Die Gibson Historic Collection

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Die Historic Collection von Gibson wurde im Jahr 1993 vorgestellt und zum 100-jährigen Jubiläum 1994 dann richtig gross lanciert. 1993 wurden die R4 "Black Beauty, die R6 Goldtop, die R7 Custom "Black Beauty" mit 2 und 3 Pickups, oder mit optionalem Bigsby und der Goldtop, der R9 und der R0 mit Flametop gebaut. Die ersten 25 Sunbursts und die ersten 15 Goldtops wurden von Tom Murphy lackiert. Gibson baute aber schon vorher sehr gute und schöne Reissue-Instrumente. Auf diese Versionen werde ich aber nicht eingehen. Ich werde mich vor allem den Instrumenten ab 1994 widmen und dann konkrete Beispiele aus unserem Jahrhundert, Schwerpunkt 2002- 2008, hier präsentieren. Zuerst aber einen kurzen Abriss, wie es überhaupt zur Historic Collection gekommen ist. Bitte beachtet am Schluss die Literaturliste, welche mir dabei, nebst einigen Usern hier im Musiker-Board und meinen eigenen Aufzeichnungen, sehr geholfen hat. Schwerpunktmässig werde ich vor allem die Les Paul dieser Serie betrachten.

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Mit der Historic Collection wollte Gibson dem eigenen Erbe der 1950er und 1960er Jahren wieder näher kommen. Der Gemischtwarenkonzern Rendell/ NORLIN, zu der Gibson von 1966 bis 1985 gehörte, hatte nicht allzu sehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Musiker genommen, sondern überall den Rotstift angesetzt, um die Produktionskosten sowie die Garantiefälle zu minimieren. Es wurde einfach produziert in der Annahme, dass wenn Gibson draufsteht, die Produkte schon gekauft werden. Mit dieser Strategie war es nur eine Frage der Zeit, dass Gibson am Ende der sogenannten Norlin-Ära vor dem Ruin stand, was dann im Jahr 1985 auch so weit war. NORLIN hatte Gibson von 1980 an zum Verkauf ausgeschrieben, aber keinen Käufer gefunden.

Die Harvard Absolventen Henry Juszkiewicz, David Berryman und Gary Zebrowsky übernahmen Gibson im Januar 1986. Zuvor hatten sie schon eine heruntergekommene Elektronik Firma erfolgreich saniert. Diese Übernahme war dann der Start der neuen Firma Gibson USA. Der geschätzte Verkaufspreis von Gibson war übrigens 15 Mio Dollar. Gekauft hat das Trio die Firma dann für geschätzte 5 Mio. Dollar. Sicher war dieser Kauf auch mit gewissen Risiken verbunden. Die E-Gitarre im klassischen Sinn ja nicht unbedingt auf einem aufstrebenden Weg. Was den dreien aber von Anfang an klar war, dass wieder vermehrt auf Qualität statt Quantität gesetzt werden musste. Deshalb kamen schon relativ bald erste Reissue-Modelle in den Handel. Dies waren aber bis 1987 vor allem Gitarren aus der Serienproduktion, welche mit schönen geflammten Ahorn Decken ausgestattet wurden. Seit 1985 wurde da an der 59er- Reissue immer wieder kleinere Korrekturen angebracht. So wurde zum Beispiel die Kopfplatte verkleinert, das Korpusshaping und der Halswinkel den alten Vorbildern angepasst. Gleiches gilt für die Bohrungen der Regler, Einführung des Long Tenon Neck. Diese Neuerungen wurden unter anderem vor allem von J.T. Ribolloff, der zu Gibson kam, veranlasst. Er war erfahrener Gitarrenbauer und Restaurateur, welcher viele der alten Originale in den Händen hielt uns sich darin hervorragend auskennt. Im Jahr 1998 verliess er den Custom Shop und Gibson wieder.

