Gitarre spielen - meine Gedankengänge seitdem ich angefangen habe

Plektomanic
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Ich lese schon eine Weile still im Forum mit und dieser Thread brachte mich nun auch dazu, meinen Senf zu schreiben.
Ich bin Mitte 40 (Okay fast 46) und habe habe eine fürchterliche Musikjugend hinter mir. Meine ehrgeizigen Eltern schafften es, dass ich natürlich Blockflöte und später einige Jahre Melodika gespielt habe. Der Melodika-Lehrer liebte die alten Volkslieder und Walzer. Ich werde heute noch sauer, wenn ich den Schneewalzer nur ansatzweise höre. Hat was von einem Trauma, haha. Danach war mit ungefähr 13 oder 14 Jahren schon Schluss mit Musik. Ich hasste sie so sehr, dass ich nie wieder ein Instrument anfassen wollte. Also liebe Eltern, überlegt euch gut, was ihr euern Kleinen antut. Die Frühförderung geht gerne nach hinten los.
Nach nun vielen Jahren des passiven Musikgenusses (Eric Clapton, Pink Floyd, aber auch Deep Purple, Black Sabbath, Within Temptation und Tarja - ich weiß, mein Geschmack ist irgendwie anders als Mainstream ;) ) und vielen Konzertbesuchen - 2013 noch Peter Frampton, Deep Purple und Black Sabbath - kommt meine eigene Lust auf, wieder aktiv Musik zu machen.
Begonnen habe ich mit einem Keyboard-Midi-Controller und Apples Garageband. Es war erstaunlich, wie schnell ich wieder Noten lesen konnte. Nach all der langen Abstinenz. Mein Herz schlägt aber nun mal eben für die Hammond-Orgel a la John Lord und für die E-Gitarre aus dem Lager Strat.
Ich möchte mir in wenigen Wochen meine erste Gitarre kaufen, wahrscheinlich eine Pacifica und einen Übungsverstärker. Garageband soll mich am Anfang leiten, später wechsel ich zum Lehrgang von Justin Guitar. Der Kurs gefällt mir richtig gut.
Ich möchte nur für mich spielen. Job und Familie sind gesetzt und top. Also ist Musik ein reines Hobby und soll auch so bleiben. Einer meiner 4 Jungs (18 Jahre) möchte Schlagzeug lernen und ich könnte mir gut vorstellen, mal mit ihm zusammen zu spielen, wenn er mich alten Sack nimmt ;)
Meine Frau bekommt bald ein Klavier und will nach langer Zeit auch wieder spielen. Da haben wir schon eine Mini-Band, hrhr.
Es soll nur Spaß machen und mich entspannen. Kreativ war ich immer schon, bin ein ganz passabler Amateur-Fotodesigner, und Musik möchte ich später auch mal selbst schreiben, also eigene Stücke eben. Singen muss nicht sein, vielleicht später. Das kann meine Frau besser ;)

Wenn ich so eure Postings lese, stelle ich fest, dass es mehr "Silberrücken" gibt, als ich zunächst dachte. Ich bin wie ihr in den 70er und 80er Jahren groß geworden, das prägt. The good old times.

Man ist nie zu alt, etwas neues zu lernen. Meine Hobbies bestehen nun aus Motorrad fahren mit der Lieblingsehefrau und demnächst aus Gitarre spielen. Das reicht für ein erfülltes Leben. Vielleicht stecke ich zu Hause ja noch Leute an.

So long, Karatscho


Fast genau so hat es sich bei mir abgespielt , mit 13 Bekam ich gitarrenstunden auf einer Nylon , Volksmusikgezupfe , was dann nach 2 monaten vorbei war und ich die Klampfe im eck verstauben liess..
Der Lehrer war soo langweilig und hat während des unterrichts ständig gegessen !!
Mir Schwebte eher so ein Beatles/ Stones Sound vor ..
Naja , mit 21 hab ich mir dann eine Squier Strat und einen Marshall Jcm 800 Lead Series Amp besorgt und ich Hab Hendrix /Led Zeppelin Entdeckt und es War vorbei mit der Ruhe :tongue:
 
Santapauli
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Moin!

Nachdem ich hier viel mitgelesen habe, stelle ich viele Gemeinsamkeiten fest.

Zunächst zu mir:
Ich bin jetzt 43 Jahre alt und komme aus einer absolut unmusikalischen Familie, zumindest was das "Bedienen" von Instrumenten angeht. In meiner Kindheit war das also absolut kein Thema.
Als Teenager bin ich sehr früh zur härteren Gangart gekommen. Angefangen hat das damals mit Judas Priest und ging sehr schnell weier in Richtung Slayer o.Ä.. Je älter ich wurde, desto schneller und härter wurden die Bands, die ich gehört habe. Jedenfalls spätestens damals hatte mich die Faszination E-Gitarre gepackt.
Natürlich kam zwischendurch auch mal der Gedanke auf, dieses Instrument selbst zu erlernen. Aber jedesmal bin ich auf jemanden getroffen, der mir gesagt hat:"Dann musst Du erst mal Akusik-Gitarre lernen!" Ich möchte hier Niemandem zu nahe treten, aber ich hatte immer eine persönliche Abneigung gegen Akustik-Gitarren. Wahrscheinlich weil ich damals sehr oft nur "Lagerfeuer-Spieler" (ich hoffe das macht klar was ich meine) gekannt habe und es mich tierisch genervt hat, dass die bei jeder unpassenden Gelegenheit ihre Klampfen auspacken mussten und dann zur Mundorgel (gibts die noch?) geschrabelt wurde. Damit hatte sich das Thema E-Gitarre jahrelang für mich erledigt.
Mit der Zeit bin ich aber immer öfter in den Kreis von Musikern geraten und damit war irgendwann das Interesse und der Ergeiz geweckt. Eine Recherche im Internet, über die ich erfahren habe das man ohne Weiteres auch auf den Akustik-Umweg verzichten kann, tat ihr Übriges.

