Stimmplatteneffekte-Stimmplattendefekte

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Keine Ahnung wohin damit.
Hier wird aber am tiefgründigsten über Stimmzungen / Platten ud vielleicht auch Hölzer philosophiert.
Deshalb HIER ein Interview mit Teodoro Anzellotti, in dem er über seine speziellen Bestellungen redet.
 
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Interview mit Teodoro Anzellotti, in dem er über seine speziellen Bestellungen redet.

Da gibts eigentlich bei den meisten Punkten nichts zu widersprechen - die Frage ist allerdings weniger, die Frage nach dem "Dass", sondern die Frage nach dem "Warum"!

Von Hand gearbeitet Stimmzungen - klar sind die gut, sogar sehr gut...wenn man einen findet, der sich die Mühe macht die alle von Hand zu optimieren. Bei russischen Löhnen kann man das vermutlich noch zu bezahlen. Allerdings darf man sich hier nicht vorstellen, dass der ehrenwerte Meister aus einem massiven Blech die Zunge rausfeilt, bis er ein Stück Piccolozunge in der Hand hält. Die wird schon maschinell in die Rohform geschliffen. Das Finish das wird von Hand gemacht.
Bleibt die Frage, ob ich auch so gute bekäme, wie der Anzelotti, oder ob sich da der Meister nochmal extra für den berühmten Besteller ins Zeug gelegt hat. Dem guten handwerklichen Können der russischen Stimmplattenbauer möchte ich gar nicht ihr Können in Abrede stellen, die können schon was (, wenn sie wollen), aber ich vermute dass unser User Balg den russischen Spitzenkönnern in nichts nachsteht, wenn er sich an die Arbeit macht...:rolleyes:

Dass die Stimmstöcke aus verschiedenen Materialien bestehen und drum unterschiedlich klingen ist mir auch klar. Interessant wäre gewesen, wenn er erklärt hätte welche Eigenschaften ihm das jeweilige Holz gebracht hat. Jedes dieser Hölzer hat eine andere Holzstruktur und Oberfläche - das wirkt sich auf den Klang aus.

Wo er allerdings was verwechselt ist der Vergleich mit den Streichinstrumenten. Bei Streichinstrumenten, auch Gitarre oder ähnlichen, ist der Korpus aktiv als schwingendes Element an der Klangerzeugung beteiligt. Da ist die Sorte des Holzes elementar wichtig. Beim Akkordeon ist das Gehäsue kein aktiv schwingendes Bauteil. Deshalb ist der Aufbau nicht so relevant. Das Gehäuse ist aber ein passives Klangelement , in Form von Oberflächenabsoorption und Reflektion. Da macht die Oberfläche schon auch was am Klang aus. Wobei hier noch diskutiert werden kann, wieviel davon noch nach außen hin übrigbleibt, weil die Schallwellen, die im Innern am Gehäuse reflektiert werden, müssen erst wieder durch die Stimmzunge durch , durch die Kanzelle, durch die Tonöffnung , an den Klappen vorbei...ich wage zu behaupten, dass da nciht mehr viel übrigbleibt und der Hauptanteil der Klangforumung in der Kanzelle und im Cassotto passiert und das Gehuse praktishc keien Anteil hat.

Nett fand ich die Passage wo er hervorhebt, dass sein Gehäuse aus Massivholz besteht und nicht aus Sperrholz. Und zwar aus Massivholz, das beidseitig mit Mahagoniholz überzogen ist, damit sich nichts verzieht. Diese Lagen heißen im Fachjargon Sperrlagen...und das Ganze Gebilde wird allgemein wegen der zusätlichen Sperrlagen als Sperrholz bezeichnet. - Nur ist normales Sperrholz nicht mit Mahagoni furniert. Hier irrt der Herr etwas. Aber das sei ihm verziehen, denn er ist ja in erster Linie ein hervorragender Musiker und kein Techniker.

Aber egal wie - das Interview fand ich interessant!
 
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Wobei hier noch diskutiert werden kann, wieviel davon noch nach außen hin übrigbleibt, weil die Schallwellen, die im Innern am Gehäuse reflektiert werden, müssen erst wieder durch die Stimmzunge durch , durch die Kanzelle, durch die Tonöffnung , an den Klappen vorbei...

Ich vermute mal, dass im Innenraum hauptsächlich eine glatte Oberfläche für die Lufströmung wichtig ist (so wie es Gomes auf seiner Homepage erwähnt). Vielleicht können die Zungen dadurch noch etwas schneller anspringen?
Ich habe zumindest bei meinem Borsini die Erfahrung gemacht, dass es sich nach der Innenlackierung gefühlt leichter spielen lässt. Es könnte aber auch einfach nur daran liegen, dass der Schall lauter durch den Balg tritt.
 
maxito
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Vielleicht können die Zungen dadurch noch etwas schneller anspringen?

da würd ich vermuten, dass es eher an der penibel akribischen Abstimmung der Stimmzunge liegt, dass die "perfekt" laufen.


Ich vermute mal, dass im Innenraum hauptsächlich eine glatte Oberfläche für die Lufströmung wichtig ist

Glatte Flächen bedeuten bessere Reflektion und weniger Absorption - sprich es geht weniger an Schallleistung verlorren und die Lautstärke lässt sich so optimieren.

Anders sieht es aus, wenn man am Klangspektrum arbeiten möchte. Da spielt da spielt dann mit rein, welche Frequenzen absorbiert werden wund welche wie in welche Richtung reflektiert werden. Das sind dann die Punkte wo eine Victoria professional im Diskant (Cassottoschacht aus Aluminium) anders klingt als eine Poeta (Holzcassottoschacht). Und an dem Punkt gehe ich davon aus, dass Anzellotti auch hier durch die Auswahl der unterschiedlichen Hölzer mit den Parametern Reflektion / Absorbtion spielt um klangliche Unterschiede zu generieren.
 
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Hallo maxito,

mit Deinen Beiträgen in diesem Faden bist Du dabei, Dir selbst ein Denkmal zu schaffen. Ich ziehe den Hut vor Deinem Engagement in der Akkordeontechnik.

Viele Grüße

morino47

Dem kann ich nur beipflichten.
 
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maxito
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Sooo... nach dem es in den Nachbarbereichen wieder mal öfter um Stimmzungen geht, und auch um deren Herstellung ...

Da dacht ich, wird s mal wieder Zeit für ne neue Folge:


Stimmplattenherstellung, wie machen die das denn und was sieht man denn da?


Es schwirren ja immer wieder mal die Begriffe, "maschinengefertigte Stimmplatten", "Tipo A mano" oder "handgemacht (A Mano)" so durch den Äther.

Die preiswertesten sind die "maschiengefertigten" für die "einfacheren" Instrumente und die "handgemachten" für die hochwertigen Instrumente. Und weil so ein hochwertiges Akkordeon sehr viel Geld kostet und sorgfältig gebaut werden, stellt man sich meist hier einen erfahrenen(älteren) handwerker mit meist schon dickerer Brille vor, der liebevoll und sorgfältig mit Bedacht jeden einzelnen Feilenstrich setzt um das beste Handwerksprodukt zu erstellen, das menschenmöglich ist.

