Autodidaktisch lernen - ein "großer Fehler" ?

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Schluri
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Ersteinmal ein freundliches Ahoi an alle hier an Board :)

Ich bin blutiger Anfänger und seit ca. einem Monat, sehr motiviert dabei mir auf autodidaktischem Wege das Gitarre spielen beizubringen.
Als Leitfaden hat mir euer Sticky " Gitarre autodidaktisch – Wie fang ich an zu lernen?" gedient.
Die Grundlagen bring ich mir über das Buch "Garantiert E-Gitarre lernen" bei.
Nebenbei lese ich noch viel auf anderen Seiten und hier Forum.

Nun bin ich auf die Seite eines anscheinend "kompeteten" Gitarrenlehrers gestoßen.

Dort ist als Punkt 1 der 11 "größten Fehler" die man beim Gitarre lernen machen kann, angegeben -

"Dir selbst Gitarre spielen beibringen. Viele Leute versuchen, sich selbst Gitarre spielen beizubringen. Ja, es stimmt, einige bekannte Gitarristen haben sich das Gitarrespielen selbst beigebracht.
Dennoch rate ich von diesem Vorgehen ab, selbst wenn es dein Lieblingsgitarrist so gelernt hat. Wenn du dir 100%ig sicher bist, dass du alleine leistungsstarke Lern- und Trainingssysteme entwickeln kannst, dann ist das großartig.
Wenn du allerdings wie die meisten von uns bist, ist selber lernen der härteste, zeitaufwändigste, stressvollste und frustrationsreichste Weg.
Das solltest du vermeiden. Einige Gitarristen denken, dass es andere beeindruckt, wenn sie behaupten können „alles selbst erlernt“ zu haben.
Dieses Statement beeindruckt vielleicht unerfahrene Leute, aber es bedeutet kein „Ehrenabzeichen“ für Gitarristen.
Willst du andere lieber mit deinem Gitarrenspiel beeindrucken oder mit einem unwichtigen Statement über deine Lernmethode?
Ich kritisiere keine Autodidakten, ich sage nur, dass sich Gitarrespielen selbst beizubringen keinen Vorteil mit sich bringt…. und nein, es ist nicht wahr, dass uns eine autodidaktische Lernweise „origineller“ macht. In der Tat ist das Gegenteil wahr."

Nun weiß nicht ob ich das jetzt alles falsch verstehe. Aber ich werde das Gefühl nicht los das alles ein "großer Fehler" ist was ich hier mache.
Ich habs im mom auch nicht so dicke mir einen Lehrer zu finanzieren.

Ich hoffe ihr versteht meinen Unmut ein wenig.

Mfg
 
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Hallo Schluri
Kann nur soviel dazu sagen.
Lerne auch alleine mit Büchern ,Tipps und Videos.
Was aber das aller wichtigste ist das es Dir Spaß macht .
Lernerfolge fallen Dir selber auf oder deinen Freunden.
Ein Lehrer schadet nicht das Stimmt ,aber nicht jeder hat das Geld oder die Zeit in die Musikschule zu gehen.
Und wenn du irgendwann die Kohle hast kannste immer noch ein Lehrer nehmen.
Wünsche viel Erfolg beim Lernen.
Gruß Alex
 
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Ich würde sagen, mit einem Lehrer an deiner Seite kommst Du schneller ans Ziel. Klar, ohne geht es auch "irgendwie" aber es schleichen sich schnell mal Fehler ein,
die man später sehr schwer wieder raus bekommt.
Ich habe vor 25 Jahren (man , ich werde alt) angefangen, auch alles selbst beigebracht. Damals hatte ich kein Internet, keine Youtube Videos, also um einiges schwieriger wie Heute.

Klar habe ich auch fleißig gelernt, hatte aber auch sehr viele Rückschläge gehabt. Falsch gegriffen, etc. Teilweise war es sehr schwer diese Fehler wieder zu korrigieren.
Hätte ich damals einen Lehrer gehabt, wäre ich vier oder fünf mal so schnell weiter gekommen...naja, eine Stunde hatte ich mal.