GAS:
Im April diesen Jahres habe ich dann bei Kirstein das Einsteiger-Set entdeckt. Ich dacht zum ausprobieren ist das OK. Allerdings war aus heutiger Sicht nur die Gitarre brauchbar. Am mitgelieferten Verstärker hatte ich schon nach wenigen Stunden kein Interesse mehr (das hätte ich besser mal aufnehmen sollen).
Von einem guten Freund konnte ich zwei Wochen später eine Sterling JP 50 günstig bekommen. Bereits beim ersten mal in die Hand nehmen habe ich den Unterschied zum Billigteil gemerkt und schon war sie in meinem Besitz.
Meine ersten Übungen habe ich aus dem Internet gezogen. Vor allem die Videos von Paul Noack fand ich gut. Aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass man jemanden benötigt, der einem Hinweise gibt oder einfach nur die Motivation aufrecht erhält. Also hab ich mir nen Musiklehrer gesucht, bei dem ich seitdem fast jede Woche für 30-45 Minuten Unterricht nehme. Damit fing aber auch bei mir das GAS an (die Abkürzung musste ich erst googeln). Der Unterricht ist in einem kleineren Musikladen in Hannover. Die Sterlig wurde an den Roland-Cube angeschlossen und damit war klar, es muss ein vernünftiger Amp ins Haus. Die Wahl fiel dann auf den THR10X von Yamaha (das Teil überzeugt mich jedesmal wieder neu).
Ich bin allerdings auch sehr oft beruflich unterwegs und hatte jedesmal Angst, die schöne Lackierung der Sterling zu versauen (ich neige zu so etwas). Deshalb wollte ich irgendwann auch ne "Reisegitarre" haben. In dem Musikladen hatte sie eine gebrauchte Epiphone SG 400 in der Gothc-Ausführung. Der Preis war OK und das Aussehen hat mich sofort überzeugt. Die Lackierung ist Robust und hat bis heute keine nennenswerten Gebrauchsspuren.
Ich hab Anfangs noch den Yamaha Amp auf Reisen mitgenommen. Allerdings nimmt er, trotz seiner Kompaktheit, auch Platz im Gepäck weg. Daher fiel die nächste Wahl auf den Pod von NUX. Der ist allerdings ziemlich schlecht. Anfangs hat mir das zum Spielen im Hotelzimmer noch gereicht. Aber sehr schnell habe ich den Entschluss gefasst mich davon wieder zu trennen. Also kam als nächstes der Pocket-Pod von Line 6 ins Gigbag. Das Teil ist für meine Zwecke absolut ausreichend und den Kauf bereue ich nicht.
Die Sachen die ich nebenbei erworben habe (Gitarrenständer, Unmengen von Pleks, etc.) führe ich besser nicht weiter aus. Ich muss, glücklicherweise, nicht mehr auf jeden Euro schauen.
Mittlerweile habe ich auch Rocksmith 2014. Das ist als Ergänzung m.E. sehr zu empfehlen. Damit alleine ists aber wohl nicht getan.

Musikalische Entwicklung:
Das wird jetzt eher kurz. Mein Lehrer führt mich klar an die Musik heran, die ich auch irgendwann (zumindest für den Privatgebrauch) drauf haben möchte. Ich spiele im Schnitt zwei Stunden am Tag. Dennoch muss ich mich oft daran erinnern wie das noch vor drei bis vier Monaten aussah. Wenn meine Lebensgefährtin nicht meine Fortschritte bestätigen würde, hätte ich wohl sehr schnell Frust. Die gleiche Erfahrung machen ja die meisten hier. Daher werde ich ab sofort auch meine Fortschritte dokumentieren (die technische Ausstattung dafür ist ja vorhanden).
Bisherige Erfahrungen:
  • Fingerübungen zum Aufwärmen sind extrem wichtig
  • Man muss aus der Wohlfühzone heraus und immer wieder Neues probieren
  • Man muss wieder in die Wohlfühlzone, wenn s mal nicht so läuft
  • Billigzeug kann demotivieren (es sei den, man hat keine andere Möglichkeit)
  • Man muss dran bleiben, dran bleiben und dann weiter dran bleiben
Mein nächstes Ziel ist jetzt so gut zu werden, dass es mir nicht mehr peinlich ist in einem Laden Gitarren auszuprobieren. Als Belohnung will ich mir dann mein erstes Neuinstrument zulegen. Ich hab mich aber noch nicht auf eine bestimmte festgelegt. Die Bauweisen meiner zwei derzeitigen Gitarren ist ja sehr unterschiedlich. Manchmal fühle ich mich noch mit der Einen, manchmal mit der Anderen wohler. Aber ich denke, bis Ende diesen Jahres bin ich noch nicht reif für was Neues. Eher Ende nächsten Jahres.


Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben, spare mir das aber für spätere Postings.

Gruß aus HH, H und D
 
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Ebenbunt
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Bin mir nicht ganz sicher inwieweit ich mitreden kann, aber ich schreibe mal meine Gedanken zur persönlichen Entwicklung am Instrument.

Ich habe selbst erst mit 19 angefangen und hatte Jahre, wo ich viel gemacht habe und wiederum Jahre, wo ich nichts gemacht habe und mich auf andere, zum Beispiel elektronische Projekte in Richtung Minimal/House/Trance konzentriert habe, daher würde ich mich auch heute, mit 25 Jahren noch als Anfänger bezeichnen, aber es sind immer kleine Schritte, durch die man über lange Strecken den eigenen Progress erkennt.

Angefangen musikalisch was zu machen habe ich nicht am Instrument. Meine Mutter konnte immer top Klavier spielen und wollte mich in der Kindheit zwingen, es zu lernen, aber eben wegen diesem Zwang trieb sie mich eher davon weg, was ich natürlich inzwischen schade finde, denn außer einbisschen Klimpern ist mit Piano nicht viel. Ich hörte und höre viel elektronische Musik, aber mein Geschmack geht von Metal über Trance, bis hin zu Indierock, Jazz, Funk, es ist wie bei so vielen hier nicht wirklich in ein paar Genres zusammenzufassen. So kam es aber, dass meine ersten Schritte selbst Musik zu machen mit simplen Kram wie eJay2 begannen, einem Arranger der relativ lächerlich wenig kann, aber gut, war halt sowieso ein Kiddie.

