Latenz bei Kemper (ggfs. auch Modeler, Ampsim & Co.) - stört euch das nicht?

  • Ersteller OldRocker
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Nur ist die Frage ob "umgerechnet" 3 vs. 5 Meter oder 5 vs. 7 Meter Abstand zum Amp schon wahrnehmbar ist.
Danke für das Gespräch; mit obigem Satz ist für mich (nur für mich!) die Latenz-Kernfrage „analog oder digital?“ erschöpfend mit „ist egal“ beantwortet.
 
Grund: Ergänzung
Definitiv nicht, DSP chips arbeiten (üblicherweise) immer den direkten Datenstrom ab, im Gegensatz zu den Ein/Ausgangs Puffern von DAW Software.
Die Speicherverwaltung erledigt ein Mikrocontroller.

In der Signalverarbeitung treten natürlich prozessbedingte Verzögerungen auf, zB look ahead buffer in Kompressoren. Bei Reverb, Delay und den meisten Modulationseffekten sind sie sogar Prinzip des Prozesses.
Danke für die Aufklärung! :)(y)
 
Ich glaube schon, dass das Gehirn durch entsprechende Gewöhnung in der Lage ist, auch kürzeste Latenzen wahrzunehmen. Sich das aber nach relativ kurzer Zeit wieder anpasst und sich damit auch die Wahrnehmung ändert. Also Kemper kaufen und abwarten!
 
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Bei der Wahrnehmung sehr kurzer Latenzen ist es eher die Aufmerksamkeit, während die „Gewöhnung“ der (individuellen) Kompensation dient.
Mein Instrumenten-Preamp/DI hat einen parallelen Kopfhörerausgang, so dass ich das Signal vor und nach der Wandlung abhören kann.

Eine zeitliche Differenz empfinde ich dabei nicht (dafür ist es schlicht zu kurz), aber meine Reaktion wird deutlich beeinflusst. Am Bass würde ich es so umschreiben, dass ich beim analogen Signal (unter Kopfhörer) das Streichen der Fingerkuppen über die Saiten verfolgen kann, gefühlt eine Art Zeitlupe.
Liest sich natürlich komplett gaga... aber so empfinde ich es (für mich) halt :D
(nebenbei: spieltechnisch bin ich ein miserabler Performer)

Das hindert mich aber keineswegs, auch digitale Systeme mit ganz unterschiedlichen Latenzen zu benutzen.
 
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Nur ist in der Musik Latenz anders zu bewerten.
Du ratest mehr oder minder wann du auf Punkt bist. Anders ist das gar nicht möglich.

Man hat selbst wenn man schnell ist eine akustische Reaktionszeit von 100ms (Schnitt ist 140ms) und es brauch auch das Hirn und Nerven Verarbeitungszeit und dann ist noch lange nicht das Pick an der Saite ... also läuft vieles automatiert ab. Rein vom hören her, hören viele schon 3-4ms weil Aktion und Reaktion zusammen einen schwammigen Ton ergeben. So ab 8-10ms fängt man an das als 2 getrennte Töne warzunehmen. Das hast du beim (laut oder Kopfhörer) spielen aber nicht, weil die Aktion nicht hörbar ist, was du hörst ist nur die Reaktion.
Man "ratet" durch monatelanges üben unterbewusst wann die Bewegung einsetzen muss damit du auf Punkt bist und man schiest sich auf einen Amp, Gitarre, Saiten, ... ein. Ob es da jetzt 110 oder 120ms sind ist vollkommen egal, mit dem was du gewohnt bist, bist du genau.
Daher kommt einer der schnelle Amps und Speaker gewohnt ist auch nicht mit einem Vintage klar und daher spielen auch viele einen Song ungenau wenn sie ihn in einem anderen Tempo spielen müssen wenn sie noch nicht lange genug spielen, einfach weil die "einprogrammierte" automatisierte Zeit nicht mehr passt.
Und daher eiern Leute die nie zum klick üben so rum, weil sie nicht lernen auf eine Referenz zu zielen ...
Im Prinzip wie - nicht da hin schiesen wo das Ziel ist, sonder dahin wo es sein wird.

Wenn du jetzt also einen Modeller nimmst der 5ms langsamer ist bist du das schlicht und einfach nicht gewohnt. Spiel damit ein paar Tage und alles ist wieder gut und wenn du oft zwischen beidem hin und her wechselst passt du dich auch in Minuten an die Situation an und nicht in Tagen.
Dazu kommt noch, dass viele die einen Modeler spielen so leise spielen, dass man die Saite unverstärkt auch noch hört. Also hört man den Anschlag schwammig bis hin zu 2x.
 
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So eine "feine Auflösung" muss ja nicht immer von Vorteil sein...

239.jpg


:D
 
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Gestern Abend bei der Probe habe ich mal explizit auf Latenzen geachtet.
Ich bin ja ein experimentierfreudiger Mensch und stelle alles, was ich hier im Gitarrenforum interessant finde, gerne auf den Prüfstand ;)

Rahmenbedingungen:
- Wir spielen in einem Proberaum der ca. 8 x 8 Meter hat
- 1 x Kemper & Monitor
- 1 x Peavey & 4 x 12er
- 1 x fette PA
- Gitarrenkabel - 7,50 Meter (Glaube ich) ;)


Peavey --> Kabel 1 Meter --> 4 x 12er Box =
- Schneller kann ein Signal nicht da sein ;)

Kemper --> Kabel 5 Meter --> Monitorbox =
- Schneller kann ein Signal nicht da sein ;)

Kemper --> Kabel 5 Meter --> Mischpult --> Kabel 15 Meter ---> PA
- hier ist eine "leichte" Latenz zu spüren

Peavy --> Mikrofon & Kabel 5 Meter --> Mischpult --> Kabel 15 Meter ---> PA
- hier ist eine "leichte" Latenz zu spüren

Es waren 4 Musiker und 1 Meinung ;)
 
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Digitales oder analoges Mischpult? Wie weit standet ihr von der PA-Box weg?
Die Länge der Kabel ist egal!
 