Also ungefähr so stellt man sich gerne die Fertigung von handgearbeiteten Stimmzungen vor :

aus dem Ausgangsmaterial Rohmaterial idealisiert.jpg wird mit Hilfe der erfahrenen Hand des Meisters und seinen Werkzeugen manpower.jpg das klangliche Kunstwerk geschaffen , das unser Ohr mit feinsten Klängen erfreut:Binci a mano grob vorgestimmt.jpg


Die Vorstellung wird noch verstärkt , indem man etliche Videos im Internet findet , wo ein Meister anhand von ein paar Stimmplatten exemplarisch vorführt wie der Prozess grundsätzlich gemacht wird...und man bekommt den Eindruck dass das tatsächlich so gefertigt wird.



Wie eine Stimmplatte entsteht wird , wie ich finde, sehr schön in dem Video der Fa. Binci vorgeführt und gezeigt:




Auch wie die Stimmzunge dann auf die Stimmplatte draufkommt und dann das wird , wie se sein soll wird sehr schön gezeigt. ... Man darf sich aber nicht verwirren lassen: Der normale Fertigungsablauf ist deutlich schneller und rationeller. Das wir nur zur besseren Demonstration in dem Video so deutlich in aller Ausführlichkeit gezeigt, was für Schritte notwendig sind, um das was im Fertigungsprozess geschieht deutlicher zeigen zu können. Zum sehen und verstehen in welchen Schritten so eine Stimmzunge entsteht finde ich dieses Video wirklich super! (Auch wenn die Fertigungswirklichkeit nicht immer auch realistisch gezeigt wird)

Wichtig und wenn man nicht aufpasst übersieht man den Punkt gerne: Zwischendurch wird kurz die Schleifmaschine gezeigt, mit der das Zungenprofil auf die Stimmzungen geschliffen wird - mit der also sozusagen die Grundlage für den späteren Ton schon mal grob festgelegt wird. Denn würde man jede Zunge mit der Hand auf das Profil feilen, würde das einerseits ewig dauern und andereseits würde aufgrund der manuellen Fertigung die Streuung der Stimmhaltigkeit und Tondrift sehr stark streuen. Von daher: es ist gut dass das Grundprofil maschinengesteuert eingeschliffen wird, um die Tontoleranzen schon mal in ein schmales Toleranzband zu bringen


Schon deutlich näher an der realen Fertigung ist dieses Video:




Was man hier sehr schon sieht ist, wie denn die Stimmzunge anschließend vorgestimmt wird. Da sieht man auch, wie denn ds typische "Querschliffbild" auf die Zungen kommt

nach dem die Stimmzunge aufgenietet wurde stimmt der Ton noch lange nicht, auch wenn das Profil schon vorgeschliffen wurde. - um für den eigentlichen Akkordeonbauer die Tonabweichungen nicht allzu weit vom Zielton entfernt zu lassen und damit für den Fertigstimmer Stimmzeit zu sparen wird der Ton schon relativ nahe an den Zielton vorgestimmt.

Was gut zu sehen ist , ist der Bandschleifer mit dem das Profil flächig nachgeschliffen wird, um den Ton näher an den Zielton zu bringen. Das geht viel schneller und vor allem präziser, als mit der Feile! Und aus diesem Prozess mit dem Schleifband ergibt sich auch die Eigenschaft der Zunge, dass das geschliffene Profil eine leicht ballige Oberfläche aufweist - das ist prozessbedingt. Weil das aber sehr minimal ist, und nur per Auge im Spiegelbild sichtbar, aber sonst keine negativen Einflüsse hat, stört das nicht weiter.

So!

Bis hierhin ist die Stimmplatte also fertig genietet und ungefähr vorgestimmt und sieht dann z.B. so aus:

Binci a mano grob vorgestimmt.jpg
Hier am Beispiel einer Binci "A Mano" Stimmplatte . Das Ventil bitte wegdenken, das ist ab Werk noch nicht drauf!

Normalerweise werden die Stimmplatten ab Werk ein paar Cent höher vorgestimmt als es der Zielton wäre, weil so eine Stimmplatte grundsätzlich leichter tiefer zu stimmen ist , als höher (gilt zumindest für die Stimmzungen ohne Beschwerungsgewichten - bei denen ists genau umgekehrt)

Jetzt kanns aber sein, dass der Handwerker entsprechend viel Erfahrung hat und weiß , um wieviel Cent sich die Stimmung typischerweise nochmal verändert, wenn die Stimmplatte mit Ventil ausgestattet wird und auf den Stimmstock gebaut wird und nutzt die Gelegegenheit, wenn die Stimmplatte noch nicht eingebaut ist, um die schon mal noch näher an die Zielfrequenz zu stimmen (weil das Stimmen im eingebauten Zustand immer nochmal deutlich aufwändiger ist, als so auf dem Werktisch) Und so kann es sein, dass der Stimmer die bereits grob vorgestimmte Stimmplatte nochmals etwas feiner auf den Zielton vorstimmt. Dazu wird in der Regel jetzt aber die Stimmfeile benutzt!

und das sieht dann z.B. so aus:

Binci A mano vorgestimmt.jpg

hier sieht man dass der Stimmer sein Zielfenster nicht sofort auf Anhieb getroffen hatte und erst übers Ziel hinausgeschossen ist. Denn man sieht Feilspuren im hinteren Teil und Feilspuren an der Zungenspitze. Dass die Feilspuren im hinteren Teil so schräg laufen liegt ganz einfach daran, dass man mit aufgeklebtem Ventil nur sehr schlecht querfeilen kann, ohne das Ventil zu beschädigen. Deshalb wird schräg gefeilt damit die Feilenspitze vorne locker und ohne zu beschädigen über das Ventil laufen kann.


So!


Bis hierher hat die Stimmplatte zwar schon diverse Bearbeitungsspuren bekommen, hat aber noch kein Akkordeon gesehen - war also noch nie eingebaut. Die gezeigte Stimmplatte ist so wie se abgebildet ist aus der Schublade fabrikneuer Stimmplatten meines Hzimms.

Bis hierhar war das der Fertigungsprozess einer "Handarbeitsstimmplatte" also " A Mano" nach etablierter üblicher Fertigungsmethodik. Die allermeisten Stimmplattenhersteller werkeln ungefähr nach diesem Muster. Eine Ausnahme bildet die Fa. Harmonikas in Tschechien. Dort wird anstelle des Stanzvorgangs mit Drahterodiermaschinen gefertigt, was m.E. eine noch höhere Genauigkeit ermöglicht.

Bei diesen "A Mano" Zungen und auch bei der Qualitätsstufe drunter der "Tipo A Mano" wird meist der Niet von Hand geklopft, was man dem pyramidenförmigen Kopf erkennen kann. Man könnte hier auch maschinell vernieten, lohnt sich aber nicht aufgrund der Justierprozesses der Zunge, die noch von Hand durchgeführt werden - da den Niet von der Hand verkloppen ist hier noch einfacher, schneller und billiger.