Irgendwann kamen professionellere Arranger, mehr Erfahrung und die Musik wurde besser, aber ich wollte eigentlich immer auch Gitarre lernen und Musik in der Richtung machen. Bin auch mit Freunden aufgewachsen, die Gitarre von kleinauf spielten und so irgendwie in ihrem Können unerreichbar schienen. Dazu konnte ich mir sowas nie leisten, denn alle hier wissen was für ein teures Hobby Musik nunmal ist.

Mit 19 dachte ich mir dann, "was soll's, wenn du davon doch immer träumst - mach's endlich, du bereust es doch es nie probiert zu haben" und so hatte ich irgendwann ein Epi Einsteigerset, das Standardset mit der Les Paul Special II. Klar war der Anfang holprig, aber wenn man erstmal Progress bei sich feststellt motiviert das ungemein und ich habe angefangen Songs ganz anderer Stile zu entwickeln und mich immer mehr vom elektronischen Genre abgewandt, auch wenn ich bis heute manchmal Tracks in der Richtung produce. So reichte auch natürlich irgendwann synthethisierter Bass nicht mehr und ich holte mir zusätzlich einen TRBX170 als Einsteigerbass um mehr Möglichkeiten beim Producen zu haben. Zwischendurch legte ich mir auch eine Akustikklampfe zu, mit der ich üben kann.

So kamen kleine Schritte an den Instrumenten zusammen und ich merke Progress im Vergleich zu den kläglichen Anfängen vor 6 Jahren. Mit dem Interesse an den Instrumenten kam auch immer mehr Kontakt zu entsprechenden Leuten und der Szene. Kleinere Bandprojekte, endlose Jamsessions, verrauchte Proberäume... ich habe das Glück, dass ich ein recht brauchbares Gehör geerbt habe, sodass zumindest Jammen und Improvisieren recht leicht fällt, wiederum ist eine komplette Abwesenheit von Theoriewissen hinderlich. Dennoch ist es toll zu spüren, wenn man sich von jemandem, der kratzige Akkorde in einer Runde unentschlossen rauslässt zu einem brauchbaren Element einer ordentlichen Jamsession entwickelt, dem es egal ist, ob eine E-Gitarre, ein E-Bass oder eine Akustik in der Hand liegt um etwas damit anzufangen. Alleine dieses Feeling beflügelt und erst vergangenes Wochenende kamen einige solche Erfahrungen wieder hinzu, ebenso wie wohl kommendes Wochenende Ähnliches passieren könnte.

Meine Freunde aus Kindertagen, von denen einer bis dato mein bester Freund ist sind bis heute unerreichbar, aber es geht vorran und das reicht mir. Ich merke, dass meine Songs besser werden, dass Mastering etwas klarer wird und ich habe Motivation mich auch wirklich täglich mit den Instrumenten auseinanderzusetzen einfach weil es mir Spaß macht und nicht weil ich mich zwingen muss, auch wenn natürlich niemand Lust auf monotone Übungen hat.

Fakt ist, ich habe diese Entscheidung, die ich mit 19 getroffen habe nie bereut, wünschte mir nur, ich hätte sie nur noch wesentlich früher getroffen. Momentan bin ich im Begriff mir eine zweite E-Gitarre zuzulegen, da ich durch die vielen Jamsessions natürlich irgendwo auch echte Qualität erleben durfte und irgendwann ist der Wusch nach einem mächtigeren Instrument dann da, schließlich spiele ich immernoch die Special II. Sie ist zwar einerseits ein Glücksgriff, da der Sound für den Preis verdammt gut ist, doch in der Bespielbarkeit, in der Verarbeitung, in Sachen Probleme mit Pickups und Kabelanschluss oder Gewicht spürt man, dass es ein billiges Instrument ist. Vor allem dann, wenn man etwas gutes schonmal in der Hand hatte.

Die Freude auf die neue Gitarre ist überirdisch, ebenso wie die Freude auf die kommenden Jahre am Instrument und dem Kreuzen gemeinsamer Wege mit noch vielen weiteren Musikern. Dieses simple Les Paul Special II Set zu kaufen war somit eine der besten Entscheidungen meines Lebens und es ist bald an der Zeit den nächsten Schritt zu machen. :)


- Ebenbunt
 
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Hey,

es ist mal wieder an der Zeit was in diesem Thread zu Posten. In den letzten tagen hatte ich die ersten Proben mit anderen Musikern zusammen für ein Musikschulkonzert. Klar ist nicht alles perfekt gelaufen (falsche Töne, mitten drin mal nicht gewusst wie es weiter ging etc.), war auch durch die vielen neuen Eindrücke etwas überfordert, aber irgendwie war das echt cool und ich hab echt noch mehr Bock drauf bekommen andere zu suchen und mit denen Mucke zu machen.

Gitarre spielen ist echt toll! :m_git1:
 
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Moin moin,

bei mir lief einiges Anders, als bei den meisten. Ich kam aus einer an und für sich musikalisch-geprägten Familie. Vater und Bruder sind Schlagzeuger, anderer Bruder Akkordeonist, ein weiterer Bruder spielte Trompete. Mutter Akustikklampfe. Ich selbst? Bis zu meinem 13. Lebensjahr nichts. Bis mein Bruder mich packte und sagte :"Setz' Dich ins Auto, es geht los!" - ich wusste nicht wie mir geschieht, als ich die Konzertgitarre auf dem Rücksitz sah dämmerte es mir jedoch.

Ich wollte das alles aber nicht und mein Bruder musste ich mit größerer Anstrengung aus dem Auto auf dem Parkplatz der Musikschule zerren. Damals, geprägt von schäbiger Trance und Technomusik, wusste ich nicht um das unendliche Glück, wonach sich so viele die Finger schlecken: bezahlter Musikunterricht.

Die ersten 3-4 Besuche waren eine Qual, doch mein Gitarrenlehrer, mit einer Matte bis zum Hintern, konnte mich mit den Rythmen und Grooves begeistern. Irgendwie klang bei ihm alles geil, was er auf seiner uralten Gitarre spielte. Dann ging alles ganz schnell: Jimi Hendrix, Deep Purple, Acdc, 1 1/2 Jahre später war dann Metallica der Dosenöffner für die härtere Gangart.

