Klavierspielen lernen mit Bach und Co.

  • Ersteller Ersteller Pianoteq
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  • #221
Der Vorteil des Internets ist: Man bekommt eine Menge verschiedenster Informationen in kurzer Zeit.
Der Nachteil des Internets ist: Man bekommt eine Menge verschiedenster Informationen in kurzer Zeit.

😎

Seht guter Punkt. Das ist in der Tat ein zweischneidiges Schwert.

Allerdings hatte Robert Gjerdingen als Professor sein Leben lang Zeit, darĂŒber zu forschen. Das trifft fĂŒr uns Normalsterbliche nicht zu. Deshalb ist BeschrĂ€nkung das Gebot der Stunde. Wenn Gjerdingen das erklĂ€rt, schöpft er aus einem fast unermesslichen Wissensvorrat, den er sich ĂŒber Jahrzehnte angeeignet hat. Wir, die wir etwas darĂŒber lernen wollen, kratzen verglichen damit gerade mal an der TĂŒr zur Bibliothek.

Die Leute, die frĂŒher das Partimentospiel gelenrt haben, haben das vermutlich auch jeden Tag mehrere Stunden geĂŒbt.

Da denkt man dann fast schon, es gibt nur das. Aber es gibt mehr als das, und das ist sehr erfreulich.

Man fĂ€ngt ert einm vorne an. Mit den einfachen Dingen. II-V-I und Quintfallsequenzen sind so ubiquitĂ€r, dass ich sie - ohne zu wissen,wie Dinger heißen - selbst erkannt habe, einfach wilman sie so oft zu hören bekommt.

Es gibt ja noch das ganze weite Feld der Reharmonisation. Nicht, um Dich zu verwirren, sondern um zu zeigen, dass es da keine Regel heutzutage gibt "Bei Melodieverlauf von <Ton 1> nach <Ton 2> brauche ich Akkord <Akkord> mit Bass <Note im Bass>", sondern esgibt viele Wege,wie man das harmoniseren kann und darf.

Nehmen wir mal 'Oh Tannenbaum'.
Starkes Signal am Anfang: Quarte aufwĂ€rts. Oft Indikation dafĂŒr, dass der zweite Ton der Grundton sein könnte.
(Hornsignal, Obertonraihe, 3. Oberton => 4. Oberton).
Dann ist der erst ja die Quinte zum Grundton, ah, da können wir die Dominante nehmen.

Kann man so machen.
Ist der Normalfall.
Kann aber auch ganz anders machen, den ersten gar nicht harmonisieren und der zweite dann ein IV add 2.
Das kann einem Oktavregel, Partimento und Co., vermutlich nicht erzÀhlen.

Oder das Beispiel hier:


View: https://www.youtube.com/watch?v=ZvDUkldQcrc

Ob das 'schön' ist, ist eine andere Frage. Aber ... darf man das?
latuernich.jpg

(Man beachte den leicht angeheiterten Zustand.)

GrĂŒĂŸe
Omega Minus
 

  • Ersteller
  • #222
Was hier in letzter Zeit so Thema war, ist fĂŒr einige AnfĂ€ngerInnen vielleicht regelrecht abschreckend. Generalbass und Kontrapunkt sind nicht gerade das, womit man beim Klavierspielen anfĂ€ngt. Die neapolitanischen Waisenkinder sind da wahrscheinlich auch erst nach Jahren hingekommen.

Aber was macht man denn nun am Anfang, so im ersten, zweiten Jahr des Klavierlernens? Im klassischen Bereich spielt man da vielleicht StĂŒcke aus der Russischen Klavierschule, dem NotenbĂŒchlein fĂŒr Anna Magdalena Bach, Übungen von Hanon und Czerny, EtĂŒden von BurgmĂŒller etc.

Im nicht so klassischen Bereich spielt man eventuell etwas aus einer Klavierschule wie der von Jens Rupp oder StĂŒcke in dieser Art, die er und andere extra fĂŒr AnfĂ€nger geschrieben haben. Da kommen William Gillock in den Sinn oder auch Ailbhe McDonagh mit ihrem It’s a Piano Thing! Und viele andere, vor allem englischsprachige KomponistInnen.

Deutschsprachig ist die Auswahl an entsprechenden Noten/NotenbĂŒchern nicht so groß, aber es gibt sie. Daniel Hellbach, Sandra Labsch, Oxana Krut, Anne Terzibaschitsch, Aniko Drabon sind nur einige von noch vielen mehr. Schwierig wird es, wenn man deutschsprachige Videos auf YouTube mit schönen Akkordfolgen und VorschlĂ€gen fĂŒr kleine Improvisationen sucht. Das meiste ist auf Englisch. Aber es gibt auch deutsche Angebote wie das von Daniel Hunziker, das ich oben schon erwĂ€hnt und verlinkt hatte. Ein weiteres dieser deutschsprachigen Angebote ist von Klavierlernen mit Melanie:


