Teure Gitarren vs. Gitarren im mittleren Preisbereich (z.B. Ibanez RG370AHMZ vs. RG652AHM-NGB), wo liegen die Unterschiede?

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Maximilian1997
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Guten Abend alle miteinander,

Ich bin neu im Forum und das ist mein erster Beitrag, sollte ich mich in der falschen Sparte des Forums befinden, so bitte ich um Entschuldigung, die Überschrift passte am besten zu meiner Frage.

Vielleicht erstmal zu mir (zum groben einordnen):
Ich bin 25 Jahre alt und spiele seit ca. 12 Jahren Gitarre. Angefangen habe ich mit der Konzertgitarre (mithilfe eines Gitarrenlehrers, ca. 2-3 Jahre), weiter gings mit Westerngitarre und seit ca. 3-4 Jahren bin ich bei der E-Gitarre angelangt.
Typischer Musikstil bei mir wäre Heavy-Metal bezogen auf die 1970er bis 1990er Jahre (z.B. Eddie Van Halen, Iron Maiden, Skid Row etc.)

Nun zu meiner Frage bzw. zu meinem Thema: Und zwar wollte ich mal fragen, wo genau denn die Unterschiede einer teuren Gitarre zu Mittelklasse Gitarren liegen.

Vielleicht eine sehr allgemeine Frage, ich versuch mal etwas tiefer aufs Thema einzugehen:
Ich selbst besitze keine Oberklasse Gitarre. Mein teuerstes Modell ist die Ibanez RG370-AHMZ. Diese besitzt ein Ibanez Zero Edge 2 Tremolo und ich habe einen DiMarzio Evolution Pickup nachgerüstet. Ich bin sehr zufrieden mit der Gitarre, jedoch besitze ich noch meine Anfängergitarre, eine Ibanez Gio GRG170DX, welche ich nach meinen Wünschen umbaute: Wilkinson Floyd Rose Nachbau, Locking Sattel, EVH Frankenstrat Humbucker, eigene Lackierung etc., was ich damit sagen will, die GIO ist für mich nun rein vom Klang und von der Bespielbarkeit die bessere Gitarre der beiden. Ich habe die nach meinen Wünschen gebaut und stelle diese auch selbst ein.

Mit diesem Vorwissen habe ich mir nun folgende Frage gestellt:
Was unterscheidet eine Oberklasse Gitarre von einer Mittelklasse Gitarre? Also was ist neben besseren Pickups wirklich daran so viel besser, und was könntet ihr mir so grob empfehlen? Ich bin momentan noch Student mit Nebenjob, weshalb ich mir vorher aus geldtechnischen Gründen nie eine "gescheite" Gitarre gekauft habe. Nun bin ich gerade am sparen für ein Oberklasse Modell. Da mir meine 370AHMZ sehr gefällt, fällt mir natürlich die RG652AHM-NGB von Ibanez ins Auge, diese hat eine sehr ähnliche Optik und zählt zu der Prestigeklasse von Ibanez.

Doch was unterscheidet diese Gitarre denn nun von der 370AHMZ? Also klar, andere Pickups, wohl ein besseres Tremolo (obwohl ich mich auch absolut nicht über das Zero Edge 2 beschweren kann, absolut stimmstabil und gut verarbeitet.)
Ich habe leider das Problem, dass wir in der Nähe keinen Gitarrenladen haben da ich sehr ländlich wohne. Der nächste größere mit viel Auswahl und Testmöglichkeiten liegt mehr als 100km entfernt. Das ist auch der Grund weshalb ich diesen Thread hier erstelle, da ich leider nicht so einfach die Möglichkeit habe "mal kurz" eine Prestige von Ibanez oder ähnliches zu testen.

Ich hoffe ihr versteht wie meine Frage gemeint ist, also wie unterscheidet sich so ein Prestige Modell zu so einer Mittelklasse Gitarre in Sachen Bespielbarkeit, Qualität, Hals, Materialien, einfach das Gesamtpaket neben den Pickups und dem Tremolo?

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps oder Anregungen geben. Auch für andere Kaufoptionen in naher Zukunft neben der Prestige RG652AHM-NGB bzw. allgemein auch abseits von Ibanez bin ich offen (vorgestellter Preisbereich liegt so ungefähr bei maximal 1600€).