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Les Paul R9 am Kauftag, 27. März 2003

Die Les Paul Standard 1960 Reissue wurde 1991 neu aufgelegt. Der effektive Start der Historic Collection erfolgte dann im Jahr 1993. Es wurden folgende Instrumente angeboten:

54er Custom "Black Beauty"
56er Goldtop Reissue
57er Goldtop Reissue
57er Custom "Black Beauty" 2 Humbucker
57er Custom "Black Beauty" 3 Humbucker
59er Sunburst Reissue

Die Gitarren wurden im braunen Standard Koffer von Gibson USA ausgeliefert.
Ab 1993 wurde auch die Bezeichnung "R und Nummer" eingeführt. Dies wurde dann ins E-Fach eingeprägt. Auch kam die historisch korrekte Bedruckung der Seriennummer, Kluson Replica Tuner, hinten auf der Kopfplatte ein Historic-Collection Decal. Dieses verschwand dann aber nach 2 Jahren wieder. Es gab AAAA Flametop-Decken.
Im Jahr 1994, dem 100-jährigen Bestehen der Firma Gibson, wurde dann auch das erste Mal ein Historic Collection Katalog herausgegeben. Darin waren die obengenannten Les Paul-Modelle und zusätzlich folgende Gitarren präsentiert:

57er Custom "Black Beauty" 2 Humbucker mit Bigsby Tailpiece
58er Korina Flying V
58er Korina Explorer
59er Les Paul Flametop
60er Les Paul Flametop
60er Les Paul SG Custom
34er L-5 Non Cutaway
39er Super 400 in Cremona Brown oder Natural
51er Super-400 CES in Ebony, Natural, Vintage Sunburst od. Whine Red
52er ES-295 in Antique Gold
58er L-4 CES, in Eb, Nat, VS, WR
58er Wes Montgomery in Eb, Nat, VS, WR
64er Tal Farlow in Viceroy Brown Sunburst und Whine Red
69er Citation in Faded CS, Faded HS, Honey Burst, Nat.

Das Motto lautete: Bring Home History... Es wurden wieder atemberaubende AAAA Flametop-Decken angeboten.
1996 erschien dann eine R8 mit einer Flametop-Decke in Butterscotch und Vintage-Red Lackierung.
Ab 1997 wurde ein ID-Microchip im Halsfuss eingebaut, zu allererst, um die Gitarre während der Zeit in der Fabrik besser "verfolgen" zu können. Ein positiver Nebeneffekt war, dass mit Hilfe dieses Chips auch die Authentizität einer Historic-Collection Gitarre einwandfrei identifiziert werden konnte. In diesem Jahr wurden extrem geflammte AAAAA-Grade Decken verwendet, die zusätzlich noch mit einem speziellen Verfahren behandelt wurden, um die Flammen noch mehr hervorzuheben. Von 1997 bis 1999 wurde die Sunburst Lackierungen in einem helleren Orangeton ausgeführt und die Rückseite in einem dunkleren Rotton lackiert.

Neue Modelle:
Junior 57
Junior 58
Special 58 (bis ca. 2000)
Special 60
1998 kam dann die R2 Goldtop dazu.

1999 erschien eine R9 zum 40-jährigen Les Paul Modell-Jubiläum. Tom Murphy lackierte und alterte ca. 100 Stück von allen je hergestellten 40th Anniversary. Es gab in diesem Jahr keine R8. Ausserdem wurde mit Vintage Sunburst und Darkburst zwei Burst-Töne wieder eingeführt. Auch der neu verwendete Porenfüller auf der Rückseite war in Farbe und Zusammensetzung näher am alten Vorbild. Die Positionierung der Parts wurde ebenfalls überarbeitet und authentischer montiert. Es gab auch 1999 und 2000 eine R9 in Plaintop. Die Produktion der atemberaubenden Flametop-Decken wurde eingestellt. Dafür gab es eine streng limitierte "Killertop"-R9-Serie mit AAAAA Tops. Sie wurden mit R9K gestempelt. Alle Gitarren bekamen den schwarzen Custom Art Historic Koffer von TKL.
Im Jahr 2000 gab es wiederum keine R8, dafür wurden für die R9 und die R0 der Vintage Style Lifton Case eingeführt. Den Lifton Reissue Case gab es erstmalig bei der 40th Anniversary Serie von 1999. Ausgeliefert wurden die 40th Anniversary Modelle mit dem bis Ende 2011 genutzten schwarzen Custom Shop Koffer. Der Clou war jedoch, dass nachdem sich der Käufer bei Gibson registriert hat, er Lifton Reissue Case zugeschickt bekam. Neues Sunburst: Lemon-Burst und Tri-Burst. Die anderen Modelle bekamen den schwarzen Custom Art Historic Koffer von TKL. Das Stoptailpiece wurde verändert und ein relativ schweres Teil aus Zinkeingebaut. Auch bekamen die Gitarren Orange Drops anstelle der Keramik-Disk Kondensatoren.

