Moin,
auch hier im Thread ist lange nichts passiert, dann möchte ich ihn einmal etwas wiederbeleben.
Ich habe vorgestern einen Fender Studio Bass 200W für 300 € (!) ersteigert.
Es ist ein Blackface von 1979, der Verkäufer hatte ihn in den letzten 30 Jahren wohl in zweiter Hand benutzt. Der Zustand ist insgesamt recht gut, unten ist das Tolex etwas rough, unten an der Frontplatte ist die Beschichtung etwas abgelöst, aber noch fest.
(Komischerweise wird das Bild liegend eingefügt, kann ich leider nicht ändern)
Ansonsten ist alles Original und scheint in Ordnung:
Interessant ist der Speaker. Es wurde hier viel spekuliert, welcher Original-Speaker verbaut ist, JBL K140, EV 15L ode 15 B.
Drin ist der Original-Speaker Fender EV15F, ein EV15L mit 200 Watt und einer Metallkalotte (die ist leicht eingedellt, das macht aber nix):
Man sieht schön die EV15L-typischen Verstärkungsringe in der Membran.
Heute habe ich die Fotos gemacht und den Amp in Betrieb genommen.
Was soll ich sagen: Der Sound ist super, Punch und Power ohne Ende, nur die allertiefsten Bässe fehlen etwas, was aber nicht allzu schlimm ist. Der Druck stimmt. Auch ohne Dämmmaterial in der Box keine wesentlichen Resonanzen, die stören.
Getestet habe ich mit einem G&L Tribute L-2500 mit den Original-PUs und einem Ibanez Soundgear 505 mit Nordstrand-Pickups.
Beim leiseren Spielen fiel ein scheinbar vibrationsabhängiges Britzeln auf. Ich habe daraufhin alle Röhren bewegt und neu eingesteckt, das ist jetzt weg.
Ausserdem hört man ein leises Brummen auch bei zugedrehtem Master. Das konnte ich per BIAS-Poti vermindern, aber nicht wegbekommen, es ist ganz leise noch da, da müssen die Endstufenröhren wohl mal getauscht und eingemessen werden.
Den Brumm der Vorstufe konnte ich mit dem HUM-Poti eliminieren.
Einige Potis machen Geräusche und die Eingangsbuchsen ebenso, da muss ein Techniker ran, wenn ich mal Zeit habe.
Ein auch hier schon beschriebener Nachteil ist mir aufgefallen: Er ist sehr kopflastig, erst recht, wenn die Rollen nicht richtig stehen. Dann muss man wirklich aufpassen, dass man ihn durch Ziehen am Basskabel nicht auf die Nase legt.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Sound standalone ohne Kapelle, mal sehen, wie es mit Drums und dem Rest der Band wird.
Todo:
- Röhren überprüfen lassen, ggf. wechseln
- Elkos überprüfen lassen, ggf. wechseln
- Mal mit JBL K140, EV15B oder Beyma antesten, ev. kommt mehr Tiefbass, die BR-Öffnung kann man ja abstimmen
- Wenn er mit einer meiner anderen Boxen noch besser klingt, ev. den Amp in ein Topteil-Gehäuse einbauen
- Wenn ich ganz verrückt bin, den Ausgangstrafo gegen einen Typ mit 4, 8 und 16 Ohm-Wicklungen tauschen, dann ist er universeller verwendbar (die gibt es für ca. 150€)
Insgesamt scheine ich ein Schnäppchen gemacht zu haben, auch wenn noch einige Investitionen warten.
So long
Christian