Akkord mit verminderter Terz und verminderter Sexte

  • Ersteller Siegfried Zynzek
  • Erstellt am
Hodgesaargh schrieb:
doch, ich bleibe dabei: Moll-Terz und (enharmonisch verwechselt) übermäßige Quinte klingt blöd.:p
Das wäre enharmonisch gesehen auch absoluter Blödsinn, da man zwischen der kleinen Terz und der #5 eine übermäßige Terz (statt einer reinen Quarte hätte).

...stimmt, Neapolitaner heißt das Vieh.
Wie viele Alternativen haben wir jetzt eigentlich gefunden, hat irgendwer mitgezählt?
 
MisterZ schrieb:
Der Akkord heißt Neapolitaner und wird mit N6 bezeichnet. Der kommt aber nur als Subdominante vor. Wenn du z.B. c-moll hast, ist der N6: F, As, Des. Den gibts aber heutzutage kaum noch :(

Ja, wie scheisse klingt das denn ? In Cmoll ein Des ?

Wenn der Grundton ein C ist, ist das ein Mollakkord mit einer b6 und kann somit ohne Probs als Tonika verwendet werden, was auch sehr geil klingt.

Ist mir auch völlig egal, ob das jetzt ein Ab oder ein G# ist. Welchen Pop/Rock/Jazzmusiker interessiert das wirklich ?
Es gibt einen Cm7b5, somit gibt's es auch einen Cm7#5, der übrigens sehr geil klingt. Lässt man die 7 weg hat man eine Cm#5 oder Cm(#5), damit der Spielende weiss, das die #5 anstelle der 5 gespielt wird.
Übrigens muss die Quinte garnet weggelassen werden. Klingt IMHO sehr geil, wenn die Quinte nochmal Oktaviert vorkommt.

C-Ab-Bb-Eb-G

Probiert mal aus.
 
MisterZ schrieb:
Der Akkord heißt Neapolitaner und wird mit N6 bezeichnet. Der kommt aber nur als Subdominante vor. Wenn du z.B. c-moll hast, ist der N6: F, As, Des. Den gibts aber heutzutage kaum noch :(

Hallo Mister Z,

klasse, danke für die eindeutige Bezeichnung.

Die Wikipedia (ok, nicht der Weisheit letzter Schluß) schreibt z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neapolitaner

... vor allem zur Darstellung von Leid, Klage und Schmerz eingesetzt wurde.


Jetzt weiß ich auch, wieso er mir so gut gefällt.
 
Siegfried Zynzek schrieb:
Hallo,
er kommt in einem Stück von Philip Glass vor.
Falls Du diesen hervorragenden Komponisten nicht kennst:

http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Glass

Ach, dann muss der Akkord ja ein Geniestreich sein! Da muss man erstmal drauf kommen, gell? Davon abgesehen: ja, ich kannte Philip Glass auch schon. Wir haben im Orchester mal ein minimal-music-Stück gespielt (electric counterpoint von Steve Reich), ich denke nicht, dass du mich darüber belehren musst...;)
 
Hodgesaargh schrieb:
... Davon abgesehen: ja, ich kannte Philip Glass auch schon. ... ich denke nicht, dass du mich darüber belehren musst...;)

Hallo Hodgesaargh,

ich wollte dich nicht belehren, sondern diese Information auch den anderen Lesern zur Verfügung stellen.
 
Stringgod schrieb:
Ja, wie scheisse klingt das denn ? In Cmoll ein Des ?
Man kann es als kurzen Ausflug nach C-phrygisch sehen.

Wenn der Grundton ein C ist, ist das ein Mollakkord mit einer b6 und kann somit ohne Probs als Tonika verwendet werden, was auch sehr geil klingt.
Logisch, ist ja auch eigentlich nur der bIII in 1. Umkehrung und somit Tonikastellvertreter. Bist du sicher, dass du das C als Grundton hörst und nicht das Ab?

Ist mir auch völlig egal, ob das jetzt ein Ab oder ein G# ist. Welchen Pop/Rock/Jazzmusiker interessiert das wirklich?
"Musiktheorie" heißt das Forum :)
 
whir schrieb:
Bist du sicher, dass du das C als Grundton hörst und nicht das Ab?

Siegfried Zynzek schrieb:
nehmen wir mal an, ich spiele C, Eb, Ab.
Wie heißt dann dieser Akkord, wenn der Schwerpunkt auf C liegt?


Die Frage war nicht: Wie heisst der Akkord, wenn er Subdominantenfunktion hätte oder wenn der Schwerpunkt auf Ab läge ?
Klar höre ich C als Grundton. Was soll ich sonst hören ? Wenn ein Bass ein Ab spielen würde, würde ich wahrscheinlich Ab als Grundton wahrnehmen.

Wenn jemand einen Emoll Akkord spielt, hört man ja auch keinen Cmaj7, oder ?

Theorie ist zwar schön und gut, aber IMHO kommen erst die Ohren und die Praxis, dann die Theorie.
 
Stringgod schrieb:
Wenn jemand einen Emoll Akkord spielt, hört man ja auch keinen Cmaj7, oder ?

