Mischpult gesucht - Aufnahme Gitarre und Gesang

  • Ersteller Ersteller Fenderfrank
  • Erstellt am Erstellt am
  • #21
Analog wäre mir denke ich am liebsten, digitale Kennne ich nur aus dem Hifi Bereich und überzeugt mich nich.
Das war so eine Rahmenbedingung vom TE, auch wenn das aus meiner Sicht schon eine arge Einschränkung wäre.
Daher sind solche Empfehlungen aus meiner Sicht nicht das, was dem TE direkt helfen würde:
Falls doch, hätte ich sowas wie MGX12 empfohlen

Aber, wenn man es näher betrachtet, so sind digitale Mischpulte heute durchaus brauchbare Werkzeuge um Recording zu betreiben. Die verbauten Wandler sind nicht von schlechten Eltern und ich sage es Mal in den Raum zu stellen,das 95% der Anwender da keinen Unterschied zu den Audio Interfaces feststellen werden. Wenn dann sind die, die in den günstigeren analogen Mischpulten eingebaut sind, qualitativ hinten nach. Aber ob ich jetzt einige der genannten Interfaces oder ein Flow8, X/MR18, Allen&Heath CQ, Sound fragt UI24 bzw das MGX12 nehme, wird klanglich keinen Unterschied machen. Zumal im Amateurbereich ja noch andere Faktoren eine sehr wichtige Rolle spielen, wie Raumakustik, Mikrofon Wahl und auch die Abhörsituation.
Was aber digitale Mischpulte heute schon von den billigsten Weg mit bringen ist eine Flexibilität in der Anwendung. Mir fällt kein 300€ Interface ein, mit dem man z.B kleine Live Auftritte mischen kann, wie man es mit dem Floß machen würde. Oder ein Interface, das um das Geld eines CQ12 auch einfaches Recording außer Haus auf SD Karten erlaubt. Von ausgewachsenen DSP Funktionen wie EQing, Dynamics oder Hall- und anderen Effekten ganz zu Schweigen.
Ich empfehle dem TE, sich Mal näher mit digitalen Mischpulten auseinander zu setzen und analoge Varianten sowie günstige Audio Interfaces außen vor zu lassen.
 

  • Ersteller
  • #22
Hallo nochmal zum Thema, das ursprünglich gekaufte Mischpult hatte ich zurückgegeben .
Irgendwann wird's ein Interface werden, ist sinnvoller für mich.
Erstmal muss ich eine Au8gen OP auskurieren.
Wird schon noch etwas Zeit vergehen.
Danke für eure Tipps

frank
 
  • #23
An Stelle von Audacity würde ich eine DAW verwenden, die auch ASIO unterstützt, was im Windows-Bereich der de-facto-Standard für Audio Treiber im Bereich Recording ist.

Ein Mischpult würde ich mir nur dann zulegen, wenn man ohnehin einen Lifemixer für Auftritte benötigt, den man dann auch im Proberaum mit einer kleinen PA verwenden kann. Ideal wäre, wenn dieser Mixer dann auch einen ASIO‑Treiber hätte und die Einzelspuren über USB an die DAW schicken könnte.

Nur mit einer Stereosumme aus dem Mixer zu arbeiten (Audacity) wäre eigentlich bloß mit Nachteilen verbunden, weil man dann später überhaupt keine Möglichkeit hätte, die Aufnahme vom Mix her zu verbessern. Es macht eine Menge aus, wenn man die einzelnen Tracks nachträglich bzw. besser im Mix positionieren kann.

Dafür benötigt man eben einzelne Spuren und eine DAW zur Nachbearbeitung des Mixes als Vorbereitung für das finale master, wo man das Ganze noch klanglich aufpoliert und auf einen gewünschten Zielpegel bringt.

FX im Gerät wären nützlich, um dem Sänger einen Wohlfühlhall geben zu können. Viele Sänger bevorzugen das.
Manche Sänger kommen auch ohne aus. Die Aufnahme sollte allerdings "dry" erfolgen und das tut es auch,
denn i.d.R. werden Effekte nicht mitaufgenommen und sind nur was für den Monitoring-Ausgabeweg.

Welche Eingänge brauchst Du denn für Dein Vorhaben bzw Dein Setup?

Das hängt natürlich auch davon ab, wie Du arbeitest.

Werden Gesang und Gitarre jeweils nur mit einem Mikrofon abgenommen und nacheinander eingespielt?
Handelt es sich um eine akustische oder elektrische Gitarre.
Auch bei einer akustischen Gitarre gibt es mehrere Möglichkeiten der Aufnahme.
Entweder mit einem oder mit zwei Mikrofonen (eins am Korpus, eins am Hals der Gitarre).
Du könntest in einer akustischen oder elektrischen Gitarre aber auch ein eingebautes Mikro haben, wobei bei einer akustischen Gitarre meistens der natürliche Klang am schönsten ist.

