Leben verblödelt

  • Ersteller Ersteller Poppotov
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  • #61
Ich habe ihm mit Freude und Interesse zugehört.
HĂ€tte ich ja auch, aber fĂŒr dieses Geheimnisgetue fehlt mir echt die Zeit und Lust.

Ich kann es ja teilweise nachvollziehen, dass man seine Sachen nicht auf Plattformen stellen möchte, wo man die Rechte dafĂŒr abgibt, wie auch hier im Forum.
Aber dann in x Threads verkĂŒnden, wie kreativ man ist, wieder fĂŒnf Lieder am Tag geschrieben, allen den Mund wĂ€ssrig machen, und esoterisch murmeln "wer das richtige Mindset hat, von dem werde ich gefunden werden ...", sowas ist nicht mein Ding ;)

Ich ĂŒbertreibe sicher etwas, aber irgendwie so kommt es halt bei mir an. Dazu kam natĂŒrlich noch die eine oder andere schrĂ€ge Diskussion hier im Forum. Aber wenn es fĂŒr Euch so ok ist, auch gut.
 
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  • #62
Ich ĂŒbertreibe sicher etwas
Keineswegs! Ich finde, du hast die Essenz des Poppotov'schen sehr gut getroffen - meine Erfahrung mit ihm hier im Forum ist dieselbe. Was schade ist, weil man sich mit den Texten ja durchaus beschÀftigen möchte, aber das ist hier nun mal ein auf schriftlicher Kommunikation basierendes Forum, also entweder schreiben, was ist, oder es lassen, aber dieses verklausulierte Angedeute geht mir auch ziemlich auf den Zeiger. Wo ist das Problem, einfach mal einen Link hier zu posten? Ich verstehe es tatsÀchlich nicht.

Auf der anderen Seite: ist ja auch eine Form der Kommunikation (oder eben des Fehlens davon), und ich persönlich weiß, wie ich das fĂŒr mich einzuordnen habe. :prost:
 
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  • #64
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  • #66
.. meine Erfahrung mit eigenen Song-Aufnahmen ist hier nicht unbedingt ermutigend.. auf der einen Seite sind es die Lizenzbedingungen, die einen die Kontrolle ĂŒber die eigene Musik nehmen und zum anderen sind es die Reaktionen der Nutzer, die zwar neugierig sind, aber dann eher gleichgĂŒltig reagieren..

.. das kann einem schon aufs GemĂŒt schlagen.. und man möchte ja nicht als Panther hinter stillstehenden StĂ€ben enden..
 
Grund: Typo
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  • #67
meine Erfahrung mit eigenen Song-Aufnahmen ist hier nicht unbedingt ermutigend.. ... die Reaktionen der Nutzer
Ich nehme die Reaktionen hier auf eingestellte (oder verlinkte) Aufnahmen eigentlich sehr positiv wahr und immer hilfreich.
Was die Lizenzbedingungen angeht, kann ich schon nachvollziehen, dass man bei den "Großen" nicht happt ist. Dann kann man ja aber zB fĂŒr wenige Euros einen eigenen Webspace aufmachen, sein Zeug dort hosten und bei Bedarf jederzeit wieder löschen.
 
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  • #68
Ich nehme die Reaktionen hier auf eingestellte (oder verlinkte) Aufnahmen eigentlich sehr positiv wahr und immer hilfreich.
.. freundlich ja, aber z.B. zum Zusammenspiel von Sprach- und Melodie-Rhythmus kam kaum etwas..
dass man bei den "Großen" nicht happt ist.
.. was heißt "happt"?
Dann kann man ja aber zB fĂŒr wenige Euros einen eigenen Webspace aufmachen, sein Zeug dort hosten und bei Bedarf jederzeit wieder löschen.
.. so in etwa mach ich es inzwischen ja auch..:-)
 