....

Anders sieht es aus, wenn man große Massen an Stimmplatten braucht.

Da wird dann das Zungen aufnieten und einrichten maschinell gemacht. Da werden die Zungen maschinell mit Schablonen auf den Zungenspalt ausgerichtet und der Nietkopf maschinell vernietet. So eine halbautomatische Variante (also quasi den maschinellen Prozes in Zeitlupe) kann man in dem Video schön sehen - So etwa ab Minute 22:00 bis ca. 23:00

Das Ganze geht maschinell nicht ganz so präzise wie von Hand auf Lichtspalt eingerichtet, drum haben maschinengenietete Stimmplatten eine größere Spalttoleranz als handgearbeitete.


So eine maschinengenietete Stimmplatte kennen die meisten: z.B. die bekannte T- Mensur von Hohner

T-Mensur.JPG

Gut erkennbar der geriffelte Nietkopf der häufig bei maschienengenieteten Platten zu finden ist. (Außerdem sieht man den Stimmplatten schon an, dass sie ein deutliches Gebrauchsleben mit mehrfachem Nachstimmen schon hinter sich haben)

Oder ein anderes Beispiel für maschinengenietete Stimmplatten hier (müssten m.E Cagnoni Stimmplatten sein)

alte Lederventile.JPG
Hier auch schön zu sehen für Liebhaber von Lederventilen: Leder ist ein Naturprodukt und bleibt leider nicht immer in der gewünschten Form... und kann auch mal im Laufe der Zeit zu kurz werden!:redface::nix:


...

So und dann kam unlängst auch noch der Begriff "maschinen(vor)geschliffenen Stimmzungen" auf:

... was ist denn jetzt damit gemeint, denn die obigen werden ja auch von Maschinen geschliffen und mit Maschinen vorgeschliffen?

In den obigen Video wird das Zungenprofil mit einem schmalen Bandschleifer von Hand geführt nach geschliffen. Und wenn man das von Hand führt, dann kann die Hand den Schleifdruck sehr fein spüren und nachführen und damit auch das Schleifband ungefähr dem Zungenprofil nachfahren. Wollte man den Prozess automatisieren, dann müsste man ziemlich viel Geld in Regelungstechnik und Sensorik reinstecken um den Prozess nachzuahmen.

Zu den Hochzeiten des Akkordeons also so in den 60-er bis 70-er Jahre wurden ja unglaublich große Mengen an Akkordeons gefertigt mit noch unglaublich größeren Mengen an Stimmzungen drin. Da war schlichtweg ein unglaublich hoher Bedarf an Stimmplatten und es gab deshalb auch diverse Bemühungen die Stimmplattenfertigung zu automatisieren um die geforderten Stückzahlen überhaupt herstellen zu können. Und es gab diverse Projekte in Ost und West , die Fertigung der Stimmplatte mit Automaten bis zur vorgestimmten Stimmplatte zu machen. Die Fa. Hohner hat das soweit ich weiß am weitesten getrieben und längere Zeit für Atlantik, und Lucia die Stimmplatten auf Vorstimmautomaten gefertigt (ich glaube auch die T-Mensur wurde zeitweise so gefertigt)

Jetzt kann so ein Automat, soll der nicht exorbitant teuer werden, diese feinfühlige Nachführung des Schleifbandes auf dem Zungenprofil (wie bei der Handfertigung) so nicht machen.. also muss man den Prozess hier etwas umstellen:

Dazu wird eine Schleifscheibe auf einen festen Schleifabstand eingerichtet und die Zunge, die nach der Fertigung noch einen zu tiefen Ton aufweist, zuerst automatisch gemessen. Danach wird mit der Schleifscheibe von vorne die Zungenspitze ein Stück weit über die Zungenspitze geschliffen. Je tiefer der Ton war, desto weiter fährt die Schleifscheibe auf die Zunge und schleift die Spitze in einem mehr oder weniger langen Bereich dünner.


hier sieht man gut an der Zungenspitze, wo die Schleifscheibe abgeschliffen hat (Am Beispiel einer der bekannten "Artiste Gold" Stimmplatten aus einer Hohner Atlantik):

maschinell vorgestimmt.JPG

... und anschließend wird nochmal nachgemessen... und ja, weil auch ein Automat nicht perfekt arbeitet kommts auch vor dass der Ton dann zu hoch ist... Dan wird mit der gleichen Mechanik im hinteren Teil etwas von der Zunge abgeschliffen. Im Bild oben war das offenbar der Fall, deswegen ist neben den Schleifspuren im Zungen spitzen Bereich auch im hinteren Bereich eine kleine Schleifkuhle zu sehen.

Kann auch sein dass mal ne Stimmzunge in den Automat kommt die schon zu hoch ist vom Ton - dann wird nur hinten abgetragen:


maschinell vorgestimmt2.JPG

Die Schleifkuhlen im hinteren Bereich sehen übrigens auf den Bildern wilder aus , als die in Wirklichkeit sind - in Natura sind die nur sehr flach eingeschliffen und darf man nicht mit den berühmt berüchtigten "Dremelkuhlen" beim Nachstimmen verwechseln:

Schleifscharnier.JPG
Diese Scheifkuhle ist tatsächlich so tief, wie s auf dem Bild aussieht und bildet schon eine Scharnierstelle an der Zunge - das ist eine klassische Sollbruchstelle und die Zunge ist nicht mehr wirklich weiter nachstimmbar - die ist Schrott!


Diese automatisierte Schleiferei ging schnell und brachte hohe Stückzahlen. Aber von der Stimmqualität ergibt das im feinen ein paar Nachteile bezüglich Tondrift und so. Deswegen wurde diese Fertigungsform auch nur in einfacheren bis maximal mittleren Instrumentenqualitäten verbaut.

Diese Artiste Gold Stimmplatten sind aber an sich so gar nicht schlecht und können mit besseren Sorten mithalten - man findet die außer in der Lucia und der Atlantik auch in älteren Morinos... aber der wesntliche Unterschied der Artiste Gold Stimmplatten die in Morinos eingebaut wurden zu denen in der Atlantik: In der Morino wurden die Stimmplatten Nicht maschinell vorgestimmt, sondern ganz konventionell gestimmt! Womit die Klangeigenschaften n bissl besser liegen, als bei den maschinell vorgestimmten.



So und zum Abschluss noch ein Bild das in einem anderen Faden schon aufgefallen ist, was da alles drauf zu sehen sein könnte:

Bearbeitungsspuren1.jpg

ich habe das Bild gepostet mit dem Nebensatz, dass die aus einer Gola raus ist.. und gleich gingen die Vorstellungen hoch, was hier alles liebevoll eingearbeitet wurde...ja und nein!...

Zunächst sieht man auf der Stimmplatte ganz gut das Vorschliffprofil - erkennbar an den 90 Grad quer verlaufenden Schleifspuren. Im vorderen Bereich hat die Zunge beim Schleifen offenbar leicht mitvibriert, weswegen das Schliffbild hier grober ist, als im hinteren Bereich.

