Liebe Akkordeon-Freunde,
seit zwei Wochen bin ich stolzer Besitzer eine Korg Fisa Suprema und möchte Euch meine ersten Eindrücke nicht vorenthalten:
Kauf: Da ich auf dem Gebraucht-Instrumente-Markt nicht fündig wurde habe ich bei mehreren Musik-Händlern Angebote eingeholt. Ein Händler in meiner Stadt hatte das beste Angebot (ca.11% unter UVP), bei ihm habe ich bestellt und 3 Tage später konnte ich die Fisa Suprema auspacken.
Schnell wurde mir klar, dass ich mit der
Bedienung nicht klar komme und Hilfe brauche. Nach kurzem googeln fand ich einen Online-Kurs von
accordio, gestaltet von Matthias Matzke und Uwe Steeger. Diesen absolvierte ich und weiß jetzt wie die Kiste zu bedienen ist. Der Kurs ist sehr hilfreich und sehr zu empfehlen. Trotzdem ist die Bedienung nicht sehr intuitiv und bleibt schwierig!
Das kleine Display ist für mich mit 58 Jahren nicht zu lesen und auch die seitlichen Taster sind in Spielposition nicht lesbar für mich. Ich hab mir zwar extra eine Brille für das Display machen lassen (-7 Dioptrin!!!) aber das kann ja nicht die Lösung sein.
Vorschlag: Hier müsste Korg dringend eine App entwickeln, die das Display und die seitlichen Bedientaster auf ein Tablet spiegelt, am besten per BlueTooth! Vielleicht ist das auch eine Marktlücke für einen Hobby-Programmierer, ich würde dafür auch bezahlen!
Spielgefühl: Die Piano-Tastatur ist ein Traum: kurzer Hub, kein mechanisches Spiel, keine Klapper-Geräusche, auch die Bassknöpfe sind fast geräuschfrei.
Leider sind die Bassregister sehr nah an den Bassknöpfen, daher betätige ich versehentlich mal unabsichtlich ein Bassregister. Ich hoffe, ich gewöhne mich noch daran.
Der Balg bzw. die Balgdynamik ist schon sehr nah dran am Bio-Akkordeon und lässt für mich keine Wünsche offen.
Klang: Korg wirbt ja mit seinem „digitalen Modeling“ der Akkordeon-Sounds… ja, man kann jeden noch so detaillierten Firlefanz einstellen: Verstimmung, Ansprache Bla Bla Bla… Für mich nicht interessant, ich will musizieren und nicht den Ton sezieren.
Trotzdem hören sich für mich fast alle Akkordeon-Sound nach Plastik an, irgendwie unnatürlich. Man gewöhnt sich zwar nach einiger Zeit daran und hat dann auch durchaus seine Freude damit. Aber es geht auch besser, das beweist Uwe mit seinem
Strasser VST Plugin. Da erkennt man auch mit verbundenen Augen, dass das eine Steirische ist. So muss das tönen. Da ist Korg meilenweit davon entfernt. Schade.
Vielleicht kommt ja noch mal ein Update oder Zusatz-Software raus, vielleicht regionale Zuckerl wie z.B. Oberkrainer-Spezial, mit der Möglichkeit einer Begleitgitarre-Akkord auch auf den Bassknopf zu legen, oder bei 2-stimmigen Stücken der oberen Stimme eine Klarinette und der unteren Stimme eine Trompete zuzuordnen.
Fazit:
Hardware ist super, Tastatur, Balgynamik, Akku, Spielgefühl: allerfeinst!
Bedienung ist und bleibt schwierig, eine App für Tablet mit gespiegeltem Display wäre eine große Hilfe
Klang ist bei den Orchester-Instrumenten Korg-typisch einwandfrei. Speziell bei den Akkordeon-Klängen ist meiner Meinung nach noch Luft nach oben.
Ich freue mich auf Eure Meinungen
Christian