Oder möchtest Du Gesang und Gitarre gemeinsam als Stereo-Aufnahme aufnehmen? Dann bräuchtest Du vermutlich nur 2 Mikrofone, solltest dann aber auch eine gescheite Raumakustik haben. Manche Leute werden möglicherweise noch mit einem Room Mikrofon arbeiten, um noch ein wenig mehr Ambience hineinmischen zu können.

Also ein Recording-Interface mit 2 oder besser 4 Mikrofoneingängen würde hier schon einiges an Flexibilität bieten.
Oder hat die Gitarre einen eingebauten Pickup, für den Du am Recording-Interface einen Instrumenten- oder Line-Eingang benötigen würdest?

Was man bei der Planung auch noch berücksichtigen könnte oder müsste.
Möchtest Du das Recording Interface auch mal ohne Rechner einfach so für Aufnahmen verwenden können?
Es gibt Geräte von RME, mit denen man das Recording Interface auch Stand-Alone betreiben und direkt auf einen USB‑Stick aufnehmen kann. Diese Multi-Wave-Format-Spuren kann man in gängige DAWs wie z. B. Cubase einfach importieren.

Für ein iPad gibt es sogar TotalMix FX, die Mixer-Applikation von RME, um das Gerät ohne Rechner noch komfortabler bedienen zu können, als ausschließlich über das Display. Das kostet nur ein paar Dollar im Apple Shop.

Dann gäbe es für Dich konkret 2 Gerätemöglichkeiten, die DURec (Direct USB Recording) unterstützen.

RME UCX II. Unter anderem mit 2 Mic/Line und 2 Line/Inst Eingängen. Die Mic Eingänge weisen 75 dB Gain-Range auf, was die wenigsten Interfaces in dieser Preisklasse können. Erweiterbar über einen ADAT‑I/O‑Port. Hat einen Kopfhörerausgang und eingebaute FX. Auch RoomEQ und Crossfeed als Feature.

RME Fireface UCX II* 1239 €

RME UFX II. Unter anderem mit 4 Mikrofon/Line/Inst-Eingänge, auch mit 75 dB Gain Range und sogar 2 Kopfhörerausgängen, was ideal wäre, wenn man zu zweit recordet. Erweiterbar über 2 ADAT‑I/O‑Ports. Mit TotalMix FX kann sich jeder seinen Monitor-Mix nach Belieben einstellen. Auch eingebaute FX. Es gibt auch RoomEQ und Crossfeed als Zusatz-Feature.

RME Fireface UFX II* 1939 €

Es geht natürlich auch preiswerter, mit entsprechenden Abstrichen im Hinblick auf Features, Bedienung, Zubehör.
Aber auch hier wieder die Frage: Wie viel darf es kosten und inwieweit legst Du Wert auf eine komfortable Bedienung?

Mit TotalMix FX hast Du über sogenannte Snapshots und Workspaces die Möglichkeit, eine bestimmte Aufnahmebedingung als Template festzuhalten und immer wieder genau so abzurufen. Alle Einstellungen (Mikrofon-Preamp, Monitoring Mixes) werden digital gespeichert und können immer wieder abgerufen werden. Es gibt auch Schnellabruf Möglichkeiten (Workspace Quick Select), die man einfach per Tastenkombination, z. B. ALT‑1 … ALT‑9, in einem Bruchteil von einer Sekunde abrufen kann. Das ist schon ein gewaltiger Bedienungskomfort, den viele Hersteller in dieser Form nicht bieten.

Das wären m.E. schon die idealen Geräte, die mit ausgedachten Features und extrem langem Firmware- und Treiber-Support (für manche Modelle bereits seit über 20 Jahren) echt punkten und auch extrem wertstabil bleiben. Es gibt auch keine vergleichbare Mixer-Software wie TotalMix FX, die so flexibel und absolut lagfrei ist.

Das wären die besten Geräte in vielerlei Hinsicht, bei denen das Geld gut angelegt ist. Warum? Wegen Qualität und langem Firmware- und Treiber-Support, den Features. Und falls Du doch mal aus irgendeinem Grund verkaufen müsstest, kannst Du mit einem Verkaufspreis im Bereich von im Schnitt 70–80 % vom gegenwärtigen Straßenpreis rechnen (je nach Alter und Zustand), und das liefert bei weitem nicht jedes Gerät.

Treiberstabilität, Performance, Features. Hohe Klangqualität und Detailtreue. Der Klangcharakter ist quasi neutral, es wird nichts dazugemogelt, was nicht von vorneherein schon da war.
Den Klangcharakter kannst Du dann durch eine entsprechende Auswahl von Mikrofon und Monitoring-Equipment und Raumbehandlung an Deinen Geschmack anpassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Ersteller
  • #24
Besten Dank , sehr umfangreich.

Eventuell etwas zu viel für meine Absichten,
macht abert nichts.
Ich bin noch in der Übungsphase , wollte etwas aufnehmen und dazu improvisieren. Vielleicht reicht mir ein Looper , bin noch nicht im Musiklgeschäft gewesen.