Ganz vorne an der Spitze sieht man eine leichte "Fase" hier kam das Scheifband nicht hin, die Spitze wurde mit feinem Schmirgelband separat höher gestimmt.
Das könnten soweit die Spuren der Fertigung beim Hersteller (in dem Fall vermutlich Salpa) sein - also bis zum "vorstimmen".

Beim Einbau hat man dann offenbar nochmal nen Tick nachstimmen müssen und weil viele Käufer bei der Gola Wert drauf legen keine Feilspuren zu sehen, wurde dieses feine Nachstimmen nicht mit der Feile oder dem Stimmstichel gemacht sondern mit der Schleifbandfeile... Weil jetzt schon vermutlich Ventile drauf waren und die Stimmplatte im Stimmstock aufgewachst, kann man nicht mehr so einfach 90 Grad quer schleifen und hat deshalb schräg geschliffen. Deshalb sind auch Schleifspuren zu erkennen, die schräg verlaufen.

So in dem Zustand ist die Stimmplatte vermutlich im Instrument ausgeliefert worden.

...Das Instrument ging in Betrieb und offenbar ist die Stimmung der Stimmzunge nach oben gewandert, weshalb nochmals nachgestimmt werden musste: Das hat dann der Stimmer mit der Stimmfeile gemacht.

Dass die Plattenkante so rauh aussieht, ist vemutlich so gewollt um eine bessere Haftung mit dem Wachs zu bekommen, damit die Stimmplatte fester hält. Als das Instrument gebaut wurde, war grad so der Prozess im Gang ,wo man so langsam auf die zusätzlichen Nägel verzichtete mit denen die Stimmplatten auf den Stimmstock genagelt wurden. Und man hatte vemutlich noch nicht so viel Erfahrung, ob und wie gut das nur mit Wachs hält.. und hat deshalb vermutlich vorbeugen wollen und der Platte mit der aufgerauhten Fläche mehr Halt geben wollen, Später hat man erkannt, das das gar nicht nötig ist und hat dann wieder glatte Seiten gefertigt.

Wie gesagt , diese Stimmplatte ist aus einer Gola und war da eingebaut...Und warum ist die da jetzt nimmer drin? :

-> Das Instrument war dem Meister nicht stimmhaltig genug und hat beim Nachstimmen die Stimmung nicht genau genug gehalten. Drum ist die Stimmplatte rausgeflogen.

Und warum macht die sowas?

Wenn man genau hinschaut erkennt man auf der innenliegenden Zunge leichten Rostansatz - Und Rost , wenn er sich bildet verändert die Masse der Zunge... und verändert die Stimmung .. und vor allem wenn dann mal ein Partikel Rost abfällt, verändert sich wieder die Masse und damit die Stimmung.
Das ist jetzt nicht viel und in einem ganz normalen Instrument würde hier vermutlich noch keiner mit der Wimper zucken... aber hier war es in einem Instrument für konzertanten Betrieb auf höchsten Niveau vorgesehen und entsprechend sauber und fein sollte die Stimmung sein... das war so nicht sauber genug zu erreichen und drum wurde die Stimmplatte ersetzt.

Tja...Spitzeninstrumente sind nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern um das Niveau auch zu halten muss mitunter ein höherer Unterhaltungsaufwand gezahlt werden als bei normalen Instrumenten, wenn man die Spitzenqualität erhalten will!:nix:
 
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Hallo maxito,
ich habe momentan keine Kekse zur Verfügung, also möchte ich Dir zumindest auf diese Weise für Deinen großartigen Text bedanken. Noch ein paar solcher Beiträge, und Dein gesamter Thread kann gedruckt und als eines der besten Lehrbücher für zukünftige HZIMM veröffentlicht werden ... :great:

Gruß, Vladimir
 
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Wie eine Stimmplatte entsteht wird , wie ich finde, sehr schön in dem Video der Fa. Binci vorgeführt und gezeigt:
Maxito, da ist aber ein sehr schönes Video!
Muß man sich nur genau ansehen, dann die Arbeitszeit mit ca. 600 multiplizieren und dann relativiert sich schon der Preis der guten Quetkommoden mit den A-mano Stimmplatten
Cheers, Christof
 
maxito
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In einem Nachbarfaden kam die Frage auf:

Warum schwingt die Stimmzunge überhaupt?


... Nehmen wir mal an, eine Stimmzunge steht in ihrer Grundstellung so, dass die Zunge im Plattenkanal steht.

Also in etwa so:

Stimmzungen eingetaucht-r.JPG

Wenn man dann von der einen Seite aus Luftdruck drauf gibt oder von der anderen Seite saugt, dann wird die Zunge maximal weiter in den Plattenspalt reingesaugt, bis die Biegespannung in der Zunge dem drückenden oder saugenden Luftdruck wieder entspricht...

... und das wars dann auch schon :(

- da bleibt die Zunge dann wieder stehen! Da schwingt erstmal nix!


Damit die Zunge schwingt, brauchts drei Dinge:

1. Eine grundsätzliche Anregung, die einen Anreiz schafft zu schwingen anzufangen
2. Einen Verstärker
3. Einen gewissen Schwung.


Die Zunge hat ja aufgrund ihrer Form die Fähigkeit in ihrer ihr eigenen Frequenz zu schwingen. Und damit die das macht, brauchts gewisse Anstöße von außen. ... Und die kommen von der Luft. Denn der Luftstrom ist nie so komplett konstant, dass sich keine Mikrowirbel und Unterschiede ergeben. Das reicht aber schon aus, damit die Zunge anfängt zu zappeln. Und das Zappeln macht die in ihrer Eigenfrequenz.

-> Allerdings ist dieses Gezappel erstmal minimal. Das würde keinesfalls ausreichen um damit Musik zu machen!


Damit das Gezappel mehr wird brauchts einen Verstärker, der das erst richtig in Gang bringt:


Und hier kommt der Herr Bernoulli ins Spiel!

Der scharfsinnige Herr hat entdeckt dass Fluide - also z.B. auch Luft schneller wird, wenn man die durch einen engen Spalt drückt. Und weil die Luft schneller wird verändert sich auch das Druckniveau an der Stelle und sorgt dafür dass die begrenzenden Wände zueinander hingesaugt werden.

Nehmen wir wieder unsere Stimmzungen vom Anfang dann sieht das in etwa so aus:

Bernoulli2-r.JPG

Die Zunge die im Plattenspalt steckt, wird durch die an den Spalten an der Seite durchströmenden Luft zur Plattenwand hin gesaugt. Weil das aber auf der anderen Seite auch passiert , passiert erstmal gar nix, weil sich der Effekt aufhebt.... außerden saugts in Querrichtung zur Schwingungsrichtung ... also doppelt nicht brauchbar!