2001 wurde die Produktion der R9 limitiert. 500 in den USA und dann noch weitere 1`000 weltweit. Die R8 kehrte endlich wieder zurück mit teilweise spektakulären Flametop-Decken, die gleichfalls auf R9 und R0 zu finden waren. In diesem Jahr wurde dann auch endlich das Aluminium Stoptailpiece serienmässig eingeführt. Neue Farben: Faded Tobacco, Iced Tea, Washed Cherry, Congnac Burst. Eine erste limitierte Serie von ca. 50 Gitarren mit Brazilian Boards kam auf den Markt. 6 davon von Tom Murphy lackiert und gealtert. Einführung der Custom Authentic Serie - direkter Vorläufer der seit 2006 aktuellen V.O.S.-Serie.
Im Jahr 2002 wurden die Trapez-Einlagen im Griffbrett wieder geändert und authentisches Material und Form verwendet. (nur auf den R9 und R0 der letzten 2002er Modellen).Die Potiknöpfe sind in diesem Jahr Amberfarben. CTS-Potis, Zertifikat, Reissue-Gurt u.a. Auch die Jackplate und der Toggle-Switch mit der Unterlegscheibe wurdebei der R9 und der R0 farblich dem historischen Vorbild angepasst (nur auf den letzten 2002er Modellen). Es wurden offiziell 8 Gitarren mit einem Rioboard hergestellt.
2003 wurden dann die Modelle so überarbeitet und lanciert, dass ein richtiger Hype unter Sammlern und Playern ausbrach. Gibson änderte einige ganz wichtigen Merkmale der Les Paul. So kam unter anderem Riopalisander auf der R4, R6, R7R8, R9 und R0 zum Einsatz. Dann wurden die Mechaniken dem Vorbild entsprechend angebracht. Die Kopfplattenform wurde leicht geändert. Das Truss Rod Cover sass ab 2003 an der korrekten Position. Die R8 kam wieder als Plaintop. Der i Punkt im Schriftzug wurde in die korrekte Position gebracht.

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R9 von 2003

Das Material der Trapez-Griffbretteinlagen wurde bei allen Reissues geändert, da das bis dahin verwendete Mother of Pearl im Vergleich zu den Originalen zumeist deutlich heller und mehr gemasert war. Die Burstbucker Pickups ersetzten die 57 Classic Humbucker. Die Burstbucker gibt es inoffiziell aber schon seit 1999 oder 2001. Sie waren zuerst nur bei ausgesuchten Yamano-Modellen oder Signature Modellen (Gary Moore) eingebaut. 2003 gab es auch bei ganz vereinzelten frühen Modellen, wie auch 2002, ein paar ganz wenige ABR-Brücken ohne die berühmte "Rappelfeder". Die Brücke mit "Rappelfeder" wurde aber generell bis2009 (50th Anniversary Serie der 1959er Les Paul) verwendet. Auch kam erst ab 2003 historisch korrektere Gold-Knobs für die Potis. Jackplate und Toggle-Switch-Platte sind ab 2003 bei allen historisch korrekt.

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R8 von 2003

Die Produktion der Gitarren mir Rioboard wurde dann im Mai aus Artenschutzgründen aufgegeben. So kam wieder Ostindisches Palisander und vereinzelt auch Madagaskar Palisander als Griffbrett zur Verwendung.

Produktionszahlen der Modelle mit Rioboard:
R4: 150, R 6: 148, R7: 707, R8: 256, R9: 674, R0: 113
Inhalt des Kataloges 2003:
52er Les Paul Goldtop
54er Les Paul Goldtop
54er Les Paul Oxblood
57er Les Paul "Black Beauty" mit Master Tone
57er Les Paul Junior in Faded Cherry, TV Yellow, TV White und VS.
58er Les Paul Junior Double-cut, in Faded Cherry, TV- Yellow, TV-White
60er Les Paul Special, Farben wie oben
SG`s als Special, Standard und Custom in den Farben Faded Cherry, Classic White, TV Yellow. Die Custom nur in den Farben Faded Cherry und Classic White.
Im Weiteren kamen auch die 67er Flying V in Mahagoni, die 63er und 64er Firebird l und lll, die 65er Firebird V und Vll und dann erstmals in dieser Reihe:
59er ES-335 DOT in Eb, Faded Cherry, VSB, Antique Natural
63er ES-335 Block Farben wie oben
und dann noch die ES-5 und die ES-5 Switchmaster.