View: https://youtu.be/9pZo2l6zycI?si=R33Jo0NxBpqB0o8y

Melanie unterrichtet keine fertig komponierten StĂŒcke (bis auf Ausnahmen), sie gibt nur Anregungen, um selbst kleine StĂŒcke zu improvisieren. Zu Anfang auf sehr einfache Art, die sich dann StĂŒck fĂŒr StĂŒck ein wenig steigert. Was sie von vielen anderen unterscheidet, ist, dass sie keinen Jazz macht. Bei ihr geht es ausschließlich um Pop-Improvisation. Das ist ein außergewöhnlicher Weg, denn die große Masse der Anbieter, vor allem der englischsprachigen Anbieter, ist doch sehr dem Jazz verhaftet. Das ist aber nicht unbedingt jedermanns (oder jederfraus) Geschmack.

Wenn man also eher in die Pop-Richtung tendiert, sollte man sich die VorschlĂ€ge von Melanie einmal ansehen. Ich habe mir heute obiges Video noch einmal (ich kannte es schon) angesehen und es nachgespielt, und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wenn man etwas anderes ausprobieren will, kann man sich bei Melanie aus ĂŒber 130 Videos etwas aussuchen, um das ganz von Anfang an zu lernen. Mit ihren Videos habe ich schon einige Klingeltöne fĂŒr mein Handy erstellt. Das klingt sehr gut, und kein anderer hat dieselben. Alles EinzelstĂŒcke. 😊
 
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  • #223
Melanie macht keine StĂŒcke, sie gibt nur Anregungen, um selbst kleine StĂŒcke zu improvisieren.
Hab mir mal zwei von den Videos angeschaut. Das macht sie sehr schön "kleinteilig", gut fĂŒr AnfĂ€nger aufbereitet. Danke fĂŒr den Hinweis!
 

  • #224
Was hier in letzter Zeit so Thema war, ist fĂŒr einige AnfĂ€ngerInnen vielleicht regelrecht abschreckend. Generalbass und Kontrapunkt sind nicht gerade das, womit man beim Klavierspielen anfĂ€ngt. Die neapolitanischen Waisenkinder sind da wahrscheinlich auch erst nach Jahren hingekommen.
Ich verfolge die BeitrÀge schon eine ganze Weile und viele Begriffe erzeugen bei mir als SpÀtanfÀngerin (noch sehr am Anfang) nur Fragezeichen im Kopf. Mitunter denke ich: "Oh Gott, was es noch alles zu lernen gibt!" und doch finde ich es auch interessant, bereits jetzt anderen Input zu bekommen.

In der Praxis umsetzen kann ich davon leider noch gar nichts - auch das gut gemeinte Video von Melanie nicht. Wenn man berufstĂ€tig (Vollzeit) ist, Familie und Haus hat und noch dazu neben dem Klavierspielen man sich hin und wieder auch sportlich betĂ€tigen will, bleibt neben dem eigentlichen Klavierunterricht und den dort aufgetragenen Übungen leider keine Zeit mehr. Das Umsetzen der Infos von Melanie wĂŒrde aber genau das Einfordern: ZusĂ€tzliches Üben zum eigentlichen Unterricht.

Aber, ich finde es spannend, das alles zu lesen und denke mir: Toll, was es noch alles zu lernen gibt. Langweilig wird es mir die nĂ€chsten Jahre bestimmt nicht! 😆
 
  • #225
Das Umsetzen der Infos von Melanie wĂŒrde aber genau das Einfordern: ZusĂ€tzliches Üben zum eigentlichen Unterricht.
Kollegin Pianoteq beleuchtet alle möglichen Aspekte rund um's Klavierlernen und Spielen. Sie betreibt das Hobby besonders engagiert und zu entsprechend vielen Entdeckungen und Anregungen kann sie hier berichten.

Üben könnte man als eine Zeit fĂŒr sich sehen. Die BeschĂ€ftigung mit Übungen und SpielstĂŒcken ist dann einer von verschiedenen Wegen zur Entfaltung der Persönlichkeit. Durch das Üben erweitert man den eigenen Ausdruck im Spielen. Das Üben und die damit verbundene Überwindung so mancher HĂŒrde entlang des Weges kann dann zunehnehmde Motivation und zunehmende Freude am Musizieren bewirken.
Wieviel man bis wann erreicht ist dabei gar nicht so wichtig.
Weil es mir gerade einfĂ€llt: als Vertreter der Czerny schĂ€tzenden Minderheit unter den KlavierschĂŒlern möchte ich noch auf eine clevere Titelwahl des Meisters hinweisen. Er nannte eine Zusammenstellunge von Üben fĂŒr AnfĂ€nger "100 Erholungen".
https://universaledition.com/100-erholungen-fuer-klavier-czerny-carl-ue260

EDIT Nachtrag: meine komprimierte Lieblingszusammenstellung ist - ab dem meistens 2. Halbjahr Unterricht oder etwas spĂ€ter - "Hello, Mr Gillock! Carl Czerny!". Die schönen EtĂŒden und StĂŒcke steigen in den Anforderungen und können eine ganze Weile begleiten. Das Heft wird bereits seit 25 Jahren verlegt und immer wieder im LehrplĂ€nen berĂŒcksichtigt, u.a. in den ABRSM Piano Exams.

