Welches Equipment besitzt Ihr und warum?

  • Ersteller Ersteller Cooper_H
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  • #41
Hey zusammen,

meine aktuelle Vocal-Chain sieht wie folgt aus.

Mic: Neumann TLM 103
Preamp: Warm Audio WA73-EQ
Interface: RME Babyface

Ich habe mich zum TLM 103 schlau gemacht und besonders die Verbindung zu einem Neve 73 steht ihm wohl sehr gut, womit ich ein paar preamps getestet habe und das Warm Audio hat mich doch sehr überzeugt und dem TLM103 das gewisse "etwas" gegeben.

Zukünftig überlege ich in die chain noch einen 1176 compressor einzubauen und ggf. den umstieg vom alten RME Babyface auf das neue, oder ein Universal Audio* Apollo.
 

  • #42
Das von @Revkey beschriebene Equipment ist natürlich für Recording Zwecke gedacht, und auf jeden Fall schon was feines. Kommt halt auf die Ansprüche an. Mir reicht da ein Beyerdynamic* M90 Pro X über MOTU Audiointerface* und alles weitere an Effekten und Dynamics dann per VST. In jedem Fall ist für Recording die Wahl des Mikros weniger entscheidend als beim Live-Einsatz. Während im Studio in erster Linie ein Grossmembran zum Einsatz kommt, stellt sich für live die Frage, ob dynamisch oder ein Condenser, Niere oder Superniere (andere Charakteristiken fallen eher raus), und dann heißt es immer, dass man das Mikro finden soll, das zur eigenen Stimme passt. Ich hatte schon so viele Mikros, billige, teure, dynamische, Condenser, und mein Fazit ist, dass die Stimme eigentlich das Hauptkriterium ist, dann als nächstes der richtige Umgang mit dem Mikro, und dann spielt die Wahl des Mikros eigentlich keine so große Rolle mehr. Mein Erstes Mikro war ein Shure* Unidyne - genauen Typ weiß ich nicht mehr, nur dass es um die 100 DM gekostet hat und ich es mir damals als Schüler gerade so leisten konnte. Hatte ein festes Kabel mit Klinkenstecker, was schon mal das Hauptproblem war. Das nächste war dann ein Shure 565, das ich mir als Vorgabe des neuen Bandleaders zulegen musste, was jetzt nicht so viel besser war, aber zumindest einen XLR Anschluss hatte. In der nächsten Band hatten sie Electrovoice, und natürlich musste ich mir auch so eines zulegen, PL80 oder 88, auf jeden Fall nochmal ne Ecke besser, weil ja auch teurer 😉 Dass teuer nicht gleich besser heißen muss, zeigte ein Mikro, das mir zufällig in die Hände gefallen ist, ein Fender* Mikrofon, das eine AA Batterie braucht, also schon Condenser, aber nicht über Phantompower. Zum Glück hielt die Batterie sehr lange. Für mein Empfinden deutlich besser los das Evoice, klar und laut, und auch halbwegs Feedback-Arm, obwohl es wohl neu gerade mal die Hälfte gekostet haben soll als das PL88. In irgendeinem Studio bekam ich nen mal ein AKG D3800 vor die Nase, und war dermaßen angetan, dass ich mir gleich eines zulegen musste. Ich hab dann aber im Musikhaus meines Vertrauens auch andere im Vergleich angetested, aber das war dann erst einmal mein Mikro. Bis ich dann bei einer Band ausgeholfen hab, wo sie mich alle in Grund und Boden gesungen haben, die hatten alle ein Rode NT3, und das hatte deutlich mehr Power als. Ein AKG. Also ich in den nächsten Laden, mir so ein Rode geholt. Die Begeisterung hielt allerdings auch nur kurz, denn es war mir zu basaltiger, nicht klar genug. Ich hatte die Nase voll, nahm Geld in die Hand und kaufte ein Neumann KMS105, wohl das teuerste Live-Mikro am Markt, aber egal, als Tanzmucker spielte Geld für Equipment nicht die Rolle. Das war dann lange Zeit, auch bis heute noch für mich die optimale Lösung.
Was will ich damit sagen? Heißt es am Ende doch, wer billig kauft, kauft zweimal, oder noch öfter? Oder wenn teuer genug, dann gut? Soll am besten jeder gleich ein Neumann kaufen? Nein, natürlich nicht. Auch wenn meine Reise bis zum ‚richtigen‘ Mikro lang war, muss es nicht für jeden gelten. Wer mit einer Stimme umgehen kann, kommt auch mit anderen Mikros klar. Grundsätzlich muss man allerdings auch berücksichtigen, dass es auf den Mann am Pult ankommt, was der aus einer Stimme mit dem verwendeten Mikro rausholt.
 