Also:

Sobald die Zunge im Plattenspalt steckt zischt die Luft links und rechts an der Zunge vorbei und bewirkt gar nix!:nix:

Deshalb muss die Zunge also im Anfangszustand so eingestellt werden, dass die nicht schon im Plattenspalt steckt weil sich da sonst nix tut. Die Zunge muss also so eingestellt werden damit die überhaupt zur Platte hingesaugt werden kann. -> Also muss die oberhalb montiert sein!

Jetzt kann nämlich die Luft seitlich zwischen der Zunge und der Platte reinströmen. Und damit wird die Zunge zur Platte hingesaugt! ... und es kann losgehen!

Und :

Je enger der Spalt, desto kräftiger die Saugwirkung.
Damit sieht man, wenn eine Zunge eine gewisse Aufbiegung hat, dann ist der Saugeffekt in engen Spalten am Größten - also hinten im Bereich des Niets. Und vorne wo die Zunge typischerweise weiter absteht ist die Saugwirkung am gerinsten.

Bernoulli 1.-rJPG.jpg
Rote Pfeile zeigen an, wo die Saugwirkung wie groß ist und die grünen Pfeile zeigen an wieviel Saugkraft das in Bewegungsrichtung erzeugt.

Man sieht:
Hinten im Nietbereich wird die größte Saugkraft erzeugt, die damit bewirkt, dass sich die Zungenspitze trozdem weit bewegt, obwohl an der Spitze fast keine Saugwirkung anliegt. Der hintere Bereich ist also wichtig, damit die Spitze kräftig in Bewegung kommt! - Teamwork!(y)

Und man erkennt auch gleich noch einen weiteren Punkt:

Damit die Zungenspitze nicht sofort im Plattenspalt verschwindet, wo der zusätzliche Saugeffekt durch den Bernoulli Effekt aufhört, muss die Zungenspitze etwas weiter weggebogen werden, damit die überhaupt einen Weg zurücklegen kann, bevors im Spalt wieder endet.


So und jetzt hat die Zunge damit auch endlich die Möglichkeit, einerseits durch den Luftstrom angeregt zu werden. Damit kann die zu zappeln anfangen und gleichzeitig wird dieses Zappeln verstärkt, weil die Zunge durch den Bernoulli Effekt in Richtung Platte gesaugt wird. Würde die Zunge jetzt genausoweit schwingen, wie der Saugeffekt Kraft dazu gibt, dann würde die Schwingung immer noch sterben, sobald die Zunge in den Spalt eintaucht.:(

Und jetzt kommt der dritte Effekt mit ins Spiel: der Schwung!

Die Stimmzunge ist ja eine Biegefeder und obwohl relativ leicht, hat die dennoch eine Masse!

Die Stimmzunge wird also erstmal durch Mikrobewegungen der Luft angeregt überhaupt in minimale Schwingung zu kommen. Und durch den Saugeffekt wird die Zunge weiter ausgelenkt und baut damit eine Biegespannung auf. Und weil das schnell geht hat die Stimmzunge einen gewissen Schwung durch die Bewegung. Und dieser Schwung bewirkt das die Masse der Stimmzunge weiter durchgebogen wird als das nur durch den Saugdruck passieren würde - Die Schwungmasse sorgt also dafür dass die Stimmzunge eine stärkere Federspannung aufbaut, als die Luft an Saugdruck bringt.
Und wenn die Zunge jetzt zum Stillstand kommt kann der Luftdruck die Zunge nicht in der Position halten weil die Federspannung stärker ist. -> Und die Zunge federt deshalb zurück.

Und weil die Zunge auch mit Schwung zurückfedert, federt die weiter zurück als die ursprünglichie Ausgangslage.... Und damit schwingt die Zunge schon mit mehr Schwung in die Ausgangslage, wo der Saugdruck wieder wirkt und die Zunge ansaugt...

... -> und schon kommt die Schwingung in Gang.:)

> Bis hierher muss die Zunge hierfür noch gar nicht in den Plattenspalt eingetaucht sein.. das findet alles noch außerhalb statt! <:cool:


Und damit kann die Schwingung stärker werden und die Zunge soweit ausschwingen, dass die sogar in den Plattenspalt eintaucht.

Weil dort aber kein Saugdruck durch den Bernoulli-Effekt wirkt kann die Zunge weiter ausschwingen als sie durch den Bernoulli Effekt gesaugt worden wäre und mehr Schwung aufbauen zum zurückfedern.

Das heißt also : Erst weil die Zunge in den Plattenspalt eintaucht kann aus der anfänglich kleine Schwingung erst so richtig kräftig Gas gegeben werden und die Schwingung sich noch stärker aufbauen.

Einmal in den Plattenspalt eingetaucht wirkt zwar kein Bernoulli Effekt mehr, aber die Druckdifferenz zwischen Ober- und Unterseite besteht ja trotzdem - und damit wird die Zunge durch den Spieldruck noch stärker in den Spalt reingedrückt. Und damit kann die Zunge noch mehr Rückfederspannung aufbauen - die federt dann also mit noch mehr Schwung zurück, was den Schwingungsaufbau verstärkt.

Das verstärkt sich so lange, bis die Schwingung so stark wird, dass die Zunge unten aus dem Spalt wieder rausschwingt.

... und... raus aus dem Spalt und Ende isses mit dem zusätzlichen Kraftaufbau durch den Spieldruck.
Die Zunge muss ab jetzt also mit ihrem eigenen Schwung sehen, wie weit se noch schwingen kann ... und dann gehts zurück durch den Spalt.

Wenn die Stimmzunge also groß genug ist, dann taucht die nicht nur in den Spalt ein, sondern taucht mit der Spitze sogar durch die Platte durch.

Und aus dem Grund nennt sich diese Form der schwingenden Zungen eine durchschlagende Zunge!

Andere Bauformen schlagen auf der Platte auf und schwingen dann zurück, das sind aufschlagende Zugen - aber beim Akkordeon sind die so gebaut, dass die durchschlagen können und heißen deswegen "durchschlagende Stimmzunge"


...so! Nun isses raus, wie die Zunge im Akkordeon schwingt und warum die "durchschlagende Zunge" heißt!