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  • #70
Danke fĂŒr MĂŒhe, Interesse und Sorge.
Man sagt, ich sei nicht schwer zu finden. Das beruhigt mich!
Leben verblödelt? Who knows!
Ich möchte ganz kurz ĂŒber ein wichtiges Detail sprechen: Autobiografie durch Dokumentation der Chronologie.
Mein wichtigstes GerÀt hierzu ist ein PCM-Recorder von Sony. Warum? Er vergibt automatisch "Songtitel", und zwar wie folgt:
"260510_03"
Übersetzt: am 10. Mai 2026 das dritte Recording eines Wave-Files von ca. 2-5 Minuten LĂ€nge.
Gestern waren es 13 Dateien. Mein Workflow ist folgender:
Ich greife zur Gitarre.
Ich greife den ersten Akkord.
Ich höre mir zu, meistens entstehen drei oder vier Vierergruppen an Takten, oft Call1-Call2-Response.
Das spiele ich 3-6 mal, bis ich es nicht vergesse.
Ich schalte den PCM-Recorder ein.
Nehme die Songidee auf. Diktiere mir alle Anweisungen, was ich spiele am Ende der Aufnahme.
Schalte auf Stopp.
Wiederhole das Spiel.
Habe sofort den fehlenden B-Teil, den fehlenden Refrain, das Interlude, die Modulation, den Rhythmuswechsel, oder was immer dazukommt, in den Fingern.
Das spiele ich insgesamt mehrmals.
Ich korrigiere oft an einer Stelle.
Überlege mir einen "Trick" an einer Stelle.
Schalte den Recorder wieder ein und nehme die erweiterte Songidee als "studiofertiges" Demo auf. Pause. Ich diktiere alle Spielanweisungen nochmal ans Ende.
Wenn ich mit der Songidee fertig bin, spiele ich sehr oft sofort die nÀchste Songidee, so wie auf einer unbekannten Schallplatte der nÀchste, unbekannte Titel erscheint, wenn der Plattenteller rotiert.
Über den Songtitel mache ich mir keine Sorgen, das erledigt der Sony-Recorder. Sobald ich einen Text auf das Gitarrespiel schreibe, entsteht natĂŒrlich ein passenderer Songtitel. Da notiere ich das Datum der ersten Textidee auf dem Papier, usw.
Bei 13 Dateien an einem beliebigen Tag kann man leicht 5 Stunden verblödeln.
😅
 
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  • #71
Ich nehme meine Riffs mit dem Handy auf das vergibt auch automatisch Songtitel.
 
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  • #72
Ich will studiotaugliche QualitÀt, beim Handy kann ich die automatische Aussteuerung nicht ausschalten. Der Recorder hat ein Stativgewinde. Um den Hotspot der Gitarre zu nutzen. Und er ist offline.
 
  • #73
Nur fĂŒr Ideen festhalten brauche ich keine StudioqualitĂ€t. Mir ist das egal ob ein GerĂ€t offline ist.
 
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  • #74
Ich spiele beim ersten Take oft so gut, dass ich das spĂ€ter nicht mehr toppen kann. "Always record the first take". Steht in einem sehr berĂŒhmten Lehrbuch. Wenn es richtig geht, warum stattdessen doppelte Arbeit machen? Da sind aber keine Dogmen.
 
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  • #75
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  • #76
Mein wichtigstes GerÀt hierzu ist ein PCM-Recorder von Sony
..ich nehme, das was grad zur VerfĂŒgung steht..jede Art von Papier, Mobil-Telefon, PCM-Recorder, Kassettenrecorder, Anrufbeantworter, Videos..entsprechend unĂŒbersichtlich ist mein Ideen-Archiv..

"Always record the first take"
..ich versteh, das so, dass man seinen ursprĂŒnglichen Gedanken möglichst unverfĂ€lscht festhalten sollte..und dem stimm ich zu hundert Prozent zu..

..Weiterentwicklungen schleifen das Original ab..was da mal so schnell weggeht, ist mitunter kaum wiederherzustellen..

..und dann plĂ€diere ich dafĂŒr, die UmstĂ€nde der Ideengeburt zu sichern, damit man spĂ€ter auf dieselbe Stimmung aufsetzen kann..
 
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  • #77
Weiterentwicklungen schleifen das Original ab..
ich verstehe diese Mystifizierung nicht.
Es liegt doch an uns, was wir "wegschleifen" und was wir verbessern..
Wenn der erste Wurf gut ist, dann bleibt er, und wenn er schlecht ist, macht man halt weiter, bis es gut wird.
Ich denke, der Spruch von 1% Genie und 99% Schweiß trifft es fĂŒr die meisten schon ganz gut.
 