Nichtsdestotrotz sollte es noch bis zu meinem 22-23 Lebensjahr dauern, bis aus dem "hin und wieder geklimper" kontinuierliches und gezieltes tägliches Üben wurde. Ich habe dann täglich erst eine, später dann zwei Stunden Neoklassikriffs von Malmsteen, MacAlpine, Gilbert usw. geübt.

Jetzt, wo ich diese Geschwindigkeiten wirklich drauf habe und nahezu alles Spielen kann was ich auch gerne höre, entfiehlen aber die ganzen Gedanken wie "Berufsmusiker, Band und Kohle oder Rockstar" - denn am meisten macht es mir spaß, für mcih zu spielen. Gitarre ist ein so ungeheuer geiles Instrument und ich bin nicht der Lehrmeister, der auf Leute eingehen kann. Ich spiele auch nicht "mal das und das" um der King zu sein.

Mich plagen zu keinem Zeitpunkt Gedanken wie "was wäre wenn" - gut, ich bin nicht 42 und habe vor einigen Monaten erst angefangen zu spielen, ich bin weit jünger, aber dennoch glaube ich, wird mich sowas nie einholen.

Warum auch? Um irgendwann der Star zu sein, bis einen die eigenen Fans verfluchen weil man nicht über Jahrzehnte bis ins hohe Alter ein und den selben Scheiß produziert? Musik ist für mich immernoch der größte Ausdruck von Freiheit.

Bis denn!
 
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Rainybruce
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Mich plagen die Gedanken "was wäre wenn" doch sehr häufig. :) Ich könnte mir so manchmal selbst dafür in den Arsch treten, dass ich mit 15 oder 16 besserers zu tun hatte, als mir die Gitarre meines Vaters zu schnappen (eine billige Akkustik-Gitarre mit Nylon-Saiten, auf der er sich selbst ein paar Reinhard May - Songs beigebracht hat) und einfach mal loszulegen. Mit 15 hatte ich sie in der Hand mit dem Einstiegsbuch von Peter Bursch. Nachdem ich aber gemerkt habe, dass es nicht von jetzt auf gleich klappt, mit dem Spielen, wurde es meinerseits schnell wieder aufgegeben.
Mit 22 hatte ich eine kleine Krise und war fest entschlossen was zu machen. Ich kaufte ein Ibanez Einsteiger-Set und legte die Lehr-VHS!!!! :) ein... Das hab ich ein paar Wochen regelmäßig gemacht und mit dem Buch Rockgitarre für Anfänger auch etwas gelernt. Dann kam wieder eine lange Pause. Erst mit 27 hab ich mir eine Western-Gitarre gekauft und mit 28 dann einen VHS-Kurs belegt. Vorher hab ich mir aber schon ein halbes Jahr die Basics beigebracht. Der Kurs war OK und ich habe dann kurz später Unterricht genommen. Es dauerte nicht lange und ich wollte wieder zur E-Gitarre. Diesmal richtig. Also besuchte ich 3 Jahre eine Musikschule mit einem guten Lehrer. Als der vor anderthalb Jahren aufgehört hat, habe ich durch Zufall meinen aktuellen Lehrer kennengelernt, der genau dass spielt, was ich können möchte. In der Zwischenzeit hab ich mit ein paar Leuten eine Band gegründet um was auf die Beine zu stellen. Und ja... es wird... Wenn auch erstmal nur Cover-Songs...
Ich übe im Schnitt meine 2 Stunden pro Tag und wir proben 2 mal die Woche. Alles könnte doch so gut sein. Doch seit 4 Jahren habe ich Probleme mit einer einschlafenden Hand. Ich laufe von Arzt zu Arzt und jeder stellt ne andere Diagnose... Es wird momentan nicht schlimmer, aber auch nicht besser. Also spiele ich weiter und versuche es aktuell mit Yoga. Ich hoffe ich krieg das nochmal in den Griff...
Insgesamt hat sich mein Können über die vergangenen 5 Jahre doch hörbar verbessert. Jedoch lerne ich langsam und stehe immer wieder vor den selben Hürden oder Grenzen. Seit Jahren versuche ich Downstrokes in der Geschwindigkeit von Master of Puppets hinzukriegen. Ich bin schneller geworden, aber dazu wird es wohl nie reichen. Oder besser, es wird noch lange dauern... :) Ein Flitzefinger beim Solieren werde ich auch nicht mehr und die Melodien in meinem Kopf wollen auch nur selten auf's Brett. Aber es wird... Ich hoffe dann mal mit 40 so weit zu sein, dass mir die aktuellen Problemchen leicht von der Hand gehen und ich neue Hürden nehmen darf und kann. Jetzt bin ich 34... :) Unser erster Auftritt ist in einem halben Jahr... :) Der Polterabend eines Freundes. Darauf wird hin gearbeitet. Ich werde noch viel Schweiß und Arbeit reinsetzen. Und ja, ich werde weiche Knie haben wenn es soweit ist... So wie jetzt, wenn jemand zu uns in die Probe kommt. Aber es wird!!! :)

Mittlerweile gesellt sich auf gehöriges GAS hinzu... Bodentreter, Amps, Speaker, Gitarren... Man kann nie genug haben... Und den Arm bekommen wir auch wieder hin... :)
 
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scth
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Toller Thread :great: habe ich per Zufall gefunden und praktisch alle Beiträge gelesen. Sind ein paar interessante Geschichten dabei die ich ähnlich erlebt habe.

Ich komme aus einer musikalischen Famile und wollte eigentlich immer schon Musik machen. Angefangen hat es mit der obligatorischen Blockflöte. Schon sehr früh hatte ich eine Vorliebe für Rock und Blues und später dann für etwas härtere Musik wie AC/DC, Guns n' Roses, Dio, Metallica etc. Das "Let there be Rock- Live in Paris 1979" und das "Cliff em All" Video habe ich mir gefühlte 1000 mal angesehen. Jedes Detail von Angus und Hetfield habe ich mir eingeprägt. Ich liebte es! Das wollte ich auch machen.

