[Testbericht] Squire Tele Classic Vibe, modifiziert

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Vorgeschichte:

Ich wollte eigentlich immer gerne eine Tele haben, spätestens seit dem ich die von meinem Gitarrenlehrer in der Hand hatte. Da ich von Squire und Konsorten nie soo besonders angetan war dass ich mir eine unbedingt kaufen wollte, dachte ich ich warte besser bis ich mal ein Schnäppchen finde oder mir eine leisten kann, ohne dass ich mir denke "man, das war doof, aber die ist so geil"

Ich dann doch mal eine Squire Classic Vibe in die Hand genommen, werden ja hoch gelobt, aber war immernoch nicht das was mich umgehauen hatte. Irgendwas fehlte, auch wenn sie wesentlich besser in der Hand lagen als manch eine andere Squire die ich in der Hand hatte.

Naja dann war ich aber letzte Woche beim Händler meines Vertrauens, wo mit der Verkäufer meines Vertrauens erzählte, dass sie eine Telecaster von Squire zu verkaufen hätten die vom Gitarrenbauer seines Vertrauens überarbeitet, und für nur wenig mehr angeboten wurde. Ich denk mir gut, kannste nichts verlieren, mach einfach mal. Und wow, ich hab mich verliebt. Und wieder mal Geld ausgegeben.


Spezifikationen:

-Laut Big T hat die Klampfe einen Pine-Body
-Ahornhals und Ahorn Griffbrett.
-21 Bünde
-Fender Mensur
-und den ganzen Krams den eine normale Squire Classic Vibe Tele so hat der mir jetzt nicht einfällt oder unwichtig erscheind.

was wurde von dem Gitarrendoc gemacht?
-einen Gibson P.A.F. aus den 80ern an neck
-einen Keith Richards signature tele steg pickup
-der Hals und die Bünde wurden ausgerichtet
-die Halstasche wurde überarbeitet, lack rausgemacht und sowas


Handhabung:

Ich komme erstmal zu den nicht ganz so subjetiven Sachen.
Vorneweg: Die Gitarre ist sauschwer. Wirklich schwer. Schwerer als jede Paula die ich je in der hand hatte. Ich hab sie auch schon Fettie getauft :D

Die Saitenlage ist schön flach. Nicht auf Ibanez Niveau, und meine SG hab ich auch n Stück flacher, aber sie ist super bespielbar ohne dass man die Saiten erst runterdrücken muss.

Die Mechaniken sind so weit ich weiß Squirekrams, sind aber ordentlich, ich musste nur minimal nachstimmen als ich am Montag nach 4 Tagen Urlaub heim gekommen bin.

Das Hals-Shapig ähnelt sehr dem meiner SG von Epi, nur ist das Griffbrett schmaler. Liegt auf jeden Fall schön in der Hand.

Die Potis sind recht schwergängig, aber nicht erst nach Muskeltrainig bedienbar. Sie arbeiten präzise und ganz ohne Meckereien. Der Switch ist allerdings bischn lasch, gestern bei der Probe paar mal verstellt ausversehn (vieleicht bin ich da nur an die SG gewohnt?)


Sound:

Jetzt das subjektivste.
Geil. Sahne. Rotzig.
Die Kombination von bridge SC und neck HB ist echt ne feine sache, hätte ich nie erwartet.
Gespielt hab ich ihn bislang über einen JCM 900 (nur kurz), Randall G3 und einen Peavey Bandit 112.
Meine SG spiele ich mit einer leichten Betonung auf die Mitten und einer starken Absenkung im Bassbereich, bei der Tele jetzt musste ich die höhen etwas stärker betonen und clean auch die Mitten. Aber wozu gibt es sonst EQ? :D

Der bridgePU hat einen seeehr hohen Sound, und ich benutze ihn eher angezerrt/verzerrt, da macht er für Leadriffst ne schöne Figur. Klingt clean mMn zu dünn, gezerrt aber voller und brachialer, setzt sich auf jeden Fall durch und gibt den Twang den ich wollte.

Der Neckpu ist erstmal komisch. Klingt wenn man an ne SG gewohnt ist sehr dumpf. Also bischn eingespielt und siehe da: Sahne. Das beschreibt ihn am besten. Für Jazz schön, recht perlig für einen HB, im Blues sehr schöner lead und rhytm sound, und generell ein richtig schöner PU um richtig Sahnige Solos zu spielen oder ähnliches.

und jetzt das interessanteste wie ich finde:
Die Mittelposition.
Hab ich bei der SG und ähnlichen Gitarren nie benutzt, klang immer bischn steril und charakterlos finde ich.
Bei der Tele zeigt der aber echt mal was ganz anderes. Viel Attack, weder dumpf vom neckHB noch schrill von bridgeSC, echt eine gut ausgewogene Mischung. Benutze ich eher für Rhytmussachen, aber auch Lead setzt sich damit schön durch.

Interessant wäre vielieicht noch, dass ich das Teil im laden auch direkt mit einer unbearbeiteten Squire Tele Classic Vibe verglichen habe. Abgesehen vom Neck-PU klang sie ähnlich (ob da jetzt auf dem Tonabnehmer Keith Richards oder Squire draufsteht...:rolleyes:) aber meine Tele war einfach erwachsener im Klang. Ausgewogener. Es liegt wahrscheinlich an dem entferntem Lack bei Body und Hals in der Halstaschengegend, es hat sich aber einfach offener angehört. Ja doof, subjektiv, ich weiß...


FAZIT:

Klasse. Das zeigt dass Squire echt klasse Instrumente baut, vor allem eine solide Grundlage zum weiterbasteln. Mein Gitarrenlehrer war begeistert von dem Instrument, und bei einem Preis von 300€ kriegt man glaub ich wirklich nichts besseres auf dem Gebiet. Sie hat meine SG (die ich grad mit PRails ausgestattet habe) nicht abgelöst, aber mein Soundspektrum erweitert. Mit ihr ist es schöner zu bluesen und sie ist für Rock ne schöne ergänzung.
Ich warte auf mein nächstes Schnäppchen :D


Hier nochmal Bilder von Fettie. Im letzten sieht man dass der lack am Hals ab ist.

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Schöne Gitarre und schönes Review. Hätte ich auch sofort gekauft. :)

Ich wünschte, dass so etwas ein Gitarrenladen hier vor Ort auch machen würde, also preiswertere Gitarren aufwerten. Die "Hardware" scheint ja heute auch schon bei billigeren Gitarren dafür geeihent zu sein. Hier gibts eine Laden, der auch viele billige Gitarren anbietet, bis runter zu Billigstmarken wie HeKe und Golden Ton. _Das_ wäre doch echt mal ein Mehrwert für solch einen Laden.
 
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danke für das Review, die werde ich, wenn sich Gelegenheit bietet, einmal antesten!

nur eine kleine Bitte, ich weiß es ist nicht so wichtig aber mich irritiert es immer wieder - es heißt Squier, hat nix mit englischen Landadeligen zu tun ;) das ist für mich sowas ähnliches wie Mahagoni (nämlich ohne e)
 
crazy-iwan

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Ich wünschte, dass so etwas ein Gitarrenladen hier vor Ort auch machen würde, also preiswertere Gitarren aufwerten.

das war leider nur ne einmalige sache. obwohl so vielen mit weniger budged glaub ich neue möglichkeiten geöffnet werden würden. oder einfach mal "ausprobieren" und nicht gleich 1000 ausgebn, aber doch n brauchbares ausgereiftes instrument zu haben.

EDIT: vor allem würden manche dann merken dass holz auch bei ner egitarre was ausmacht, wenn der rest klasse ist :D
 
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