Peavey Invective Userthread

von Blast Meat, 31.08.20.

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pedaltrain
  1. Blast Meat

    Blast Meat Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #1
    Servus in die Runde,

    da es noch keinen Userthread für den Peavey Invective gibt, wollte ich mal einen starten, um über den Amp, Settings, Features etc. zu plaudern.

    Ich habe das Gefühl, dass der Amp viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, obwohl es ein 6505 mit Tonnen modernen Features, zauberhaften clean und britisch angehauchten Crunch ist.

    Der 6505 Zerrsound war für mich schon immer der Traum schlechthin, nicht nur für Metal, sondern auch für Rock. Ich liebe das Voicing einfach und keiner meiner Amps konnte mir das bieten. Aber ein 6505 kam mir nicht in die Tüte, weil er eben nur die Zerre kann, kein Midi hat und mir mit eigentlich nur zwei Kanälen zu unflexibel ist. Der Clean-Kanal ist ja ohnehin die bekannte Schwäche. Gut, eigentlich ist er ja als "Rythem" betitelt, aber trotzdem...

    Den Invective habe ich wie so viele User ignoriert, da er der Signature Amp von Misha von Periphery ist und ich dem Amp dadurch in die Djent-Schublade gesteckt habe.

    Vor einiger Zeit konnte ich aber in US-Foren lesen, wo diverse Leute und auch Misha bestätigt haben, dass der Peavey Invective auf einen 5150 I / 6505 basiert bzw. dessen Lead Sound hat. Lediglich mit besserem crunch, clean, eingebauten Boosts und Noise Gate, voller Midi-support, Master Boost und und und... Er wird von Peavey als Nachfolger der 6505 Reihe angepriesen, nur mit neuem Namen. Ich weiß das der Prototyp dieses Verstärker tatsächlich ein modifizierter 6505 war und jetzt hat man ihm die moderne Optik mit Anlehnung ans klassische Design verpasst.

    Der Amp rauscht weniger und hat so viele tolle Features, im prinzip ist das der 6505 den ich immer wollte. Meiner Meinung nach hat Peavey sich aber keinen Gefallen getan ihn als Misha signature amp zu veröffentlichen. Eben weil der Amp von Peavey und Misha als verbesserter 5150/6505 mit modernen Features entwickelt wurde, mit Fokus auf den originalen 6505 Sound aber einem clean und crunch Kanal, welche den Amp für mehr als nur Metal durchaus sehr attraktiv machen. Misha selbst hat on diversen Foren viele Fragen beantwortet und gesagt, dass er eng mit Peavey zusammen gearbeitet hat, um nicht nur einen Metal Amp zu kreieren, sondern einen neuen 5150 der jedes Genre anspricht und in jeder Stilrichtung glänzt, wobei er dem 5150 Sound treu bleibt - was ich gut finde. Mesa ist amerikanisch, Marshall ist britisch und Peavey ist Peavey...

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wer von euch benutzt den Amp und wie sind eure Meinungen und Erfahrungen dazu?
     
  2. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.20   #2
    Ich musste jetzt erst einmal nachsehen, was das für ein Amp ist. Der ist an mir vollkommen vorbeigegangen. Da scheint Peavey nicht allzuviel Werbung für gemacht haben. Die Specs lesen sich aber ganz gut. Bei Thomann wird er aber erst in ein paar Monaten wieder verfügbar sein. Da wird e hier wohl nicht viele User geben. Dir wünsche ich auf jeden Fall viel Spaß mit dem Amp.
     
  3. Blast Meat

    Blast Meat Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.20   #3
    Merci!

    Ja der ist auch lange an mir vorbei gegangen, der 5150/6505 war Zerrtechnisch einfach exakt mein Geschmack. Hab schon vor 13 Jahren gerne Machine Head gehört und wollte immer einen Sound wie die ihn haben... nur damals war ein gebrauchter 5150 oder ein neuer 6505 für über 1000 Euro als Schüler viel zu teuer. Jetzt sind die Amps günstig, aber mir zu unflexibel.

    Der Invective wurde halt immer nur als Misha Signature Amp betitelt und ich dachte mir immer: "Joa, klingt bestimmt brutal gescooped und ist für Djent und 8-Saiter ausgelegt, brauchste net. Warum zur Hölle gibt es keinen 6505 mit gutem Cleankanal, Midi etc?" Dann ist der Amp total untergegangen und mehr als ein paar Videos auf YouTube gibt es nicht. Glaube das Marketing war echt fürn Hintern und hat halt iwie nur die Djent-Generation angesprochen.

