Zur Ursache: Dein Kernel-Log zeigt, dass die Enumeration auf unterster Ebene scheitert — das SET_ADDRESS-Kommando des USB-Controllers (AppleT8142, also M4-Silizium) läuft in einen Transaction Error, macOS deaktiviert daraufhin den Port. Das Problem ist keine einzelne defekte Komponente, sondern die Kombination aus drei Faktoren: dem USB-Controller des M4-MacBooks, dem Transaction Translator des Hub-Chipsatzes und der bekannt grenzwertigen USB-Implementierung der Keystation (die Probleme mit USB-3-Hubs sind für dieses Gerät seit Jahren dokumentiert, quer durch mehrere macOS-Generationen).
Dass es die Kombination ist und nicht ein einzelnes Glied, belegen Deine eigenen Tests lückenlos: Direkt am MacBook läuft die Keystation — der M4-Controller ist also nicht defekt, er verarbeitet das Gerät nativ am Root-Port ohne Transaction Translator. Am Mac Studio und am iPad läuft sie hinter denselben Hubs — Keystation, Hubs und Kabel sind also ebenfalls in Ordnung. Und andere Geräte laufen am selben Hub am MacBook problemlos — der Hub funktioniert grundsätzlich auch am M4. Jede Komponente für sich bewegt sich innerhalb der Spezifikation; erst im Zusammenspiel fällt die Kette über die Kante, genau an der Stelle, wo Full-Speed-Transfers per Split Transactions durch den Hub übersetzt werden müssen. Deine Formulierung "irgendwo über die Kante der Spezifikation gefallen" trifft es damit ziemlich genau.
Daraus ergeben sich drei Lösungswege:
1. Direktanschluss
Die naheliegendste Lösung: Die Keystation funktioniert nachweislich direkt am MacBook. Von den Geräten, die Du im Thread genannt hast (X-Touch Mini,
Kawai* MP11, iConnectAudio4+), braucht keines zwingend einen direkten Port — das sind alles USB-MIDI- bzw. USB-2.0-Geräte, die spezifikationsgemäß hinter Hubs laufen und das bei Dir ja auch tun. Die Portvergabe umzudrehen kostet nichts und löst das Problem sofort: Keystation direkt, der Rest an die Hub-Kette.
2. USB-2.0-Hub
Falls der Direktanschluss aus praktischen Gründen (Kabellänge, Schreibtisch-Layout) nicht in Frage kommt: Ein reiner USB-2.0-Hub eliminiert den Übergang zwischen SuperSpeed- und Legacy-Domäne — die ganze Kette läuft nativ im USB-2-Protokoll. Genau dieser Workaround ist für die Keystation Mini 32 seit Jahren dokumentiert (die Probleme mit USB-3-Hubs gab es schon unter Sierra und Mojave). Kostenpunkt unter 15 Euro. Einziger Vorbehalt: Manche als "USB 2.0" verkaufte Hubs sind USB-3-Chips mit deaktivierten Lanes. Modelle mit Terminus FE1.1s oder Genesys GL850 Chipsatz sind die sichere Wahl.
3. Thunderbolt-Dock
Die eleganteste, aber teuerste Lösung. Ein echtes TB-Dock (CalDigit TS-Serie, OWC, Belkin Pro) bringt einen eigenen XHCI-Controller mit, der per PCIe-Tunneling angebunden ist. Die Enumeration der USB-Geräte übernimmt dann dieser Controller — der Apple-Controller, an dem das SET_ADDRESS in Deinem Log scheitert, ist komplett raus aus dem Spiel. Löst nebenbei auch Dein Port-Knappheitsproblem. Wichtig: Es muss echtes Thunderbolt sein, kein USB-C-Dock mit DisplayLink — die hängen elektrisch weiter am Mac-Controller und ändern nichts.
Budget-Variante von Punkt 3: Gebrauchte Thunderbolt-Docks von HP oder Lenovo (HP TB Dock G2/G4, ThinkPad TB3/TB4 Dock) gibt es aus Firmen-Ausmusterungen oft für 40–80 Euro. Der Thunderbolt-Kern mit eigenem USB-Controller funktioniert auch am Mac. Einschränkung: Firmware-Updates gehen nur per Windows-Tool, und herstellerspezifische Extras (Power-Button, teils Display-Ausgänge) können am Mac zicken. Für den Zweck "eigener USB-Controller für zickige Peripherie" reicht es aber.