Ja, was soll ich dazu noch sagen? Nichts oder?
Ich habe zwar nichts so schönes anzubieten wie Paco oder BFP und den heutigen Hörgewohnheiten entspricht die 20 Jahre alte Mehrspuraufnahme auch nicht aber ich schäme mich nicht für meine Jugendsünde.
http://rapidshare.com/files/306160824/Track_9.MP3.html
Ich gebe dir vollkommen recht. Ich glaube das ist der Zeitgeist. Ich hatte damals kein Internet sondern nur den Laden in der Stadt. Mich hat es nei interessiert mit welchem Klingeldraht Knopfler und Clapton spielen. Rory Gallagher haben wir im Rockpalast gesehen, Schallplatten zum üben in der Geschwindigkeit runterschaltet und mit Songs im Radio mitgespielt. Meine frühen Lehrer waren durch die Platten und teueren Lehrvideos die ich mir gekauft habe Tony McAlpine Van Halen Lynch und Gambale.
Summiere ich alle Postings die mir von Chris ins Auge sprangen reicht Vintage Kram um gut zu klingen und die Ignoranz das nur der Vintage Kram richtig gut klingt schwimmt da auch oeben mit. Ich bin kein Anhänger der Blumenkinder ich bin bisschen älter aber das war nicht meine Zeit und gehe deswegen vielleicht auch nicht ansatzweise so überschwenglich mit Lob für seinen Sound um (wie andere das wohl machen) für mich klingt das wie wiederverdautes. Ich nehme mich da nicht aus. Wir waren nicht anders bei unseren ersten Aufnahmen aber großen Wind haben wir nie drum gemacht. An erster Stelle für einen guten Ton stand immer das üben. Timing, Technik und Theorie kein technisches Fach(idioten)gesimpel. Wenn dafür das Forum da ist bin ich falsch. ich bin nämlich der Meinung: Hat man es nicht in den Fingern hat man es auch nicht im Equipment. Ein bisschen Esoterik war immer dabei aber am Ende bleibts Handwerk. Ich kapiere auch nicht wie man den 60ern so hinterhereifern kann wenn man 20-30 Jahre später geboren wurde. Damals waren die nicht so verklemmt. Es ist fast ein Stillstand in der Gitarrenmusik ständig altes zu kopieren und ergrauten Generationen hinterherrennen zu wollen.
Warum ist das so?
Klingt fein wäre nur nicht mein Anwendungsgebiet.
🙂
So, nachdem das nun mal ein wirklich konstruktiver Post von Herrn Razorburst ist (wer hätte da noch mit gerechnet
😉) bin ich auch gerne bereit weiter mit zu diskutieren.
Ich habe nie behauptet man bräuchte nur Vintage Kram (weiß auch nicht warum Du immer denkst ich spiele nur Vintage Zeugs - ich besitze ebenso eine
Fender Strat von 2008 und nen Cornell Amp aus gleichem Jahr) und damit würde man automatisch gut klingen (nur mal als Anmerkung nebenher - Vintagekram ist meist schwerer zu beherrschen als modernes Zeug, z.B. einer Vintagestrat mit 7.25" Griffbrettradius saubere Bendings zu entlocken brauch schon etwas Erfahrung...). Ich gehe nur mal davon aus, dass wenn man sich mit Dingen wie NOS Röhren beschäftigt auch bereits ein gewisses Grundmaß an gitarristischen Fähigkeiten vorhanden ist. Andererseits kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen irgendein Typ zu werden, der sich täglich hinsetzt um Skalen zu üben - dafür kommt Musik bei mir zu sehr aus dem Bauch und der Song steht bei mir immer noch vor dem technischen Aspekt (da setze ich mich lieber hin und schreib an ein paar Riffs - das gibt mir deutlich mehr als wenn ich irgendein Van Halen Solo beherrsche). Mir ist es einfach lieber wenn ein Solo gefühl hat (auch wenn es mal an einer Stelle vielleicht nicht so exakt ist) als wenn es technisch perfekt ist aber dafür aber nicht lebt.
Natürlich kann man heutzutage auch aus günstigem Equipment brauchbare Sounds rausholen, nur diskutieren wir hier ja letztlich wo und an welchen Stellen noch etwas mehr geht - und da habe ich einfach die Erfahrung gemacht, dass ich für meinen Sound am meisten Ton aus altem Zeug rausholen kann.
Ich gebe Herrn Razorburst übrigens recht - ich verstehe auch nicht, wie man unbedingt klingen will wie jemand anderes. Das war auch nie mein Ding und ich finde es auch wichtig einen eigenen Ton zu entwickeln. Das klappt jedoch meines erachtens mit den klassischen puren Gitarre/Booster/Amp Sounds der 60er/70er viel besser als mit dem Gain/Effektgeschwängerten Klängen der 80er/90er. Deswegen finde ich daran überhaupt nicht verwerfliches, sich an klassischen/puren Crunchsounds zu orientieren, bei denen man klar und deutlich die Gitarre, den Anschlag und letztlich auch die Spieltechnik hört. Deshalb ist für mich auch gutes, ehrliches Equipment wichtig, weil man mit so einem Sound eben jeden Parameter deutlich raushören kann. Kleistere ich meinen Sound hingegen mit jeder Menge Distortion, Hall und Delay zu, ist es natürlich viel weniger wichtig, ob ich jetzt ne gute V1 Röhre benutze oder ob meine Pickups dynamisch sind - das würde da nur im Gesamtsound verlohren gehen.
Für mich waren die 60er und 70er einfach die "ehrlichste" Zeit der Gitarrengeschichte und inspirieren mit weitaus mehr als das was nachher geschehen ist. In den späteren Jahren ist für mich einfach ein wenig die Seele des Gitarrenspiels verlohren gegangen und sieht man die die Rolle der
E-Gitarre in der aktuellen Populärmusik an ist das Instrument eigentlich zum Begleitinstrument verkommen. Selbst in der aktuellen "Gitarrenmusik" (ich denke da mal an die ganze Indie und Britpopbewegung) spielt die Gitarre eigentlich nur ein begleitende Rolle. Warum sollte ich letztlich meine Inspiration zu meinem Gitarrensound/spiel nicht aus der Ära ziehen, die mich am meisten anpricht? Ich sehe daran absolut nichts schlechtes...