An Stelle von Audacity würde ich eine DAW verwenden, die auch ASIO unterstützt, was im Windows-Bereich der de-facto-Standard für Audio Treiber im Bereich Recording ist.
Ein Mischpult würde ich mir nur dann zulegen, wenn man ohnehin einen Lifemixer für Auftritte benötigt, den man dann auch im Proberaum mit einer kleinen PA verwenden kann. Ideal wäre, wenn dieser Mixer dann auch einen ASIO‑Treiber hätte und die Einzelspuren über USB an die DAW schicken könnte.
Nur mit einer Stereosumme aus dem Mixer zu arbeiten (Audacity) wäre eigentlich bloß mit Nachteilen verbunden, weil man dann später überhaupt keine Möglichkeit hätte, die Aufnahme vom Mix her zu verbessern. Es macht eine Menge aus, wenn man die einzelnen Tracks nachträglich bzw. besser im Mix positionieren kann.
Dafür benötigt man eben einzelne Spuren und eine DAW zur Nachbearbeitung des Mixes als Vorbereitung für das finale master, wo man das Ganze noch klanglich aufpoliert und auf einen gewünschten Zielpegel bringt.
FX im Gerät wären nützlich, um dem Sänger einen Wohlfühlhall geben zu können. Viele Sänger bevorzugen das.
Manche Sänger kommen auch ohne aus. Die Aufnahme sollte allerdings "dry" erfolgen und das tut es auch,
denn i.d.R. werden Effekte nicht mitaufgenommen und sind nur was für den Monitoring-Ausgabeweg.
Welche Eingänge brauchst Du denn für Dein Vorhaben bzw Dein Setup?
Das hängt natürlich auch davon ab, wie Du arbeitest.
Werden Gesang und Gitarre jeweils nur mit einem Mikrofon abgenommen und nacheinander eingespielt?
Handelt es sich um eine akustische oder elektrische Gitarre.
Auch bei einer akustischen Gitarre gibt es mehrere Möglichkeiten der Aufnahme.
Entweder mit einem oder mit zwei Mikrofonen (eins am Korpus, eins am Hals der Gitarre).
Du könntest in einer akustischen oder elektrischen Gitarre aber auch ein eingebautes Mikro haben, wobei bei einer akustischen Gitarre meistens der natürliche Klang am schönsten ist.
Oder möchtest Du Gesang und Gitarre gemeinsam als Stereo-Aufnahme aufnehmen? Dann bräuchtest Du vermutlich nur 2 Mikrofone, solltest dann aber auch eine gescheite Raumakustik haben. Manche Leute werden möglicherweise noch mit einem Room Mikrofon arbeiten, um noch ein wenig mehr Ambience hineinmischen zu können.
Also ein Recording-Interface mit 2 oder besser 4 Mikrofoneingängen würde hier schon einiges an Flexibilität bieten.
Oder hat die Gitarre einen eingebauten Pickup, für den Du am Recording-Interface einen Instrumenten- oder Line-Eingang benötigen würdest?
Was man bei der Planung auch noch berücksichtigen könnte oder müsste.
Möchtest Du das Recording Interface auch mal ohne Rechner einfach so für Aufnahmen verwenden können?
Es gibt Geräte von RME, mit denen man das Recording Interface auch Stand-Alone betreiben und direkt auf einen USB‑Stick aufnehmen kann. Diese Multi-Wave-Format-Spuren kann man in gängige DAWs wie z. B. Cubase einfach importieren.
Für ein iPad gibt es sogar TotalMix FX, die Mixer-Applikation von RME, um das Gerät ohne Rechner noch komfortabler bedienen zu können, als ausschließlich über das Display. Das kostet nur ein paar Dollar im Apple Shop.
Dann gäbe es für Dich konkret 2 Gerätemöglichkeiten, die DURec (Direct USB Recording) unterstützen.
RME UCX II. Unter anderem mit 2 Mic/Line und 2 Line/Inst Eingängen. Die Mic Eingänge weisen 75 dB Gain-Range auf, was die wenigsten Interfaces in dieser Preisklasse können. Erweiterbar über einen ADAT‑I/O‑Port. Hat einen Kopfhörerausgang und eingebaute FX. Auch RoomEQ und Crossfeed als Feature.
RME Fireface UCX II* 1239 €
RME Audio Professional Live, Studio, Recording and Broadcast Solutions. Unrivalled Quality, Performance & Stability MADI Interfaces, Converters & Preamps.
rme-audio.de
RME UFX II. Unter anderem mit 4 Mikrofon/Line/Inst-Eingänge, auch mit 75 dB Gain Range und sogar 2 Kopfhörerausgängen, was ideal wäre, wenn man zu zweit recordet. Erweiterbar über 2 ADAT‑I/O‑Ports. Mit TotalMix FX kann sich jeder seinen Monitor-Mix nach Belieben einstellen. Auch eingebaute FX. Es gibt auch RoomEQ und Crossfeed als Zusatz-Feature.
RME Fireface UFX II* 1939 €
RME Audio Professional Live, Studio, Recording and Broadcast Solutions. Unrivalled Quality, Performance & Stability MADI Interfaces, Converters & Preamps.
rme-audio.de
Es geht natürlich auch preiswerter, mit entsprechenden Abstrichen im Hinblick auf Features, Bedienung, Zubehör.
Aber auch hier wieder die Frage: Wie viel darf es kosten und inwieweit legst Du Wert auf eine komfortable Bedienung?
Mit TotalMix FX hast Du über sogenannte Snapshots und Workspaces die Möglichkeit, eine bestimmte Aufnahmebedingung als Template festzuhalten und immer wieder genau so abzurufen. Alle Einstellungen (Mikrofon-Preamp, Monitoring Mixes) werden digital gespeichert und können immer wieder abgerufen werden. Es gibt auch Schnellabruf Möglichkeiten (Workspace Quick Select), die man einfach per Tastenkombination, z. B. ALT‑1 … ALT‑9, in einem Bruchteil von einer Sekunde abrufen kann. Das ist schon ein gewaltiger Bedienungskomfort, den viele Hersteller in dieser Form nicht bieten.
Das wären m.E. schon die idealen Geräte, die mit ausgedachten Features und extrem langem Firmware- und Treiber-Support (für manche Modelle bereits seit über 20 Jahren) echt punkten und auch extrem wertstabil bleiben. Es gibt auch keine vergleichbare Mixer-Software wie TotalMix FX, die so flexibel und absolut lagfrei ist.
Das wären die besten Geräte in vielerlei Hinsicht, bei denen das Geld gut angelegt ist. Warum? Wegen Qualität und langem Firmware- und Treiber-Support, den Features. Und falls Du doch mal aus irgendeinem Grund verkaufen müsstest, kannst Du mit einem Verkaufspreis im Bereich von im Schnitt 70–80 % vom gegenwärtigen Straßenpreis rechnen (je nach Alter und Zustand), und das liefert bei weitem nicht jedes Gerät.
Treiberstabilität, Performance, Features. Hohe Klangqualität und Detailtreue. Der Klangcharakter ist quasi neutral, es wird nichts dazugemogelt, was nicht von vorneherein schon da war.
Den Klangcharakter kannst Du dann durch eine entsprechende Auswahl von Mikrofon und Monitoring-Equipment und Raumbehandlung an Deinen Geschmack anpassen.