Vielen Dank im Vorraus:)
Max
 
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eine "gescheite" Gitarre
muss nicht unbedingt eine teure Gitarre sein. Was "gescheit" ist, entscheidest Du für Dich, und Du hast ja schon eine Meinung aus Erfahrung (RG370-AHMZ und gepimpte Gio GRG170DX). Der Preis allein ist es also wohl nicht...

Was unterscheidet eine Oberklasse Gitarre von einer Mittelklasse Gitarre
Natürlich der Preis, und man geht davon aus, dass die verwendeten Materialien in der Oberklasse besser sind und die Verarbeitung sogfältiger erfolgte (ähnlich wie bei Autos). Das mit Material und Verarbeitung stimmt oft, aber nicht immer.
Ob man für sich noch bessere Pickups, Hölzer, Bünde, Mechaniken etc. braucht, muss jede(r) selbst entscheiden. Das ist fast genau so schwierig wie die Entscheidung, was überhaupt besser ist: Mahagoni-, Esche-, Erle- oder xy-Korpus? Ahorngriffbrett oder doch lieber Ebenholz, Palisander oder Pau Ferro? Neusilber- oder Edelstahlbünde? Und so weiter und so fort... Und das ist jetzt nur das Material - ob dann ein Hals zu dünn, zu dich, zu breit, zu schmal ist - da kann man (auch hier im Board) Diskussonen in epischer Länge führen, ohne zu einem griffigen Ergebnis kommen. Denn letztlich muss doch für jede(n) persönlich das Gesamtpaket stimmen, und da hilft nur Eines:
eine Prestige von Ibanez oder ähnliches zu testen
Das ist wie beim Schuhekaufen: Die müssen Dir passen.
Das Gesamtpaket muss (auch) bei Instrumenten stimmen, also Material, Handling, Optik, Haptik, Sound, Einsatzmöglichkeiten, Preis usw.
Wie gesagt: Teurer heißt nicht immer besser, schon gar nicht für jeden. Mir sind schon ein paar wirklich teure Gitarren (5.000 € und mehr) begegnet, die mich nicht überzeugt haben, unbd ich habe bei manchen "Budget-Gitarren" gestaunt, wie gut die verarbeitet sind und klingen.
Empfehlung habe ich keine für Dich, außer: Ausprobieren!

Ach ja: Herzlich willkommen im Board!
 
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Maximilian1997
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Guten Abend,

erstmal vielen Dank für die Antwort,
ja das mit der gescheiten Gitarre war vielleicht etwas doof ausgedrückt, deshalb auch in "-" :)

Mit den Materialien kann ich schlecht mitreden, habe selbst eben nur die zwei genannten Gitarren und bin vor allem mit dem Ahornhals der 370AHMZ sehr zufrieden, sprich das wäre was für mich.

Ich dachte mir schon fast, dass es bei dem Thema nicht DIE Antwort gibt, naja ich denke ich werde ums testen im Gitarrenladen nicht herumkommen, ich denke ich plane mir da mal die nächsten Wochenenden doch einen Tag ein, fahre mal hin und teste einfach mal aus.

Ich habe die Frage hauptsächlich deshalb gestellt da meine wie schon beschrieben "gepimpte" GIO für mich persönlich halt absolut gut ist. Deshalb hat sich die Frage bei mir ergeben, warum die Top-Modelle so teuer sind, bzw. was genau das ausmacht.

Vielen Dank für die freundliche Aufnahme und Danke nochmal fürs antworten.

Mit freundlichen Grüßen
 
Uhu Stick
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Was unterscheidet eine Oberklasse Gitarre von einer Mittelklasse Gitarre?
Das Holz, die Wertigkeit der Tuner, nützliche Sachen wie eine Halsverstärkung (neben dem Spannstab), bessere Potis, Schalter. Vielleicht auch Edelstahlbünde.
Die Qualität dürfte erwartbar besser sein. Aber was das angeht, ist das heutzutage nicht mehr unbedingt preisabhängig.

wie unterscheidet sich so ein Prestige Modell zu so einer Mittelklasse Gitarre in Sachen Bespielbarkeit, Qualität, Hals, Materialien, einfach das Gesamtpaket neben den Pickups und dem Tremolo?
In Sachen Bespielbarkeit höchstwahrscheinlich in gar nichts.

