Praktische Anwendungen der Patterns bzw. Tonarten

von Hate Hate Haters, 10.07.07.

  1. Hate Hate Haters

    Hate Hate Haters Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.07   #1
    Hallo ich bin's wieder

    ich hab jetzt fürn Anfang mit der Moll Pentatonik angefangen, hab aber das Problem dass ich nur den 1. Pattern auch praktisch anwenden kann - ist das reine Übungssache oder gibt's irgendwelche Tricks wie man auch die anderen 4 Patterns lernt anzuwenden

    Noch eine Frage:

    Wie weiß ich welche Skala jetzt zu einer Tonart passt? Ich kann doch nicht jedesmal nachschauen ob sich die Töne in meiner Skala mit denen des Griffs "reiben"??
    Mir ist auch absolut unverständlich wieso die Moll Pentatonik sogut wie immer passt - natürlich es fehlen die Halbtöne aber wieso passt die Moll auch auf zB nen Dur barree
    Und wann passen mixolydisch, lokrisch usw.? Reine Übungssache/experimentieren? wohl kaum :screwy:

    Bitte helft mir meine Lücken hier zu füllen...

    thx
     
  2. Tri

    Tri Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.07   #2
    Ich bin zwar auch nicht so fit bei dem Thema, aber glaub es würde dir schon viel helfen wenn du dir merkst wo die Grundtöne der Pentatonik sind. Im Gitarren Forum gibts ja alle Pattern wo mit einem Rotenpunkt die Grundtöne makiert sind. Desweitern lernst du dann auch ein bischen das Griffbrett. Die 5 Pattern kannst du ja nahtlos aneinander reihen und somit kannst du wunderbar in die höheren Lagen wandern. Probier einfach mal vom Pattern 1 nur den Teil von der E und A Saite spielen und dann nahtlos mit Pattern 2 weiter und 3 usw.
    Danach fängst mit Pattern 1 wieder an und spielst die A und D Saite und wieder alle Pattern druchgehend bis Pattern 5. Mir hat das geholfen um zu sehen bzw. zu fühlen wie man die Pattern in einem verbinden kann und man nicht in einer Lage kleben bleibt.

    Tonart = Grundton der Pentatonik.

    Ist das Lied zb. in F-Dur nehmen wir mal Blues. Dann haben wir hier 12 Takte
    Das ganze ganz einfach gehalten.

    4 Takte werden F gespielt (Grundton F einer Pentatonik suchen und spielen)
    2 Takte werden in B gespielt ( Grundton B einer Pentatonik suchen und spielen)
    2 Takte werden in F gespielt (Grundton F einer Pentatonik suchen und spielen)
    1 Takt wird in C gespielt (Grundton C einer Penta......)
    1 Takt wird in B gespielt (Grundton B einer Penta....)
    2 Takte wird wieder in F gespielt (Grundton F.....)

    Wär von einer einfachen Kadenz in Stufen I-IV-V

    Wichtig wär halt hier zu wissen , wo liegt denn das B oder F auf dem Griffbrett dann kannst du von sehr vielen Punkten aus deine Pentatonik starten und loslegen und dann auch flüssig mit den andere Stufen verbinden
    Was dann gut klingt und 100% passt hat viel mit Übung zu tun.

    Aber wie gesagt kenn mich auch nicht so gut aus und hoffe hab hier keine Müll erzählt und es hilft dir im ersten Teil ein bischen.
     
  3. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 11.07.07   #3
    In einer Tonart gibt es mehr als nur eine Pentatonik, da die Pentatonik nur 5 der 7 Tonarttöne benötigt. Merken mußt du dir nur die Beziehung zwischen Pentatonik und Tonart. (Stufen)

    In C-Dur lassen sich drei Pentatoniken bilden:
    . . . Stufe I: . C-Dur-Pentatonik: c d e g a
    . . . Stufe IV: F-Dur-Pentatonik: f g a c d
    . . . Stufe V: .G-Dur-Pentatonik: g a b d e

    Diese Pentatoniken können theoretisch über jeden Stufenakkord von C-Dur gespielt werden. Es gibt aber einige Ausnahmen: Wenn eine Pentatonik einen Ton enthält, der einen Halbton über einem Dreiklangston eines Stufenakkordes liegt, ist dieser Ton eine avoid-note. Das heißt, dieser Ton bildet mit dem Akkord zusammen eine starke Dissonanz und ist deshalb zu vermeiden.

