Wie beschreibt und erreicht man diesen Klang - Endstufensättigung?

  • Ersteller Hendrik123
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Wo wird gerade dabei sind: Diese typische "Säge", die man u.a. bei AC/DC hört,
Das, was du mit "Säge" beschreibst, ist eigentlich, wenn man ganz allgemein über Sound sprechen will, schon ein typischer Marshall-Sound.
(schwer zu beschreiben)
Oft wird der Marshall-Sound mit betonten Mitten beschrieben, es ist aber auch dieses etwas, was ich als aggressiv beschreiben würde, eher Rock, als zB Blues. Das sind aber auch "nur" Worte.

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Ich kenne deinen Marshall nicht, dieser gesuchte Sound sollte eher über die Endstufe kommen, bedeutet, das Gain der Vorstufe etwa auf 12, vllt weniger, muss man fummeln. Diese "Säge" ist eine Sache der EL 34 (die sind dort verbaut?), also die Endstufe. EL 34 klingen typisch "dreckig", also sehr british, wenn man will, Säge.
Also, eher weniger Preamp-Gain, mehr Endstufe, dann sollte es hinkommen. Die EQ erst mal auf 12, dann rantasten.
 
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zur PI /Endstufenzerre , möcht ich noch erwähnen, das es sich dabei um unterschiedliche Leistungen und Konzepte handelt. bedingt durch die Vorspannung der Endröhre!
bei amps mit hoher Vorspannung, schaft es die PI kaum die erforderliche Ausgangsspannung zu erreichen, dann zerrt sie mit! oder etwas früher, je nach Verstärkungsfaktor der PI
bei amps mit niedriger Vorspannung der Endröhren zerrt die PI erst bei Volldampf!(wenn überhaupt)

ob das jetzt wirklich eine große Rolle bei dem Problem spielt, weis ich jetzt nicht so genau, zumindest macht eine Pentode mehr und andere Oberwellen als eine Triode .
 
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dieser gesuchte Sound sollte eher über die Endstufe kommen, bedeutet, das Gain der Vorstufe etwa auf 12, vllt weniger, muss man fummeln. Diese "Säge" ist eine Sache der EL 34 (die sind dort verbaut?), also die Endstufe. EL 34 klingen typisch "dreckig", also sehr british, wenn man will, Säge.
Wenn man mal die Gelegenheit hat, einen IR-Loader oder (guten) Modeler zu spielen, der es erlaubt, Endstufen mit unterschiedlichen Röhren(charakteristiken) auszuwählen, wird schnell klar, dass da klanglich auch keine Welten zwischen den Kolben liegen. Die tönen mal mittiger, bassiger oder eben schlanker, aber "Säge" macht da keine. Die kommt von der Vorstufe und wird durch den Endstufentyp nur ggf. noch etwas prominenter herausgestellt.

Ich lese hier zwischen den Zeilen heraus (... so zufällig ist der Sound dann auch mal da...), dass der Amp bzw. dessen Einstellung hier gar nicht das Problem ist. Der liefert das schon (die richtige Gain Einstellung vorrausgesetzt).
Nun geht es darum, diesen Sound auch da herauszuholen!

Dieser junge Herr zeigt, was da alleine mit Anschlag, Gitarren Volume aus diesem (close over breakup) Sound so alles Mögliche und Unmögliche gemacht werden kann. Das sieht da alles so ezypezi aus, aber ich war mal beim ihm im Laden...:hail:
 
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Ich frage mich warum immer von Endstufe geschrieben wird, wenn der Sound in dem Video nicht von der Endstufe kommt. Man sieht doch das Volume? Die Amps sind ja gerade mal aufgedreht ... die sind so wenig an, dass da auch kein Power Soak sein kann.
Marsh.jpg


Der Silver Jubilee hat mit den Amps die zB Angus spielt rein gar nichts zu tun. Der Silver hat ein Master Volume und die von Angus sind Non Master.
Es gibt ein Rig Rundown wo sie alles nennen was er verwendet und man sieht sogar die Ampeinstellungen genau. Aber was an dem Amp klingt, wird am Silber Jubilee nicht gut klingen. Wenn du den Silver voll aufreist, wird er fetter und so weit ich mich erinner bekommt er ein bissl mehr hochmitten, aber sooo drastisch anders klingt er nicht.