Mein Vater spielte ein Blasinstrument in einer Harmoniemusik und das MUSSTE der Sohnemann halt auch machen. So bekam ich eine Trompete und musste in die Musikschule. Obwohl ich vom Instrument angewidert war, machte ich schnell fortschritte und ich musste in der Harmoniemusik spielen. Mein Musiklehrer diagnostizierte bei mir Talend :ugly: Nachdem ich ein gewisses Alter erreicht hatte, konnte ich meinen Vater endlich übberreden mit dem Trompetenspielen aufzuhören. Mir war die Lust an einem Musikinstrument vergangen und ich rührte nie wieder eins an.

Aber irgendwie liess mich das Instrument Gitarre nie los, liess es aber sein, da ich mir nicht zutraute, es jemals zu lernen. Im Dezember 2012 - ich war damals 32 Jahre alt - wollte ich meinen Traum umsetzen und es wagen. Jedem dem ich von meinem Vorhaben erzählte, stand dem ablehnend gegenüber: "du bist zu alt", "das lernst du nie", "ich habs auch mal probiert und bin gescheitert", "du bit viel zu alt" oder lerne erst mal Akkustikgitarre".

Ich liess mich davon nicht abhalten, ging in Musikhaus, ließ mich ausführlich beraten, kaufte eine Gibson SG und nahm Stunden bei einem Privatlehrer. Ich hatte bescheidene Ziele, wie ein paar Rocksongs mitspielen zu können. Im Gegensatz zu Jugendlichen brauche ich keinen Traum mehr vom Berufsmusiker/Rockstar (ist nicht abwertend gemeint).

Es war jedenfalls die beste Entscheidung die ich je getroffen habe. Es entwickelte sich eine richtige Leidenschaft. Täglich nehme ich eine meiner Gitarren - mittlerweile sind es sieben - und spiele/übe/lerne soviel es geht. Es ist echte Liebe zur Musik :great: Manchmal stelle ich mir auch die Frage, wie es wohl wäre, wenn ich als Jugendlicher angefangen und fleißig geübt hätte. Wäre ich besser? Hätte ich schnellere Fortschritte gemacht? Dann sag ich mir, egal! Es ist jetzt so und so genieße ich jede Sekunde mit meinen Gitarren.

Übrigens, sämtliche Kritiker sind zwischenzeitlich still und staunen über meinen Eifer und Können.
 
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Rockerator
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Könnte mal bitte jemand meinem Lieblings-Thread wiederbeleben?!
Weihnachten steht vor der Tür und ich wünsche mir weitere Geschichten, Gedanken und Gedöns!
 
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Na da rennst Du ja gerade offene Türen ein: Gerade komme ich vom Bluesworkshop in Köln. Es war einfach nur toll - nette Leute, eine kompetente Leitung, die jeden dort abholte, wo er stand, oberstes Ziel war Spaß an der Musik. So etwas würde ich mir für hier wünschen!
Das erste Mal in einer so großen Gruppe mit Bläsern, Orgel und dem übrigen Gedöns, ein bisschen Big Band mäßig gespielt, ich hab nur dauernd glücklich gegrinst und mir immer nur gedacht "schön dabei sein zu können..... Ach was macht Musik machen Spaß!
Neulich war ein toller Gitarrist hier um mit mir zu spielen, er kam obwohl ich ihm sagte, daß ich nix kann....auch das gibt ungeheuren Schub zum weiter lernen....
 
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Könnte mal bitte jemand meinem Lieblings-Thread wiederbeleben?!
Weihnachten steht vor der Tür und ich wünsche mir weitere Geschichten, Gedanken und Gedöns!

Ich bin heute durch Zufall auf den Thread gestoßen und habe ein paar Mal hin und her überlegt, ob ich was schreiben soll. Immerhin ähnelt meine Geschichte ja sehr dem Themenersteller und vielen anderen Geschichten hier, aber anscheinend besteht ja Interesse an weiteren Geschichten.

Ich bin mittlerweile 34 und habe vor nicht ganz einem Jahr angefangen mit dem "Versuch" Gitarre zu spielen:)
Hier meine kleine Geschichte wie es dazu kam. Ich hoffe es wird nicht zu lange ;)

Ich komme aus einer unmusikalischen Familie. Zumindest kann in der näheren Verwandtschaft kaum einer irgendein Instrument besonders "bedienen". Das ist mMn auch ein großer Faktor, warum ich nie zu einem Instrument gekommen bin. Klar, der Wunsch Gitarre zu spielen war da, aber meine Eltern meinten, dass man eher erst mal ganz klassisch für die Notenlehre mit der für Rock-affine Menschen heißgeliebten Blockflöte anfangen sollte. Das ging dann eine ganze Unterrichtstunde gut und meinen Eltern wurde nahegelegt, dass das keine Wert hat.
Aber nochmal, wie soll ein Kind, das bereits in der Grundschule "die toten Hosen", Nirvana , AC/DC, Rage against the machine hört, verstehen, dass man Blockflöte lernen soll??!

Gut, ich muss aus dem oben genannten Grund meine Eltern in Schutz nehmen. Sie konnten das mangels eigener Erfahrung natürlich nicht einschätzen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war natürlich noch der Markt für Instrumente. Es gab kein Internet und man bekam nicht im Supermarkt Einsteiger E-Gitarren Sets. Da kauft man dann nicht mal auf die Schnelle einfach so eine teure Akustik Gitarre, die nach 2-3 Wochen in der Ecke verstaubt.

Nunja, um das abzukürzen, so fügte ich mich in die viel stärker ausgeprägte Leidenschaft der Family, dem Fußball. Sport in mehreren Formen war dann quasi bis Anfang Mitte 20 mein Hobby und meine Leidenschaft. Wobei natürlich die Musik bzw. mein im Freundeskreis ausgefallener Musikgeschmack immer ein Wegbegleiter. Nur der Gedanke selbst Musik zu machen kam nie mehr auf, da der "Zug abgefahren ist". Daher beschränkte ich mich auf meine Luftgitarre :) und das Zuhören, ob Live oder von Tonträgern.

Warum Sport nur bis Mitte 20?
Zusammengefasst: Knieverletzung mit 21, mehrere OPs, genauer gesagt 6 und viele anstrengende, zeit- und kostenintensive Rehas. -> Karriereende ohne quasi je eine richtige gehabt zu haben... :( Das macht mir heute noch oft zu schaffen, psychisch wie physisch. Aber soll ja hier nicht Thema sein.