Gruß Claus
 
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  • #226
Gerade eben habe ich mich beim Üben aufgenommen und nachher, als ich mich selbst in dem Video beim Üben angeschaut und angehört habe, so gedacht: Wieso denken wir immer, dass wir nichts können? Ich glaube, das trifft fĂŒr viele SpĂ€tanfĂ€nger zu. Vor einiger Zeit las ich drĂŒben im Clavioforum (da bin ich kein Mitglied, aber lese mit), dass eine SpĂ€tanfĂ€ngerin, die mit 70 angefangen hat, Klavier zu lernen, und jetzt 81 ist, also seit 11 Jahren lernt, meinte, sie könnte nichts. Sie spielt ganz schön anspruchsvolle StĂŒcke, wie ich das so mitgekriegt habe, also sie hat ganz bestimmt eine Menge gelernt und auch und gerade in Anbetracht ihres Alters kann sie eigentlich stolz auf sich sein, aber wir sind irgendwie immer unzufrieden mit dem, was wir können. Das trifft sicherlich auch fĂŒr Nicht-SpĂ€tanfĂ€nger zu, aber ich habe das GefĂŒhl, dass wir SpĂ€tanfĂ€nger so sehr davon ĂŒberzeugt sind, dass wir das nie mehr aufholen können, was die „FrĂŒhanfĂ€nger“ gelernt haben, dass wir unsere eigenen Erfolge manchmal gar nicht sehen.

NatĂŒrlich habe ich auch in dem Video, das ich heute beim Üben von mir aufgenommen habe, viele Fehler gespielt. Selbst bei der fis-moll-Tonleiter war nicht alles richtig und ich musste neu ansetzen. Das StĂŒck Anastasia in fis-moll hat auch noch einige HĂŒrden fĂŒr mich, an denen ich arbeiten muss, obwohl es sicherlich nicht furchtbar schwer ist. Ich denke, es entspricht ziemlich genau meinem Niveau. Wenn ich es diese Woche endlich einmal jeden Tag ĂŒben kann, werde ich es nĂ€chsten Montag bei der Klavierstunde meiner Klavierlehrerin wohl recht flĂŒssig vorspielen können. Da ich jetzt so krank war, dass ich nicht ĂŒben konnte, hat sich das verzögert, sonst wĂ€re ich schon am nĂ€chsten StĂŒck. Es geht also eigentlich ganz gut voran. Heute habe ich wieder eine Übung von C-Dur in fis-moll transponiert beim Spielen, um das weiter zu ĂŒben. Das geht auch immer besser. Was ich vor noch gar nicht so langer Zeit noch nicht fĂŒr möglich gehalten hĂ€tte.

Nun ĂŒberlege ich schon, was mein nĂ€chstes StĂŒck sein könnte, wenn ich mit Anastasia fertig bin. Da ich so viel Spaß an den KlĂ€ngen in diesem StĂŒck habe, dachte ich, dass ich etwas Ähnliches machen könnte, aber es ist schwierig, etwas genauso Gutes zu finden. Das StĂŒck ist wirklich sehr gelungen, finde ich. Schön wĂ€re es, wenn es ein StĂŒck mit Ă€hnlich interessanten KlĂ€ngen wĂ€re, denn das fasziniert mich im Moment am meisten. Als ich heute die tonleitereigenen Akkorde von fis-moll gespielt habe und es da von Gis vermindert zu A ĂŒbermĂ€ĂŸig ging, ist mir richtig ein Schauer den RĂŒcken heruntergelaufen. Das ist ein irre schrĂ€g klingender Übergang.

Was ich gestern entdeckt habe, war der Pyramid Dance von Angeline Bell:


View: https://www.youtube.com/shorts/r4L6dguuOVc

Das könnte etwas sein als mein nĂ€chstes StĂŒck, auch wenn es sicher etwas einfacher ist als Anastasia. Es ist auf jeden Fall lustig. 😊
 
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  • #227
Ach, es ist wirklich ein Kreuz. So viele schöne StĂŒcke, die man spielen könnte, und so wenig Zeit. 😊 Selbst wenn ich stundenlang jeden Tag ĂŒben wĂŒrde bis zu meinem Tod, könnte ich das nicht mehr alles lernen und spielen. Da haben die „FrĂŒhanfĂ€nger“ einfach die Nase vorn. Die hatten Jahrzehnte mehr, um all diese schönen StĂŒcke zu spielen. DafĂŒr gibt es jetzt allerdings viele neue StĂŒcke, die es damals noch nicht gab, wie beispielsweise die von Ailbhe McDonagh und Angeline Bell. Die sind ja erst in den letzten Jahren entstanden.

