Neuaufbau einer Gibson Les Paul Custom

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Markusaldrich
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Hallo zusammen,

ich starte hier einen Thread um den Neuaufbau meiner kürzlich erworbenen Gibson Les Paul Custom zu dokumentieren.
Manche haben das vielleicht schon im Biergarten " Schnäppchen Thread" gelesen, dass ich mir eine ziemlich runtergekommene Les Paul Custom Baujahr 1978 zugelegt habe. Manch einer fragt sich bestimmt, warum man so etwas kauft und nicht direkt eine Gitarre in gutem Zustand.
Ich muss zugeben, es war sehr spontan und wenn ich nicht zufällig in dem Schnäppchen- Thread von der Gitarre gelesen hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen. Also, das Musiker- Board ist schuld :D .
Nun aber erst einmal ein Bild von der Gitarre


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wie man sieht ist sie schwer überholungsbedürftig. Das Binding ist am unteren Korpusbereich durch einen Brand
zerstört worden. Das komplette Binding ist Rotbraun verfärbt, der Lack sehr abgenutzt und die Bünde runtergespielt. Die Hardware ist auch nicht mehr zu gebrauchen. also, warum kauft der bekloppte Markusaldrich das? Es hat etwas mit dem Baujahr der Gitarre und einem meiner Lieblingsgitarristen zu tun. John Sykes spielt eine 1978er Custom und mir ist die Idee gekommen, diese in dem Stil von John Sykes‘s Paula aufzubauen. Also bin ich zu dem Gitarrenbauer meines Vertrauens gegangen und hab ihm das gute Stück gezeigt. Er hat mich zunächst gefragt ob ich bekloppt bin sowas zu kaufen, was ich natürlich bejahen musste :D . Nachdem ich ihm erklärt habe, was ich vorhabe, hat er sich die Gitarre genauer angesehen und mir erstmal erklärt was das für ein riesiger Aufwand ist. Problem Nr. 1 ist, dass er das Binding nur neu machen kann, wenn er den Hals demontiert. Da viel mir zugegebenermaßen innerlich die Kinnlade runter, aber gut ich habe es ja nicht anders gewollt :weird: . Das die Bünde erneuert werden müssen war mir klar und ist auch mit Kosten verbunden. Ein evtl. Problem Nr.2 ist, dass sich die Decke wohl in dem Bereich der Brandstelle gelöst hat. Ist reparabel, habe ich aber leider auch nicht bemerkt. Alles in allem also eine größere Baustelle, als gedacht. Aber jetzt habe ich die Gitarre ja und sie soll ja auch wieder das werden, was sie einmal war, eine " Black Beauty ". Für alle, die John Sykes und seine Les Paul nicht kennen, gibts jetzt noch ein Bild, in welchem Stil sie einmal aussehen soll.

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Ich habe extra geschrieben, in dem Stil von John Sykes Les Paul, da ich davon keine 1:1 Kopie erstellen lassen will. Es werden z. B. andere Pickups und Hardwarehersteller eingebaut. Ich will auch kein Aging des Lacks. Sie soll nachher schon wie neu aussehen. An den einzelnen Baufortschritten möchte ich Euch gerne teilhaben lassen, am Montag bringe ich sie zum Gitarrenbauer und er kann dann anfangen. Die Hardware habe ich schon abgebaut, die Verdrahtung war auch abenteuerlich verlötet, leider habe ich vergessen davon ein Foto zu machen.
So sieht sie Stand heute aus:

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So, das war es für das erste. Wenn es Neuigkeiten gibt, werde ich sie hier einstellen. Wer fragen hat, immer her damit.
Viele Grüße
Markus
 
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Das ist ein cooles Projekt, erinnert mich ein Wenig an die Frampton Paula die ihm abhanden
gekommen war und er sie in einem desolaten Zustand wieder bekam nach Jahren.
Zurück zu deiner Paula , ich würde sie spielbar machen lassen, aber evtl noch ein Bisschen
von dem abgerockten Charme lassen. Habe mal eine Hummingbird Acoustic gekauft , da waren auch die Bünde
total runter ,das Korpus Binding hatte sich teilweise gelöst ,und sie hatte natürlich kräftige Dings&Dongs, also
sie hatte schon ein erlebnissreiches Leben hinter sich.Sie ist Baujahr 1977 und immer noch bei mir.

Grüße
 
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Ponti
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Was ist das denn für ein kleines Loch zwischen den Poti-Bohrungen? War da mal ein Schalter?

Interessantes Projekt!
 
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Logisch, es sind immer die Anderen :D .
In dem kleinen Loch war ein Kippschalter, mit dem man den Hals Pickup auf Single Coil schalten konnte. Das wird verschlossen. Ich brauche sowas nicht und falls doch gibt es Push/ Pull bzw. Push/ Push Potis . Das wäre eine schönere Lösung.
Die Idee einen Teil im alten Zustand zu lassen, hatte ich zunächst auch. Aber aufgrund des doch
größeren Aufwands, werde ich das nicht machen. Sonst wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen, den Stil der Gitarre zu ändern.
 