Im gleichen Katalog waren auch noch die restlichen Custom-Shop Gitarren aufgelistet der Signature Series, der Custom Collection und der Pro Shop Series. Wer auch gerne noch Bilder sehen möchte, den verweise ich in meinen Gibson Kataloge Thread. Durch einen Klick auf meine Signatur kommst du in den Kataloge Thread.


Gibson Burstbucker


Der Burstbucker ist eine konsequente Weiterentwicklung des '57 Classic in Richtung Originalreplikat. Dieser Tonabnehmerwurde erstmals auf der Gary Moore Signature Les Paul eingesetzt und er entwickelt sich gerade vom Geheimtipp-Status zum ultimativen Top-Of-The-Line Pickup im Gibson Programm. Bei den Burstbucker sind im Gegensatz zu '57 Classics die einzelnen Spulen des Tonabnehmers nicht 100% identisch gewickelt und der Magnet des Burstbucker hat eine raue, ungeschliffene Oberfläche. Der Burstbucker wird in drei Output Varianten angeboten: #1 ist "slightly underwound" mit einem glockig klaren Sound, #2 ist der Standardpickup und #3 ist die heiße Variante mit höherem Output.
Im Jahr 2004 wurde die Cloud 9 eingeführt und der Custom Shop Koffer in schwarz für die Reissues, mit Ausnahme der R9 und R0, die weiterhin mit Lifton Case ausgeliefert wurden.Es wurde auch die Anzahl der Modelle der Historic Collection Serie nochmals erhöht.
2006 sah dann die Einführung des V.O.S. Finish und die Verwendung der Plek-Maschine zur Abrichtung der Bünde. Ab 2006 gab es dann auch historisch korrekter aussehende Decken. 2007 wurde wieder ein etwas hellerer roter Füller für die Rückseite genommen. Auch kam Honduras Mahagoni für Body und Hals zum Einsatz. Ende 2007 wurden die Papierzertifikate gegen die Zertifikatsbücher ersetzt. Bis 2012 waren diese außen schwarz. Ab 2012 außen braun.

2008 kam die offizielle 50th Anniversary Serie der 1958er Les Paul und Ende 2008 wurden die historisch nahezu korrekten Lifton Reissue Cases eingestellt. Alle Reissues kamen danach nur noch mit dem schwarzen Gibson Custom Case (früher "Gibson Custom, Art & Historic Collection" - Logo auf dem Deckel.
2009 kam die offizielle 50th Anniversary Serie der 1959er Les Paul mit einigen wichtigeren Änderungen, auch für andere Reissue-Serien. Hier ein kleiner Auszug:
- Schriftzug "Les Paul" rutscht minimal tiefer
- Deckenshaping wird überarbeitet
- Einführung des historisch korrekten 50s-Wiring
- Seriennummerstempel auf der Kopfplattenrückseite rückt an die korrekte Stelle
- Verwendung von log. 500k Ohm Potis für Volume und Tone
- 50th anniversary Serie noch im Lifton Reissue Case geliefert
Ab 2009 generell keine Lifton Reissue Cases mehr, nur noch schwarzes Gibson Custom Case.
2010 kamen überraschend leichte Reissues auf den Markt, welche oft im Bereich von 3,6 - 3,8 kg lagen.
Die 50th Anniversary Serie der 1960er Les Paul wurde in 3 verschiedenen Versionen bezüglich Farbe und Halsstärke produziert.
2012 begann für Gibson mit einer Katastrophe, da der gesamte Vorrat an Palisander Fingerboards von den US Behörden beschlagnahmt wurde. Die ersten in 2012 gebauten Reissues erhielten noch einteilige Griffbretter aus ostindischem Palisander. Ab ca. Februar/Anfang März wurden nur noch zweiteilige Palisander-Griffbretter verwendet - sehr zum Entsetzen vieler Les Paul Sammler. Auch die Wiedereinführung des neu überarbeiteten Gibson Custom Koffers, der jetzt nicht mehr schwarz, sondern wie die früheren Lifton Koffer braun mit pink/violettem Innenfutter waren.[/FONT]
Nun möchte ich zum Beschrieb von mir zugänglichen Modellen kommen. Das erste Modell, die 56er Goldtop hatte ich leider nicht zur Hand. Da verweise ich auf den Thread von peter55.



