Fragen zu Intervalle und Akkordtypen

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MarMal
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Hallo ihr Lieben,

wenn ich 6 Halbtonschritte zwischen zwei Noten habe, ist das ja ein Tritonus.
Wann genau spreche ich in der Hinsicht aber von übermäßiger Quart, bzw. verminderter Quinte?
In der Musterklausur zur Aufnahmeprüfung steht teilweise auch, dass man selbst Intervalle schreiben soll und dann
steht da beispielsweise 4< oder 5>
Wie genau schreibe ich das dann und mache klar, was ich genau meine? Mit Vorzeichen?
Bin etwas verwirrt.

Nächste Frage:

Aufgabe 4: Notieren sie folgende Tonleiter: D-Phrygisch.

Steht hier das D für das "große D" oder für irgendein beliebiges D?
Weil in der Lösung (dafür gibt es eine Lösung ;)) haben sie mit dem d' angefangen.

Nächste Frage:

Gehörbildung.

4.: Notieren Sie die Akkordtypen mit Ihnen bekannten Symbolen.

-> Das bedeutet, der Mensch am Klavier spielt dann die Akkorde, wir müssen sie aufschreiben.
Mit der Aufgabe sind dann Akkorde wie m7, m6, Dmaj7 etc. gemeint, oder?

Nächste Frage:

Was genau bedeutet A7sus4?



So, das wärs erstmal.
Falls ihr nur eine Frage beantworten könnt/wollt, wäre das wirklich schon super.
Bin ein bisschen verzweifelt ;)

Liebste Grüße,
MarMal
 
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Aufgabe 4: Notieren sie folgende Tonleiter: D-Phrygisch.

Steht hier das D für das "große D" oder für irgendein beliebiges D?
Weil in der Lösung (dafür gibt es eine Lösung ;)) haben sie mit dem d' angefangen.

Ich vermute, Du sollst eine phrygische Tonleiter mit Grundton D bauen und notieren. Die konkrete LAGE wird eher weniger wichtig sein ...

4.: Notieren Sie die Akkordtypen mit Ihnen bekannten Symbolen.

-> Das bedeutet, der Mensch am Klavier spielt dann die Akkorde, wir müssen sie aufschreiben.
Mit der Aufgabe sind dann Akkorde wie m7, m6, Dmaj7 etc. gemeint, oder?

Das sehe ich auch so ... wobei vor allem die Akkord-QUALITÄTEN wichtig sein dürften, also 7, maj7, m7, vermindert und halbvermindert. Wie weit da Tensions auch noch eine Rolle spielen, kann ich nicht beurteilen ...

Was genau bedeutet A7sus4?

Das ist ein Dominant-Sept-Akkord mit Grundton A, bei dem die Terz (3) des Akkordes durch die Quart (4) ersetzt wird.
Also: A-D-E-G. Üblicherweise dient dieser Akkord als Vorhalt vor dem "normalen" A7.

LG - Thomas
 
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Ich kann dir leider nur eine Antwort geben, bei der ich mir sicher bin, dass es so ist ;)
sus steht für suspended und bedeutet dass man die Terz weglässt.
A7sus4 besteht also aus a e g d
die 4 wird dann meistens zur Terz aufgelöst.
Sehr markant und leicht wieder zu erkennen.
 
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Vielen, vielen Dank.

Eine Frage habe ich aber: Was genau sind Tensions und Akkord-Qualitäten? Bin nicht so bewandert in der Musiktheorie, eher Anfängerin.

Liebe Grüße,
MarMal
 
Hi ;)

Wahrscheinlich +9, oder bspw. -9, also 'Erweiterungen' über der Oktave, glaube ich.
 
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Danke! Wäre das dann bei einem F7sus das selbe? Also da lasse ich dann einfach die Terz weg und setze dann eben auch keine Quart ein, sondern nur Grundton, Quint und dann eben noch die Septime?
 