Master Volume Amps werden in der Regel so gebaut, dass die meiste Tonformung in der Vorstufe passiert. Sonst macht ja so ein Master Volume nicht gerade Sinn. Ja, sie klingen meist besser und der Ton ändert sich wenn die Endstufe gekitzelt wird aber:
es macht weniger am Klang als man meint und der Master wird in der Regel blos bis zur Sättigung und Kompression aufgedreht, die meisten Master Volume Amps klingen wenn sie zerren anfangen nicht mal Fuzzig sondern eher kaputt und viele werden so gebaut, dass man sie so weit gar nicht mehr aufdrehen kann.

Was wenn der Master volle Hütte aufgedreht wird den Amp fürs Ohr dermaßen anders macht und auch Obertöne usw., ist ein reines akustik Phänomen, dass die Frequenzen mit zunehmender Lautstärke anders wargenommen werden.

Das mit den Röhren stimmt so auch nicht. Es gibt ettliche 100W Amps mit EL-34, KT-77, 6L6 und deren kleine Geschwister klingen glitzgleich und haben aber EL84 drin. Meist verhalten die sich dann nur am EQ etwas anders, aber von Gainstruktur und Klang kann man die kaum auseinanderhalten.
Auch ein gutes Beispiel ist das Synergy System, die Endstufe ist in den Amps eine 6L6, die Module klingen aber alle täuschend echt wie ihre Originale auch wenn in den Originalen EL-34 drin sind.

Der Klang ist erst mal weniger Gain als man meint und dann vor allem die rechte Hand. Spricht auch dafür wenn der Ersteller schreibt, manchmal klingts danach und dann mit den gleichen Einstellungen wieder nicht.
 
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Hi!
... dieser gesuchte Sound sollte eher über die Endstufe kommen, bedeutet, das Gain der Vorstufe etwa auf 12, vllt weniger, muss man fummeln...
Ja, sagte ich schon - "medium gain" oder etwas mehr ;)

Ich frage mich warum immer von Endstufe geschrieben wird, wenn der Sound in dem Video nicht von der Endstufe kommt...
Auch Ja - die Amps sind eher "leise" eingestellt (y)

Hier nochmal zwei Bilder von den Einstellungen in dem Video:

Bildschirmfoto 2022-10-13 um 01.52.38.png

Bildschirmfoto 2022-10-13 um 01.53.05.png

cheers - 68.
 
Hi, danke für die Infos.
Ich habe heute nochmal ein bisschen rumexperementiert und muss sagen, dass ich ohne dem GE-7 der Sache nicht näher komme. Einstellungen, mit denen ich der Sache näher komme (Marshall 2525h): Presence 15:00, Bass 5 Mitten 8, Treble 5 Master 6, Lead 10, Gain 6,5
-> ohne GE-7 klingt das aber auch relativ traurig/uninspirierend

nur zum Verständnis:
Natürlich spielen die genannten Gitarristen unterschiedliches Equipment. welches massiv Eifluss auf den Klang hat. Der geusuchte Sound wird aber zumindest bei einem Plexi, JCM 800 und Silver Jubilee häufiger zu hören. Die Säge 7 der mittebetonte Klang ist das typisch für Marshall, die Intensität der "Säge" variiert nur manchmal. Für mich ist das alles nur Spaß an der Sache, mich interessiert es einfach, wie verschiedene Sounds zu Stande kommen. Ich muss mit dem Sound kein Geld verdienen und möchte auch nicht zwangsläufig bekannte Sound nachstellen und dauerhaft selbst nutzen.
 
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nun es gibt noch die feinheiten der Röhren, die weichen oft sehr weit von IDEAL Parameter ab und so manche Röhre klingt deshalb auch etwas anders!
Andererseits ist man selbst nicht immer der Gleiche - und ein und der selbe Sound ist mal Super und mal m?! einfach nur n andrer Tag!

an meinem AC50 hab ich damals manchmal stundenlang die Potis gedreht und meinen Sound nicht gefunden! dabei hatte der nicht viele! Es war wohl blos nicht mein Tag.
ich hab zum Beispiel so einen amp ohne alles , nur Gain!
und der klingt irgendwie auch, mal besser mal m
 
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Ja, sagte ich schon - "medium gain" oder etwas mehr ;)
Ok, sollte kein Plagiat sein, sind also der selben Meinung (hätte ich es vorher gefunden, hätte ich zitiert)
Ich frage mich warum immer von Endstufe geschrieben wird, wenn der Sound in dem Video nicht von der Endstufe kommt. Man sieht doch das Volume? Die Amps sind ja gerade mal aufgedreht ...
Was mich betrifft; ich kenne das von meinem JCM 900 4500, wenn ich in Zimmerlautstärke, mit Mikro versucht habe, einen druckvollen Sound zu bekommen,bzw einen vernünftigen Sound, musste ich schon das Master bemühen, nur über den Preamp zu gehen, war nicht befriedigend, kommt sehr blass.
Wieweit ich mit dem Master gegangen bin, weiss ich jetzt nicht mehr.
Niemand wird bestreiten, dass auch mit Master-Volume-Amps, die Endstufe den Sound formt.