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Bin momentan auf dem Les Paul Custom-Trip, deswegen natürlich gleich mal abonniert. Wie RED-DC5 bereits schrieb, würde ich ihr ebenfalls ein paar Altersspuren belassen, 1. weil sie das eben erlebt hat und 2. eine 1978er-Custom die neu ausschaut. Ich weiß ja nicht... :) Würde versuchen, den Lack aufzuarbeiten. Neues Binding sehe ich ein, Bünde obligatorisch. Wurde sie schon mal neu bundiert? Sehe keine Nibs an den Bundenden. Vielleicht war ein neues Overlay für die Kopfplatte sinnvoll. Sowas gibt es ja zum nachkaufen:
https://www.crazyparts.de/overlays-inlays/headstock-inlays--logos/lp-custom.php

Eventuell ist das die günstigere Lösung, als das Binding und die Inlays an der Kopfplatte zu erneuern.

Dann mal wohl an und viel Erfolg. Wir beobachten Dich! :-D

Vielleicht bringt Dich ein Foto meiner Epi Les Paul Custom Bonamassa auf weitere Ideen:

Epiphone Les Paul Custom Bonamassa 02_K.jpg
 
shackenb
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Ist die rotbraune Verfärbung nur der Lack?

Sehr interessant, man könnte auch einfach nur auf die Idee kommen sie einfach technisch wieder fit zu machen :D
 
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Markusaldrich
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Das Rotbraun ist nur im Lack. Es wird auch nur das Binding erneuert , das beim Brand beschädigt wurde, also das von der Decke. Die restlichen bleiben und der Lack wird nur abgeschliffen. Was mir persönlich gut gefällt, ist die Rückseite vom Hals. Vielleicht lasse ich das und es wird nicht lackiert. Das muss ich mal abklären.
An den Bundenden sind auch keine Nibs, gut beobachtet. Ob die schon einmal neu Bundiert wurde, weiß ich nicht. Es sind aber typische Fretless Wonder Bünde drauf, die sehr abgespielt sind. Als Bundmaterial kommt übrigens Edelstahl zur Verwendung. Hab ich schon auf zwei Gitarren drauf und finde das super.
 
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Markusaldrich
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Die Bonamassa ist schon sehr unterschiedlich zur Sykes. Ich finde gerade die Chrome Hardware anstatt Gold schon interessant. Eine Custom mit Goldhardware habe ich schon von Tokai.
 
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Als Bundmaterial kommt übrigens Edelstahl zur Verwendung.
Das finde ich sinnvoll. Würde ich auch machen lassen, obwohl ich noch keine Gitarre mit Edelstahlbünden besitze. Bis jetzt musste auch noch keine neu bundiert werden, aber wenn, dann :). Wenn der Lack auf der Halsrückseite i.O., nicht klebt und sich gut anfühlt, gäbe es hier für mich auch keinen Grund der Nacharbeit.

@Lum: als Vorlage für die Epi diente eben Bonamassa´s 1958er Custom. Aber man kann da bzgl. Optik schon unterschiedlicher Meinung sein, natürlich.
 
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geiles Projekt, da bin ich schon sehr gespannt wie es weitergeht!
 
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Schönes Thema.

Ich persönlich hätte ja einen dritten Pickup reingesetzt. :) Der Minischalter ist ne tolle Sache, liegt aber blöd. Klar, geht mit Push/Pull Potis genauso gut.
 
Markusaldrich
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Ne, einen 3. Pickup will ich nicht. Single Coil Schaltung brauche ich auch nicht. Sollte sich das irgendwann mal ändern, kann man ja mit anderen Potis nachrüsten
 
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Der Lack wird ja auch nicht wirklich gelb

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Willst du nur den Klarlack runter machen und das Schwarz erhalten oder nur denn Lack über dem Binding entfernen?
 
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Ist das Lack oder Honig im Glas? :)

Gruß Magnus
 
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Der Lack kommt komplett runter. Der ist so versifft. Die Rotbraune Farbe auf dem Binding rührt wohl daher, da der Vorbesitzer einige Jahre auf Goa gelebt hat und dort viel Eisenerz abgebaut wird. Das überträgt sich auch in den Luftverhältnissen dort.
 
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Ich würd außer den Bünden garnix machen.Brand überlebt... also wenn das keine Patina ist dann weiß ich auch nicht. ;-)

Gruß Magnus
 
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Jedenfalls, tolle Sache, dass du die Gitarre wieder zum Leben erweckst! :great:

Auch wenn ich eine Restaurierung anders angehen würde, scheint ja der jetzige Zustand wirklich miserabel zu sein. Und am Ende bleibt einem vielleicht nichts anderes übrig. ;)
 
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Der Lack kommt komplett runter. Der ist so versifft. Die Rotbraune Farbe auf dem Binding rührt wohl daher, da der Vorbesitzer einige Jahre auf Goa gelebt hat und dort viel Eisenerz abgebaut wird. Das überträgt sich auch in den Luftverhältnissen dort.

Dann geht das wahrscheinlich mit Aceton wesentlich einfacher, muss man nur mit dem Binding vorsichtig sein.
Ich hab mal ne 60s OLW Strat gesehen, die auf den Philippinen war, die war komplett orange.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ist das Lack oder Honig im Glas? :)

Gruß Magnus
Nitroklarlack der ein paar Monate an der Sonne war, der ist halt so Bernsteinfarben.
 
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