Die Zeit "nach" dem Sport bis 33 ist relativ schnell zusammengefasst: Studium, Beruf, Vereinstätigkeiten, Eigenheim, Familienplanung.

Während dem Hausbau kam ich öfters ins Gespräch mit dem Onkel meiner Frau, der auch seit Ewigkeiten Gitarre spielt und sich damals, als es noch deutlich komplizierter war, selbst das meiste beigebracht hat. Er hat so ein bisschen den alten Traum aus meiner Kindheit wieder aufflammen lassen.
Nach weiteren Gesprächen mit Freunden, die auch schon viele Jahre Musik machen, wurde mir dann immer mehr klar, dass man eigentlich nie zu alt dafür ist. Und ich nahm mir hochmotiviert vor nach den Baustrapazen das Thema anzugehen.
Gesagt getan, nach dem Umzug ging es ein paar Wochen bis sich alles beruhigt hatte und nachdem ich ein paar Tage an der uralten Akustikgitarre meiner Schwägerin rumgezupft hatte, legte ich mir ein Epi SG und einen Fender Mustang, beides gebraucht, zu. Denn ich wollte ja rocken und nicht am Lagerfeuer oder im Stuhlkreis trällern.
Voller Eifer kamen neben abonnierten YouTube Videos schnell ein paar Bursch Bücher hinzu und ich spielte so oft wie möglich. Ich fing an mit Zupfmustern, offenen Akkorden und sehr schnell mit powerchords. Dank letzterem bekommt man schnell ein paar wirklich tolle Sachen hin und meine Motivation war riesig.
Ich fing an, mich in freien Minuten mit Theorie zu beschäftigen. Und das freiwillig, wo ich doch in der Schule ganz ohne Bezug zu einem Instrument den Musikunterricht gehasst hatte. Unfassbar! Jetzt machten plötzlich viele Dinge einen Sinn... Gut, ich stehe bei der Theorie und dem richtigen Begreifen davon nach wie vor noch ganz am Anfang, aber immerhin :)
Nachdem ich einige weiter mehr oder weniger planlos drauf los spielte, übte oder was auch immer, kam ich durch Zufall zu einem Lehrer, bei dem ich jetzt seit 4-5 Monaten regelmäßig Unterricht nehme. Das ist super, denn bei Fragen und Unklarheiten, kann man sofort ein vernünftiges Feedback bekommen. Was ein ganz klarer Vorteil zu Lehrvideos und Büchern ist.
Neben den Übungsstücken im Unterricht, versuche ich mich immer auch an anderen Songs und beschäftige mich auch immer wieder mit der Theorie.

Trotz Unterricht fühle ich mich an manchen Tagen weiterhin etwas planlos und probiere mal das und übe dies. Ob das der richtige und effektivste Weg ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht, aber um das Fazit mal vorwegzunehmen, mir geht es in meinem Alter nicht mehr darum Rockstar zu werden und um die Welt zu touren. Bei mir steht der Spaß dabei im Vordergrund und bis jetzt bereu ich es keine Minuten den Schritt gemacht zu haben. Auch wenn manchmal durch Frau und Kinder wenig Zeit ist, es ist für mich der perfekte Ausgleich zum alltäglichen Stress.
Mir macht es Spaß neues zu lernen, Lieder meiner Lieblingsbands nachzuspielen, Theorie zu verstehen und mich allgemein mit Gitarren, Amps und Effekten zu beschäftigen.
G.A.S Anfälle gehören (leider) auch dazu und ich hatte/habe in meiner kurzen Zeit schon 3 verschiedene Amps, 5 nicht ganz günstige Gitarren und auch PUs habe ich schon getauscht.

Kurz zusammengefasst: Ich bereue es nicht im Geringsten angefangen zu haben. Ich bin quasi süchtig und hoffe, dass es dabei bleibt. Momentan erwarte ich auch nichts anderes, denn ob Theorie, Bastelarbeiten und einfach nur das Rocken in jeder freien Minuten macht mir einfach unendlich Spaß!
Ich kann nur jedem, der sich überlegt Gitarre spielen zu lernen, ob 10 oder 100, umgehend damit anzufangen. Bei den heutigen Möglichkeiten, kann man schnell und günstig herausfinden, ob es einem wirklich gefällt.
Zu alt ist man auf jeden Fall, mMn, nie dafür!
 
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mir geht es in meinem Alter nicht mehr darum Rockstar zu werden und um die Welt zu touren. Bei mir steht der Spaß dabei im Vordergrund
Das ist vielleicht der Unterschied zu mir. Ich hab mit 40 nach Jahren der Pause wieder angefangen - wobei ich in meiner Jugend schon in Bands gespielt hab, aber die eine Band hat sich dann aufgelöst und dann kamen nach dem Studium die harten Jahre des Erwerbslebens und der Jungfamilie.
Aber der Plan Rockstar zu werden lebt auch heute mit 46 noch immer ;) Natürlich seh ich das mit Augenzwinkern - aber man darf eben niemals nie sagen. Aber das ist vielleicht der Unterschied, wenn man als Jugendlicher in Bands gespielt hat - das vermisse ich im Augenblick am meisten.
Finde es aber toll, dass du dich mit 33 doch noch dran gemacht hast deinen Traum zu erfüllen :great: Denn eines stimmt: man ist nie zu alt! :opa:
 
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Hi Stoffl,

ich wollte damit nicht sagen, dass es schlecht ist wenn man das als Traum oder Ziel hat, mal als "Star" auf ner großen Bühne zu stehen. Im Gegenteil. Ich denke sogar, dass es wichtig ist sich in jungen Jahren Ziele zu setzen und Träume zu haben, damit man dadurch einen Antrieb entwickelt.

Auf mich bezogen, sehe ich das aber ganz relaxed und realistisch. Ich will nur den Spaß daran behalten und mich weiterentwickeln, aber natürlich nicht eine große Bühne vor Augen usw...Kleine Ziele, Schritt für Schritt,einfach völlig ohne Druck, denn genau das wäre ja dann das was mich beinahe davon abgehalten hätte. Dieses "ach, ich bin zu alt, um..." um was eigentlich? Um ein paar Liedchen zu spielen? Ne Gitarre ordentlich zu beherrschen? Rockstar zu werden?

