Bei der Einfuhr, wo der Abnehmer/Käufer ein Privater ist, wie es im vorliegenden Fall offensichtlich gegeben ist, wird der Händler auf seiner Rechnung natürlich den z.Zt. in Deutschland gültigen MwSt-Satz berechnen, nicht den in Spanien gültigen, der liegt nämlich derzeit bei 21%.
So sieht es aus. UST-frei ist das nur, wenn man aus der EU rausliefert. Mein Radsponsor hat das seinerzeit immer für die Kunden in der Schweiz angeboten: Rennrad ohne deutsche MWST. Macht dann fast 1000,- DM gespart! Der Schweizer Kunde war dann selber dafür verantwortlich, das zu melden. Umgekehrt ist das genau so, wenn man etwas ohne UST bekommt. Daher glaube ich nicht, dass das ein Angebot war, welches legal nutzbar gewesen wäre. Das geht so in dieser Art nur bei Importen unterhalb der 300er Grenze. Bei Flugreisen sind es 430.
Das Teil muss aber auch wirklich dort billiger sein, weil es z.B. dort produziert wird oder erstmalig in den Handel kommt. Das klappt regelmäßig sehr gut bei Waren, die in China hergestellt werden, teilweise auch bei Waren die in Japan vertrieben werden. Ich China gibt es aber nur sehr wenig, was steuerlich in den Rahmen passt und auch für uns interessant ist. Der Hydrasynth z.B. wäre ein Ziel, aber fliege mal extra nach China. USA hat einen großen Markt, aber wegen des Dollars und der Transportkosten sieht es meistens schlecht aus.
Mir fällt zum Thema eigentlich nur England ein:
Faktisch kann man sich z.B. seit dem Brexit einen in England produzierten Synthie zum Nettopreis unter den Arm klemmen und mit der Rechnung winkend, offen durch den grünen Ausgang beim Zoll schlendern. Das hätte vor der großen Musikinstrumenten-Preiserhöhung 2023 z.B. sogar mit einem Modal Argon Desktop geklappt, den es dort 10% billiger gab, als hier und dank einer wohlwollenden Umrechung der GBP auf EUR mit nur rund €425,- zu Buche schlug. Da fallen dann weder Zoll noch UST an. Eine halblegale Methode ist es, in GBP etwas mit Rabatt zu kaufen, wenn man beim gleichen Händler noch was anderes überteuert dazu erwirbt und so beide Artikel unter die 430,- bringt. Den einen bringt man mit, den anderen lässt man liefern oder gibt ihm dem Freund mit der einen besucht.
Ansonsten lohnt das nur bei Artikeln, die außerhalb der EU aber in einer Zollunion hergestellt werden, z.B. in der Türkei, wenn die Artikel von einem Nicht-EU-Land importiert und dann ohne UST verkauft werden oder von einem Händler in einem EU-Land importiert wurde, der aufgrund einer Kleinhändler-Regelung keine UST zahlt. Z.B. kann man Fernseher und Möbel in und aus der Türkei erwerben, die dort hergestellt wurden, indem man sie dort kauft und mitbringt oder aus einem EU-Land importiert, das dort UST-frei gekauft hat, wie z.B. Bulgarien. Viel sparen kann man da aber nicht und bei hochpreisigen Artikeln wird die Freimenge überschritten. Was die Frage des TE angeht ist mir kein Süntüsüzer

bekannt, der dort gebaut würde.
Für mich lohnt das alles eh nicht, da ich eh kein UST zahle bzw abziehe.