Theorie ist zwar schön und gut, aber IMHO kommen erst die Ohren und die Praxis, dann die Theorie.
Wenn du z.B. eine Chorsatz schreibst und modulieren willst, könntest du etwas Theorie brauchen. Auserdem ist es immer gut zu wissen, was man eigentlich warum spielt;)

zu dem Grundton: Der IST wichtig. Wenn du e-moll mit e im Bass spielst hörst du natürlich e-moll, aber wenn du e-moll mit C im Bass spielst hörst du Cmaj7 obwohl das ja auch ein em6- sein könnte.

Bei dem "Neapolitanischen Sextakkord" ist der Grundton der Bezeichnung nach tatsächlich der Ton, der als kleine Sexte dazu gespielt wird. Allerdings "vernebelt" die Stellung die wahre Funktion und erweckt einen subdominantischen Eindruck (aufgrund des Basses) und wird darum auch so verwendet.:D
 
Hodgesaargh schrieb:
Er muss Cmb6 heißen. Moll für die kleine Terz und b6 für die kleine Sexte.
Susb6 macht wenig Sinn, weil ja nicht die Terz ersetzt ist, wobei aus meiner Bezeichnung nicht ersichtlich ist, dass ja die Quinte fehlt. #5 hätte g# anstatt as.

Hallo,
ich danke allen Beteiligten für das Feedback. Ich hätte nicht gedacht, daß eine so einfache Frage dermaßen viele - verschiedene - Antworten hervorbringen kann.

Da ich eher Keyboard-orientiert bin, ist es für mich übrigens kein Unterschied, ob ich ein g# anstatt eines as spiele.

Von den ganzen Vorschlägen habe ich mir Cmb6 "herausgepickt". Desweiteren kommt wohl noch Cmaug in Frage.

Hodgesaargh schrieb:
Wie auch immer: der Akkord klingt blöd...

Da wir desweiteren festgestellt haben, daß ein Cmb6 - auch als neapolitanischer Akkord bezeichnet - eigentlich nur die Umkehrung eines G#-Dur-Akkordes ist, frage ich mich, wie Du zu dieser subjektiven Empfindung kommst. Denn Dur-Akkorde hören sich für westlich geprägte Ohren durchaus sehr harmonisch an.

By the way:
Ich kann dich durchaus verstehen. Eine Akkordumkehrung hört sich für einige Ohren, manchmal auch für mich, durchaus etwas anders an als die Ausgangslage.
 
Hodgesaargh schrieb:
doch, ich bleibe dabei: Moll-Terz und (enharmonisch verwechselt) übermäßige Quinte klingt blöd.
@Siegfried Zynzek: Ich glaube Hodgesaargh bezieht sich nicht auf den Klang, sondern auf die Bezeichnung Cm#5,
die ich ehrlich gesagt auch recht grauenhaft finde.
(auch wenn sie zugegebenrmaßen recht praktisch ist, da klar ist, dass man keine reine Quinte spielt)

Die Bezeichnung Neapolitaner kann man ganz gut verwenden, wenn man dem Akkord eine bestimmte Funktion zuweist, aber wir betrachten den Akkord ja außerhalb des funktionalen Zusammenhangs.

Der Ab/C ist auch recht brauchbar, allerdings stören mich persönlich zwei Sachen daran:
1). Man muss erstmal nachsehen, ob das C schon im Ab-Dur enthalten ist (ja) oder ob es zum Akkord hinzugefügt wurde (nein).
2). Man betrachtet den Akkord hier nicht als eigenständiges Gebilde mit eigenen Intervallen, sondern nur als eine Umkehrung.
(Könnte man auch als Vorteil sehen)
Wäre in etwa so, als ob wir "C-Dur-Tonleiter mit a als Grundton" statt a-Moll sagen würden.

Ich denke Cmb6 ist recht passend, und Cmsusb6 gefällt mir auch ziehmlich gut.
Bei letzterem ist auch eigentlich klar, dass die Sexte die Quinte (und nicht die Terz) ersetzt, weil
1) der Zusatz 'm' (kleine Terz) sonst keinen Sinn machen würde und
2) die Sexte viel zu weit von der Terz entfernt ist, um von ihr ersetzt zu werden.
 
HëllRÆZØR schrieb:
@Siegfried Zynzek: Ich glaube Hodgesaargh bezieht sich nicht auf den Klang, sondern auf die Bezeichnung Cm#5,
die ich ehrlich gesagt auch recht grauenhaft finde

Hallo,
da sieht man wieder einmal, wie durch so etwas Mißverständnisse gefördert werden.
Vielleicht meldet sich Hodgesaargh nochmal mit einigen aufklärenden Worten.

Hodgesaargh schrieb:
... Wie auch immer: der Akkord klingt blöd...

Wäre natürlich gut gewesen, wenn er gleich an dieser Stelle geschrieben hätte, daß die Bezeichnung blöd klingt. So ließt es sich, als wenn er den eigentlichen Klang meint.

... und nicht vergessen, es ist im Grunde genommen die Umkehrung eines Dur-Akkordes. So etwas dürfte sich eigentlich nicht blöd anhören.
 

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