Ich sag immer: Wenn du mit dicken Hälsen ein Problem hast, wirst du ein Problem mit einer 2000€ Les Paul und selbst einer 6000€ LP haben, weil ein dicker Hals zu deren Ausstattungslinie gehört. (Vereinfacht gesagt.)
 
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Maximilian1997
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Okay super, vielen Dank für die Hinweise,

Ich denke ich bleibe dann bei Ibanez bzw. den RG Modellen mit ähnlichen Specs, wie die die ich besitze. Damit komme ich am besten klar.

Ich werde mal im Gitarrenladen austesten und schauen was mir liegt.
 
DarkStar679
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mit der gleichen frage bin ich in einen gitarreladen gegangen. diese unüberlegtheit hat mich 5700€ gekostet.
 
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rmb
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Ich werde mal im Gitarrenladen austesten und schauen was mir liegt.
Das solltest du tun. Bei deinem Preisrahmen lohnt sich das schon, könntest sonst herbe enttäuscht werden.
Du bist, denke ich, erfahren genug, um zu erkennen, welche Gitarre dir am besten liegt, wenn du sie in Händen hälst und mal anspielen kannst. Viel Glück.
 
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Maximilian1997
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Alles klar, habe eure Grundaussage verstanden, werde mich mal in einen Laden stürzen und mich ein bisschen durchtesten.

Danke euch für die zahlreichen und schnellen Antworten:)
 
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Was unterscheidet eine Oberklasse Gitarre von einer Mittelklasse Gitarre?

Wenn wir von Serienproduktion lesen, eher so ziemlich wenig bis gar nichts, bei Custom Geschichten ist es idr das Holz (Optik ;))
und halt die Sonderwünsche, andere Mensur, breiterer Hals, Nullbund und was man da noch so "customizen" kann.

Als jemand der schon so einige Custom High End Gitarren hatte kann ich du nur empfehlen, wenn du mit den Standard Specs klar kommst
dann ist eine "Mittelklasse" Gitarre mit eventuell leichtem "Tuning" im Ganzen nicht zu schlagen.
Das größte Problem dabei ist, etwas zu finden was perfekt passt...Form, Farbe, generelle Optik, Ergonomie und natürlich auch die Bespielbarkeit und der Sound
und das ist definitiv nicht etwas was exklusiv nur Gitarren ab 3K€ bieten können.
 
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Das Wichtigste wurde ja schon genannt.

Ich bleibe mal bei Serienfertigung und schnappe mir mal den Bereich 1000- 2500 Euro ungefähr.

Einer der wichtigsten Unterschiede ist,dass sich an der Funktionalität nicht mehr so viel ändert in der heutigen Zeit.
Verglichen mit günstig bis Mittelklasse.

Und die Sprünge am Zugewinn kleiner und feiner werden.

Das kann für den einen ein riesen Sprung sein... Der andere merkt es nicht.
Und nichts davon ist falsch... sondern genau richtig für denjenigen.

Und es kann auch "oft genug" mal anders herum laufen.
War bei mir bisher nicht die Regel,aber wie gesagt oft genug.

Das kann man wirklich nur selbst ausprobieren.
Machst du also richtig.

Und dann gucken ob für dich persönlich etwas anders ist im Vergleich zB 2er Gitarren.
Und wenn ja... Welches Anders für dich das Bessere Anders ist.

Und dann gucken ... was das Anders kostet was du willst.

Führt bei mir leider oft dazu dass ich danach was "Anderes" mache, als Gitarren zu kaufen. Weil ich mir danach noch was zu Essen kaufen möchte.

Aber wie gesagt... Das ist von Fall zu Fall an Gitarren unterschiedlich.

Teuer... muss noch "lange" nicht besser sein und schon gar nicht "immer".

Oft sogar anders herum.

Da bleibt nur das ausprobieren... leider.
 
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Erstmal Herzlich Willkommen im MB!

Diese Aussage
Ich bin 25 Jahre alt und spiele seit ca. 12 Jahren Gitarre.