Ich hoffe ich habs auf der einen Seite verständlich genug erklärt, dass man den Gedanken folgen konnt und andererseits nicht soweit vereinfacht , dass wesentliche Faktoren nicht klar genug rausgekommen sind.:redface:

Viel Spaß damit,

euer Erklärbär 🐻
 

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Ich möcht mich mal kurz zu Wort melden.
Voerst möcht ich er wähen, dass ich die Kommentare von

Ippenstein

sehr schätze, habe aber bei weitem nicht alles in dieser andauernden Diskussion duchgelesen.

maxito

müht sich redich ab alles zu erforschen und zu erklären.
Ich weis nicht wie weit meine Person bekannt ist oder nicht spielt auch keine Rolle. Bin derzeit im Voruhestand und befasse mich mit der Thematik seit den Beginn der 1980er Jahren. Baue seit 2000 und vermehrt in den letzen Jahren jedes Jahr einige Instrumente. Habe einige Simmstäzte auch selber genietet und fertiggmacht. Fertige auch einzelne Simmplatten wenn nötig für historische Reparauren selber an wenn das nicht anders lösbar ist. Ich komme aus der Nachrichtentechnik und hatte daher auch etwas an Akustik auf den Hut. Daher mein Rat beschäftigt euch mehr mit Akustik und Resonanz und Filterwirkungen. Die Stimmzunge losgeöst von der Umgebung bleibt daher fast nur eine theoretscher Ansatz und nicht die Realität. In der Umgebung einer schwingenden Zunge gibt es unzählige Holräume und mitschwingende feste Körper die alle mehr oder weniger eien Wechslwirung auf die schwingende Zunge ausüben. Die Wechslwikungen füren zu Filtereffekten die als Nebeneffekt eine Tonhöhenverstimmung eine Veränderung des Kalngbildes und auch Auswirkungen auf das Ansprechverhalten der Zunge besitzen. Naheliegend ist das die Kanzelle die am nächsten mit der Zunge in Beziehung steht eine wesntlichen Einfluß besitz, was aber nicht heißt das Resonzräume die weit von der Zunge entfernt sind wie der Raum in dem das Instrument erklingt keine Wechselwirkung hervorufen. Betrachtet man die Kanzelle so ist erwiesen das hauptmaßgblich eine Volumenresonaz die Helmholzresonaz von bedeutung ist, es gibt aber wie bei allen anderen Räumen auch viel weitere Resonazpukte die man als Resonazmode bezeichnt. Zu beachten ist, dass alle auftrettenden Resonazpukte keinesfalls in einen bekannten harmonischen Tonspektrum zu stehen kommen. Zusäzlich zu den Holraumresonazen tretten aber weitere Resonazen der massiven Bauteile auf die alle mehr oder weniger stark mitschingen auch, wenn man das nicht vermuten würde. Zu beachten ist auch, dass Resonzeffekte meist nicht positiv sind und nicht zu eine Verstärkung der Lautstärke führen soneren einer Verminderung. Rigidere Bauarten sind meistens lauter, auch ein Gehäse aus Aluminum kann daher duchaus sinn machen. Da Sperrhols schwingungsarm ist hat sich Sperrholz in viel Fälen als guter Kompromiss für Gehäuse herausgestellt. Eigene Erfahrungen haben gezeigt, dass der Kopus mit der wahl der Holzart eines Akkordeons sehr wohl ebenfalls noch eine Wechslwirkung hervoruft auch wenn der Korpus keinen vergleichbarer Klangköper wie bei Streichinstrumente darstellt kann es vorkommen, dass ein Instrumnt der selben Bauart mit den gleichen optimal eingestellten Stimmplatten (Stimmstöcke taschbar) unterschiedlich gut anspricht. Also wenn ihr mehr erforschen wollt bitte befasst euch mehr mit Akkustik, es gibt jede Menge erfoschter und berechnbarer Zusammenhänge es ist nicht nur die Zunge die annähernd mit eine einseitig eingespannten Biegebalken berechnet werden kann. Wir bewegen uns leider dabei in eine Bereich wo sehr wenig wissenschaftlich nachbrüfbar erforsch wird es gibt aber bereits mehr als man denkt wenn man etwas über den Tellerand blickt. Abschließend aus eigner Erfarung mit den Profileirung von Stimmzungen: Man kann duchaus durch gezeilte neue Proflierung und Einstellung der Steiffigkeit der Zunge abgesehen von den anderen Dingen die beachtet werden müssen das Ansprechveralten und die optimale Dynamik auf das jeweige Instrumet optimiert werden ist aber derartig aufwendig, dass kaum jemand bereit ist den Zeitaufwand den es erfordert um einen Stimmsatz neu zu profilieren ,macht auch meist nur Sinn wenn man von Grund auf das bereits bei der Fertigung in betracht zieht wie das zum Beispiel Eduard Pellagrina auf Wunsch macht.
 
Akkordeonengel
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Hallo,

Ich weis nicht wie weit meine Person bekannt ist oder nicht spielt auch keine Rolle. Bin derzeit im Voruhestand und befasse mich mit der Thematik seit den Beginn der 1980er Jahren...
ich habe noch nichts von Dir gehört/gelesen. Wenn Du Deine Erfahrungen hier im Akko-Forum teilen wirst, wird es super. Abgesehen vom unser @maxito kenne ich nur einen Spanier, der sich mit diesem Thema so gründlich und präzise beschäftigt hat (jedoch auf offizieller akademischer Ebene). Sein Name ist Ricardo Llanos Vázquez. Zu diesem interessanten Thema hat er 2015 seine Dissertation verfasst. Das komplette pdf-Text der Dissertation kann man von dieser Website heruntergeladen werden. Ich bin besonders an @maxito (aber auch @Ippenstein und andere) sehr dankbar, dass sie ihr Wissen nicht für sich behalten, sondern mit uns geteilt haben. Es braucht Zeit, Geschmack und Energie, die nicht jeder hat... Und natürlich dieses tiefe Wissen...;)

VG, Vladimir
 
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Nun ich werde gerne Antworten, wenn jemand gezielt etwas Fragen möchte meine aktiven Beiträge liegen etwas weiter zurück und in den Vorläufernewsgroups und vieles was heute noch in der Wikipeda in Zusammenhang mit verwandten Themen zu finden sit stammt in weiten Bereichen von mir. Habe die automatsche Benachrichtigung bei diesem Forum aber deaktiviert müßte persönlich kontaktiert werden. Habe diesmal nur etwas geschrieben weil ich von einem Freund ersucht wurde. Ich selber bin nicht mehr auf der Sache an Informationen oder neuen Erkenntnssen. Der Akkordionbau ist eine spannede Sache und man muss sich auch nicht alles und jedes erklären können müssen. Meine Erfahrung mit anderen Fachleuten der Branche ist meist exrem gut die meisten leisten herforagedne Arbeit auch wenn mache theoretschen Hitergrunderklärungen etwas differiern von meinen macht doch die Erfahrung vieles wett. Ein Übel unser Zeit ist leider, dass alles schell gehen muss, aber wie ein altes Sprichwort sagt gut Ding braucht Weile. Was die Simmplattenerzeugung angeht so ist es heute natürlich schwierg jemnaden zu finden der derart viel prakische Erfahrung hat um einen Spitzenstimmsatz für ein hochwertiges Akkrdeon von Hand aus fertig zu machen oder gar komplett vom Rohmaterial zu fertigen. Erforschen ist super soll jeder dran Freude haben der sich damit beschäftigt, die praktische Anwendung dessen was sich nun über Gereationen überliefert als guter Kompromiss herasgestellt hat ist aber wichtiger. Es giebt jedoch einige die auch gerne davon abweichen um Neus zu probieren was auch immer meine Tiebfeder war, meine Erfahrungen haben aber gezeit, dass es sehr schweirig ist etwas noch zu verbesser was sich bewährt hat. Lg JP
Beitrag automatisch zusammengefügt:

PS: Habe die Distetation überflogen leider in Spaish aber anhabd der ersichtlichen Tabellen und Formeln dürfte da kaum etwas vorkommen was mir nicht bekannt ist. Werde es einen Freund der Spanisch als Mutersprache hat es zum Lesen geben mit dem ich seit Jahrzenten in Korespondenz über Akkordeons bin.
 