Den Spaß am riesigen Thema Gitarre beibehalten, das ist mein Ziel :) Wo die Reise hingeht, wird sich zeigen.
 
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Ich habe es auch gar nicht so gesehen, dass du diesen Traum runtermachen wolltest ;). Ich hab ihn, trotz meines Alters, aber das war auch vor vielen, vielen Jahren einer der Gründe warum ich überhaupt mit Gitarre und Bass angefangen hab :D Dass der Traum letztendlich unrealistisch ist weiß ich selbst. Und ja, geh Schritt für Schritt, wichtig ist der Spass am Musikmachen! :great:
 
Mr. Mojo Paule
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Ich habe einige Beiträge hier geschrieben. Ist schon einige Zeit her. Neu ist, dass ich mir zu Weihnachten eine E-Gitarre gekauft habe. Ich habe mir einen Traum erfüllt, der hier im Board entstanden ist. Klasse ist für mich, dass ich in einer Band mit wechselnden Besetzungen mitspielen kann. Ich spiele seit annähernd 50 Jahren akustische Gitarre und werde nächsten Monat 64.

Es ist nie zu spät!

An der E-Gitarre fasziniert mich seine Klangvielfalt innerhalb einer Band. Das ist eine neue Erfahrung für mich und ich bin gespannt, wohin mich die Reise führen wird. Ich sehe es als Geschenk, dass ich mit Musikern zusammenspielen kann und nicht alleine auf mich gestellt bin. Im Zusammenspiel erlebe ich die größten Entwicklungsmöglichkeiten. Jetzt muss ich mich ein wenig auf die nächste Musikprobe vorbereiten.
 
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Ich habe es auch gar nicht so gesehen, dass du diesen Traum runtermachen wolltest ;). Ich hab ihn, trotz meines Alters, aber das war auch vor vielen, vielen Jahren einer der Gründe warum ich überhaupt mit Gitarre und Bass angefangen hab :D Dass der Traum letztendlich unrealistisch ist weiß ich selbst. Und ja, geh Schritt für Schritt, wichtig ist der Spass am Musikmachen! :great:


Ok, ich glaube wir sind da ja auf einem Nenner und haben da womöglich an einander vorbeigetextet. Soll ja mal passieren in einem Forum ->:prost:
 
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@DW23: definitv sind wir auf der gleichen Seite. Wir spielen E-Gitarre und haben unseren Spass dabei. :great:
 
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Ich bin heute durch Zufall auf den Thread gestoßen und habe ein paar Mal hin und her überlegt, ob ich was schreiben soll. Immerhin ähnelt meine Geschichte ja sehr dem Themenersteller und vielen anderen Geschichten hier, aber anscheinend besteht ja Interesse an weiteren Geschichten.

Auch ich hatte den gleichen Gedankengang und habe hin und her überlegt, ob ich etwas schreiben soll. Schlussendlich schreibe ich aber doch etwas :)

Ich habe auch vor ca. einem Jahr mit dem Gitarrespielen angefangen. Ich bin eigentlich ein sehr musikalischer Mensch und habe seit der Grundschule verschiedene Instrumente (immer mit Musikunterricht bei einem Lehrer/einer Lehrerin - sowohl in der öffentlichen Musikschule als auch bei privaten Lehrern) gespielt. Angefangen habe ich in der Grundschule mit der Blockflöte und habe das dann etwa bis ich 14 war gespielt, später habe ich dann Saxophon für insgesamt 4 Jahre und Schlagzeug für ca. 3 Jahre gespielt. Mir ging das Spielen immer relativ leicht von der Hand, sodass ich auch mit wenig Üben normale Fortschritte gemacht habe.
Egal welches Instrument ich bisher gespielt habe, mich hat immer das Üben genervt. Zu jeder Unterrichtsstunde bin ich mit schlechtem Gewissen hingegangen, da ich die Sachen, die ich üben sollte, nicht gemacht habe. Insbesondere wenn es darum ging, Konzerte in der Musikschule zu spielen, ging mir die gezwungenermaßen notwendige Überei auf den Keks.

Richtig Spaß beim Musik machen hatte ich erst, als ich mit ca. 17 Jahren mit ein paar Schulkollegen eine Coverband ins Leben gerufen habe und wir einfach zusammen gejammt haben (ich am Schlagzeug). Unsere Ambitionen waren sehr gering, der Spaß stand zu 100% im Vordergrund und wenn man mal nicht geübt hatte, war es nicht schlimm.
Durch Beruf und Studium brach der Kontakt zu den Bandkollegen ab und meine "Musikkarriere" wurde nicht weitergeführt. Nach mehreren Jahren ohne irgendeine musikalische Betätigung (außer ab und an mal alleine auf dem Schlagzeug spielen) entschloss ich mich, mein Schlagzeugequipment zu verkaufen. Das Saxophon steht seit Jahren ungenutzt in der Ecke, genauso wie die Blockflöten.

Allerdings fehlte mir das Musizieren sehr und ich hatte schon immer im Hinterkopf, dass ich gerne Gitarre spielen können würde - zum einen fand ich das Instrument schon seit meiner Kindheit einfach cool und zum Anderen kann man gut für sich alleine zu Hause üben, Lieder die man mag einstudieren und hat wieder einen Grund, mal ab und an in einen Musikladen zu fahren ;-)

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kaufte mir spontan im Internet eine gebrauchte Yamaha Pacifica und begann, mir das Gitarrespielen selbst beizubringen. Im Internet gibt es ja viele gute Seiten, mittlerweile habe ich mir auch das ein oder andere Buch gekauft. Bei noch keinem anderen Instrument zuvor hatte ich die gleiche innere Motivation, regelmäßig das Instrument in die Hand zu nehmen und strukturiert zu üben. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich auch nur 10 Minuten Zeit habe, die Gitarre zu schnappen und ein paar Akkorde zu schrammeln. Das Instrument macht mir einfach nur Spaß.
Nach etwa einem halben Jahr traf ich dann die Entscheidung, Unterricht bei einem Lehrer zu nehmen, da ich gern das Instrument richtig lernen und Anfängerfehler vermeiden wollte. Leider trat dann wieder der gleiche Effekt ein, wie früher. Der Lehrer passte nicht zu mir, ich empfand die wöchentliche Unterrichtsstunde als Belastung und hatte keine Lust zu üben.
Nach ein paar Monaten habe ich den Unterricht wieder aufgegeben und bin seitdem wieder autodidakt - und der Spaß ist wieder da.

