Tastatur mit verstellbarem Widerstand

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daybyter
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Hallo

Grüble schon ne Weile, ob so etwas möglich ist, und wollte nur mal hören, ob so was schon versucht wurde, bzw. welche Möglichkeiten es da gäbe...

Könnte man eine Tastatur herstellen, bei welcher der Widerstand der Tasten elektronisch über eine Kennliinie regelbar ist?

Also z.B. derart, dass man den Weg der Taste mit einem Sensor exakt verfolgt und (z.B. über eine Mechanik) einen Widerstand mit einem Magnetfeld erzeugt.

Damit könnte man doch z.B. das Überwinden eines Druckpunktes quasi 'simulieren', also z.B. eine Hammermechanik elektronisch 'erzeugen'.

Theoretisch könnte man doch so z.B. das 'Tastaturgefühl' an den erzeugten Klang koppeln. D.h. ich wähle einen Synth-Klang, und habe eine leichtgewichtete Tastatur. Ich wähle einen Klavierklang, und die Tastatur wird quasi zur 'Hammermechanik'.

Würde man ads pro Taste regeln, könnte man ggf. auch gleich Splits erzeugen, wo sich halt ein Teil der Tastatur wie ein Synth spielt, ein Anderer wie ein Klavier.

Auch könnte der Spieler die Tastatur nach seinen Vorlieben programmieren.

Ok, das ist wohl sehr aufwendig herzustellen, und finanziell in einem Massenprodukt derzeit nicht machbar.

Aber wurde so etwas schonmal versucht? Falls ja: mit welcher Technik? Z.B. auch mit Druckluft/Hydraulisch und Ventilen?

Ich hab mal gegoogelt, aber nichts dazu gefunden, ausser einer Maus für Gamer, wo wohl die Tasten verstellbar sind.

Ciao,
Andreas
 
Eigenschaft
 
Hi, ich habe mal vor etlichen Jahren (15-20?) ein Homepiano angespielt, ich glaube von Korg, da gab es einen Schieberegler für die Gewichtung. Da kam auch so ein armer Orgel-Hansel wie ich klar. Wenn man den Regler betätigte hörte man einen (Stell-?)Motor.
 
In den späten Rhodes MKII oder MKIII mit Kunststofftasten konnte man zwei verschiedene "Gewichtungen" der Tastatur einstellen. Dafür mußte man das Piano aber mehr oder weniger komplett auseinanderbauen und die sog. Balance-Rail, eine Holzleiste, die unter den Tasten als deren Wippenpunkt dient, verschieben. Es gab 2 Orte, wo man diese Leiste festschrauben konnte: einen für einen leichteren Anschlag, einen für einen stärkeren.

Sicherlich nicht das, was Du suchst, aber immerhin in dem Zusammenhang erwähnenswert.

Viele Grüße,
McCoy
 
Noch ein kleiner Hinweis, wie mir das Thema gerade wieder eingefallen ist:

die Tage hab ich einen Bericht gelesen, dass jetzt bei Motorrädern erstmals in Serie elektronische Fahrwerke zum Einsatz kommen, die z.B. in Kurven die Feder und Dämpfungsraten in Hundertstel Sekunden verstellen, um z.B. ein Lenkerflattern zu unterdrücken. Da fiel mir wieder die Tastatur-Geschichte ein, weil ja im Prinzip hinter einer Taste nicht viel anderes steckt. Halt eine Federung mit Dämpfung, deren Kennlinien man elektronisch ändern könnte.
 
Mir gehen Gedanken zu einem derartigen Konzept auch schon seit einiger Zeit durch den Kopf. Rein technisch sollte es schon möglich sein, irgendwelche elektromagnetisch steuerbare Mechaniken in den Tasten zu verbauen, und das sogar so, dass man jeder Taste einzeln eine separate Gewichtung verpassen kann (oder auch nur jeweils Tastaturzonen).

Nur wären Aufwand und Preis für ein solches Masterkeyboard (eine integrierte Klangerzeugung würde nur noch mehr auf den Geldbeutel schlagen) wahrscheinlich zu groß, um es im größeren Stil vermarkten zu können. Von der möglichen Fehleranfälligkeit eines solchen Systems wage ich gar nicht erst zu sprechen.
Zudem sollte eine solche Tastatur sich möglichst ohne Nebengeräusche spielen lassen, wobei es fraglich ist, ob die Eigenschaften bei maximaler Gewichtung auch mit einer normalen Hammermechanik mithalten können.

Alles in allem denke ich, dass man mit dem klassischen "Kompromiss" einer 88er (hammermechanischen) Tastatur unten und einer maximal leicht gewichteten 61er oben (gegebenenfalls in Waterfall-Ausführung fürs Orgelspiel) immer noch am besten und vor allem kostengünstigsten wegkommt.
 
Ich seh das halt irgendwie auf dem Stand eines Synclaviers, oder ähnlichem, am Anfang der Entwicklung. Auch damals waren das exotische Produkte, welche für die breite Masse unerschwinglich waren. Das ist halt auch mal wieder so ein Henne-Ei Problem, dass die Teile unerschwinglich wären, weil die benötigten Komponenten nicht aus Massenproduktionen verfügbar sind.

Für eine Firma wäre so eine Entwicklung aktuell vielleicht sogar ein zu grosses Risiko. Aber als Forschungsprojekt an einer Uni, oder so, könnte ich mir so etwas durchaus vorstellen?
 

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