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maxito
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Und natürlich dieses tiefe Wissen...

Wobei für mich nach wie vor DER Kenner im Bereich Stimmzungen aller Art und Stimmzungenresonatoren der Ernst Zacharias ist ( oder war? ... ich weiß nicht ob er noch lebt...) - mit dem hätte ich mich sehr gerne mal unterhalten!

Habe die automatsche Benachrichtigung bei diesem Forum aber deaktiviert müßte persönlich kontaktiert werden.

Die hab ich auch abgeschaltet.. aber schau immer wieder mal ins Form rein - geht auch so!;)

Habe diesmal nur etwas geschrieben weil ich von einem Freund ersucht wurde.

Jetzt hast du mich neugierig gemacht: hab ich irgendwo was grundlegend falsches geschrieben?


Fachleuten der Branche ist meist exrem gut die meisten leisten herforagedne Arbeit auch wenn mache theoretschen Hitergrunderklärungen etwas differiern von meinen macht doch die Erfahrung vieles wett

Es gibt immer verschiedene Wege, wie man die Sache erklärt - jeder nach seiner Facon! ... ich hatte mal einen Prof an der Uni, der hatte die Profilsilhouette der Alpenkette anhand von Fourierfunktionen beschrieben...Auch ne Methode - nicht für jeden, aber durchaus auch ein Weg! Ich persönlich versuch die Erklärungen, wo immer es geht immer möglichst einfach und allgemeinverständlich zu halten... auch auf die Gefahr hin, dass dabei mitunter ein paar Randdetails unter den Tisch fallen.


meine Erfahrungen haben aber gezeit, dass es sehr schweirig ist etwas noch zu verbesser was sich bewährt hat.

Wobei das schon interessant genug sein kann ... wie z.B. die Frage, warum die "berühmten" Bugari Stimmplattensätze der 60-er Jahre durch die Bank eine gnadenlos gute Ansprache im Bereich 16´der tiefen Töne im Diskant hatten... und zwar Instrumentenübergreifend (Den Effekt konnte ich auch bei unterschiedlichen Akkordeonherstellern beobachten). Und im Gegenzug auch Instrumentenreihen verfolgend beobachtbar ist, dass z.B. bei Golas, die nicht mehr mit den Bugari Stimmplatten bestückt wurden, aber sonst keine oder nur minimale Bauartänderungen erfahren haben, zwar immer noch eine recht gute, aber nicht mehr diese extrem gute Ansprache bei den tiefen 16´Tönen bemerkbar ist.

... Da stellt sich mir dann doch sofort die Frage: was war da anders , an was liegt das... und was bräuchte es, um wieder da hin zu kommen?
 
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Ernst Zacharias war auch für mich der absolute "Stimmzungen-Papst". Er ist leider im Juli letzten Jahres in seiner alten Heimat in Norddeutschland verstorben. Ich hatte glücklicherweise damals die Gelegenheit, in seiner aktiven Zeit bei Hohner einige Male mit ihm sprechen zu können. Er war ein absolut beeindruckender Mann.

Gruß Claus
 
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Wobei das schon interessant genug sein kann ... wie z.B. die Frage, warum die "berühmten" Bugari Stimmplattensätze der 60-er Jahre durch die Bank eine gnadenlos gute Ansprache im Bereich 16´der tiefen Töne im Diskant hatten... und zwar Instrumentenübergreifend (Den Effekt konnte ich auch bei unterschiedlichen Akkordeonherstellern beobachten). Und im Gegenzug auch Instrumentenreihen verfolgend beobachtbar ist, dass z.B. bei Golas, die nicht mehr mit den Bugari Stimmplatten bestückt wurden, aber sonst keine oder nur minimale Bauartänderungen erfahren haben, zwar immer noch eine recht gute, aber nicht mehr diese extrem gute Ansprache bei den tiefen 16´Tönen bemerkbar ist.
Nun ich würde mal sagen die Antwot habe ich bereits gegeben. Es kam auf die Person an die diese Stimmplatten gefertigt hat und nicht auf das Grundamterial oder die Diemension und Abmesseungen wengleich minimale Unterschiede in der Mesur wohl auch mitspielen können. Wenn man selber Stimmzungen profileirt und das Verhältmis Steiffigkeit Masse und Biegeprofiel gut einschätzen kann ist die Sache bereits erledigt. Es sind diesen kleinen feinen Veränderungen die den Unterschied letzlich ausmachen. Diese Erfahrung und das Wissen wo man letzlich eingreifen muss ist nur bedigt weiterrechbar. Abmessunge und Mensur kann man ja leicht koppieren auch das Spaltmaß und den Lösabstand das alles ist wichtig aber macht letzlich nicht den endgültigen Unterschied aus. Mittunter spielt sogar der Gemütszustand mit hinein weil es eine Unterschied ausmacht wie man an den jeweilgen Tag drauf ist wenn man an derarigen Sachen arbeitet. Nicht zuletzt ist zu erwähen, dass die ausgesucht exqusiten Stimmsätze immer auch egalisiert wurden und aus meheren Sätzen ein herausstechender zusammengestellt wurde. Stimmplatten die nicht zusagten wurden ersetzt. Zu erwähnen wäre noch, dass früher die Kanäle gefeit wurden und die Kanäle minmal nach hinten weiter wurden. Binci verwendet noch die alte Ausrüstung bei der Herstellung. Wichtig ist auch, dass sich Stanzwerkzeuge mit der Nutzung abnutzen und es ein Rolle spielt welche Chache der Proukte verwendet wird. In Summe git es natülich noch etliches was mit hineinspielt aber ansich kann auch heute jemand mit relativ miderwertigen Rohmateral ähliches erreichen wenn er weis wo er einzugreifen hat.
 
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Es kam auf die Person an die diese Stimmplatten gefertigt hat und nicht auf das Grundamterial oder die Diemension

... dann hat diese Person über die Jahre hinweg eine geradezu sagenhafte Konstanz an den Tag gelegt! Respekt!

Stimmplatten die nicht zusagten wurden ersetzt.

Das würde erklären, warum die Stimmplattenfabrikation Bugari den Betrieb eingestellt hat. Das muss man sich erstmal leisten könen ... und soviel teurer als andere war Bugari seinerzeit nicht.


Zu erwähnen wäre noch, dass früher die Kanäle gefeit wurden und die Kanäle minmal nach hinten weiter wurden.

Aber wenn wir gerade dabei sind : was genau ist der Effekt der nach hinten erweiterten Plattenkanäle? Was für eine Verbesserung bringt das?
 
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Lieber jpascher,

vielen Dank für deine interessanten Beiträge.

Diese sind am Bildschirm leider nur sehr schwer lesbar, da du komplett auf Gliederungselemente wie Absätze und dergleichen verzichtest.