Ein paar StĂŒcke gibt es allerdings schon lĂ€nger wie die von CĂ©cile Chaminade. Sie lebte von 1857-1944 und war damals als Pianistin und Komponistin ziemlich berĂŒhmt. Zumindest bis zum ersten Weltkrieg. Danach war ihr Stil anscheinend nicht mehr so gefragt. Ihre Lebensgeschichte zeigt, dass sie sehr begabt war, aber ihr Vater meinte, dass MĂ€dchen nur Ehefrauen und MĂŒtter werden könnten und hat ihr stĂ€ndig Steine in den Weg geworfen.

Georges Bizet nannte CĂ©cile jedoch „seinen kleinen Mozart“ und unterstĂŒtzte sie. So ist sie dann doch noch eine erfolgreiche Pianistin und Komponistin geworden. Sie hat sogar Konzerte in der ganzen Welt gegeben. Heute ist sie ziemlich vergessen, in letzter Zeit aber ein bisschen wiederentdeckt worden.

Wie so viele andere Komponisten hat auch sie ein „Album fĂŒr Kinder“ komponiert, das auch fĂŒr uns heutige SpĂ€tanfĂ€nger StĂŒcke enthĂ€lt. Sehr hĂŒbsch ist dieser Walzer:


View: https://youtu.be/p8nok-Up26w?si=zLb32dVbK9PzXuMs

Aber auch viele andere StĂŒcke aus dem Album sind in einem Schwierigkeitsgrad komponiert, den man als etwas fortgeschrittener AnfĂ€nger spielen kann. Je nachdem, wie weit man nach zwei oder drei Jahren eben ist. FĂŒr mich wĂ€re es machbar, aber ich mĂŒsste doch ziemlich ĂŒben, um dieses StĂŒck zu lernen. In einer Woche ist das wohl nicht getan. Macht aber bestimmt Spaß, weil es so etwas Lustiges, die Stimmung Hebendes hat.

Somit auch eines der StĂŒcke (bzw. das ganze Album), das ich auf meine Liste setze, um sie in absehbarer Zeit zu spielen.

Einige ihrer StĂŒcke sind auch in das ABRSM-Programm aufgenommen worden, und dort wird dieses hier mit Grade 4 eingeordnet:


View: https://youtu.be/_p5ox10T-j8?si=nPGjplahfmp6ir_y

Das hier ist allerdings nicht aus dem „Kinderalbum“ und Grade 8:


View: https://youtu.be/-Xh8vBCk_VI?si=wpkpXhp7HzAYize_

Das wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis ich das spielen kann. 😎
 
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  • #228
Ach, es ist wirklich ein Kreuz. So viele schöne StĂŒcke, die man spielen könnte, und so wenig Zeit. 😊 Selbst wenn ich stundenlang jeden Tag ĂŒben wĂŒrde bis zu meinem Tod, könnte ich das nicht mehr alles lernen und spielen. Da haben die „FrĂŒhanfĂ€nger“ einfach die Nase vorn.
Das geht mir als "FrĂŒhanfĂ€nger" leider genauso 😉

Aber es hat ja auch sein Gutes. Stell Dir vor, du wĂ€rst eines Tages "fertig" und hĂ€ttest alles gespielt, was Dir gefĂ€llt. Nichts neues mehr zu entdecken. WĂ€re auch doof irgendwie 🙂

Wichtig ist aber, dass man seine Zeit effektiv nutzt. Dann ist man meiner Meinung nach Faktor 2 bis 3 schneller.
Das heißt fokussieren - weniger youtube, Übeplan, und die konkreten Schwierigkeiten finden und gezielt ĂŒben.

Das gilt vor allem, wenn man ein StĂŒck zum Tag x fertig haben will.
Falls man natĂŒrlich einfach Spaß haben will, kann man es auch ganz entspannt angehen 😉

Die RKL finde ich auch toll
was ist die RKL?
 
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  • #229
Oops, RKL war ein Schreibfehler.
Ich meinte "RKS" fĂŒr "Alexander Nikolajew, ed. Julia Suslin, Russische Klavierschule (3 BĂ€nde)", habe die Stelle oben korrigiert.
Die Ausgaben gibt es auch mit Einspielungen der StĂŒcke auf CD (immer noch?).
rks1.jpg rks2.jpg rks3.jpg
https://www.thomann.de/de/sikorski_verlag_russische_klavierschule_1.htm
https://www.thomann.de/de/sikorski_russische_klavierschule_2.htm
https://www.thomann.de/de/sikorski_musikverlage_russische_klavierschule_spielb.htm

Bei dieser Gelegenheit: der Herausgeber "Sikorski Musikverlage" wurde vor einigen Jahren von Boosey & Hawkes ĂŒbernommen. Der neue EigentĂŒmer hat die informativen Homepages zum Verlagsangebot und speziell die zur Russ. Klavierschule leider bis heute offline gestellt, ein Trauerspiel.
https://www.sikorski.de/
https://www.die-russische-klavierschule.de/