Les Paul Goldtop 1957 V.O.S. Jg. 2008


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Hergestellt wurde sie im Jahr 2008. Die Gitarre ist makellos. Sie ist mit einer Goldtop Nitrolackierung, hinten hellbraun lackiert. Der Hals hat ein kräftiges 50s Profil. Erstaunlich aber, wie gut der Hals bespielbar ist. Man gewöhnt sich relativ schnell daran. V.O.S. bedeutet Vintage Original Specs, also dass sie noch näher am Vorbild von 1957 sein soll als die Vorgängermodelle. Dies ist sowieso eine schwierige Sache, da 1957 die Gitarren grösstenteils von Hand gefertigt wurden. Da gab es eben ganz viele verschiedene Ausführungen, welche sich im Korpusshaping, der Dicke des Halses, der Platzierung des Gibson Logos oder des im Siebdruckverfahren aufgebrachten Les Paul Modell Schriftzuges unterschieden. [/FONT]
Eine Goldtop war schon immer ein Wunsch von mir. Diese hier ist auch klanglich eine wahre Freude. Sie tönt einerseits jazzig, bluesig, kann aber auch rockige Klänge von sich geben. Klanglich ist sie trocken, knorrig, rund, in den Zwischenpositionen glockig, mit einer Tendenz zu einem flötenden Ü. Auch die Regler können dank des 50s Wiring und nachträglich eingebauten Cornell-Dublier PIO Caps gut verwendet werden. So kann der Verzerrungsgrad mit dem Volumenregler stufenlos, ohne Qualitätsverlust geregelt werden. Auch das Tone Poti wird mit dieser Schaltung seiner Aufgabe gerecht.
Die Bespielbarkeit ist sehr gut. Die Saitenlage tief, ohne dass irgendwo ein Schnarren der Saiten zu hören ist. Auch die höheren Lagen sind recht gut erreichbar. Vom Gewicht her ist sie eine der schwereren Les Pauls. Sie wiegt 4.342 kg.

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Les Paul Cherry Sunburst 1958, Jg. 2003


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Diese Gitarre besitzt ein wunderbares Riopalisander Griffbrett und eine schöne Plaintop Decke in Cherry-Sunburst. Sie hat etwas mehr Bassanteile als eine Les Paul mit Figur top Decke. Der Hals hat ein schönes recht kräftiges D. Die Bespielbarkeit ist aber wirklich hervorragend. Dies gilt nicht nur für diese Les Paul. Nein, sämtliche Custom-Shop Gitarren, die ich besitze sind sehr gut bespielbar. Deshalb werde ich diese Feststellung nicht bei jedem Instrument wiederholen. Sicher ist sie die "rockigste" Historic Collection Les Paul meiner Kollektion. Das Gewicht beträgt 4.063 Kg. Dies ist recht leicht. Die Gitarren sind ja nicht gechambered oder sonst wie gewichtsreduziert. Da wurde nur das beste Mahagoni und Ahorn verwendet. Die Preise 2003 lassen sich mit jenen von heute schlecht vergleichen. Die Gitarren von heute sind sicher etwa 30% günstiger als damals.

