So, fertig mit Spielen, kann weiter gehen.
Das Abrichten der Bünde.
Zum Abrichten habe ich mir ein stabiles Alu-Vierkantrohr mit 600er Schleifleinen beklebt.
Ich nehme ein Vierkantrohr, weil es ziemlich gerade ist. Und ich benutze selbstklebendes Schleifleinen von der Rolle, weil die Klebeschicht sehr eben ist. Klebt man normales Schleifleinen auf, sollte man das mit Sprühkleber machen, weil der keine Klumpen bildet.
Bevor man anfängt, sollte man tunlichst den Hals mit dem Trussrod gerade stellen.Es macht keinen Sinn, einen Hals mit einem Buckel oder einer Kuhle zu bearbeiten, man würde die Bundstäbe entweder in der Mitte oder ganz außen deutlich mehr abschleifen als die anderen. Wir wollen aber doch alle gleichmäßig bearbeiten.
Und selbstverstänlich kommen die PUs vorher raus, die sind magnetisch und fangen Metallstaub gerne ein. Ebenso kommen Brücke und STP runter.
Man kann bei der Gelegenheit einen Sattel wechseln, zum Abrichten bleibt der dann ab, ansonsten muß man mit der Schleiflatte vorsichtig sein. Besser noch man klebt den Sattel vorher mit Kreppband ab.
Ich nutze zum Abrichten der Bünde den Koffer.
Die komplette Unterschale wird mit einem alten Tuch abgedeckt. Darauf kommt dann die Gitarre. So braucht man diese nicht auf einem Tisch festspannen und hat nun beide Hände für die Arbeiten frei.
Zum geraden Einstellen nutze ich ein gerades Stück Stahlvierkantrohr:
Und hier die Schleiflatte aus dem Alu-Vierkantrohr:
Und jetzt wird 's wichtig!
Beim Abrichten von Griffbrettern mit gewölbter Fläche muß die Latte zwingend immer parallel zum Hals bleiben. Ansonsten liegt sie nur an einem einzigen Punkt auf und man schleift ein einziges Bundstäbchen runter!!!
Also niemals so!!!:
Dem entgegen gesetzt kann die Schleifrichtung bevorzugt diagonal laufen, dann wird der Schliff gleichmäßiger über die gesamte Breite des Halses verteilt. Gerade zu den Enden der Bundstäbchen ist diese Schleifbewegung wichtig.
Zum Schluß nehme ich noch einen handlangen Holzklotz mit 800er und dann noch 1000er Papier umwickelt, um die Schleifspuren zu glätten. Dabei ist dann nur noch wichtig, daß der Klotz auf mehreren Bünden aufliegt.
Den letzten Schliff mache ich dann noch mit 1000er Papier mit dem Finger, um auch die Seiten der Bünde etwas zu glätten.
Das Polieren mache ich dann mit Polierpaste auf einem Lappen mit dem Finger.