Ich denke in der heutigen Zeit ist es nicht mehr so schwierig ohne Lehrer weiter zu kommen. Mit Lehrer geht's aber schneller, WENN der Lehrer gut ist.
Solange Du Erfolge bei dir siehst, Spaß an der Sache hast, würde ich weiter mein Bestes geben. Als Alternative vielleicht einen Lehrer suchen, bei dem Du einmal oder zweimal im
Monat eine Stunde nimmst. So läufst Du weniger Gefahr dir falsche Techniken beizubringen.
 
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"In der Tat ist das Gegenteil wahr."

Geil. Leuten, die so einen Stuss verzapfen, würde ich kein Wort glauben. Alle, die mit professioneller Unterstützung Gitarre lernen, sind natürlich viel individueller als Autodidakten.

Solche Theorien, stark gefärbt davon, dass der Typ für sich (und andere seiner Gattung) Werbung machen will, taugen höchstens genau dazu: dich zu verunsichern.

Was sind die größten Hürden und Probleme des Autodidakten?
Ziele. Hast du keine, wird's problematisch. Vor allem mit der Motivation und dem Lernen von irgendetwas. Je höher du deine Ziele steckst, desto disziplinierter musst du sein und desto eher ist ein Lehrer ratsam. Wenn du im Groben und Ganzen nur ein bisschen Schrammeln willst, ein paar Akkorde und Powerchords...dann reicht es wohl hier und da einen der Webworkshops zu nutzen und fertig ist die Laube.

"Haltung". Es gibt zwar keine Idealhaltung (jeder hält sein Plek anders, jeder hat anatomische Unterschiede zu kompensieren (ich habe extrem kurze Finger im Vergleich zur Handfläche)), aber grobe Haltungsfehler (vor allem in den Handgelenken) führen schnell zu Schmerzen - und als Autodidakt kommst du nicht immer gleich drauf, was das Problem ist, ich spreche hier aus Erfahrung. Das Korrigieren kostet dich dann wieder etwas Arbeit und Disziplin. Geht aber.

Disziplin. Du musst nichts, alles kann und wenn du keinen Ehrgeiz hast, was bestimmtes zu Erlernen (einen Song oder eine Spieltechnik), stagnierst du eine Weile vor dich hin, ohne etwas zu erreichen.

Ich spiele nun etwas länger (2-3 Monate) als ich hier angemeldet bin und kann nicht wirklich viel. Ich wollte nie solieren oder im Allgemeinen shredden. Aber so nebenbei haben sich bei mir dann andere Instrumente und darüber THeoriekenntnisse eingeschlichen und letztes Jahr habe ich mich mal einer "Generealüberholung" unterzogen. Seitdem laufen einige Sachen flüssiger und ich hab auch über mich wieder was gelernt.

Ob du als Autodidakt erfolgreich Gitarre lernen kannst, hängt nur von dir ab. Ziele, Disziplin und dich an Hand der heutzutage reichlich vorhandenen Möglichkeiten ohne andere selbst zu korrigieren. Vor allem aber wird der autodidaktische Weg länger sein.
 
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@DrScythe : Sehe ich fast genauso. Ich muss aber auch dazu sagen, das ich gerade am Anfang schon so meine Fehler gemacht habe, und genau diese schei.. Fehler haben mich weit zurück geworfen.
Was falsch war, lernt man in der Regel auch alleine, aber das dauert (lange).
Heute hast Du Youtube etc. und kannst so schnell sehen ob Du das richtig machst.
Mal einen Lehrer von Zeit zu Zeit "drüber schauen lassen" finde ich nicht schlecht.
 
Na, da hat der Werbetext doch genau das erreicht, wozu er geschrieben wurde: um Verunsicherung zu stiften. Natürlich will der gute Herr dein Bestes: dein Geld.

Aber im Ernst, ich möchte nicht meine Vorschreiber wiederholen, daher nur soviel: zu sagen, dass du allein wissen musst, wo du hinwillst, ist sicher auch nur halbherzig geantwortet, denn Ziele können auch auf dem Weg erst in Sicht kommen. Und ein Lehrer kann dich dabei - bildlich gesprochen - in die richtige Richtung schicken. Trotz allem gibt es den Königsweg nicht.