Danke
Frank
 
  • #25
Klar, verstehe ich. Ich wollte nur mal einen Kontrapunkt setzen, wie man es auch angehen könnte, so man wollte.
Das ginge eindeutig in Richtung "ideales Setup".
Aber ich wollte einfach mal was in der Richtung anskizzieren, damit Du auch ein Gefühl dafür entwickeln kannst,
wie groß hier eigentlich die Spannbreite der Produktpalette ist bzw was so etwas am oberen Ende der Skala kosten kann.
Das UCX II besticht hier durch seine Kompaktheit.

Vielleicht noch ein kleiner Tipp hinsichtlich E-Gitarre*.

Ich habe ein Stereo-Setup mit 2 Marshall* Amps und Lexicon PCM 81/91 als externe FX.
Ich nehme jeden Amp Kanal mit 2 Mikrofonen ab, ein wärmeres Tube Mic und ein SM57 mehr in Richtung Kalotte ausgerichtet für mehr Höhen.
Alles gut und schön, aber trotz Optimierung für Silent Recording nicht ganz nachbarkompatibel, je nach Wohnsituation / Nachbarn.


2068



Daher spiele ich mehr und mehr ganz ohne Amp, verwende aber noch die externen Lexicon-FX.

Sehr geflasht hat mich der Klang von dem Amp-Emulator S-Gear3, die Marshall*-Plexi-Emulation. Auf das Plug-in kam ich über ein YouTube-Video, in dem die Gitarristin Lari Basilio mit RME Babyface Pro als Recording-Interface über den Amp einspielte.


View: https://www.youtube.com/watch?v=lFWfn7L7x0M


View: https://www.youtube.com/watch?v=vqvcc0cp4v8

In meinem Setup verwende ich das RME-Recording-Interface noch für weitere Aufgaben:
- parallele Effect loop für die Amps
- reamping
- externe FX für Amp, VSTi, und Cubase
Die Gitarre ist immer über den Instr Eingang angeschlossen. Damals als ich das UFX III als Haupt Interface verwendete über einen der Instr Eingänge. Im jetzigen Setup mit der HDSPe MADI FX PCIe Karte über einen der Instr Eingang des 12Mic Preamps. Einen Instr Eingang habe ich vom Gain her für Humbucker Gitarren und einen anderen mit 2-3 dB Gain mehr für Single Coild Gitarren vorbereitet.

Beim Einspielen über VSTi (S-Gear3) liefern die Lexicon-Effekte auch einen tollen Sound. Die Aufnahmen sind von der Mikroaufnahme eines richtigen Amps nicht zu unterscheiden. Ich habe bereits andere Gitarristen gefragt, es hat keiner herausgehört, dass es sich um eine Emulation handelt.

Das Tolle: S-Gear3 kostet nicht viel und klingt auch bereits ohne die Lexicon-FX sehr, sehr gut.

Hier mal ein paar Demos (Overdubs zu Songs, just for fun, einfach improvisiert).
Sage mir, was ist mit Amp und was mit VSTi aufgenommen? ;-)

 
Zuletzt bearbeitet:
  • #26
Was vielleicht noch erwähnenswert ist: Du kannst Deinen PC mit RME-Interface auch gut zum Musikhören verwenden.

Was den Anschluss von Kopfhörern anbelangt, kannst Du mit dem RoomEQ (des UCX II oder auch UFX II) sehr schön den Kopfhörer linearisieren bzw. auf die Harman "Präferenzkurve" abstimmen. Dazu habe ich kürzlich eine kostenlose Software veröffentlicht, die diese Optimierung grafisch darstellt und über fertige RoomEQ‑Presets, die sich direkt im TotalMix FX RoomEQ importieren lassen, diesen Anpassungsprozess sehr vereinfacht. Für den Kopfhörer muss allerdings eine Messung von oratory1990 vorliegen.
Das Tool zieht sich alle oratory1990‑Messungen automatisch von GitHub aus dem Projekt AutoEQ.

Damit habe ich aus meinen beiden Kopfhörern (LCD‑3 und Aeon2 CB), die vorher schon vom Klang her spitze waren, noch ein wenig mehr herausgeholt und den Frequenzbereich bis 2000 Hz optimiert. Der Bassbereich und die unteren Mitten klingen dadurch aufgeräumter.

Siehe Veröffentlichung im RME-User-Forum: https://forum.rme-audio.de/viewtopic.php?id=43518
Oder auch hier direkt im Blog: Headphone EQ Settings & Diagram Generator for oratory1990 measurements

In den RoomEQ kann man auch EQ‑Presets aus Sonarworks und, soweit ich weiß, auch vom RoomEQ Wizard importieren,
sodass man eine gewisse Frequenzkorrektur für den Raum auch direkt in TotalMix FX vornehmen kann.
Das ist oft vorteilhafter, als Sonarworks als Software ständig im Monitoring aktiv zu haben.

Trotz solcher Finessen ist es prinzipiell besser, erst einmal den Raum (zumindest etwas) akustisch zu optimieren und dann ggf. den Rest über solche Lösungen anzupassen.
 
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