Gruß Claus
 
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  • #230
Bei diese Gelegenheit: der Herausgeber "Sikorski Musikverlage" wurde vor einigen Jahren von Boosey & Hawkes ĂŒbernommen. Der neue EigentĂŒmer hat die informativen Homepages zum Verlagsangebot und speziell die zur Russ. Klavierschule leider bis heute offline gestellt, ein Trauerspiel.
https://www.sikorski.de/
https://www.die-russische-klavierschule.de/

Manchmal hilft das Archiv (archive.org) weiter, z.B.
https://web.archive.org/web/20210115164608/www.die-russische-klavierschule.de/

GrĂŒĂŸe
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  • #231
Immerhin bekommt man im Webarchiv einen Eindruck, was da weggerÀumt wurde und dass das Online-Marketing von Boosey & Hawkes nicht unbedingt erfolgsorientiert handelt.
Leider speichert das Webarchiv nur Teile der ursprĂŒnglichen Homepage, auch wenn das verstĂ€ndlich ist.

Gruß Claus
 
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  • #232
Es dauert alles lĂ€nger, als man denkt, vor allem, wenn man nicht so viel Zeit zum Üben hat, aber es wird. 😀 Immer wieder stelle ich fest, dass die Art des Übens fast wichtiger ist als die Zeit, die man damit verbringt. NatĂŒrlich muss man ĂŒben, sonst kommt man zu gar nichts. Aber man muss nicht stundenlang stupide immer wieder dieselben Stellen ĂŒben. Das tut man fast automatisch, wenn etwas nicht klappt. Man will eben, dass es klappt. Und dann wundert man sich, dass es doch nicht so viel besser wird, wie man erwartet hat.

Denis Zhdanov hat das in seinem jungen, aber doch schon langen Pianistenleben auch herausgefunden:


View: https://youtu.be/DSu7JuiYHQo?si=9ylrYrmAFUaRMpLD

In diesem Video stellt er etwas vor, das er The principle of variability nennt. Auf Deutsch ĂŒbersetzt so etwas wie das Prinzip der VerĂ€nderung oder das Prinzip der Abwechslung. Es ist nicht unbedingt etwas Neues, eine große Aufgabe in viele kleinere herunterzubrechen, die einfacher zu lernen sind, um es dann zum Schluss zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen. Dennoch stellt er hier sehr kompakt in einem einzigen Video einige Strategien vor, wie man das am besten tun kann. Er nimmt als Beispiel Mozarts „Einfache Sonate“ KV 545, die wohl alle kennen. Und die gar nicht so einfach ist, wie sie heißt. 😉 Zumindest nicht fĂŒr AnfĂ€nger.

Insgesamt hat er 13 Punkte. Punkt 3 ist mit getrennten HĂ€nden zu spielen, und ich persönlich habe festgestellt, dass das viel hilfreicher ist, als man denkt. Am Anfang denkt man, das macht man nur, solange man das StĂŒck noch nicht mit beiden HĂ€nden spielen kann. Man fĂ€ngt mit einer Hand an, bringt sie fehlerfrei auf das richtige Tempo, dann nimmt man die andere Hand, bringt sie fehlerfrei auf das richtige Tempo. Und zum Schluss bringt man beide zusammen und bringt sie zusammen fehlerfrei auf das richtige Tempo.

Das ist auf jeden Fall schon mal gut, aber ich habe festgestellt, selbst wenn man ein StĂŒck schon recht gut mit beiden HĂ€nden spielen kann, hilft es immer noch, beim Üben die HĂ€nde wieder zu trennen. Das habe ich jetzt beispielsweise mit „Anastasia“ gemacht. Ich kann das mit beiden HĂ€nden spielen, aber beim Üben mache ich es so, dass ich erst mit der rechten Hand das StĂŒck so schnell wie möglich durchspiele und so richtig wie möglich, dann mit der linken Hand so schnell wie möglich und so richtig wie möglich, dann mit beiden HĂ€nden dasselbe. Dann wieder mit der rechten Hand allein, mit der linken Hand allein, wieder mit beiden zusammen. Und das bringt eine Menge, auch wenn ich das StĂŒck im Prinzip schon kann.

FrĂŒher habe ich das nicht gemacht. Da habe ich zwar mit beiden HĂ€nden separat geĂŒbt, solange ich das StĂŒck noch nicht flĂŒssig und in einem guten Tempo mit beiden HĂ€nden spielen konnte, aber dann nicht mehr separat. Und dann ging es irgendwie nicht weiter. Die HĂ€nde auch dann noch separat zu ĂŒben, wenn ich das StĂŒck schon kann, das ist mir nicht eingefallen.

