Magnatone Kingston Röhren Combo (Teil 1)

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mr.coleslaw

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Ich hatte es ja schon im Amp Forum angekündigt, mein Review zum kürzlich gekauften Magnatone Kingston Combo. Dies ist der 1.Teil und betrifft die reine Nutzung zuhause. Der 2.Teil, also die Nutzung im Kontext der Band, folgt dann demnächst.

Beginnen möchte ich mit den Specs des Amps.

2 x 12AX7 Preamptubes, 2 x 6V6 Powertubes, handwired layout
Power Output 12 Watt, Push/Pull, Class AB
Volume, Treble (14dB @ 2kHz), Bass (12 dB @ 60Hz)
Inputs High & Low Sensitivity
Maße 20" x 16" x 9,5"
Speaker Magnatone Custom 12" Ceramic, Made by WGS/USA, 8 Ohm
Speaker Output 8 Ohm
Compensated Line Out
Accutronics Digi-Log Spring Style Reverb
Gewicht. 13,9 kg

Der Amp wurde quasi als Ersatz für den nicht mehr im Programm befindlichen, 15 Watt starken und mit EL84 Röhren ausgestatteten, Magnatone Varsity Reverb, auf der NAMM 2026 präsentiert.

In der Fachpresse als "Princeton Killer" tituliert, geht sein Klang gezielt in Richtung Fender*.

Startet man nun den Amp (er verfügt über einen Power und einen Standby Schalter, wie bei Class AB Amps üblich) mit Treble und Bass auf 12 Uhr und dem Volumenregler auf 9 Uhr so fällt sofort eine Sache auf; der Amp ist laut und klingt weitaus grösser, als es das Gehäuse vermuten lässt.
Wer Boxen von Dietmar Kammler kennt oder mal einen Bartel Sugarland (12 Watt aus 6V6) gespielt hat kennt das, es ist die Material und die Konstruktion des Gehäuses die musikalisch auf den Amp reagiert.
Je nach Gitarre und verwendeten Pickups beginnt der Breakup so bei 11 Uhr bis 12 Uhr was dann schon mit einer immensen Lautstärke (jedenfalls für einen 12 Watt Amp) verbunden ist. Die Röhrensättigung steigert sich dann linear bis zum Vollausschlag wobei die Lautstärke immer noch zunimmt.
Die, durch die Röhrensättigung getrieben Verzerrung, würde ich vom Klang her am ehesten mit einem alten Fender* Bassman oder einem JTM45 Marshall* vergleichen wollen, allerdings ohne die, für spätere Marshalls, aggressiven Mittenanteile.
Der Amp reagiert hervorragend auf das Abregeln des Volumenpotis der Gitarre, somit kann man ggfs. von verzerrt bis clean alles mit nur einer Gitarre bedienen.
Beide Tonregler reagieren sehr gut, so daß hiermit schon bei gleicher Gitarreneinstellung eine sehr gute Klangformung stattfinden kann.
Was enttäuscht ist der, im Kingston verbaute, Accutronics Digital Spring Style Reverb, der für meine Ohren sehr künstlich klingt und mehr an den Klang einer Halsplatte denn als eine Federhall erinnert.
Ich habe, soweit es mir möglich war, den Amp auch mit verschiedenen, vorgeschalteten OD Pedalen getestet. Sehr gut schnitt hierbei der bekannte OCD von Fulltone ab.
Was ich noch nicht testen konnte waren der kompensierte Line Out sowie der Speaker out, dies werde ich aber dennächst in meinem Proberaum in Frankfurt/M nachholen.

Vergleicht man nun den Kingston mit dem, noch bei mir vorhandenen Marshall* Studio 15 (Modell 4001, 15 Watt, 6V6 Röhren, 12" Speaker) so kann letzterer auch bedingt durch das Mastervolume bei geringeren Lautstärken mit höher Verzerrung zuhause betrieben werden.

Hier ist der Kingston im Hintertreffen, er ist lauter und da ohne Mastervolume definitiv kein Amp fürs Schlafzimmer. Allerdings klingen sowohl der Marshall* wie auch ein Princeton (mit 12" Speaker) die ich zum Vergleich hatte, insgesamt deutlich enger oder "boxy" wie der Angelsachse sagen würde.

Mein bisheriges Fazit lautet deshalb:

Positiv: handlich, leicht, voluminöser räumlicher Klang, eigenständiger Vintage Sound, saubere Verarbeitung, gute Regelmöglichkeiten
Negativ: Klang des Reverbs, kein Fußschalter (für Reverb) und Hülle im Lieferumfang

Teil 2 (Test im Bandkontext) folgt.
 
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