Typischer Musikstil bei mir wäre Heavy-Metal bezogen auf die 1970er bis 1990er Jahre (z.B. Eddie Van Halen, Iron Maiden, Skid Row etc.)
belegt - zumindest für mich persönlich und sehr subjektiv - zwei Dinge 1. Es gibt einen Gott im Musikhimmel und 2. die Hairmetal-Welt ist nicht verloren!



Aber zu deiner Frage:
Was unterscheidet eine Oberklasse Gitarre von einer Mittelklasse Gitarre?
Du hast ja selber schon geschrieben, Dich in einen Laden stürzen zu wollen. Das halte ich auch für die beste Variante, denn m.E. sind - wie auch schon Vorredner schrieben - die "Sprünge" nicht mehr so gewaltig und
eine "gescheite" Gitarre
bekommt man heute schon für einen wirklich annehmbaren Preis im Einstiegsbereich.

Nur eine Ergänzung zu allem bereits gesagten: Wenn du eine Chance hast, einen Freund/Freundin mitzunehmen, mach das unbedingt. Und ein Tuch, um Deine Augen zu verbinden. Dann suche mal ganz konkret in der jeweiligen Bauform unterschiedliche Preisklassen des gleichen Modells von "Einstieg" bis "Supi" und stell die drei oder vier Varianten neben den Amp. Lass Dir die Augen verbinden und Dir die Gitarren reichen. Das wird Deinen Fokus in großen Teilen weg vom Preisschild und dem Markennamen/Liniennamen und hin zu den wichtigen Themen "Haptik", "Bespielbarkeit", "Klang" etc lenken. Du wirst möglicherweise sehr überrascht, was Dein Budget angeht und das meine ich nicht in Richtung, dass Du dort auf einmal schockverliebt in eine 5.000 Euro Custom Shop Strat bist - eher die andere Variante.
 
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Ich habe mir als Student auch eine Ibanez (RGA32 mol) gekauft und war damit absolut zufrieden. Nach dem Studium habe ich mich (mit mehr Geld auf dem Konto) in einem der größeren Läden durchs Sortiment getestet. Obwohl ich vorher schon fast sicher war bei Ibanez zu landen, ist es am Ende eine schecter reaper geworden. Und mit unter 1000 Euro nichtmal ein "Prestigemodell".

Ich kann mich deshalb nur den Vorpostern anschließen. Mach einen Trip zum Laden und probier alles aus was du in die Finger bekommst.
Es muss am Ende auch kein teures Luxusmodell werden. Du hast schon den "richtigen" Musikgeschmack ;)
Die Leute haben damals auch einfach auf dem gespielt was sie hatten. Da braucht es keine Gitarre für mehrere tausend Euro.
 
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Mein Freund hatte einen Gitarrenladen. Immer wenn von Fender oder Gibson ein Schwung reinkam haben wir sie durchgesehen/getestet und... die Hälfte wieder zurückgeschickt. Sowohl die für weniger Geld als auch die teuren - es gibt Marken, da ist der Output zuverlässiger.. aber die beiden genannten, die mußtest du in der Hand haben um zu sehen was du bekommst.
 
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Was ich relativ konstant festgestellt habe bei teu(re)ren Gitarren gegenüber günstig(er)en ist das tendenziell geringere Gewicht. Das könnte man wohl dem Thema "Materialauswahl" zuordnen.

Ein anderes großes Thema, die Verarbeitungsqualität, sehe ich allerdings gerade nicht als konsequent überlegen an im Oberklasse-Bereich. Manchmal eher im Gegenteil...

Wobei mir während des Schreibens dieser Zeilen klar wird, dass wir womöglich "Premium", "Ober-" und "Mittelklasse" definieren müssen. Wenn ich deine Einleitung richtig lese, ist die RG652 für dich Oberklasse (=Premium?). Damit lebst du grundsätzlich in der gleichen Welt, wie ich, was das angeht (übrigens auch musikalisch! Skid Row - hach...): Auch für mich sind 1,5k€ Gitarren Oberklasse. Das sehen aber viele bereits anders!