Es gibt noch eine Menge mehr Punkte bzw. Methoden, die Denis Zhdanov hier in diesem Video vorstellt, und die sind alle gut, aber die letzte ist „Transponieren“, und das ist besonders gut. Das habe ich ja gerade kĂŒrzlich erst mit meiner Klavierlehrerin angefangen, und das ist eine Technik, mit der man sich gewaltig verbessern kann. Ich habe das jetzt schon mit einigen kleinen StĂŒcken gemacht, und es ist erstaunlich, was das bringt. Wie viel freier und auch bewusster man sich auf der Tastatur bewegt.

Es hat glaube ich auch etwas mit den Mustern zu tun, die beim Klavierlernen so hilfreich sind. Das hatte ich ja schon mal in einem anderen Thread angesprochen. Beim Transponieren kann man nicht die Töne spielen, die in den Noten stehen, man muss das Muster erkennen. Intervalle sind Muster, die immer wiederkehren. Ebenso wie Akkorde. So löst man sich auch ein wenig davon, genau das zu spielen, was in den Noten steht, und denkt mehr darĂŒber nach, wie die Musik aufgebaut ist. Sonst kann man das nicht transponieren. Man kommt dem großen Ganzen nĂ€her.
 
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  • #233
Kollegin Pianoteq beleuchtet alle möglichen Aspekte rund um's Klavierlernen und Spielen. Sie betreibt das Hobby besonders engagiert
Da bist Du aber das beste Vorbild. 😊 Wir haben glaube ich einen Ă€hnlichen Ansatz, dass wir viel recherchieren und nach Hintergrundinformationen suchen. Was manchmal auch ein bisschen zu viel Zeit in Anspruch nimmt, weil man in der Zeit ja ĂŒben könnte. Aber ich habe fĂŒr mich persönlich festgestellt, dass sich mir dadurch ZusammenhĂ€nge besser erschließen und ich das irgendwie brauche. Wenn ich immer nur vor den Noten sitzen und Ton fĂŒr Ton ĂŒben wĂŒrde, wĂŒrde mir das wahrscheinlich doch irgendwann langweilig werden. So wird es mir nicht langweilig, weil ich immer wieder etwas neues Interessantes entdecke. Manchmal muss ich mich allerdings sehr am Riemen reißen, um dann stattdessen zu ĂŒben statt weiter "herumzuforschen". Da muss man ein bisschen aufpassen, weil das alles so spannend ist. Und Üben ist manchmal nicht ganz so spannend. 😎

Üben könnte man als eine Zeit fĂŒr sich sehen. Die BeschĂ€ftigung mit Übungen und SpielstĂŒcken ist dann einer von verschiedenen Wegen zur Entfaltung der Persönlichkeit. Durch das Üben erweitert man den eigenen Ausdruck im Spielen. Das Üben und die damit verbundene Überwindung so mancher HĂŒrde entlang des Weges kann dann zunehnehmde Motivation und zunehmende Freude am Musizieren bewirken.
Wieviel man bis wann erreicht ist dabei gar nicht so wichtig.
Das ist sehr wahr. Besonders fĂŒr uns SpĂ€tanfĂ€nger. Heute habe ich gemerkt, dass es jetzt langsam wird mit "Anastasia", und am Anfang dachte ich, ich kann das StĂŒck in einer Woche, war unzufrieden, dass es nicht so schnell ging. Aber es freut mich jetzt eben doch, dass das Üben mich weitergebracht hat. Sonst hĂ€tte ich mich wahrscheinlich jetzt auch nicht so intensiv mit fis-moll beschĂ€ftigt. Ich wundere mich manchmal, dass es sehr viel besser lĂ€uft, wenn ich gerade mal ein oder zwei Tage nicht geĂŒbt habe, weil ich keine Zeit hatte oder es mir nicht so gutging. Heute Morgen war es richtig aufbauend, doch besser spielen zu können als noch das letzte Mal, als ich das StĂŒck geĂŒbt habe. Das war am Donnerstag.
 
  • #234
am Anfang dachte ich, ich kann das StĂŒck in einer Woche, war unzufrieden, dass es nicht so schnell ging.
das ist normal.
Es dauert eigentlich immer lĂ€nger, als man am Anfang denkt 😉

Ich wundere mich manchmal, dass es sehr viel besser lĂ€uft, wenn ich gerade mal ein oder zwei Tage nicht geĂŒbt habe
Das kennt glaube ich auch jede(r).
Ist natĂŒrlich keine Strategie, die man stĂ€ndig anwenden sollte 😉 aber man muss sich auch keinen Stress machen, wenn man mal nicht alles jeden Tag ĂŒbt.

aber die letzte ist „Transponieren“, und das ist besonders gut.
Das mache ich auch gerne. DafĂŒr ist es aber gut, wenn man sich vorher genau ĂŒberlegt hat, was die Schwierigkeit eigentlich verursacht. Und wenn es um ein klassisches StĂŒck geht, finde ich wichtig, den gleichen Fingersatz zu verwenden, auch wenn es beim Transponieren komisch ist.

Wenn es eher ums "echte" Transponieren geht, dann sollte man sich besser fĂŒr jede Tonart den optimalen Fingersatz ĂŒberlegen.
 