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Les Paul Cherry Sunburst 1959, Jg. 2003


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Diese Gitarre war der Einstieg von mir in die Historic Collection Baureihe. Es war auch die Verwirklichung eines Traumes, mit dem ich lange nicht gerechnet hatte. Nun, wie Ihr wisst, blieb es nicht bei diesem Exemplar.
Dass ich da ein Modell mit dem raren Riopalisander Griffbrett kaufte, war mir erst ein Jahr später bewusst. Ich wählte dieses Modell aus drei R9`s aus. Ausschlaggebend war, dass der trocken angespielte Ton bei dieser Gitarre sehr frisch, knackig und druckvoll ist. Sie hat eine ungemein schnelle und direkte Ansprache. Auch am Amp weiss sie zu überzeugen. Einerseits kommen die Bässe sehr schön rüber andererseits hat sie auch ein sehr breit gefächertes Mittenspektrum. So sind warme volle Klänge aus dem unteren und mittleren Frequenzbereich, welche durch dezente Höhen angereichert werden mit dem Halspickup sehr schön möglich. Der Ton kann sehr gut über das Potentiometer variiert werden. So wird das Instrument enorm vielfältig. In den Zwischenpositionen sind fast Teleartige Klänge realisierbar. Der Klang hier eher glockenartig, flötend, Ü-artig. Der Stegpickup singt wunderschön. Da sind singende Leadpassagen, welche satt und durchdringend ans verwöhnte Ohr gelangen wunderbar realisierbar. Der Klang bleibt sehr lange stehen. Da zeigt sich, dass in dieser Serie nur beste Zutaten verwendet wurden. Gewicht 3.932 kg.

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Les Paul Cherry Sunburst 1960, Jg. 2003


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Diese Gitarre ist perfekt verarbeitet und eingestellt. Anders als ihre R8 und R9 Schwestern besitzt sie ein Griffbrett aus indischem Palisander. Der Hals ist schlank, schnell und sehr gut bespielbar. Die Deckenmaserung ist wundervoll lebendig. Klanglich ist sie zwischen der R8 und R9 einzuordnen. Sie hat akustisch gespielt einen vollen Klang. Es findet sich kein einziger Deadspot auf dem gesamten Griffbrett. Die verwendeten Pickups sind Burstbucker#1 am Hals und Burstbucker#2 am Steg. Der Halspickup tönt warm und rund. Verzerrt ist dieser Pickup klar und differenziert, ganz ohne Matsch und Mulm. Die Zwischenposition resultiert in einem eher glockigen hohlen Klang. Der Stegpickup ist vor allem verzerrt mein Liebling. Akkorde, wie auch Singlenotes werden von diesem Instrument hervorragend umgesetzt. Sicher kein Instrument für Heavy Metal oder Hardrock. Dazu haben die Pickups einfach zu wenig Punch. Der Marshallamp lässt sich aber sehr schön mit dem Volumenpoti steuern. So sind Klänge vom vollen Brett bis leichter Crunch sehr einfach realisierbar. Das Gewicht sind leichte 3.853 kg.

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Nun bedanke ich mich recht herzlich bei Euch für das entgegengebrachte Interesse. Vor allem möchte ich mich bei den folgenden Musiker-Board Experten in Sachen Gibson bedanken, nämlich hoss, mastermind83 und ChevChelios. Erst Ihr habt es ermöglicht, dass dieses Review breit abgestützt ist und mit wichtigen Fakten ergänzt wurde.
Es ist durchaus möglich, dass ich gewisse wichtige Sachen vergessen habe. Dann ergänzt doch bitte mein Review, damit es möglichst viele Aspekte berücksichtigt. Danke im Voraus

Literaturliste:
The Beauty of the Burst
The Early Years of the les Paul Legacy
The Modern Era of the les Paul Legacy
Gitarre&Bass gesammelte Berichte über Les Paul Modelle
Gibson Guitars 100 Years of an American Icon
Die grosse Gibson Les Paul Chronik
The Les Paul Book
Gibson Electric Guitar Book
Eigene Archivunterlagen
Das World Wide Web

Die Fotos wurden alle von mir und meinen Gitarren gemacht, ausser 2 Fotos der Les Paul R8 von 2002, welche ChevChelios fotografiert hat und seine Gitarre zeigen.
 
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"Du musst erst blablabla ..." Unschlagbare Uebersicht ueber eines unserer Lieblingsthemen ueberhaupt! Vielen Dank fuer Deine Muehen!

PS: Nur das mit den Anhaengen klappt noch net so ganz ...
 
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Tja Peter. Das hat leider eine Bewertung zur Folge. ;)
 
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ChevChelios: Sei doch nicht so ungeduldig. Ist ja noch druckfrisch, sonst verschmierst du mir alle Fotos:D

Spass beiseite, ich glaube, dass der Server noch etwas Zeit braucht, dann aber später alles funktionieren sollte.