Hi ;)

Auf keinen Fall - die 4 ersetzt die 3... ^^^

Edit: Auf meiner Klampfe würde ich das so greifen:
F|C|Eb|Bb|C|F
als 6-Klang (Akkord)
 
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Ahh ok. Das heißt, immer wenn sus dabeisteht, ersetzt die 4 die 3, auch wenn es nicht explizit da steht? Danke!
 
Eine Frage habe ich aber: Was genau sind Tensions und Akkord-Qualitäten?

Akkordqualitäten sind genau das, was der Name suggeriert: Die grundsätzlichen Klangqualitäten eines Akkords, als da wären:
Dur (maj7), Moll (m7), DomSept (7), vermindert (7 dim), halbvermindert (m7b5), und sus-Akkorde.

Das heißt, daß die jeweils verwendeten Tensions nichts an der grundsätzlichen Klangqualität ändern: Ein maj7-Akkord klingt immer nach einem maj7-Akkord, egal, ob noch T9, T13 oder T#11 dabei ist, und sein Klang unterscheidet sich fundamental von jenem der anderen Akkordqualitäten. Gleiches gilt für Dom-Sept-Akkorde und die anderen Akkordqualitäten. Das sind, wenn Du so willst, die grundlegenden Akkord-"Familien".
Tensions sind die "Reibe-Töne", die in einem Akkord vorkommen, die nicht zum grundlegenden Akkord-Dreiklang (bzw. 4-Klang) gehören, und die dem Akkord eine bestimmte Klangfarbe verleihen. Also sind Tensions z. B. die Töne 9, b9, #9, 11, #11, 13, b13. Und sie ihre Bezifferung ergibt sich, weil man sie erst jenseits der Septime zu zählen beginnt, also quasi in der zweiten Oktave des Akkord (sie kommen auch - üblicherweise - erst im höheren Register vor).

LG - Thomas
 
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Zu deiner ersten Frage, wie denn jeweils die enharmonische Deutung vom Tritonus geschrieben wird:
C F# ist eine übermäßige Quarte (4#, was du hier als 4< schreibst), C Gb ist eine verminderte Quinte (5b). Du baust also einfach immer den reinen Intervall auf den Grundton (Quarte) und dann kümmerst du dich um eventuelle Vorzeichnung.

Stichwort: Enharmonische Verwechslung!
 
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Ahh ok. Das heißt, immer wenn sus dabeisteht, ersetzt die 4 die 3, auch wenn es nicht explizit da steht? Danke!

Fast. Es gibt auch sus2-Chorde. Die Terz wird hier gegen eine 2, eine große Sekunde, getauscht. sus4: 3 wird 4. sus2: 3 wird 2. Die 2 ist zugleich große None. Eine große None kann dem Akkord auch hinzufügt werden, d.h. die anderen Töne werden beibehalten. Und dann gibt es noch die Notation "slash" : Ein bestimmter Akkord wird "über" einem anderen Ton gespielt, zB C/D, Akkord C(Dur) und als tiefster Ton wird ein D gespielt, eig. ein Add-Non-Akkord.
 
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Vielen, vielen Dank für eure Hilfe! Ich bin jetzt schon viel weiter als davor.

Allerdings (um eure Hilfsbereitschaft überzustrapazieren) noch eine Frage:

Ich muss drei verschiedene Akkorde aufschreiben.

1. B (oben) b Dreieck
(Okay, das ist jetzt echt bescheuert. Also da steht ein großes B und drüber ein b Vorzeichen und daneben ein Dreieck)
2. G (oben) b7#11
3. B (oben) badd9

Wie genau schreibe ich diese Akkorde?
-Bdur mit großer Septime und einem b davor.
-Gdur mit einer kleinen Septime mit b davor und einer Undezime (so heißt das doch, oder?) mit Kreuz davor
-B dur mit einer None statt Terz mit einem b davor?

Wenn da jetzt nur stehen würde G (oben) b, was wäre das dann? Gibt es das überhaupt oder muss, um Ges Dur zu schreiben, das b direkt neben dem G stehen?

VIELEN DANK NOCHMAL!
 