  • Ersteller
  • #235
Das gilt vor allem, wenn man ein StĂŒck zum Tag x fertig haben will.
Das ist bei mir nie so, weil ich ja nicht irgendwo vorspielen muss. Es gibt also keinen richtigen Endtermin. Ein richtiger Endtermin könnte manchmal helfen. Am Anfang war das ein bisschen ein Problem fĂŒr mich, dass ich kein so ganz konkretes Ziel hatte, aber mittlerweile denke ich, ich nehme das als positiv, dass ich nie "auffĂŒhrungsreif" spielen muss. Wenn ich das GefĂŒhl habe, ich kann ein StĂŒck ganz gut, gehe ich weiter oder bitte meine Klavierlehrerin, mir jetzt etwas Neues vorzuschlagen.

Falls man natĂŒrlich einfach Spaß haben will, kann man es auch ganz entspannt angehen
Ja, kann man. Aber auch nicht zu entspannt, wenn man sich selbst nicht demotivieren will. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass man das GefĂŒhl hat voranzukommen. Wenn ich zu lange an einem StĂŒck bin, habe ich nicht das GefĂŒhl voranzukommen, obwohl ich natĂŒrlich an jedem StĂŒck etwas lerne und es sich immer lohnt, ich hinterher immer mehr kann als vorher. Es ist gar nicht so einfach, die Balance zu finden, finde ich. Wir mĂŒssen ja nicht spielen. Wie machen das nur zum Spaß und niemand hetzt uns. Aber wir wollen doch trotzdem etwas davon haben, sonst wĂŒrden wir es ja nicht machen. Wenn man sich selbst keine Ziele setzt, kann das in die Hose gehen. Dann kommt einem das Üben nach einiger Zeit sinnlos vor.

Ich wollte mein Leben lang Klavierspielen lernen, aber ich habe es mir auch einfacher vorgestellt (wie vermutlich alle). Man möchte spielen können, aber man weiß am Anfang nicht, dass das so ein langer Weg ist. Wenn ich mich aber heute ans Klavier setze, kann ich mehr als vor fast zwei Jahren, als ich angefangen habe. Ich kann nicht genau sagen, ob ich ein bestimmtes Ziel erreicht habe, weil es keines gab außer das allgemeine "Klavierspielen können", aber ich sehe, dass ich weitergekommen bin und dass das Üben sich lohnt.
 
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  • Ersteller
  • #236
Ist natĂŒrlich keine Strategie, die man stĂ€ndig anwenden sollte
Das ist wie die Sache mit dem Regenschirm. Wenn man keinen dabeihat, regnet es. Wenn man ihn das nÀchste Mal mitnimmt, regnet es nicht - oder es regnet. Man kann nicht den Regenschirm mitnehmen, damit es nicht regnet.

Und man kann nicht nicht ĂŒben, damit es besser lĂ€uft. Aber man braucht zwischen den Übeeinheiten Pausen, damit es sich besser festsetzt. Ich weiß nicht, ob man feststellen kann, was der ideale Abstand ist. Wenn ich Zeit habe, ĂŒbe ich, so viel ich kann. Wenn ich nicht so viel Zeit habe, ĂŒbe ich eben weniger. So wissenschaftlich muss man das ja auch nicht angehen. Aber es wĂŒrde mich mal interessieren, ob es einen Idealabstand gibt. Wahrscheinlich ist das wieder von Mensch zu Mensch verschieden.

Das mache ich auch gerne. DafĂŒr ist es aber gut, wenn man sich vorher genau ĂŒberlegt hat, was die Schwierigkeit eigentlich verursacht.
Bei mir war das vor allem das, dass ich nicht in Intervallen gedacht habe. Es ist immer noch ungewohnt fĂŒr mich, das zu tun. Wenn ich ein StĂŒck spiele, denke ich nicht, "da kommt jetzt als nĂ€chstes eine Quarte, dann eine Terz, dann eine Sexte", ich schaue eben einfach auf die Noten. Das dauert wahrscheinlich eine Weile, bis ich eher die Intervalle sehe statt die Noten. Oder beides.

Und wenn es um ein klassisches StĂŒck geht, finde ich wichtig, den gleichen Fingersatz zu verwenden, auch wenn es beim Transponieren komisch ist.
Das werde ich mal ausprobieren. Bisher habe ich nur eine kleine Übung von Aloys Schmitt transponiert. Das ist kein richtiges StĂŒck. Aber jetzt könnte ich die Schwierigkeit mal erhöhen, indem ich beispielsweise den Pyramid Dance transponiere. Oder die Invention 1.
Beitrag automatisch zusammengefĂŒgt:

Der Pyramid Dance von Angeline Bell ist jetzt das erste StĂŒck, das ich aus ihrem "Quirky Notebook" spiele: https://www.musica-ferrum.com/books/my-quirky-notebook/

Wie ich schon in dem anderen Thread schrieb, habe ich mich gestern mit meiner Klavierlehrerin in der Klavierstunde fast schiefgelacht, als ich das zum ersten Mal mit ihr angespielt habe. 😂 Ich weiß auch nicht, aber ich muss immer lachen, wenn ich das spiele. Es ist ein bisschen wie eine Parodie.