Wie im Video der Sound geformt wird, keine Ahnung, vllt wird der Preamp abgegriffen, über IR geschickt?
Das mit den Röhren stimmt so auch nicht. Es gibt ettliche 100W Amps mit EL-34, KT-77, 6L6 und deren kleine Geschwister klingen glitzgleich und haben aber EL84 drin. Meist verhalten die sich dann nur am EQ etwas anders, aber von Gainstruktur und Klang kann man die kaum auseinanderhalten.
Auch ein gutes Beispiel ist das Synergy System, die Endstufe ist in den Amps eine 6L6, die Module klingen aber alle täuschend echt wie ihre Originale auch wenn in den Originalen EL-34 drin sind.
Auch gut, wo Marshall drauf steht, kommt Marshall raus :sneaky:
 
@Hendrik123: Wo steht deine Box eigentlich.. am Boden, erhöht, schräg/gerade? Schon mal probiert frontal/mittig zu horchen?
 
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Ich merke bei jedem weiteren Versuch, dass die eigenen Ohren und Hände mal wieder mehr Einfluss haben, als anfangs gedacht ;) Wenn ich den eigenen Klang aufnheme, selbst nur mit einem Handy, ist deutlich mehr "Säge" und auch "Härte" zu hören. Grudnsätzlich habe ich beim Spielen häufiger das Gefühl, ich müsste den Amp mehr pushen und stellenweise auch mehr Overdrive verwenden. Das ist aber nie der Fall, sobald Schlagzeug, zweite Gitarre etc. hinzukommen oder das Ganze mal aufgenommen (Handy) wird. Hinzukommt natürlich, dass man nach 15 Minuten eh nicht mehr all zu viele Unterschiede hört. Generell spiel ich glaube ich auch "zu laut", sodass ab einem bestimmten Volumen die Höhen zu stark hervortreten. Aber da kann ich mir ja helfen.
Die Box (Barefaced Reformer 1x12) steht auf dem Boden, ich bewege mich dabei durch nen ganzen Raum (Musikraum einer Schule). Sitze ich aber ca. 5 Meter vor der Box, klingt es kratzig und zu höhenlastig. Ansonsten tut die Box was sie verspricht: Fast überall im Raum klingt es gleich, kein typisches Beamen.
Was mich aber auch wundert: bei manchen EQ-Einstellungen ändert sich der Klang erheblich, je weiter ich von der Box entferne, teilweise "schmerzende" Höhen, obwohl es vor der Box angenehm warm und rund klingt. Andere EQ-Einstellungen, bei denen es vor der Box auch passend klingt, verursachen das Problem nicht.
Zu den EQ-Einstellungen aus dem Video (Bass 10, Mitten 5): Verträgt die verwendete Oversize Mesa Boogie 4x12 ggf. deutlich mehr Tiefen/hält die Tiefen straffer (dafür sind sie vermutlich auch bekannt)? Wenn ich meinen Amp nur ansatzweise so einstelle, wird alles extrem wabbelig und ist definitiv nicht mehr zu gebrauchen. Ich hätte noch eine 2x12 Marshall 1936, die könnte ich mit meinem WGS Green Beret und WGS Vintage 30 bestücken und das Ganze nochmal durchspielen.

Beste Grüße
 
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Ok.... hmmm!? Meine Vermutung: das Mikro des Handys und die Raumakustik spielen bei dem Sound in dem Video auch eine große Rolle.
 
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Grundsätzlich ist es ein Riesenunterschied, ob man alleine oder mit der Band spielt.
In der Band muss sich die Gitarre gegen andere Frequenzen durchsetzen und das sind die (oberen) Mitten und die Höhen. Spielt man die Gitarre mit diesen Einstellungen alleine, klingt sie zu dünn, nicht rund, eher kratzig.

