Ich habe mir inzwischen auch eine "HK Edel Les Paul" (ist eine KHL/Wolf WLP750) und eine "HK SST-10" (Sunsmile SST-10) ersteigert.
Nun ja, was soll man sagen. Die China-Strat ist für die 40 EUR ziemlich sauber verarbeitet. Es ist nichts besonderes und man merkt schon, dass die Hardware recht günstig war. Mit etwas Fingerspitzengefühl kann man sie aber ordentlich stimmen und wenn man den Jammerhebel im Tütchen lässt, bleibt sie auch gestimmt. Der Sound ist (nach Aufziehen von Saiten) erstaunlich brauchbar. Wohlgemerkt nur "brauchbar". Für Anfänger, die möglichst wenig ausgeben wollen, aber durchaus eine Option. Ich hab meine an eine Anfängerin weitergegeben, die mit der Gitarre ziemlich glücklich ist. Selbst hab ich sie auch gerne gespielt, da der Sound für manche Anwendungsbereiche sogar ziemlich gut war.
Die "Edel Les Paul" hingegen ist ein anderes Thema. Eines vorweg: Der Sound ist wirklich erstaunlich gut! Allerdings kann man bei der Verarbeitung nur mit dem Kopf schütteln. Besonders peinlich wird es, wenn man die Verarbeitung mit der Ultra-Billig-China-Strat vergleicht. Die erste HK Edel Les Paul, die ich hier hatte, war mehr oder minder komplett verrostet. Auf den Saiten (entgegen der gemachten Angaben keine D'Addarios) war nicht nur Flugrost, sondern ganze Rostbrocken sind schon aufs Griffbrett gefallen und die Bundstäbchen waren komplett versaut. Das Griffbrett selbst war miserabel lackiert, wenn man überhaupt von einer Lackierung sprechen kann. Es sah so aus, als wäre der Koreaner grob mittig einmal mit dem Pinsel drübergefahren und das wars. Unten war nix, oben war nix, an den Seiten war nix. Dafür in der Mitte ein dicker Streifen, teilweise Lacknasen. Die Hardware war schon bei Auslieferung versaut. Die Rostspur hat sich bis ins Stop Tail Piece gezogen. Höchstwahrscheinlich hat selbiges innen auch schon gerostet.
Ich habe dann reklamiert und eine "neue" bekommen. Leider sah die nur bedingt besser aus. Zumindest hatte die Austauschgitarre keinen Rostschaden. Die Lackierung des Griffbretts war immernoch mangelhaft, aber wenigstens waren die Bünde nicht beeinträchtigt. Und es waren jetzt tatsächlich D'Addario Saiten aufgespannt. Da mir der Sound der Gitarre allerdings gefiel, trat ich nicht vom Vertrag zurück oder erklärte den Widerruf, sondern erklärte die Minderung. Und hier fingen die Probleme an: Der Händler hat leider nahezu keine Ahnung vom deutschen Recht. Zuerst dachte ich, dass er sich dumm stellt und mich veräppeln will. Nach endlosen E-Mails und einem Telefonat wusste ich allerdings, dass man mich nicht verarschen will, sondern dass hier tatsächlich grundsätzlichste Kenntnisse über das Kaufrecht fehlen. Long story short: Nach langem hin und her konnte ich die Minderung dann entgegen meinen Erwartungen doch noch außergerichtlich durchsetzen. Ich habe nun eine KHL Les Paul WLP750 zum Einkaufspreis und bin eigentlich, trotz der Mängel, ganz zufrieden mit der Gitarre.
Bei HK würde ich nochmal einkaufen (wenn sie noch Verträge mit mir schließen wollen

) allerdings würde ich einen Kauf nur Leuten empfehlen, die rechtlich einigermaßen fit sind. HK gönnt sich so Späße wie das Einbehalten der Hinsendekosten bei Widerruf (siehe Bewertungen eBay), Verweigerung der Umsetzung gesetzlich geregelter Gestaltungsrechte (z.B. mein Fall) und macht auch teilweise (straf- und zivil-)rechtlich nicht ganz koschere Vorschläge bezüglich Kostenersparnis bei eBay (auch mein Fall). Wenn man hier sich hier nicht auskennt und aufpasst, läuft man Gefahr, übern Tisch gezogen zu werden. Man braucht (zumindest in meinem Fall) einen langen Atem, um seine Rechte durchzusetzen. Und man darf notfalls auch nicht vor einer Klage zurückschrecken.