Ich habe eine Hagstrom Super Swede seit Ende 2008, war meine zweite
E-Gitarre*, damals um die 500 €. Mittlerweile sind die neuen Super Swedes (und Swedes) knapp doppelt so teuer, weil sie jetzt Lundgren-designed Pickups haben.
Je mehr ich über Gitarren lerne (insbesondere die Rolle der Mensurlänge, über die damals niemand gesprochen hat, alle waren auf dem "Tonewood"-Zug),
desto mehr frage ich mich, was die Zielgruppe der Hagstrom Swede und Super Swede ist.
Bei der Super Swede dachte ich, "wer einen Les Paul-Look mit einem
Fender*-Klang haben will", da sie ja nicht nur die
Fender*-Mensur von 25.5" hat, sondern auch die Coil Split-Option. Aber auch die Demo-Videos von der Swede, die ja eine normale Les Paul-Scale von 24.75" hat, finde ich meist, dass sie immer noch deutlich heller klingt, also speziell darauf ausgelegt zu sein scheint, heller zu klingen als eine Les Paul. Björn Ulvaeus von ABBA habe ich mal mit Super Swede gesehen, aber bekannt ist er ja doch eher für andere Gitarren.
Meine Super Swede hatte ich damals Ende 2008 angeschafft, weil ich einfach einen Humbucker am Hals wollte für cleane Parts (hatte bis dahin nur meine
Yamaha* Pacifica, also HSS-Strat-Shape), und sie sollte in Cherry Sunburst sein. Den damaligen Epiphones im gleichen Preisbereich bis 500 € habe ich nicht vertraut, was die Verarbeitungsqualität anging.
Während meine Super Swede dann später "zufällig" durch die längere Mensur für D-Standard ganz gut geeignet war, sind die Pickups von 2008 relativ low-output - ich hatte zwischenzeitlich mal überlegt, sie auszutauschen, jetzt würde ich sie einfach mehr mit einem Tube Screamer oder vergleichbarem Effekt boosten.
Trotzdem bleibt die Frage:
Was ist die Zielgruppe? Für Metal scheinen mir die Pickups nicht scharf genug, und der Classic Rocker will dann wahrscheinlich doch eher den traditionellen Les Paul-Sound, den er ja meinen Ohren nach auch auf einer Swede mit der gleichen Mensur nicht bekäme. Und der Jazzer wird sich in der Regel direkt eine Hollowbody holen.
Wenn es um Metal geht, wäre meine Antwort auf die Frage "für wen ist eine Super Swede?" wahrscheinlich mittlerweile "Sascha Paeth" (Avantasia / Masters of Ceremony)

. Der wird zwar Duesenberg treu bleiben, aber Duesenbergs haben ebenfalls eine 25.5"-Mensur und meist einen Single Coil am Hals. Diese Option hat man durch den Coil Split bei den Super Swedes und Swedes natürlich auch, ohne dafür den normalen Humbucker-Sound zu verlieren. Jetzt braucht Avantasia auch nicht den härtesten Metal-Sound, vieles davon ist nah dran an Meat Loaf, da tut es auch die halbakustische Duesenberg, und deren Werksbesaitung von 10-52 passt auf die 25.5" Mensur natürlich perfekt für Avantasias D-Standard-Tuning.
Da ich aber niemand anderen außer Sascha Paeth kenne, der Duesenberg Single Cuts im Metal spielt, sieht man daran, wie klein diese potenzielle Zielgruppe ist. Irgendwie klingen die Gitarren unabhängig von den Pickups (die neuen Lundgrens oder meine von 2008) zu hell für einen Les Paul-Sound, aber gleichzeitig nicht "scharf" genug für Metal. Wahrscheinlich viele Höhen und untere Mitten, aber zu wenig obere Mitten, auch im Vergleich zum "Punch" eines traditionellen Les Paul-Rocksounds (wenn ich mir etwa meine Epiphone inspired by Gibson mit den Custombuckers anhöre).
Für Amorphis-Songs etwa, ebenfalls in D-Standard, war mir meine Hagstrom dann oft doch zu "zahm" - außer für die cleanen Parts. Für alles andere von Amorphis passt meine LTD EC-500 mit EMGs im gleichen Tuning dann doch besser.
Deshalb dachte ich, ich frage einfach mal die anderen Hagstrom-Nutzer hier, wofür ihr eure Hagstroms so einsetzt. 