Bb&#916;
nennt man "B flat major7", auf deutsch B Dur Akkord mit großer Septim: b d f a, bzw. Bb D F A.

Gb7#11
G flat 7 sharp 11 bedeutet Dominantseptakkord über Ges mit #11, auch Lydian Dominant oder Mixo#11 bzw. Mixolydian#11genannt:
ges b c fes bzw. enharmonisch Gb Bb C E
Die Quinte würde im Akkord nicht gut klingen.

Bb add9
B flat add 9 bedeutet B flat add 9, auf deutsch B Dur Akkord mit None: Bb D F C

Für gut klingende Akkorde werden die Töne oft anders geschichtet, tonleitereigene (=nicht alterierte) Quinten können dabei oft wegfallen.
 
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Danke!

Deshalb, ich war sehr verwirrt, irgendjemand hat mir das so erklärt, wie ich es oben aufgeschrieben habe und ich war etwas misstrauisch.
Nur den zweiten verstehe ich nicht genau.
Das sind dann doch die drei Töne vom Ges Dur Akkord, also Ges B Des, drauf kommt noch die kleine 7, das heißt E und dann noch #11, das heißt C,
aber was bedeutet denn das Kreuz davor?
Und wieso ein fes?

- - - aktualisiert - - -

Und was genau würde ich dann in den Bassschlüssel und was in den Violinschlüssel schreiben? Sorry, ich komm mir echt wie ne Niete vor. Kann leider auch gerade keine Musiknachhilfe mehr nehmen, weil ich nicht zu Hause, sondern im Urlaub bin.
 
Ich hatte zunächst die deutsche und die gebäuchlichere englischsprachige Benennung verwendet.
Es wäre jedoch sinnvoll, sich an für eine Nomenklatur zu entscheiden und gebräuchlicher wären dabei die englische Bezeichnungen. Diese Bezeichnungsart kam in den USA mit dem Jazz auf und wurde für die frühe Pop-Musik (Tin Pann Alley) und dann auch für die Rockmusik übernommen.

Deutsch B heißt auf engl. Bb (B flat). Das b nennt man "flat" und es bezeichnet die chromatische Erniedrigung, # bezeichnet die chromatische Erhöhung und wird "sharp" genannt.

Gb ist der Grundton, Bb die Dur-Terz, C diie enharm. benannte übermäßige Undezime (=#11). Sie würde um eine Oktav tiefer gelegt, damit der Akkord besser klingt. Fes bzw. enharmonisch E ist die "kleine Septim", üblicherweise Dominant Seven genannt.

6g75-jb-dc6a.jpg


Gb heßt G flat und man sieht dafür genauso häufig die Schreibweise Gb, auf deutsch würde man Ges sagen.

Mit Noten im Baß- und Violinschlüssel würde man nur für zweihändige Piano-Voicings schreiben.
Ich habe nur den Gb7#11 nicht stur geschichtet und die #11 im Akkord wie eine #4 aufgeschrieben.
 
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Ok, super, das mit dem fes habe ich jetzt verstanden und verinnerlicht ;)
Jetzt fehlt mir nur noch das Verständnis für die übermäßige Undezime. Ich mach das mit den Intervallen immer so, dass ich von Notenlinien ausgehe, wenn ich jetzt von den Notenlinien ausgehe, lande ich beim C. aber wo ist das dann übermäßig?

Vielen Dank für deine Hilfe und die Zeit, die du für mich Amateur aufwendest.

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Wow! Vielen, vielen, vielen Dank! Ich habe absolut alles verstanden, nur das C will sich mir noch nicht so ganz erklären.

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Um meine Frage umzuformulieren: das # steht einfach nur für übermäßig, also einen Halbton erhöht und wenn da jetzt ein b vor der 11 stehen würde, müsste dort theoretisch ein b stehen, richtig? (selbst wenn das dann in dem Beispiel weniger Sinn machen würde.)
 
Ich mach das mit den Intervallen immer so, dass ich von Notenlinien ausgehe,...aber wo ist das dann übermäßig?