Deshalb den sound der Gitarre immer im Bandkontext rausfinden und sich die Einstellungen notieten.
Spielt man alleine, kann man sich dann seinen Wohlfühlsound einstellen.

x-Riff
 
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Ja, das bleibt ein ewiges Thema. Aber man sollte ja schon mit dem alleinigen Gitarrensound zufrieden sein, vor allem, weil ich überwiegend alleine spiele. Im Bandkontext kann ich das entsprechend einstellen.
Beim ganzen Ausprobieren ist mir aufgefallen, dass Cabinets auf einem Stuhl oder schräg Richtung Ohr aufgestellt viele der oben beschriebenen Probleme löst. Entferne ich mich vom Cabinat, wird der Ton nicht mehr zu kratzig und hell. Grundsätzlich wirken die EQ-Einstellungen "anders", insgesamt deutlich bedienerfreundlicher.
Die typische "Säge" und diesen "harten" Sound habe ich zwar noch nicht ganz rausfinden können, aber das schiebe ich erstmal auf meine Finger udn meine Ohren.
 
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Für mich klingt insbesondere der Jubilee so als würde sich vieles knapp um ein bestimmtes Limit abspielen. Sobald das Limit überschritten wird komprimiert es und wird dicht. Unterhalb des Limits klingt es offenere und recht dynamisch. Wie schon Vorredner gesagt haben kontrolliert der Gitarrist in dem Clip das mit seinem Anschlag. Was es genau ist, dass da am "Limit" betrieben wird kann ich dir nicht sagen. Das kann die Vorstufe sein oder ein Distortion-Pedal oder Ähnliches. Sofern diesen Amp ein VorstufenVolume hat, solltest Du mal testen wann es gerade ein bisschen zu suppen anfängt und dann mit dem Master auf das gewünschte Lautstärkeniveau regulieren. Da gibt es ein ganz cooles Video von Olli von Session wie man einen Amp einstellt. Er empfiehlt permanent mit der Plekhand Saiten anzuschlagen und mit der linken an den Amp-Potis zu drehen. Dabei stellt er die Potis dann genau auf die Stelle wo mit dem wenigsten Regelweg am meisten passiert. Wenn du das mit allen Reglern gemacht hast wird der Amp sehr sensibel auf stärkeren oder schwächeren Anschlag reagieren. Ich hoffe, dass das dir geholfen hat. Beste Grüße J
 
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Was es genau ist, dass da am "Limit" betrieben wird kann ich dir nicht sagen.
ich vermute( auf Grund deiner Aussage) das es sich um das Wechselspiel des Ausgangsübertragers , Endstufe und der Lautsprecherimpedanz handelt!
tiefere Töne schon gut komprimiert die hohen noch etwas hedroom!
so klingts am besten find ich!
dann kommts aber auch sehr auf den Lautsprecher an!
(und Powersoak funktioniert meist nicht)
 
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Hi,
ich habe mich nochmal intensiver mit den Einstellungen und meinem Anschalg beschäftigt und komme der Sache definitiv näher. Merke aber auch, dass die Raumakustik und zu hohe Lautstärke (vor allem in Bezug auf die Speaker) massiven Einfluss haben. Ein Powersoak ist eher hinderlich.
Die Videos von Olli von Session kenne ich, u.a. wird auch mal der große Silver Jubilee vorgestellt. Ich kann mir aber nicht helfen: Ich mag die Sounds überhaupt, nahezu keine EQ-Settings. Auch wenn mir klar ist, dass viele Sachen bewusst so gespielt werden, um die Amps etc. entsprechend umfangreich zu präsentieren. Aber das ist dann wohl Geschmackssache.

Gruß
 
Powersoak ist eher hinderlich.
ja, klar der verändert die Impedanz auf festwert!
und dadurch der Effekt zwischen Strom- und Spannungszerre, zur reinen Stromzerre!
man kann das mit Spulen und Widerständen abstimmen, dann geht das!
 
Ich spiele eine Les Paul mit Marshall 2525H mit 2 1x12'' Boxen (Greenback u. V30)
Ich spiele selbst Zuhause auf dem kleinen Silver Jubilee und im Proberaum auf dem großen Bruder (reissue). Da unsere Probe gestern ausgefallen ist, habe ich etwas am Sound im Proberaum probiert und ein wenig mit extremeren Einstellungen gespielt.

In dem Video hat er ja den Bassregler auf maximum und der Bassboost vom 100 Watter ist wirklich extrem - verglichen mit dem kleineren Bruder.

Man muss auch etwas berücksichtigen, dass es im Grunde zwei verschiedene Amps sind, wenn sie sich auch sehr ähneln.
Manches mal gefällt mir der Sound, den ich am kleinen hinbekomme sogar besser, weil der kleine mit seinen 2 Endstufenröhren irgendwie kompakter klingt.
 

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