Also, wenn ich irgendweine Modifikation in Auftrag gebe, dann habe ich ja den Daumen drauf, was gemacht werden soll. Stören mich die Bünde, lasse ich andere reinmachen, stört mcih die Farbe, kann ich es ebenso verändern.
Mich z.B. stören tierisch diese ge-PLEKten Knubbel-Bünde meiner R9. Ich würde sie am Liebsten sofort runterschmeißen und runde, von Hand abgerichtete draufmachen lassen.
Gut, das ist subjektiv.
Das Aging gefällt sicherlich nicht jeden, dafür habe ich Verständnis. Die Zielsetzung war eben die, möglichst nah ranzukommen, möglichst kompromisslos.
Solche Sachen macht man in einem Custom Shop, Jäger ist so ein "Custom Shop" im klassischen Sinne, der Gibson Custom Shop ist es schon lange nicht mehr. Er ist vielmehr eine mittelgroße Serienproduktion mit recht hohen Fertigungsstandards.
Gibson wirbt aber damit, nahezu exakte Replikate zu verkaufen.
Dieses Projekt zeigt aber, daß sie meilenweit davon entfernt sind. Sollte jemand den Einwand bringen, daß die Jäger summa sumarum 12000 € kostet, möchte ich anmerken, daß eine 1959 Reissue Murphy aged im Jahre 2001 einmal den Höchstpreis von 24000 DM (

) Listenpreis kostete. Momentan liegt sie so bei 7500-8000 € Straßenpreis ( Stand März 2009 ). Und die Murphies haben prinzipiell nicht "mehr" Qualität als eine normale Reissue, haben die gleichen Specs, den gleichen Lack und wurden nur mit u.a. Rasierklinge und Kältebehandlung nachbearbeitet.
Vom Instrument her, also jenseits aller historischen Genauigkeiten und optischen Spielereien die beim Spielen sowieso in den Hintergrund rücken, dürft ihr davon ausgehen, daß sich Florian Jäger nicht die Blöße gegeben hat, und die Gitarre klanglich gut abgestimmt und von den mechanischen Einstellungen auf beste Bespielbarkeit getrimmt hat. Ansonsten würde auch er auf dem Markt untergehen.
EDIT:
Ich will ja gar nicht anzweifeln, dass sich die 59er nun besser und/oder anders spielt und klingt, aber diese Modifikationen kann man doch auch mit einem Instrument machen, ohne es auf alt zu trimmen.
Es geht definitiv auch mit neuer Erscheinung. Das ist ja dann letztendlich nur eine Abänderung des letzten Schrittes.
Und übrigens: es kommt im Bericht nicht so gut rüber, aber an der Gitarre wurde nur der Lack auf alt getrimmt. Es wurden keine Dongs oder Kratzer zusätzlich hinzugefügt. Das macht Jäger auch nicht ( bzw. nicht gerne? ).
Es ist halt der Lack, den er anwendet. Und dieser Lack enthält halt keine oder wenig Weichmacher, die den Lack elastisch machen würden. Deswegen crackelt er schon nach ein, zwei Tagen. Seine Propeller hat den gleichen Lack drauf.