Wenn du sagst, dass du derzeit kein Geld hast, ist den Keks doch eh geschält; bei dir muss es nun also erst einmal ohne Lehrer klappen. Das Wichtigste ist dann auf jeden Fall Disziplin und Durchhaltevermögen. Dies sollte sich durch den Spaß am Gitarrespielen von allein einstellen. Wenn nicht, ist die Gitarre vielleicht nicht das richtige Instrument. Und hol dir Feedback von anderen Musikern, das bekommt man meist kostenlos (z.B. hier im Forum).

Also, lass dich von solchen Aussagen nicht verwirren, nimm die Gitarre in die Hand und spiel. Und wenn du später etwas Geld hast, kannst du dir immer noch ein paar Stunden gönnen.
 
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Danke schonmal für eure Antworten!

Ich habe vielleicht nocht vergessen zu erwähnen das es mir sehr viel Spass macht ;)
Nur aufgrund soeiner Aussage, hätte ich jetzt auch nicht aufgehört zu versuchen , es mir selber beizubringen :)

Ein anderes Instrument würde für mich auch nicht in Frage kommen. Gitarrenmusik war schon immer meine Vorliebe.
Daher ist die Motivation riesig.
 
Auch auf die Gefahr hin meine Vorredner zu wiederholen möchte ich es in aller Deutlichkeit sagen, da du doch recht verunsichert schienst: NEIN!
Weder ist es bei der Gitarre so schwer irgendeine Technik/Haltung umzulernen noch machst kannst du wirklich irgendwas kaputt machen.

Dass du mit einem Lehrer schneller an dein individuelles Ziel kommst, weil er Fehler sieht, ist klar. Aber keinesfalls würde ich sagen, dass es wirklich notwendig wäre. Im Übrigen denke ich, dass youtube-Videos auch Vorteile haben. Die werden teilweise auch von Leuten gedreht die sich auskennen oder selber Unterricht geben und teilweise stellt man fest, dass die in manchen Punkten unterschiedlicher Meinung sind (Bsp: Halten des Picks mit zwei Fingern oder mit allen Fingern). Videos geben einem daher die Möglichkeit schnell verschiedene Meinungen zu hören und sich seine eigene zu bilden.

Wenn du nicht so viel Geld hast, aber trotzdem Angst davor hast, dass sich irgendwelche Fehler einschleichen, könntest du einfach nur hin und wieder zu einem gehen. Etwa einmal alle zwei Monate. Dem spielst du was vor und er sagt dir was du falsch machst und worauf du als nächstes dein Augenmerk richten solltest.
 
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Jetzt muss ich sagen das es mich nurnoch mehr anspornt mir die Grundlagen, ( Die ich wohl tatsächlich besser bei einem Lehrer lernen würde) umso genauer, selber anzueignen.
Die Option, einen Lehrer - wenn auch nur 1x im Monat aufzusuchen, scheint sinnvoll. Werde ich wohl auch so machen und sollte sogar für einen Azubi finanzierbar sein :)
 
Man kann es sich durchaus selbst beibringen, gewisse Fähigkeiten der Analyse, Selbstbeobachtung und Recherche vorausgesetzt. Das heisst auf der anderen Seite, dass es nicht jeder gleich gut kann, bishin dass es Menschen gibt, die ohne Lehrer kaum eine Chance haben (und auch mit Lehrer nicht wirklich weit kommen). Auf der anderen Seite gibt es "Gitarrenlehrer", die sich auf eine pädagogische Ausbildung berufen, jedoch kaum Gitarre spielen können und auch nicht sehr viel über Musik wissen. Schwierig für einen Anfänger, solche Blender zu entlarven.

Ein guter Lehrer spart auf jeden Fall viel Zeit.

Gruss, Dietlaib
 
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Danke nochmal für die Antworten! :great:

Wäre wohl auch meine nächste Frage gewesen , woran ich einen guten Gitarrenlehrer erkenne.
Zumal ich hier eher ländlich wohne und ich bestimmt keine große Auwahl haben werde.