    In C-Dur gibt es den Halbtonschritt zwischen e/f und b/c. Das bedeutet:
    • wenn eine Pentatonik das f enthält (F-Dur-Pent.), sollte dieser Ton nicht über einen Akkord gespielt werden, der das e enthält (C, Em, Am)
    • wenn eine Pentatonik das c enthält (C-Dur-Pent. + F-Dur-Pent.), sollte dieser Ton nicht über einen Akkord gespielt werden, der das b enthält (Em, G, Bdim)
    Wie man sieht, enthält die Pentatonik auf der Stufe IV (F-Dur-Pent.) alle beiden avoide-notes. Über dem Em-Akkord bleiben nur noch drei Töne übrigt, die man problemlos verwenden kann (g, a, d).
    Die einzige Pentatonik, die keine avoid-note enthält, ist die Pentatonik auf der Stufe V (G-Dur-Pent.). Sie kann über jeden Stufenakkord uneingeschränkt verwendet werden.

    Das bisher geschriebene gilt natürlich auch für die Paralleltonart a-moll. Sie enthält die gleichen Pentatoniken und die gleichen Stufenakkorde, nur die Namen und die Grundtöne der Pentatoniken - und die Stufenbezeichnungen der Akkorde unterscheiden sich.


    Im Blues verhält es sich etwas anders. Da wird einfach die Moll-Pentatonik (bzw. Blues-Tonleiter) über einen Dur-Dreiklang oder Dominant-Setpakkord gespielt. Ohne die dabei entstehenden Dissonanzen wäre der Blues kein Blues. Die selbe Pentatonik/Blues-Tonleiter wird sogar über alle Akkorde des Stückes gespielt.

    Gruß
     
  4. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 11.07.07   #4
    Es gibt zwei typische Anwendungen für die Modi

    1.) Sofort passendes Tonmaterial für die Akkorde griffbereit haben: Man ordnet jedem Akkord einer Akkordfolge entsprechend seiner harmonischen Funktion eine bestimmte Skale zu (Akkord-Skalen-Theorie). Bei dieser Art der Anwendung fallen die Modi nicht unbedingt auf.

    Du kannst z.B. in Dur über die Dominanten V7/I, V7/IV und V7/V mixolydisch spielen. Das sind die Dominante und die Zwischendominanten der Dur-Stufen. In C-Dur sind das die Akkorde: G7, C7 und D7.
    Hier ist eine Akkordfolge, die die drei mixolydischen Dominanten enthält:
    . . . | Cmaj7 | C7 | Fmaj7 | D7 | C/G | G7 | Cmaj7 |
    . . . Mixo_Dom7.mp3

    Ich habe im Midi-File über C7, D7 und G7 jeweils die mixolydische Tonleiter vom jeweiligen Grundton aufwärts gespielt, damit du es heraushören kannst.

    2.) Eine Akkordfolge soll nach einem bestimmten Mode klingen.

    z.B ein Stück soll mixolydisch klingen. Die Melodie muß den markanten Ton enthalten. Der markante Ton ist der von ionisch bzw. äolisch abweichende Ton. Die Akkordfolge sollte möglichst ebenfalls Akkorde enthalten, die diesen Ton verwenden. Hier in c-mixolydisch ist es der Ton Bb.
    . . . | C . . . . . . . . | . . . . Bb F | C ...
    . . . Mixo_Mode.mp3

    Gruß
     
  5. roofonfire

    roofonfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.07   #5
    @MaBa: Danke, wieder mal klasse erläutert und mit Beispielstücken veranschaulicht.
     
  6. Orluk

    Orluk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.07   #6
    Ebenfalls an Maba: Sag mal wie hast du die Beispiele gemacht? Ich meine hast du die aufgenommen oder gibst dafür bestimmte Programme?
     
  7. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 11.10.07   #7
    Es ist ein reines MIDI-Arrangement. Bei der Rhythmusgruppe hat mir Band-in-a-Box geholfen. In Logic habe ich es vervollständigt. Die Sounds stammen von Native Instruments Software-GM-Modul Bandstand.

    Gruß
     
  8. Orluk

    Orluk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.07   #8
    Hmm, is ziemlich teuer. Gibts vielleicht en paar gute Sounds die freeware sind?
     
  9. Orgeltier

    Orgeltier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.07   #9
    Gut und freeware, ganz seltene kombination...
     
  10. konbom

    konbom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.07   #10
    Guck mal ins Recording -> Software - Unterforum. Da gibt es einen Thread "Die besten Links zur besten Freeware". Vielleicht findest du da etwas brauchbares.

    @Orgeltier: Meiner Meinung nach, ist das gar nicht so selten. Guck dir nur OpenOffice, die Mozilla-Produkte oder Linux an. Sind auch alle Freeware bzw. OpenSource und durchaus gut, evtl. sogar besser als die proprietäre Konkurenz. :)

    MfG,
    Max
     
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