Du gehst am besten von der jeweiligen Tonleiter aus. Die tonleitereigenen Intervalle nennt man diatonisch, davon abweichende Intervalle nennt man alteriert. Alterationen von diatonischen Intervalls können einen Halbton tiefer (b) oder höher sein (#).

Gb7#11 bildet folgende Tonleiter: Gb Ab Bb C Db Eb Fb (enharm. E) Gb
Den Akkord bildet man durch Terzschichtung, wegen des dissonannten Intervalls der kleinen None 5 zur #11: Db - C bzw. der kleinen Sekund bei Umformung des Akkords entfällt die Quint, soweit ich das kenne.

nur das C will sich mir noch nicht so ganz erklären.
Die "normale" Durtonleiter hat bis zur Quart (4, 11) folgende Struktur: Ganzton Ganzton Halbton, die sich dann zur Oktav wiederholt.
C - D, D - E, E - F
Übertragen auf unseren Fall:
Gb - Ab, Ab - Bb, Bb - Cb (Cb enharm. B, dt. H)
Ein Akkord Gb11 würde daher mit einem Cb geformt, bei Erhöhung um einen Halbton wird die 11 zur #11 und damit das Cb zum C.

Bestimmen von Intervallen, z.B. übermäßig, geht am besten über das Abzählen der Halbtonschritte
In diesem Fall sind es 6 Halbtonschritte. Die korrekte Bezeichnung des Intervalls richtet sich nach der Diatonik und der jeweiligen Alteration.
Gb G Ab A Bb B C Db D Eb E F Gb
Dieses Intervall ist auch als Tritonus bekannt, weil es 3 Ganztonschritte umfasst:
Gb - Ab, Ab - Bb, Bb - C

... das # steht einfach nur für übermäßig,
Das # vor der 11 steht für "übermäßig", weil das Bezugsintervall die "reine Quart" ist. Reine Intervalle werden bei Erhöhung übermäßig und bei Erniedrigung vermindert, das Ganze gibt es auch "doppelt" gemoppelt.

wenn da jetzt ein b vor der 11 stehen würde, müsste dort theoretisch ein b stehen
Nein.
Es gibt keine b11, denn das wäre enharmonisch die Dur-Terz. :nix:
Aber es gibt statt der #11 auch eine b5 (verminderte Quint). :D
 
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Hi ;)

@zonquer
Vortrefflich erklärt alles!! :great:
 
Die eigentlichen Fragen sind ja beantwortet, deshalb erlaube ich mir hier eine Spitzfindigkeit am Rande.

Es gibt keine b11, denn das wäre enharmonisch die Dur-Terz. :nix:
Das ist in der Praxis richtig, es gibt aber einen Sonderfall. Die siebte Stufe von Melodisch-Moll, besser bekannt als "Alterierte Skala", lässt sich so aufschreiben:

1 b9 b3 b11 b5 b13 b7

Diese Schreibweise ist theoretisch richtig, da sie sich die diatonische Terzschichtung hält. Der Stufenakkord auf MM7 wäre theoretisch halbvermindert.

In der Praxis sieht es aber anders aus. Die b11 ist wie schon erwähnt enharmonisch verwechselt eine Durterz (3) und die ist viel stärker als die Mollterz (b3). Dementsprechend schreibt man die Skala aus praktischen Gründen so:

1 b9 #9 3 b5 b13 b7

Entsprechend wäre der zugehörige Akkord ein 7b13.

Trotz der praktischeren Bezeichung mit 3 und #9 liest man aber in mancher Literatur auch mal eine b11 ... zB wenn sich eine Linie oder ein Viocing so übersichtlicher notieren lässt!
 
1 b9 b3 b11 b5 b13 b7

1 b9 #9 3 b5 b13 b7

Hallo,
nur kurze Zwischenfrage: Warum benutzt man hier eigentlich die Zahlen größer 7?, Also z. B. die 9 für die 2. Stufe und die 11 für die 4.? Bei Akkorden ist es mir klar, aber für Skalen?
Gruß
 

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