Für MICH wiederum ist "Premium" noch etwas Anderes, als Oberklasse. Wenn ich "Premium Gitarre" lese, denke ich an Michael Lewis, Kim Walker und Ervin Somogyi. Bei E-Gitarren (wenn überhaupt an wen) vielleicht an Rick Turner. Bei Premium erwarte ich tatsächlich Perfektion - und Individualität. Perfektion kann es auch in der Oberklasse geben - ein, zwei Düsenbergs fallen mir da ein, die ich mal befingern durfte.

Tja, und dann ist da ja noch das, was man konsequenterweise also wohl als "Unterklasse" oder "Sub-Prime" bezeichnen müsste. Im E-Bereich die Bullets, GIOs und HBs dieser Welt. Bei DENEN, vor allem den wirklich "niedrigstpreisigen" (gar nicht so einfach, hier ein nicht irreführendes Wort zu finden), sind die PUs idR Meh, ebenso wie Tuning Pegs und Sattel. Ob hier relevant, magst du selbst entscheiden:

Ich habe in jüngerer Vergangenheit zwei Harley Benton Modelle <250€ ausprobiert. Ein akustisches und ein elektrisches. Fazit: Verarbeitungsqualität bei beiden augenscheinlich nahezu optimal! Aber beide hatten mit der Elektrik Probleme, die akustische mit dem Tuner und die elektrische mit der Kabelage (Knistern, Cutouts, ...). Die akustische erforderte außerdem ein Setup "inklusive Nachbearbeitung", sage ich mal und hatte obendrein einen mechanischen Mangel, der sich erst später gezeigt hat.

Beide Instrumente gingen also erst einmal zurück! Für einen Anfänger damit eher nicht das Richtige. Aber beide können mit ein bisschen entsprechender Nacharbeit absolut hervorragende Instrumente sein. Zu einem Preis, der sich um 10% einer z. B. Les Paul bewegt. Gerade zu dem Thema bin ich meinem Vorredner sehr dankbar, dass er das Feuer auf sich zieht... :whistle:
 
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Ein Thema, das wohl jeden Fortgeschrittenen/Aufsteiger bewegt.
Meine Antwort ist:
IdR. nicht super viel, aber im Detail dann doch...
Gerade bei Ibanez legen die von Linie zu Linie (grob Gio - RG - Prestige - „Custom Shop“), bei der Verarbeitung zu. Das sind zwar feine Details, wie z.B. die Verrundung der Bundenden, aber in Summe „fühlen“ sich die Oberklasse Modell dann schon auch „wertiger“ an. Es ist aber natürlich auch so, das teure Gitarren auch Luxus- und Statusobjekte sind. Eine Rolex wird nicht gekauft, weil sie “schöner“ oder „besser“, als andere Uhren ist, sondern weil sie ein "Statement" ist. Das kann man zwar als ziemlich „dummen“ Beweggrund sehen, Fakt ist aber, dass „Exklusivität“ auch ein Argument bei Kaufentscheidungen ist. Die Psychologie spiel dann da mit hinein und so "funktioniert" dann am Ende diese Modell- und Preisstaffelung auch und es werden die zum Teil sehr viel höheren Preise auch für vergleichsweise wenig objektiven "Mehrwert" bezahlt, weil das "Gefühl" von Exklusivität sich dann schon auch beim Spielen überträgt.
Es ist daher IMO zu einfach, jede Gitarre, die mehr als 1000€ kostet, als eigentlich überflüssig abzutun. Ein Haltung "...ach, die hohen Trauben, sind meist die sauren" vertreten dann oft auch die eher kleinen Wesen. Da ist es IMO eine gute Politik, die eigenen Möglichkeiten realistisch zu bewerten und in dem Segment was man sich ohne Schmerzen leisten kann, intensiv zu schauen und das mit den Linien drüber und drunter ausführlich und in Ruhe zu vergleichen.
 
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Bei Ibanez stimmt der Begriff Premium in der Bezeichnung aber qualitativ auch ohne größere Streuung überein.

Antiproportional zum Preis.
In der Regel.
Das gilt nicht immer für alle Handelswaren so.
Nicht nur im Gitarrenbau.