Als Beispiel, wie man bildschirmgeeignete Berichte verfasst, möchte ich auf die Beiträge von Maxito verweisen.
 
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Ich weis schon das meine vorangegangen Antwort nicht besonders befreidigend ist, es wurden wiederholt diese Fragen an mich herengetragen was in stundenlangen Telefonaten und Antworten in geschriebener Form mündete. Alle möchten, dass man die Rahmenbedingungen echt niederschreiben kann und danach Stimmsätze wie nach einem Kochrezept produzieren kann. Es gäbe natürlich auch desmal noch mehr darüber zu sagen aber letzlich braucht es jemanden der einem das beibringt oder man versucht es etwas langwieriger selber um das nötige Feingespür dafür zu entwickeln. Ich bin mit einigen Stimmplltenherstellern auch immer wieder im Gespräch darüber die nach wie vor qualifzierte Leute für dies Arbeit suchen. So hat mir zum Beispiel Lorenzo Antonelli gesagt, dass erst in letzter Zeit dazu übergegangen wurde diesen finalen Arbeitsprozess in die Firma einzugliedern und nicht mehr ausser Haus in Heimarbeit. Sie wollen damit eine gleichmässigere top Qulität erreichen. Antonelly versucht auch derzeit die sognannten "blue star" auf den Markt zu bringen bei denen die Zungen nach der Profilierung einen nachträglichen Temperingprozess unterzogen werden. Also die Anstrengungen gehen schon in eine Richtung, dass die Zungen bereits vor den Aufnieten die exakt passende Profilirung bereits haben.
 
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Es gäbe natürlich auch desmal noch mehr darüber zu sagen aber letzlich braucht es jemanden der einem das beibringt oder man versucht es etwas langwieriger selber um das nötige Feingespür dafür zu entwickeln.

Da bin ich absolut der gleichen Meinung: Ohne das handwerkliche Grundkönnen hierfür wird das alles nix. Das hab ich auch schon gelernt - Es dauert eine Weile bis man von "wissen wie man eine Stimmzunge herrichtet", bis "eine Stimmzunge herrichten können, dass sie so fuktioniert wie man das haben möchte" , dass dazwischen sehr viele Stunden Übungsarbeit (und gefeilte Stimmzungen) liegen.


Da ich von Haus aus ein neugieriger Mensch bin und gerne was dazulernen möchte, und hierzu halt immer wieder Fragen habe und die Sache besser verstehen möchte , komme ich trotzdem gerne nochmal auf das obige Angebot zurück:

Nun ich werde gerne Antworten, wenn jemand gezielt etwas Fragen möchte

Aber wenn wir gerade dabei sind : was genau ist der Effekt der nach hinten erweiterten Plattenkanäle? Was für eine Verbesserung bringt das?

Warum erweitern manche die Plattenkanäle nach "hinten" - was ist der Grund dafür und was für einen Effekt auf das Betriebsverhalten der Stimmzunge bringt das?
 
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Aber wenn wir gerade dabei sind : was genau ist der Effekt der nach hinten erweiterten Plattenkanäle? Was für eine Verbesserung bringt das?
Nun um es genau zu erklären würde ich sehr weit ausholen müssen. Ich habe vor ca. 20 Jahren bereits nachgewiesen, dass Stimmmplatten auch Querschwingen ausführen die nicht ins harmonische vielfache der Grundschschingung passen. Das wurde dann etwas später auch von Institut für Musikistrumentenbau in Zwota von Dr.-Ing. Gunter Ziegenhals bestätigt, indem er eine Abhandlung darüber veröffentlichte. Wenn man nun davon ausgeht, dass eine Zunge unter bestimmten Bedingunen auch relativ starke transversale Schwingungen ausführt, dann muss der Kanal je weiter die Zunge nach unten hin eintaucht breiter werden oder der Kanal ist von vornherein breiter. Ist das nicht der Fall kann die Zunge nicht ungehindert frei schweingen. Sind die Berührungen stark so macht sich das natürlich auch sehr deutlich hörbar bemerkbar, wenn es aber nur zu minimalen Anstoßen kommt leidet im wesentlichen nur die Performance insgesammt. Speziell in der ersten Schwingface kann es vermehrt zu tranversalen Schwingungen kommen. Das führt natülich zu einer Verminderung der Ansprache. Herstellungsbedingt sind Zungen durch den Stanzvorgang nicht absolut eben und neigen dazu auf einer Seite eher auszuschwingen als auf der anderen auch wenn diese im Ruhezustand exakt mittig am Kanal liegt. Das kann man durch gezieltes Eingreiffen an der Zunge korroegieren ist aber ebenfalls ein Mehraufwand der naheliegenderweise nicht gemacht wird. Zum Beispiel neigen a mano Nastrino erodierte Stimmplatten vom Titelbach mit sehr engem Spaltmaß leider zu diesen Nebeneffekten oder einseitig unsymetrischen seitlichen Ausschwingen, das kann wohl aufwendig gebessert werden, Voraussetung man besitzt die erforderliche Ausrüstung von speziellen Handpressen zum nachjaustieren und das nötige Feingefühl. Ein Nachrichten mit Hammer und Amboss reicht leider nicht. Sind die Kanäle konisch so wird das Einjustiren bei weitem einfacher und man kann leicher ein eingeres Spaltmaß durch Nachrichten der Zunge am Kanal erzielen. Es gäbe da noch einiges zu beweisen warum letzlich auch das Klalgbild und die Dynamik beinflußt wird. Zu erwähne wäre noch, dass das der Kanal auch durchaus zu stark konsch erweitert sein kann. Es gibt auch Patente für picolo Stimmplatten die nie echt in den Verkauf kamen die konische Erweiterungen im Bereich des bewegten Endes der Zunge haben damit wurde eine wesentliche Verbesserung der Ansprache und der Lautstärke erreicht. Leider ist der Maschinenpark von Stanzen und Elekroerodiermaschien bei den nahmhaften größeren Stimmplattenherstelleren nicht für konische Erweiterungen der Kanäle einsetzbar. Geht man aber ca. 20 Jahre zurück so hatten damals die italiänschen Betriebe alle samt zumindest einen Arbeitsgang bei dem die Kanäle maschinell konisch gefeilt wurden. Der Stanzvorgan war nicht so sauber es wurde aber nachgefeilt. Bessere Stanzverfahen führten zu sauberen sehr glatten Kanälen die es ermöglichten ohne zwischengeschalteten Fleilprozess die Platten zu fertigen aber mit den Nachtel, dass die Kanäle exat paralell sind. Mit den Erodiermaschine die der Titelbach hat, der im wesentliche auch die Rahmen zu den anderen Firmen zuliefert, wenn diese erodierte Stimmplatten anbieten, sind nicht dafür ausgelegt, dass man damit konische Kanäle fertigen kann. Bei Helikonstimmplatten ist es natürlich möglich von Hand aus nachzufeilen errforert aber auch sehr viel Feingefühl.
 
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