Wo man richtig sparen konnte war die kurze Phase des Brexit zwischen Beschluss 2017 und Eintritt 2020, wo alles aus GB abgehauen ist und abverkauft hat, was noch zollrechtlich günstig importiert und exportiert werden konnte. Material für Autos war das z.B. welches dann noch vor dem Abschluss des Brexit UST-frei in der EU vertickt werden konnte. Mein Auris z.B. war bis 2017 der meines Wissens letzte Typ, der von Toyota noch in England gebaut wurde. Die neue Generation kam ab 2018 aus Frankreich. Obwohl weitgehend funktionsgleich war der 15% teuer in der Liste und damit mehr, als die typischen 5% Preissteigerung. Das sind die Löhne in Frankreich und die weniger günstigen Transportkosten für die Teile aus Japan und vor allem HongKong, die in England bis 2020 noch recht günstig waren. Trotzdem ist es noch besser, das Teil in Frankreich in den EU-Markt zu emittieren.
Während der Brexitphase haben die in GB alles rausgehauen, was keine Miete gezahlt hat. Ich hatte meinen Wagen mit 30% Dezember-Rabatt unter Abzug der UST zu gerade gut 20k bekommen.

Listenpreis war 31.500. Ein privater Käufer zahlte damals an die 27.000, für das neue Modell über 29.000. Ein Arbeitskollege, dem ich davon erzählte, hat auch zugeschlagen.
Auch für andere Produkte konnte man das sehen: Ich habe eine Bekannte, die in dem Bereich internationales Marketing tätig ist und viele Firmen beim Brexit begleitet hat. Da haben einige schwer dran verdient, allerdings nicht unbedingt wir Endverbraucher. Ihr zufolge konnte man in der Übergangsphase auch andere für den EU-Markt produzierte Sachen, wie E-Bikes, Fahrräder, Mopeds und solche Sachen sehr günstig erwerben, was aber meist nur Händler genutzt haben / nutzen konnten.
Wäre jetzt die Frage, was es an Musikinstrumenten aus England gibt / gegeben hat, die man günstig bekommen hätte können?
Inzwischen hat sich die Sache aber eh weitgehend erledigt. GB hat solche Produktionsstandorte für sehr viele Produkte verloren und mit den ureigenen Produkten große Absatzprobleme bei privaten Verbrauchern in der EU, wegen der zusätzlichen Steuern und der zwischenzeitlichen Preissteigerungen durch die Inflation und Covid obendrein. Da der Absatz sinkt, steigen auch die Preise für die inländischen Nutzer und ich sehe da kaum noch Artikel, die man in GBP günstiger kaufen kann. Konkret der Musikinstrumentenmarkt ist da noch schwieriger, als hier. Als Beispiel kostet ein MODX8+ in England umgerechnet derzeit fast 1850,- während man ihn beim T für 1700,- inkl MWST! bekommt. Das ist nicht nur der Wechselkurs! Die Briten haben schwer an dem Brexit zu kauen, z.B. gehen da seit Jahren massenhaft Firmen und Händler in die INSO und das BIP sinkt relativ ab. Die Kinderarmut hat sich seit 2017 mehr, als verdreifacht.
Was mir noch einfällt, ist Polen: Da gibt es die von mehreren deutschen Markenherstellern vertriebenen Kühlschränke, Wasch- und Kaffemaschinen im Werksverkauf zu super günstigen Preisen um die 50% - 60% dessen, was sie hier in den Märkten kosten. Die liegen dann auch prima im Bereich der Freigrenze. Manche Spezialisten reisen aus Polen kurz aus der EU aus, z.B. in die Ukraine, lassen sich die MWSt erstatten und kommen hintenrum wieder rein. Da wäre ein Geschäft zu machen!
Ich wüsste allerdings nicht, ob es irgendwelche interessante und relevante Musikhardware aus Polen gibt. Ich kenne nur ein paar kleine Analog-Synth-Schmieden, die aber zu speziell sind, dass ich sie einschätzen könnte. LYRA, XOAC und solche Geräte z.B.
Wo ich schon öfters mal geschaut hatte, war ein tschechischer Musikhändler, der auch über google zu finden ist und der die typischen Geräte im Angebot hat und generell ein bisschen billiger ist, als hiesige Händler. Da ist die Spanne aber nicht Motivation genug, auf deutsches Recht zu verzichten und den Mehraufwand bei der Steuererklärung einzugehen.