Wäre das mit kürzeren Madenschrauben nicht am einfachsten lösbar?
Klar, aber ich bin zu faul, welche zu suchen.
Übrigens kam gestern ein Paket aus London bei mir an.
Der Inhalt: ein verranzter Tweed Koffer.
Machen wir erst mal Türen und Fenster auf, bevor wir den Mief aus dem Koffer rauslassen.
Für sein Alter ist der Koffer noch erstaunlich stabil. Schlösser und Scharniere funktionieren noch.
Also dann - Deckel auf....
Was wir hier vorliegen haben, ist quasi die zweite Entwicklungsstufe des Precision Basses: Form und Ausstattung des Urmodells, aber ein Body mit abergerundeten Kanten und Shapings für Unterarm und Plauze - analog zur 1954 eingeführten Stratocaster. Ab '54 zunächst standardmäßig in Blond, später auch 2 Tone Sunburst. Dieser hier ist von 1956.
Was für ein geiles Teil. Korpus aus einem Stück Esche - und was für eins! -, Hals aus einem Stück Ahorn. Das Sunburst sieht noch außerordentlich frisch aus. Überhaupt ist der Bass in exzellentem Zustand. Er wurde anscheinend immer gut behandelt. Er wurde gespielt, das sieht man ihm an, aber nicht gerockt.
Das alte Design des Bridge Covers hat den Vorteil, dass man es in beiden Richtungen montieren kann, je nachdem, ob man den Dämpfer an den Saiten haben will oder nicht.
Hier kann man den Dämpfer erkennen:
Mitverantwortlich für den speziellen Ton dieser frühen Precis ist der luftig klingende Singlecoil in der "Maximum Growl" Position. Dann dieser fette einteilige Ahronhals. Ein wahrer Fahnenmast. Das macht den Ton stabil. Frühe Precis hatten noch ein V Profil, '56 kam dann ein rundes C Profil, das hat meiner auch.
Dieser Bass klingt ganz famos. Von wegen nur "Fump und Plopp", was einem oft als "Vintage Sound" untergejubelt wird. Der Bass klingt knallig, spritzig, hat ordentlich Bumms von unten raus.