Zu Metallica muss man noch sagen, dass sie sich ihren Status fast ohne Radio/Video-Airplay erarbeitet haben. Die ersten Alben waren einfach zu "hart" für die "populäre" Masse und "One" war das erste Video, was sie gedreht haben. Die sind ohne riesige Promotion von Plattenfirmen groß geworden. Mit dem "Black Album" sind sie dann aber so langsam und sicher in der breiten Masse angekommen. Immerhin "Nothing Else Matters" ist so gut wie Jedem ein Begriff.
Die Red Hot Chili Peppers haben in den 80ern (1986) sogar schon Gastauftritte in Kinofilmen gehabt (Thrashin', Tough Guys). Derzeit waren sie international aber noch ziemlich unbekannt. Der richtige Durchbruch kam dann erst mit "Give It Away" und "Under The Bridge". Seit dem erneuten Weggang von John Frusciante entwickelt sich die Band m.M.n aber auch immer mehr in eine poppige Richtung.
Die Foo Fighters haben sich relativ schnell von einer Indie-Band zu einem Stadionrocker entwickelt. Ist das erste Album noch von Dave Grohl im Alleingang aufgenommen worden, so wurde der Nachfolger schon um einiges kommerzieller. Dave Grohl hat wahrscheinlich selber nicht mit so viel Erfolg gerechnet, aber ich kann mich noch erinnern, wie man im Sommer 1995 als Nirvana-Fan dem Album entgegengefiebert hat. Keiner wusste so richtig, wie es klingen wird, nach Nirvana oder doch ganz anders. Damals gab es auch noch kein Video zu "This Is A Call", als es in den MTV-Charts war. Dave Grohl ist zwar in der Hardcore-Szene von DC aufgewachsen, aber auch immer ein Fan von den großen Stadionrockern gewesen. Von daher ist die Entwicklung dahin auch nicht so ungewöhnlich.
Wenn eine Band so richtig groß wird, kann man auch gut miterleben, wie sich das Publikum bei den Konzerten verändert. Waren die Konzertbesucher z.B. bei den Foo Fighters in den 90ern eher Leute, die Rock, Grunge oder Alternative gehört haben, so gehen da heute auch viele Leute hin, die man eher dem Mainstreampublikum zuordnen würde.
Will man also die "ursprüngliche" Band sehen, dann muss man sie entdecken, wenn sie noch keine "Helden" sind und die Stadien füllen, sondern in kleineren Clubs spielen. So ein Stadionkonzert hat auch seinen Reiz, aber viele Bands "erkaufen" sich dieses, indem sie etwas weniger Rock'n'Roll und mehr Pop werden.
Ich finde aber auch, dass viele alte Bands noch mal aufgedreht haben. Iron Maiden waren in den 90ern auch eher Randnotiz u.a. auch wegen des "falschen" Sängers, mit der "Brave New World" haben sie aber einen zweiten Frühling eingeleitet. Metallica haben sich mit der "St. Anger" (unabhängig von dessen Qualität) auch wieder mehr auf alten Tugenden besinnt, jedenfalls live (mehr Thrash, weniger LOAD und ReLOAD

). Guns'N'Roses sind teilweise wiedervereint auch wieder auf Tour, was wohl so gut wie niemand mehr erwartet hat. Das war auch eine der letzten "großen" Bands in den 90ern.
System Of A Down planen angeblich auch wieder ein neues Album und touren derzeit, auch wenn das keine der ganz großen Bands ist.
So ganz schlecht finde ich es aber auch nicht, dass Rock'n'Roll nicht mehr so sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht. So ist die Gefahr, mit vermeintlichen "harten" Muckern, die eigentlich Pop machen, weil man so schnell Erfolg damit hat, überschwemmt zu werden geringer. Die Bands können heute ihre Musik selber produzieren und vertreiben, was sie auch unabhängiger von den Marketingleuten der Plattenfirmen macht, die schnell mal ein paar $ aus den Bands pressen wollen, ohne sich dafür zu interessieren, ob die Band sich oder ihre Fans vor den Kopf stößt.
Bands wie Mastodon finde ich auch richtig gut. Ich glaube aber nicht, dass die wirklich riesigen Erfolg haben. Auch wenn die letzten Alben etwas eingängiger und weniger verwinkelt geworden sind, so haben sie doch einen Sound und Look, der dem gemeinen Pophörer wohl nicht so zusagt. Das sind auch mehr Bands für Musiker bzw. aufmerksame Hörer. Die Foo Fighters und Red Hot Chili Peppers kann man, jedenfalls einige Songs, locker mal im Dudelfunk spielen, aber bei Musik, die aktiv gehört werden will, ist das schwieriger.