Da es die Prestige- Line gibt... Kann man anderen Herstellern ähnlicher Stufungen wie ESP/LTD bzw EII und manchen mehr... gegenüber preislich nur so fair bleiben in der Klasse... Wenn man weiß von welcher bis welcher Preisklasse die Frage genau bezogen war.
LTD- Deluxe ist ja auch nicht Topline zB.
Preislich jedoch ähnlich der Premium.

Charvel Mexiko/ USA
Fender/ Mexiko/ Prof. usw
Gibson zB / Studio / Standard Usw.

Aber die Ansichten sind richtig...
Wenn der Kunde Premium versprochen bekommt... Sollte der Hersteller mit diesen Namensködern auch nicht zu weit daneben liegen.

Wenn man hier zB von 400 - 1300 Euro ungefähr als, von Mittelklasse - Topline reden würde... hat man einiges an Streuungen und noch weitaus mehr qualitative Unterschiede zu berücksichtigen.

Das würde also schon einen "gewaltigen" Unterschied machen,wenn wir da von Mitte bis Top reden würden.

Aber die Ansichten wären gesund und vernünftig!
Wer von Premium spricht und erwartet was drauf steht... erwartet nur was versprochen wird... Und lebt damit realistischer als viele Hersteller.

Außerdem sind das alles gute Gitarren.

Bei Fender / Gibson muss man da aber zB schon mal genauer gucken.

Und wir reden immer noch nicht von teuer= besser.

Das leichter kann ich aber auch in der Regel bestätigen. Das war ein sehr guter Punkt.
 
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Das eine Gitarre ab 1k Markenteile hat und fehlerlos gebaut sein sollte ist selbstverständlich. Oberklasse ist für mich ab normale PRS (auch nicht S2), Maybach, Suhr, Friedman, Knaggs, ESP (nicht LTD), (ausgesuchte) Gibson und Fender, Music Man (nicht Sterling), ...
Ibanez fangen die richtig guten Gitarren günstiger an, es sind aber auch nur einzelne Modelle die ich als überdurchschnittlich empfinde. zb die RG652 oder AZ2402.
Eine Gitarre die gut gebaut ist und auch gut klingt findet man auch deutlich günstiger, für mich macht Premium eine gewisse Haptik aus die man komischerweise bei günstigen Gitarren nicht findet.
 
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Schau dir auch mal die PRS SE Modelle an
 
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Super, nochmal vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. :)

Ich denke ich bin da auch etwas zu arg in dem Tunnel Ibanez Prestige gefangen, bzw. bis zu einem gewissen Preis. Ich werde den Marken und Preisen der Gitarren im Gitarrenladen mal ganz offen gegenübertreten bevor ich mir schon im vorhinein u.a. aufgrund der Optik eine passive Meinung bilde. Danke euch, ihr habt mich gerade auch in der Denkweise hier weitergebracht.
 
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es sind aber auch nur einzelne Modelle die ich als überdurchschnittlich empfinde. zb die RG652 oder AZ2402.
Gerade die AZ- Serie finde ich von den paar die ich in den Händen hatte überdurchschnittlich.

Da hatte ich sogar mal das typische Beispiel... wenn man hier beim Beispiel Ibanez bleiben möchte... Serienmäßig c.a Mitte bis Top.
Premium - Prestige.

3 Gitarren im Laden ( nur trocken ) angetestet. Tu ich meistens als erstes bevor ich damit zu Amps o.Ä marschiere.

Eine weiße AZ Premium hatte "für mich" an dem Tag , " deutlich" das Rennen gemacht.
Musste mehrmals hinten auf die Kopfplatte gucken um sicher zu sein ob das wirklich stimmt.

Das ist so ein Beispiel.

Mitgenommen habe ich keine.
Aber die fehlt mir tatsächlich gedanklich heute noch und bereue es,sie nicht mitgenommen zu haben.

Ist aber nur "1" persönliches Beispiel.
Soll nicht zum Kauf verleiten.
Immer testen und vergleichen wenn man die Möglichkeit hat.

Ich weiß aber auch aus persönlicher Erfahrung, dass das auch bei dem Serienvergleich für mich nicht die Regel ist oder sein muss.

Aber da gerade gefragt... Ein persönliches Beispiel aus meiner Perspektive nach persönlichem Geschmack bewertet.
 
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