    Misha selbst hat allerdings in Foren und Posts selbst gesagt, dass es zwar ein Amp nach seinen Vorstellung ist, aber er auf ein paar wichtige Punkte wie Flexibilität und auch Nutzbarkeit für andere Stilrichtungen Wert gelegt hat. Das war ein 128 Seiten-Thread in einem Ami-Forum wo Misha selbst aktiv ist und aus seinen Posts habe ich folgende Infos herausgezogen:
    - 6505 Sound und Schaltung im Leadkanal, lediglich der Trafo wurde wohl geändert, was das Lowend ein bisschen tighter gestaltet als beim richtigen 6505. Das kommt auch dem neuen Clean-Kanal zu gute. Der Prototyp des Invective war ein 6505 mit neuem Trafo und anderer Schaltung für Clean und Crunch. Später wurde das dann ins neue Gehäuse gepackt.

    - Cleankanal der absolut clean bleibt und sau viel Headroom hat, dafür aber einen schaltbaren Overdrive beinhaltet um ihn anzuzerren bzw. in die Sättigung zu treiben. Er bleibt wirklich absolut glasklar clean, selbst mit meinen EMG's, ist aber recht warm abgestimmt, quasi das Gegenteil von den hellen 5150 "cleans".

    - Eingebauter Booster dessen Schaltkreis angeblich dem Maxon OD 808 bzw Ibanez Tubescreamer nachempfunden ist, allerdings nur in Crunch und Lead anwendbar. Der Boost kann wie beim Maxon mit Tone und Level an der Ampvorderseite eingestellt werden, ähnlich wie beim echten Maxon OD 808, nur ohne Drive-Poti. (Den man normalerweise eh auf 0 dreht) Misha benutzt selbst zwar sein Signature-Booster, aber man hat sich eben für den TS-Booster entschieden, weil das für die meisten User einfach der Standard ist. Er räumt aber wie mein originaler Maxon OD 808 den Bassbereich vor der Vorstufe auf und sorgt so für noch tightere Bässe und wenn man Level am Peavey aufdreht, gibts ne ordentliche Portion Gain mit drauf. Aber der Amp hat im Lead-Kanal so brutal viel Gain, dass man den Booster wenn dann nur fürs "Frequenzaufräumen" brauchen würde. Das ist krank, wie der zerrt, das braucht keine Sau, ist aber nice to have. Gain kann man immer runterdrehen, nur wenn man mal mehr braucht, siehts mau aus.

    - Die Endstufe soll sehr neutral gehalten sein als perfekte Platform für Amp-Modeller, Axe-FX etc, er selbst spielt Live ne Mischung aus Amp und Axe-FX in die Endstufe des AMps

    - 2 programmierbare FX-Loops, bei denen man betont darauf geachtet hat, dass sie das Signal in keinster Weise verfälschen egal ob aktiv oder nicht

    - Der Footswitch ist ein Midi-Controller mit 10 Buttons, der zum Umschalten der Funktionen oder zum Aufrufen von bis zu 9 Presets verwendet werden kann. Programmierbar sind: Kanal, FX-Loop 1 und 2, Volume Boost (Einstellbar auf Rückseite), Noisegate an/aus, Boost an/aus. Man kann sich so bequem bis zu 9 unterschiedliche Sounds zusammenstellen, zum Bleistift diverse Lead-Sounds bei denen ein evtl. Delay im FX-Loop automatisch aktiviert wird.

    - Peavey selbst betitelt ihn als 6505 nachfolger, wo alles verbessert wurde, was bei 5150 I/II und 6505/+ kritisiert wurde. Kann ich verstehen, den Amp nochmal 6505 zu nennen wäre meiner Meinung auch Käse. 5150 kam ja damals von Eddie, der aber lange nicht mehr dabei ist. Dann wurde aus Not der Name auf 6505 geändert und warum sollte man einen Amp, auch wenn er auf den 5150 basiert, wieder so nennen, obwohl es eigentlich ein Markenname von Van Halen ist? Wobei ich sowas wie 6505 MkII cooler gefunden hätte und sicherlich viel mehr Leute auf den Plan gebracht hätte...