Das BĂŒchelchen lohnt sich. Das sind alles sehr hĂŒbsche und nicht zu schwere StĂŒcke. Ich habe mir das als PDF gekauft, zum selbst Ausdrucken oder direkt auf dem Computer anschauen, aber es gibt auch eine gedruckte Version, die man bei Angeline Bells Musikverlag Musica Ferrum bestellen kann. Der Verleger selbst hat alle StĂŒcke eingespielt, und man kann sie sich auf der Webseite anhören.
 
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  • #237
Bisher habe ich nur eine kleine Übung von Aloys Schmitt transponiert. Das ist kein richtiges StĂŒck. Aber jetzt könnte ich die Schwierigkeit mal erhöhen, indem ich beispielsweise den Pyramid Dance transponiere. Oder die Invention 1.
Ich mache das nicht mit ganzen StĂŒcken, sondern nur mit den schwierigen Stellen. Dann ist es eine rein technische Übung und ich nehme den gleichen Fingersatz.
 
  • Ersteller
  • #238
Eine kleine Überoutine, die ich wirklich gut finde:


View: https://youtu.be/kWwtkH6Y9uk?si=ozkO_FwxtcVT7-GD

So oft heißt es "Ich habe keine Zeit zum Üben", aber 15 Minuten sollten sich wirklich irgendwo reinquetschen lassen. Alarm auf dem Handy stellen fĂŒr jeweils den Schritt, den man durchfĂŒhrt. 2-3 Minuten fĂŒr jeden der 5 Schritte, und man hat eine ganze Menge abgedeckt. Außerdem verzettelt man sich nicht mit einer Aufgabe und vergisst die anderen. Das passiert mir nĂ€mlich oft schon bei Schritt 1, Tonleiter ĂŒben. 😁 Und dann habe ich hinterher keine Zeit mehr, das StĂŒck zu ĂŒben. Auch wenn man mehr Zeit hat, kann es nĂŒtzlich sein, die Übezeit so aufzuteilen, nur dann entsprechend mehr Zeit pro Schritt.
 
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  • #239
Aber man muss nicht stundenlang stupide immer wieder dieselben Stellen ĂŒben.
Die "Wahrheit" liegt in der Mitte.
Klassischer Fall: wenn man nicht problematische Stellen separat ĂŒbt, bis sie flĂŒssig laufen, sondern immer das ganze StĂŒck spielt, verschwendet man Zeit und fliegt immer an den selben Steller raus. Man neigt dann auch dazu, den Anfang im Schlaf zu können, aber im weiteren Verlauf des StĂŒcks wird man immer unsicherer.

Denis Zhdanov hat das in seinem jungen, aber doch schon langen Pianistenleben auch herausgefunden:
Seine Tipps sind goldrichtig, da geht es aber vor allem darum, die harmonische Struktur zu verstehen. Somit kann man ein StĂŒck viel leichter auswendig lernen bzw. wird sehr viel sicherer auch beim Spiel nach Noten.

Aber die handwerklichen GrundfĂ€higkeiten mĂŒssen dennoch vorhanden sein. Gerade fĂŒr AnfĂ€nger sind viele BewegungsablĂ€ufe ungewohnt und deshalb holprig. Und zur GelĂ€ufigkeit kommt man nur durch Wiederholungen.

Erst die Kombination von inhaltlichem VerstÀndnis und notwendiger Spieltechnik (Motorik!) verhelfen zum Durchbruch.
Dieses "inhaltliche VerstĂ€ndnis" hilft auch dabei, nicht Einzelnoten zu lesen/spielen, sondern grĂ¶ĂŸere SinnzusammenhĂ€nge zu erfassen.
Also wie beim Lesen: Nicht Buchstabe fĂŒr Buchstabe, sondern zunĂ€chst Silbe fĂŒr Silbe, spĂ€ter Wort fĂŒr Wort und schließlich sogar ganze SĂ€tze/Satzteile erfassen.

Viele GrĂŒĂŸe
Torsten
 
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Da ich das hier so ein bisschen als mein musikalisches Tagebuch betrachte, sammle ich hier auch StĂŒcke, ĂŒber die ich zufĂ€llig stolpere, um sie nicht zu vergessen. Eins davon ist dieses hĂŒbsche Nocturne von Sandra Labsch:


View: https://youtu.be/cc9rqUEw59U?si=aQPTryBjVnjOGLHw

Sandra Labsch kenne ich schon lange, bzw. ihre Musik. Ich habe schon einiges von ihr gespielt. Aber dieses Nocturne ist schon etwas fĂŒr Fortgeschrittene. Ich weiß nicht, ob ich das schon spielen kann. Ich finde es aber so schön, dass ich es irgendwann einmal spielen möchte.
 
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