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Ich dachte 5m und 1 Meinung:)
 
Gestern Abend bei der Probe habe ich mal explizit auf Latenzen geachtet.
Ich bin ja ein experimentierfreudiger Mensch und stelle alles, was ich hier im Gitarrenforum interessant finde, gerne auf den Prüfstand ;)
Na hoffentlich musst Du jetzt nicht bei jeder Probe daran denken, dass da Latenzen vorhanden sein könnten.
Manchmal kann Unwissenheit auch ein Segen sein :opa:
 
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So ist es...
 
...die Frage von VS73 (Beitrag 109) finde ich durchaus interessant.
Das Digipult das wir der Stoner Band verwenden hat so viel Latenz, dass ich darüber nicht singen könnte - das ist mir mit Akustik Gitarre schon negativ aufgefallen...da ist immer so`n "Slapback" Gurgeln im Anschlag weil die Gitarre ja auch akustisch hörbar ist...und es fühlt sich (für mich) grausam an, kein "Druck" unter den Fingerkuppen.
 
Peavey --> Kabel 1 Meter --> 4 x 12er Box =
- Schneller kann ein Signal nicht da sein ;)

Kemper --> Kabel 5 Meter --> Monitorbox =
- Schneller kann ein Signal nicht da sein ;)

Kemper --> Kabel 5 Meter --> Mischpult --> Kabel 15 Meter ---> PA
- hier ist eine "leichte" Latenz zu spüren

Peavy --> Mikrofon & Kabel 5 Meter --> Mischpult --> Kabel 15 Meter ---> PA
- hier ist eine "leichte" Latenz zu spüren
So was ist doch überhaupt nicht aussagekräftig. Ich glaub dir ja, dass ihr euch einig wart, wo ihr vier eine Verzögerung bemerken konntet oder nicht. Sei euch gegönnt. Aber es ist wirklich nicht schwierig, Latenzen von analogen und digitalen Rigs objektiv zu messen. Wenn du experimentierfreudig bist, warum nutzt du das nicht, um Fakten herauszufinden, und nicht Gefühle...?

Du schreibst bei den ersten beiden "Versuchen": "schneller kann ein Signal nicht da sein". Dabei wissen wir beide, dass das nicht stimmt. Der Zwinkersmiley vermittelt mir irgendwie den Eindruck, dass du die (auch für mich unspürbare Latenz) eines Kempers für universell irrelevant hältst, zusammen mit einer Aussage, die so klingt, als wäre sie objektiv. Ist sie aber nicht. ...um das klarzustellen: ich bin ja auch der Meinung, dass winzige Latenzen im Bereich von unter 5ms egal sind (nämlich weil sie mir egal sind). Aber es würde dir gut stehen, deinen subjektiven Eindruck nicht mit so einem Allgemeingültigkeitsanspruch hinzustellen.
 
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Jetzt enttäusche mich bitte nicht, Olli! :cool:
 
Ok, Tony, aber ich mach kurz

@Charvelniklas
Weisst Du was? Mir ist das inzwischen genau so Wurst was Du schreibst wie meines für Dich :)

Die ganzen armen Profis da draussen haben sich einen latenten Kemper andrehen lassen....

Bin auch raus hier :)
 
Erst wenn wenn ich einen Drummer finde, der sicher mit unter 10ms Timingschwankung trommelt, mache ich mir Gedanken über Latenz.
 
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Wenn schon jemand mal schnell praktisch was ausprobiert und als Erfahrung hier postet - was ich @OliverT immer hoch anrechnen auch bei seinen vielen Soundbeispielen - könnte man das auch wertschätzen als das was es ist, statt den eigenen Hintern vor dem Bildschirm platt zu drücken und jegliches Bemühen von oben herab totargumentieren zu wollen. Könnte dazu führen das Leute die lieber eine Gitarre als eine Tastatur in ihren Händen halten, irgendwann Mal keinen Bock mehr haben hier etwas zu posten. Das fände ich schade. Mag auch sein das die Fülle im Musikerboard eher durch Tastaturakrobaten entsteht (da will ich mich garnicht selber ausschließen) aber die Qualitativen Aspekte kommen oft von Seiten gestandener Musiker oder von Leuten die praktisch etwas ausprobieren.

Ich schreibe das ohne jemandem speziell auf die Füße treten zu wollen aber ich habe in letzter Zeit oft den Eindruck, dass man @OliverT nicht sachlich und situationsbedingt begegnet sondern eher geleitet durch irgendwelche aufgestauten Aversionen. Da sollte mal jeder bei sich selber prüfen, was wirklich mit dem "Gegenüber" zu tun hat oder inwieweit man sich nur selber im Wege steht.

Nochmal: 5 Musiker stehen im Proberaum und probieren etwas aus was hier diskutiert wird und teilen hier ihren Eindruck mit. Das ist erstmal ein gültiger Eindruck und als solcher Fakt genug. Wenn jemand keinen Wert auf die Eindrücke und Erfahrungen anderer Musiker legt, sollte lieber einem wissenschaftlichen Forum beitreten und dort dafür sorgen, dass Labortests die wissenschaftlichen Anforderungen erfüllen. Man muss ja am Ende auch nicht einer Meinung sein.

Das wollte ich nur mal gesagt haben.
 
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