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  • #43
Auch beim Recording kommt es auf die Mikroauswahl an. Da gibt es ganz gewaltige Unterschiede. Und das KMS 105 ist auch nicht das teuerste Bühnengesangsmikro! Auf jeden Fall ist man mit dem TLM 103 hobbymäßig ganz gut ausgestattet.
 

  • #44
das KMS 105 ist auch nicht das teuerste Bühnengesangsmikro!
nein und auch nicht ein "rundum Sorglos Paket", meiner Erfahrung nach.

Erst neulich hatte ich eine Sängerin, von einer Latin-Jazz Band, betreut, die mit einem KMS105 ankam. Die Sängerin hatte eine gut ausgebildete Stimme, keine zarzte Piepsstimme, und auch eine gute Mikrofontechnik. Alles gut soweit. Beim Soundcheck war sie mit dem Ergebnis aber nicht wirklich zufrieden, da es ihr zu viel vom schräg hinter ihr stehenden Drumkit auf ihren Monitoren übertrug, und, weil ich vorsorglich einige Gesangsmikros im Koffer hatte (Ich wusste im Vorfeld nicht, ob eigenes Mikro oder nicht) sowie weil wir relativ viel Zeit übrig hatten, nahmen wir uns die und testeten meine Mikros aus. Das e965 ließen wir mal weg, denn da wäre meiner Einschätzung nach die Bleed Situation mit den Drums ähnlich. Also blieben ein e935, SE V7 und das Allerweltsmikro SM58. Wir testeten jedes recht genau, inklusive dem selben Song an, und am Ende fiel ihre Wahl auf..... einen Moment.... wer kann schon was ahnen..... TRommelwirbel...... die Spannung steigt ins unermessliche....... tataaaaa... genau, das SM58. Es wurde ein schöner Abend mit sehr guter Musik und am Nächsten Tag hat mir die Sängerin eine SMS geschickt, dass sie sich jetzt ein SM58 dazu bestellt hat. Denn ich hatte auch gesagt, dass sie mit dem KMS sicher ganz gut beraten ist wenn sie, was sie auch macht, im Dou mit einem Pianisten auftritt. Denn da ist der Bleed nicht so stark und sie kann mit ihrer guten Mikrofontecchnik da sehr gut auf die Dynamik im Spiel eingehen.

Also, wie eigentlich allen Mikros auch, das KMS kann passen, aber nicht immer und auch nicht in jeder Situation.
 
  • #45
Wir waren mal in einer ähnlichen Situation mit unserer damaligen Band Artcore bei einem Festival in einem Einkaufszentrum in Breslau. Unser erfahrener Tontechniker Stewart konnte nicht wegen einer Krebsbehandlung, also mussten wir auf einen unerfahreneren zurückgreifen. Für die Vocals haben wir normalerweise ein Beta 87 verwendet. Das bekam unser Tontechniker nicht hin. Das Problem war der Bleed aus den Geschäften. Weil wir nicht viel Zeit hatten, haben wir auf eine SM58 Handfunke zurückgegriffen. Hat uns in der Situation gerettet. Wir haben danach auf das Crown CM 310, was es leider nicht mehr gibt, gewechselt. Damit gab es auch nie Probleme, obwohl es ein Kondensatormikro ist. Meiner Erfahrung nach das beste Bühnengesangsmikro, was je gebaut wurde.
 