Grüsse von Peter
 
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Schöner Artikel, aber zumindest ein paar grobe Hinweise in welcher Preisklasse man sich bei jeder Gitarre bewegt fände ich sehr hilfreich.
 
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Ich habe soeben die Fotos nochmals überarbeitet. leider kann ich maximal 30 Fotos einstellen. Deshalb werde ich heute Abend noch Fotos in einem separaten Post nachliefern.

Zu den Preisangaben. Dies ist für mich kein Problem, diese zu nennen, was ich bezahlt habe. es ist zu bverücksichtigen, dass ich diese in der Schweiz gekauft habe, einer Hochpreisinsel in Europa. Die Preise seit 2003 sind auch ziemlich gefallen.

Preise:

R8 SFr. 5`600.-
R9 SFr. 8`490.-
R0 SFr. 8`490.-

R7 Neupreis ca. 2`800.- Euro. Da nenne ich den bezahlten Preis nicht.
 
Xanadu

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Super, Danke. Aber versteh das nicht falsch, ob du die Teile zum Superschnäppchenpreis bekommen hast oder nicht ist mir wurscht, selbst wenn spüre ich keinen Neid, ich habe selbst genug Krempel mit dem ich vollkommen zufrieden bin. :D Aber da man ja immer wieder von den Historics hört ist es schon interessant ob man sich die Teile leisten kann oder will, wie sie im Gibson-Angebot preislich einzuordnen sind und ob es innerhalb der Reihe noch einmal deutliche Preisunterschiede gibt.
 
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Pekri59

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Ja, die Preisunterschiede gibt es. grundsätzlich habe ich festgestellt, dass die Preise seit Einführung drastisch gesunken sind. Dies finde ich auch gut so. Denn dann bekommen mehr Interessierte die Möglichkeit, sich eine solche Gitarre anzuschaffen. Schwierig ist aber, zu unterscheiden, ob dann wirklich auch die Qualität seit 2003 zum Beispiel konstant geblieben ist. Wenn ich sehe, dass alle meine Gitarren von 2003 zwischen 3.8 kg und 4.050 kg. sind und meine R 7 von 2008 schon 4. 342 kg. schwer ist, könnte man auf andere Holzqualitäten schliessen. Ob dann die leichtere auch besser klingt, ist damit natürlich noch offen.
 
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Wieder einmal ein super Thread Peter :great: - Bewertung folgt, wenn ich wieder darf - einstweilen gibt's ein LIKE von Herzen!!
 
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Wenn ich sehe, dass alle meine Gitarren von 2003 zwischen 3.8 kg und 4.050 kg. sind und meine R 7 von 2008 schon 4. 342 kg. schwer ist, könnte man auf andere Holzqualitäten schliessen. Ob dann die leichtere auch besser klingt, ist damit natürlich noch offen.

Das hat allerdings in erster Linie mit der Holzauswahl fuer die jeweiligen Modelle zu tun. Die R7 (und Black Beauties) duerfen von Werk aus schwerer sein als eine R9 oder R0. Da sitzt dann eine Dame und weisst die Bloecke dem entsprechenden Modell zu. Ich weiss nicht genau, was die Grenzen sind, aber die meisten R7, die ich beim Testspielen in den Haenden hatte haben sich mehr oder weniger im geschaetzten 4.2 - 4.5 kg Bereich getummelt. Es ist auch bekannt, dass Gibson seit kurzem Zugang zu leichtem Mahagoni hat, so dass die meisten aktuellen Historics leichter sind.
 
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Das hat allerdings in erster Linie mit der Holzauswahl fuer die jeweiligen Modelle zu tun. Die R7 (und Black Beauties) duerfen von Werk aus schwerer sein als eine R9 oder R0. Da sitzt dann eine Dame und weisst die Bloecke dem entsprechenden Modell zu. Ich weiss nicht genau, was die Grenzen sind, aber die meisten R7, die ich beim Testspielen in den Haenden hatte haben sich mehr oder weniger im geschaetzten 4.2 - 4.5 kg Bereich getummelt. Es ist auch bekannt, dass Gibson seit kurzem Zugang zu leichtem Mahagoni hat, so dass die meisten aktuellen Historics leichter sind.

