??? Was hat das mit meiner Aussage/Meinung zu tun ???
Dass du offensichtlich nicht weißt, wovon du sprichst. Ich befürchte, der Satz alleine führt jetzt wieder zum Eklat, aber lass es mich dir in Ermangelung einer besseren Formulierung (mein Fehler) trotzdem kurz erklären.
Sagen wir mal so: Ich kenne keinen aktiven, momentan tätigen Live-, Session- oder Studiomusiker, der jemals sagen würde
Gerade Pagey war weiß Gott kein guter Live-Gitarrist. Da gibt es ganz andere.
(das ist im übrigen keine Meinung, sondern eine Aussage.)
Woran liegt das? Daran, dass hier gerade zwei völlig unabhängige Dinge vermischt werden. Was du wahrscheinlich meinst, ist Sauberkeit. Ich würde dir insoweit zustimmen, als dass nicht alle Sachen 100% gespielt sind wie auf den Alben. Vieles davon ist intendiert, anderes eventuell auf seinen Drogenkonsum zurückzuführen. Also Zusammenfassend: JA, Jimmy Page war nicht der sauberste Gitarrist live.
Macht ihn das zu einem schlechten Livegitarristen? Nope. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Jimmy Page vielleicht einer der legendärsten Liveperformer ist, denn die Rockwelt je gesehen hat. Starkes Statement, oder? Liegt aber vielleicht daran, dass zu einem guten Livegitarristen viel mehr gehört, als nur die Sauberkeit. (und unter uns: kein vermasselter Ton hat dem Since I've been Loving You Solo 1973 im Madison Square Garden auch nur ein Quäntchen Legendenstatus genommen, eher im Gegenteil). Als da wären:
- Performance (und hier ist "Sauberkeit" nur ein untergeordneter Punkt.. da gehört so viel mehr dazu)
- Improvisationsfähigkeit bzw. die Fähigkeit, livejams über viele Minuten unglaublich interessant zu halten
- Synergie mit den Mitmusikern (und hier gibt es kaum jemanden, der ihm das Wasser reichen kann..)
- Verständnis von Dynamik (laut/leise, langsam/schnell, Licht/Schatten, dunkel/hell), und auch hier sucht man vergeblich vergleichbares..
- Ideenreichtum (Theremin, Geigenbogen, Doubleneck, Dutzende Soundvariationen seiner Les Paul um Plant's verschiedene Register zu begleiten, nachzuahmen, oder komplett ad absurdum zu führen)
Es gäbe da noch deutlich mehr aufzuzählen, aber ich glaube, jeder weiß was gemeint ist. Jemanden wie Jimmy Page, ein Gitarrist der es wie kein zweiter Verstand, einen Song dem Zuschauer mehrdimensional darzubieten, als schlechten Livemusiker hinzustellen, ist vorsichtig ausgedrückt "daneben gegriffen". Ich kenne Musiker, die würden dir dafür jegliche Kompetenz absprechen.
Es stimmt (mit Einschränkungen), dass man kein guter Musiker sein muss, um gute Musiker zu kritisieren. Aber es braucht auf jeden Fall Erfahrungen im Livebetrieb, um wirklich umreißen zu können, was live alles eine Rolle spielt. Auftreten in Perfektion (á la Zeppelin) ist so viel mehr als nur sauberes spielen. Jemandem, der aktiv Musik macht, eigene Songs darbietet und oft auf der Bühne steht, ringt man mit solchen Statements nur ein müdes Lächeln ab.
Deswegen bitte ich da um ein bisschen mehr Weitsicht.. es gehört ein vielfaches mehr dazu, als reine Spieltechnik. Das muss auch jedem klar sein, denn sonst wären Kossoff, Hendrix, Clapton (keiner müht sich rein spieltechnisch so unbeholfen ab wie er), Trout, Blackmore, Iommi, Moore, Gallagher und allen voran Slash keine guten Livegitarristen, denn alle gerade genannten sind alles andere als in den Top 100 der saubersten Gitarristen. Und das würde kaum jemand behaupten... oder?