    - Eingebautes, regelbares und abschaltbares Noise Gate vor der Vorstufe (was ich gut finde) Der Amp rauscht nicht ganz so krass wie der 6505 und bei nicht übertriebenen Gain-Settings für Metal ist er relativ leise. Ein Noisegate im Loop fand ich selbst immer kacke je nach Aufbau der Endstufe. Ich habe zum Beispiel Amps wo die Endstufe immer auf 100% Arbeitet und das Mastervolume zwischen Vorstufe und Endstufe sitzt. Ergo mache ich den Amp Lauter, wird das Signal im Noise-Gate lauter und ich muss das Threshold wieder anpassen, damit es sauber zu macht. Also wenn das NoiseGate beim Invective gut eingestellt ist, reagiert es bei jeder Master-Lautstärke gleich. Nachteil: Das Rauschen der vielen Gain-Stages wird nicht abgeschnitten, stört mich persönlich aber net.

    - Der Amp ist wie gesagt schaltbar zwischen 120 und 60 watt, man muss dabei aber darauf achten, dass der Impedanzwahlschalter auf der Amprückseite angepasst wird. Links vom Schalter stehen die Stellungen und Impedanzen für den 120 Watt Betrieb, rechts für den 60 Watt betrieb.

    - DI-Ausgang mit Boxensimulation ist vorhanden, es gibt sogar einen Tone-Regler um den Sound des Signals ein wenig abzustimmen. Ich nehm aber lieber ein hardware IR-Loader mit guten IR's

    - Laut Peavey ist der Amp ein neuer 6505 und laut Misha wurde von ihm - und von den Peavey Techs - extrem viel Wert darauf gelegt, dass es eben nicht nur eine reine Djent-Maschine wird, sondern vielmehr ein Alleskönner 6505, der sich mit allen Stilrichtungen der härteren Gangart sehr gut verträgt.

    - Als kleines Schmankerl zum Finetunen wurde darauf geachtet, dass sich Post-Gain (Kanal-Lautstärke) und Master-Volume gegensetig beeinflussen, sprich man kriegt mit weit aufgerissenem Post-Gain und leisem Mastervolume ein anderes Voicing als umgekehrt. Dreht man das Post-Gain auf und hält den Master-Volume niedriger, kommen die Mitten etwas stärker hervor, auch bei Gig-Lautstärken. Hält man den Master niedrig und hat Post-Gain aufgerissen, wirds etwas gescoopter und moderner. Ich finde mit Post-Gain auf ca. 3 Uhr hört man im Lead-Kanal unmissverständlich die 6505 Gene des Amps.

    - Achja: Was mir auch sehr sehr wichtig war: Hinter den Röhren sind Bias-Testpunkte fürs Multimeter und ein Bias-Poti zum Einstellen. So kann man ganz einfach das Bias einstellen. Der Poti hat eine so weite Regelung, dass man ohne Probleme andere Röhren einbauen kann. Laut Peavey kann man den Invective ohne Mods auf EL34, 6550, KT88 umrüsten. Es ist aber immer nur der gesamte Röhrenverbund regelbar, nicht wie bei manchen Amps jeweils ein Paar. Heißt man muss ein gematchtes Quartett an Endstufenröhren kaufen statt zwei gematchte Paare.

    - Midi in und Through hat er auch. In der Manual steht auch eine riesige Liste an PC-Befehlen und was diese am Amp umschalten.

    - Der Midi-Controller (Sehr solide übrigens, ist eine Waffe) hat 10 schalter und kann im Preset oder normalen Footswitch-Mode verwendet werden. Es gibt auch coole Funktionen wie das wenn man Presets verwendet, man einfach das aktuell aktive Preset nochmal antippen kann und der Volume-Boost wird automatisch aktiviert. So muss man nicht zig Presets für mit und ohne Boost verschwenden, sondern kann sich schöne Cleane, Angezerrte, Crunch, Rythem und Solo-Sounds basteln und direkt abrufen.

    Soweit meine Erfahrungen mit dem Teil. Ich schau das ich die Tage mal ein paar gescheite Aufnahmen hinbekomme, ist hier im Mehrfamilienhaus aber gar nicht so leicht. Werd vermutlich über meine Reactive Load in die DAW gehen und ein paar gute IR's drauflegen und dann hier mal ein paar Aufnahmen der Channels posten.:D
     
  4. Blast Meat

    Blast Meat Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.20   #4
    Moin,

    ich habe die letzten Wochen den Amp auf Herz und Nieren geprüft. (Bias, Vorstufenröhren, Änderung des Voicings mit lautem Channel Volume vs. Master Volume, das der Volume Boost die Höhen verändert und wie die Unterschiede des 60 und 120 Watt Modus sind)

    Wen es interessiert:


    Vielleicht hilft das manchen Usern die den Invective noch nicht wirklich auf dem Schirm haben.
     
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