Ja, meine R7 wiegt 3920 Gramm und ist von 2012.
 
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Ich komme ja aus dem Sabbern garnicht mehr heraus. Ich bin zwar kräftig und groß, aber 4,5 kg mag ich mir nicht für 3std auf den Buckel klemmen. 4kg sind bei mir die Obergrenze für Bühnengitarren. Die Schätzchen würde ich dennoch horten wenn ich könnte ;)
 
bjoernski

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Sensationeller Bericht und ebenso tolle Gitarren! Danke Peter!

Gerade für mich als Historic-Neuling eine prima Zusammenfassung.

Nur eine Frage: "mit einer Tendenz zu einem flötenden Ü"??? Äh wie bidde??? Das integriere ich jetzt auch in meinen Sprachgebrauch ;)
 
Dr. PAF

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Vintage Inspired Pickups
HCA
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Peter hat mich gebeten, hier noch mal ein Bild meiner R8 von 2002 im Urzustand zu posten - waerend die R9 und R0 bereits die neuen Features (Trapezeinlagen, etc.) hatten, wurde das "Billigmodell" R8 noch mit den alten Merkmalen hergestellt. Wobei bei meiner Gitarre im Speziellen schon lustig neu und alt gemischt wurde. Vielleicht faellt Euch auf, dass die Humbucker-Rahmen unterschiedliche Farben haben (mal ganz abgesehen von dem Toggle-Washer - hier noch das Modell, das auch auf den Standards & Classics drauf war/ist). Das Pickguard ist dann schon eins der neueren. Und waehrend die Caps noch die billigen Keramik-Teile sind, wurden als Potis schon die 500k CTS verbaut. Die Lackierung ist im uebrigen auch anders als bei den 2003er oder manchen 2002 R9 & R0 Modellen. Mir persoenlich gefiel der alte Lack deutlich (!!!) besser als der Lack, der seit 2003 verwendet (und dann ca. 2005 noch mal verschlimmbessert) wurde.

Ich denke, dass man getrost sagen kann, dass Gibson gerade in den Uebergangsphasen erst mal aufgebraucht hat, was noch da war, so dass die Grenzen nicht so ohne weiteres festzulegen sind.

R8_new1.jpg

R8_new2.jpg


Wobei das mit dem Billig-Modell bei diesem Expemplar eigentlich schon blanker Hohn ist ...
 
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egokenny

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Du musst erst einige andere....usw. usw. usw.

Peter, dir merkt man einfach an, dass von uns allen Paulafreaks, du einfach am meisten Herzblut mitbringst. :great:
Diese Hingabe und Hilfsbereitschaft ständig mit wertvollen Tipps & guten Ratschlägen oder einfach aus dem Nähkästchen zu plaudern, ist einfach unglaublich.

Danke dass es dich gibt! :hail:
Den Rest von euch natürlich auch. :D

Super Zusammenfassung.
 
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pennywize

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Du musst erst..... usw.

Peter, absolut grandios! Danke! :great:
 
mastermind83

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Ich denke, dass man getrost sagen kann, dass Gibson gerade in den Uebergangsphasen erst mal aufgebraucht hat, was noch da war, so dass die Grenzen nicht so ohne weiteres festzulegen sind.

Genau so war es bzw. ist auch heute teilweise noch (siehe z.B. die Zertifikatsbücher und Sticker bzw. "Gibson Custom"-Plättchen)

Bei den Inlays muss man aber dazu sagen, dass offiziell ab 2003 alle Reissues die richtigen Inlays hatten und nur die allerletzten 2002er Modelle der R9 und R0 die korrekteren Inlays mit dem korrekten Shaping bekommen haben.

Aber da hast du Recht Chev, solche Billigteile wie eine R8 waren halt nicht würdig :weep: ;)

(Ich muss dir aber nochmal sagen, es war die absolut richtige Entscheidung deine R8 zu HM zu schicken!!!! Mit der neuen Lackierung kommt die Decke um Längen besser zur Geltung! Übrigens bin ich ziemlich neidisch, dass du eine Freundin hast, mit der du dein Hobby teilen kannst! Du hast ein Leben.... :great:)
 
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