der Jahresringe direkt nur auf den Abstand der Jahresringe (und damit das Wachstum des Baumes) geschlossen werden kann, aber nicht auf die Klangqualität, und weil sich der "typische" Abstand der Arten auch noch unterscheiden kann. (Dass dann noch jeder Baum anders sein kann, sei nur noch der Vollständigkeit halber erwähnt...)
 
  • #378
Nö, je breiter die Ringe desto schneller das Wachstum und umso geringer die spezifische Dichte des Holzes. Die Tonholzexperten und Instrumentenbauer sind sich m.W. relativ einig, dass langsamer gewachsenes Holz das bessere Potenzial hat.
 
  • #379
ist nicht zu verwechseln mit
das bessere Potenzial
Da ist halt jedes Stück Holz verschieden. Auch wenn die Richtung stimmt, aber gute Leute machen auch aus "schlechtem" Holz tolle Instrumenten. Im Klassik-Forum gibt es Beispiele von hervorragenden Sperrholzgitarren und anderen Exoten. (Nachtrag,gerade wiedergefunden: https://www.forum-klassikgitarre.de/t770f60478-Mein-Beitrag-im-Delcamp-Forum.html)
 
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  • #380
Lustig, bei mir war es genau umgekehrt: Als ich mir meine Lakewood über den Custom- Konfigurator zusammenstellte und dabei eine Decke aus Alpenfichte im Auge hatte habe ich mich darüber hinaus (gegen einen Aufpreis) für die Variante "Haselfichte" (oder auch Bearclaw) entschieden.
Zum einen weil nach meiner Info diese eher seltene Wuchsanomalität offenbar auch schon früher gerne im klassischen Saiteninstrumentenbau (Violinen, Cello etc.) eingesetzt wurde, zum anderen mir aber auch diese natürliche Unregelmäßigkeit durch seine Lebendigkeit einfach zusagte.

Aber so kann es gehen, Geschmäcker sind halt unterschiedlich und das gehört respektiert.
(anbei ein Bild davon, der Lack ist hier gänzlich ungefärbt)

50946068cm.jpg


VG, Christian
Wunderschönes Instrument! Sieht auch nicht so clean, steril aus wie viele andere Lakewoods.
Das hat mich rein optisch schon mal gestört , obwohl die Instrumente in der Regel sehr sehr gut klingen und toll verarbeitet sind.
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@iNstinCt2k23
Mich persönlich hätte übrigens und die unruhige Decke auch nicht gestört.
Wenn der Klang entsprechend gut ist hat man halt eine Gitarre mit ein bisschen mehr "Charakter"
Aber ich gebe Dir Recht, dass wenn man sich ein Instrument kauft , und ganz besonders wenn es so hochpreisig ist alles für einen persönlichpassen sollte, auch die Optik .
Das sollte man nicht das Gefühl haben einen Kompromiss eingegangen zu sein.

Music Store hat oft Instrumente in der Ausstellung und wenn man sich dann für einzelt scheidet wird ein neues frisches aus dem Lager geholt.
Du hast allerdings die Möglichkeit Die Gitarre aus dem Lager dann auch genau zu testen und dir gegebenenfalls wenn vorhanden auch eine zweite holen zu lassen.
Auch kleinere Anpassungen wie Halskrümmung Saitenlage werden auf Wunsch oft direkt ausgeführt.

Ich habe zwar auch schon schlechte Erfahrungen im Music Store gemacht aber in letzter Zeit gerade im Akustikgitarrenbereich wurde ich hervorragend "betreut"
 
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