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  • #46
Je nach Situation singe ich live in ein Sennheiser e935 oder in ein Neumann KMS104 und bei Aufnahmen immer in das KMS104 (in Focusrite und dann Logic).

Outdoor mit Regengefahr und Wind und sowas, im Notall auch mal in ein SM58, aber das tut meiner Stimme nicht gut, da ist immer das Gefühl von einem Vorhang, durch den sich die Stimme quälen muss.

Das Sennheiser hingegen ist dann so, als wäre dieser Vorhang weg und es scheint das zu unterstützen, was ich für meine Stimme brauche.

Das Neumann setzt dann für mich noch ein wenig mehr "Seide" oben drauf und reagiert nochmal feinfühliger auf Änderung des Mikrofonabstands als das Sennheiser. Musik ist Akustik-Duo.

Das SM58 hab ich noch aus alten Rockertagen. Wenn man so richtig shouten will, ist das durchaus gut. Wobei heute auf immer öfter "stillen Bühnen" auch im Rock/Pop (inklusive E-Drums) auch das Sennheiser oder Neumann klasse sind. Zumindest für meine Stimme, und es hat ja Gründe, warum verschiedene Sänger so verschiedene Mikros mögen. Was mir taugt, kann für einen anderen Sänger/Sängerin ein absoluter Alptraum sein.
 
  • #47
Ist vermutlich falsch rübergekommen. Ich wollte auf keinen Fall behaupten, dass das KMS die eierlegende Wollmilchsau ist. Gerade auf lauten Bühnen ist es schwierig handzuhaben. Und jemand, der/die eine ausgebildete und kraftvolle Stimme hat, sollte eh besser auf ein dynamisches MIC zurückgreifen.
 
  • #48
im studio....wenn ich meinen simplen raum ohne irgendwelchen akustischen schnickschnack benenne, verwende ich meist ein TLM102.
ich mag dieses mikro, weil es die hohen frequenzen erst sehr weit oben anhebt, so ab ca. 8khz und ähnelt damit etwas dem U87.
das paßt recht gut zu meiner stimme. etwas sternenstaub im high end.

meist habe ich es in der hand und nicht in einem stativ. quick and dirty.
 
  • #49
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  • #50
die gefahr besteht in der tat, deshalb greife ich ganz vorsichtig. das mikrofon ist sehr empfindlich.
ich verwende auch keinen popp schutz....ich versuche popp-frei zu singen.
 
  • #51
Ist vermutlich falsch rübergekommen. Ich wollte auf keinen Fall behaupten, dass das KMS die eierlegende Wollmilchsau ist. Gerade auf lauten Bühnen ist es schwierig handzuhaben. Und jemand, der/die eine ausgebildete und kraftvolle Stimme hat, sollte eh besser auf ein dynamisches MIC zurückgreifen.
Das stimmt so nicht. Viele ausgebildete und auch lautere Stimmen singen hervorragend über Kondensatormikros. Das Beta 87 ist seit Jahrzehnten sehr gefragt. Auch die Bühnenkondesatoren von Sennheiser sind sehr beliebt. Sting und Anastacia sind da u.a. zu nennen. Sennheiser war über lange Zeit der Lieferant für den Grand Prix. Und selbst Metallica haben AE 5400 von Audio Technica eingesetzt.
 
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  • #52
ich habe auch ein paar jahre lang das KMS105 für meine metalband benutzt, aber es hat immer wieder mal schwierigkeiten gemacht, wenn die bandmitglieder gewechselt haben und die lautstärke der band sich geändert hatte (lauter). dann machte das KMS zuweilen probleme.
derzeit singe ich über ein e945. das funktioniert gut und der klang ist dem KMS durchaus ähnlich.
 
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