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  • #78
Das, was Du schilderst, @michaw57 kenne ich so auch: das frĂŒhe Festhalten der ersten Idee, des ersten Spiels - man hĂ€lt sozusagen die "Rohfassung" fest.

Ich kenne aber auch noch weitere Varianten, wo es eher darum geht, die Frische oder SpontaneitĂ€t beim Spielen zu erhalten (gegenĂŒber einer tausendmal gespielten und geĂŒbten Studioversion beispielsweise):
  • Dylan hat sehr gerne seine Mitmusiker nicht voll eingeweiht, hat im Studio von Anfang an alles mitschneiden lassen und oft den ersten Take fĂŒr die Platte genommen.
  • Dylan hat bei Tourneen oft die setlist gewechselt, auch ohne die Band zu informieren. Live hat er ohne Ansage oft einen Song angespielt und die Band sich reinfinden lassen. Frische, SpontanitĂ€t und der unverwechselbare Moment waren ihm weit wichtiger als die Reproduktion eines Songs von der CD. Im Gegenteil: er wollte Erwartungen brechen, um Platz fĂŒr Neues und Ungehörtes, fĂŒr Überraschendes und Einmaliges zu schaffen.
  • Improvisierte parts sind in mehreren Genres und Formaten (Jam Session) genau dazu da: Neues zu schaffen, der SpontaneitĂ€t Raum zu geben, die Band sich einfinden zu lassen in ungewohntem Terrain. Miles Davis war bekannt dafĂŒr, dass er junge Talente gerne ins kalte Wasser schmiß, in denen er ihnen ohne VorankĂŒndigung bei einem live-Konzert zunickte, was bedeutete, dass sie nun ein Solo spielen sollten.
Generell geht es, glaube ich darum, viel von der Frische, des Improvisierten, des Noch-Nicht-Fertigen zu erhalten, die noch zumindest Spuren der Suchbewegung in sich trÀgt.

@opa_albin Schon klar, dass der KĂŒnstler oder die Band selbst entscheidet, was bleiben und was weg soll - oft habe ich bei mir aber festgestellt, dass es mich zu live-Fassungen zieht, die nicht technisch perfekt sind, aber einen gewissen Spirit haben. Das mag anderen durchaus anders gehen, aber so ist es halt ...

x-Riff
 
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  • #79
ich verstehe diese Mystifizierung nicht.
Es liegt doch an uns, was wir "wegschleifen" und was wir verbessern..
..hm, das ist fĂŒr mich keine Mystifizierung, sondern schlicht meine persönliche Erfahrung..und da ist es halt nicht das gleiche, ob man Details bearbeitet oder schlicht vergessen hat..
 
  • #80
Ich kenne aber auch noch weitere Varianten, wo es eher darum geht, die Frische oder SpontaneitĂ€t beim Spielen zu erhalten (gegenĂŒber einer tausendmal gespielten und geĂŒbten Studioversion beispielsweise)
OK, vielleicht hatte ich das oben auch falsch verstanden. In meinen Besetzungen wird meistens bis auf das Thema improvisiert, und auch wer das Thema spielt wird oft spontan festgelegt.

Das wird sicher in einer Band oder Produktion, wo alles durcharrangiert ist, anders sein. Trotzdem finde ich, dass man jedesmal den Anspruch haben kann, ein StĂŒck frisch und inspiriert zu spielen - es geht ja nicht nur um die Töne, die man spielt, sondern WIE man sie mit den anderen zusammen spielt, wie man kommuniziert, dass man auf der BĂŒhne Spaß hat und was man fĂŒrs Publikum rĂŒberbringt. Und da hab ich nicht das GefĂŒhl, dass es beim 30. mal schlechter oder uninspirierter sein muss - das hĂ€ngt von ganz anderen Gegebenheiten ab - zum Beispiel wie die Stimmung in der Band und mit dem Publikum ist, ob man sein Zeug "im Schlaf" draufhat und den Kopf frei, ob man ausgeruht ist und sonst im Leben alles rund lĂ€uft usw.
 
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