Das von
@Revkey beschriebene Equipment ist natürlich für Recording Zwecke gedacht, und auf jeden Fall schon was feines. Kommt halt auf die Ansprüche an. Mir reicht da ein
Beyerdynamic* M90 Pro X über MOTU
Audiointerface* und alles weitere an Effekten und Dynamics dann per VST. In jedem Fall ist für Recording die Wahl des Mikros weniger entscheidend als beim Live-Einsatz. Während im Studio in erster Linie ein Grossmembran zum Einsatz kommt, stellt sich für live die Frage, ob dynamisch oder ein Condenser, Niere oder Superniere (andere Charakteristiken fallen eher raus), und dann heißt es immer, dass man das Mikro finden soll, das zur eigenen Stimme passt. Ich hatte schon so viele Mikros, billige, teure, dynamische, Condenser, und mein Fazit ist, dass die Stimme eigentlich das Hauptkriterium ist, dann als nächstes der richtige Umgang mit dem Mikro, und dann spielt die Wahl des Mikros eigentlich keine so große Rolle mehr. Mein Erstes Mikro war ein
Shure* Unidyne - genauen Typ weiß ich nicht mehr, nur dass es um die 100 DM gekostet hat und ich es mir damals als Schüler gerade so leisten konnte. Hatte ein festes Kabel mit Klinkenstecker, was schon mal das Hauptproblem war. Das nächste war dann ein Shure 565, das ich mir als Vorgabe des neuen Bandleaders zulegen musste, was jetzt nicht so viel besser war, aber zumindest einen XLR Anschluss hatte. In der nächsten Band hatten sie Electrovoice, und natürlich musste ich mir auch so eines zulegen, PL80 oder 88, auf jeden Fall nochmal ne Ecke besser, weil ja auch teurer

Dass teuer nicht gleich besser heißen muss, zeigte ein Mikro, das mir zufällig in die Hände gefallen ist, ein
Fender* Mikrofon, das eine AA Batterie braucht, also schon Condenser, aber nicht über Phantompower. Zum Glück hielt die Batterie sehr lange. Für mein Empfinden deutlich besser los das Evoice, klar und laut, und auch halbwegs Feedback-Arm, obwohl es wohl neu gerade mal die Hälfte gekostet haben soll als das PL88. In irgendeinem Studio bekam ich nen mal ein AKG D3800 vor die Nase, und war dermaßen angetan, dass ich mir gleich eines zulegen musste. Ich hab dann aber im Musikhaus meines Vertrauens auch andere im Vergleich angetested, aber das war dann erst einmal mein Mikro. Bis ich dann bei einer Band ausgeholfen hab, wo sie mich alle in Grund und Boden gesungen haben, die hatten alle ein Rode NT3, und das hatte deutlich mehr Power als. Ein AKG. Also ich in den nächsten Laden, mir so ein Rode geholt. Die Begeisterung hielt allerdings auch nur kurz, denn es war mir zu basaltiger, nicht klar genug. Ich hatte die Nase voll, nahm Geld in die Hand und kaufte ein Neumann KMS105, wohl das teuerste Live-Mikro am Markt, aber egal, als Tanzmucker spielte Geld für Equipment nicht die Rolle. Das war dann lange Zeit, auch bis heute noch für mich die optimale Lösung.
Was will ich damit sagen? Heißt es am Ende doch, wer billig kauft, kauft zweimal, oder noch öfter? Oder wenn teuer genug, dann gut? Soll am besten jeder gleich ein Neumann kaufen? Nein, natürlich nicht. Auch wenn meine Reise bis zum ‚richtigen‘ Mikro lang war, muss es nicht für jeden gelten. Wer mit einer Stimme umgehen kann, kommt auch mit anderen Mikros klar. Grundsätzlich muss man allerdings auch berücksichtigen, dass es auf den Mann am Pult ankommt, was der aus einer Stimme mit dem verwendeten Mikro rausholt.