Natürlich werde ich nicht der beste Gitarrist der Welt, aber ich lege jedes Mal nach dem Spielen glücklich die Gitarre aus der Hand.
Und zum Thema GAS: Habe mir eine neue Gitarre bestellt und eine Liste, was ich noch so alles brauche... ;-)

Gruß
viertelnachdrei
 
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Eggi
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"Graue Zeiten brechen an! ;)

Ich will die Gelegenheit noch schnell nutzen, mich von euch zu verabschieden. Der Entschluss, dass Board aus persönlichen Gründen zu verlassen, ist endgültig gefasst. Auf die Gründe möchte ich hier nicht näher eingehen, aber seid gewiß, dass es mir und meiner Familie sehr gut geht.

Knapp 10 Jahre war ich hier, die letzten drei als Moderator. Letzteres hatte aber leider den Nebeneffekt, dass ich in den Fachforen nur noch selten Beiträge schreiben konnte. Ich habe aber zumindest mitgelesen, und hier und da mal ein Like oder Kekse hinterlassen.

Zum Thema des Threads kann ich nur sagen, dass sich nichts geändert hat. Ich spiele immer noch mit viel Spass an der Sache, auch wenn ich immer noch kein guter Gitarrist bin, und werde das auch weiterhin tun, solange ich kann.

Jedenfalls danke ich euch allen für die tolle Zeit, und diesen wirklich erstklassig gelaufenen Thread. Die Geschichten hier sind schon etwas besonderes, und haben mir in den Jahren viel Freude bereitet.

Macht's gut, bleibt gesund, und bleibt euch treu. Vielen Dank an alle, die mich hier und im Rest des Boards solange begleitet haben.

LG Eggi
 
Grund: Userwunsch
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Julian1609
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Will mal auch wieder meinen Senf dazugeben :D

Angefangen mit 10 Jahren und Guitar Hero, dann mit 14 Die erste Akustik, 3 monate später endlich E-gitarre und immernoch am Klimpern.

Allerdings baut sich irgendwie das Musik machen weiter aus bei mir:

Zuerst fing es mit dem Bass-Spielen an
Dann kam Recording dazu..
dann das Schlagzeug spielen...
dann das Singen...
neulich das herumexperimentieren mit Synthies und anderen kranken Sounds...

Und mein neustes Thema: Das Rumlöten an Gitarren^_^

Heute wieder 7 Stunden rumgelötet und Pickups getauscht und blablabla.

Manchmal frage ich mich ob ich nicht lieber doch einfach nur Gitarre spielen sollte und wo mich die parasitäre Ausbreitung in andere Bereiche des Musik-machens hinbringen...
Bald kommt sicher noch Klavier dazu, und Tri-Angel... und Geige xD
bestimmt... :D

Gruß Julian
 
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Ear Berlin
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Herrlich, dieser Thread. Ich habe mit 17 an der Gitarre autodidaktisch geloost, für über 30 Jahre aufgehört und nehme in 2 Wochen mit 52 Jahren meine erste Unterrichtsstunde in E-Gitarre ... Es ist wie vor Weihnachten: Seit 6 Wochen zähle ich die Tage, wann der Lehrer aus Brasilien zurückkommt...

Inzwischen habe ich mir einen Traum erfüllt und eine SG-Copy aus den 70ern mit Eschenholzbody gekauft. Seltsamerweise hatte ich mir vor 20 Jahren ebenfalls einen Traum erfüllt (Squier-Strat, Mitte der 80er gebaut), aber genau von diesem Tag an nicht mehr elektrisch gespielt, und bald darauf auch nicht mehr Westerngitarre. Nun habe ich die Squier wieder ausgepackt - und mag sie immer noch nicht. Die SG hingegen liebe ich, dabei klingt die Strat viel schöner .... Ich begreife das nicht. Aber bald, bald bald ... kann ich meinem Lehrer solche verwirrenden Fragen stellen. Er hat den harten Job, mein Tun an sechs Saiten ein Stück zu systematisieren, mein Ausprobieren zu fördern und mir die schlimmsten Fehler auszutreiben. Ohne Lehrer schaffe ich das nicht, das dämmerte mir schon 1983. Jetzt, spät ("ich bin doch zu alt dafür") aber experimentierfreudig, ziehe ich die Konsequenz daraus.

Soundmäßig würde mir ein Gitarrenklang beinahe ausreichen: Cleaner glockiger Strat Halspickup, ich kann gar nicht genug davon bekommen und freue mich immer über Musiktipps hierzu (schreibt mir bitte).

Ich will auf dem Instrument ein bisschen für mich alleine rocken, funken und Adagio-Melodien spielen lernen. Eines meiner ersten Projekte wird eine vereinfachte Version von Eric Saties Gymnopedie Nr. 1 auf der cleanen Strat ... Daraus will ich ein kleines instrumentales Medley entwickeln, das über Vader Abraham "Was wird sein, fragt der Schlumpf" und "Why worry" von den Dire Straits (beide tonal sehr ähnlich!) hin zu "Mr. Sandman" von den Chordettes führen könnte ....

Elektrische Kammermusik, sozusagen. Im Kopf höre ich schon Passagen daraus. Ich höre viel klassische Musik, gerade auch live hier in Berlin, und schon die ersten Versuche an der SG zeigen mir, dass ich über das intensive Zuhören der letzten 30, 35 Jahre innerlich viel dazugelernt habe. Im Gegensatz zu früher finde ich jetzt den einen oder anderen neuen Akkord schon mal selber, höre zu einem Intervall schnell Stücke im Kopf, in denen er vorkommt, und freue mich über die unzähligen Querverbindungen, die Musik bietet (siehe mein geplantes Medley).

Ich bin gespannt, wohin meine Reise gehen wird...

Herzliche Grüße
Pit aus Berlin
 
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