Aber wie schon gesagt wurde, muss es jetzt erstmal ohne Lehrer klappen.
Aufjedenfall bin ich ganz glücklich mich schonmal hier im Board angemeldet zu haben.
Das gibt mir aufjedenfall eine gewisse Sicherheit , da ich mich bestimmt nicht scheuen werde hier um Rat zu bitten :)

Mfg Matze
 
Kleine Frage:
hast du Gitarristen bei dir in der Nähe?
Wenn ja, setz dich mit denen mal zusammen und "jammed" etwas vor euch hin.
So lernt man am besten, da man sich so sehr viel abschauen kann.

Was ansonsten auch immer gut hilft, ist eine Aufnahme des eigenen Geklimpers.
So hast du einen erbarmungslosen A/B Vergleich zwischen den einzelnen Takes.

Ansonsten kannst du als Autodidakt genauso gut werden, wie ein Gitarrist mit Lehrer.
 
Als kleines Fazit lässt sich sagen, dass ein Gitarrenlehrer schlichtweg das Optimum ist, jedoch auch dieser nicht aus der berühmten Scheiße Gold machen kann. Vielleicht ist anfangs ein Lehrer ratsam um typische anfängliche Fehler zu vermeiden und um ein schnelleres Tempo, größere Fortschritte zu verzeichnen und die herrangehensweiße des erlernens eines Instrumentes erkennen zu können. Doch wovon es im eigentlichen Sinne abhängt ist dein talent, der Aufwand, Ehrgeiz etc. mit dem du an das lernen herangehst, welches dir kein Lehrer beibringen kann.
 
Hast du irgendwelche Bekannten, die Gitarre spielen und ab und zu mal drüber schauen was du da so machst?
Wenn nicht, ab und an mal eine Stunde bei jemandem der Ahnung hat fänd ich schon sehr gut.
Es muss ja kein regelmäßiger Unterricht sein wenn du selbst motiviert genug bist aber so ein grundsätzliches "Ist das okay so?" ist schon hilfreich.
Ich könnte dir eine ganze Liste an Sachen aufschreiben die ich falsch gemacht hab als ich versucht hab, mir Akustikgitarre selbst beizubringen und die man eben als Anfänger bei Nur-Online-Unterricht selbst nicht merkt.
 
Ohne jetzt wirklich alle (!) bisherigen Beiträge durchgelesen zu haben ... vielleicht wiederhole ich einiges des schon geschriebenen hiermit. Jedenfalls ist meine Meinung zu dem Thema:

Alles hängt davon ab, was für ein Typ Du bist.

Bist Du experimentierfreudig, oder gehst Du lieber in den "sicheren Wegen", die Dir ein anderer vorgibt ?
Hast Du den Ehrgeiz, die Energie, die Ausdauer und - letztlich auch - die Fähigkeiten, Dir alles, was Du können willst, solange abzuhören und auszuprobieren, bis Du´s wirklich gefunden hast und/oder kannst ?
Kannst Du Dich dermaßen "entkörperlichen", daß Du Dir selber beim Spielen genau zuhören kannst, gleichsam von außen, und somit eigene Fehler überhaupt erst erkennen und dann beheben kannst ? Oder richtet sich ein Großteil Deiner mentalen Kapazitäten und Deiner Aufmerksamkeit während des Spielens auf das Spielen an sich ?
Bist du neugierig auf Neues, oder genügt es Dir, das verordnete Pensum (eines Lehrers) möglichst fehlerfrei spielen zu können ?

Es ist eine ausgesprochene Typ-Frage, ob ein Lehrer für einen Schüler absolut notwenig, sehr hilfreich, wenig hilfreich, oder auch am anderen Ende der Skala absolut kontraproduktiv und hemmend sein kann.

Es kann beides gut funktionieren. Und es kann beides so gar nicht funktionieren. Da mußt Du selbst in Dich hineinhören, welchen Weg Du gehen willst ...

Jedenfalls, viel Glück und viel Freude dabei !

Thomas
 
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meiner erfahrung nach haben alle gitarristen, mit denen ich bis jetzt zusammen gearbeitet habe, die sich die ersten schwierigen anfänge selbst beigebracht haben, ein enorm auffallendes potential für einen eigenen charaktervollen stil.

- - - Aktualisiert - - -

meiner meinung nach, ist genau -das- erstrebenswert.

andere musiker streben nach technicher unfehlbarkeit und perfektion im spiel...das ist eine andere motivation das instrument gitarre zu erlernen und sowas geht auch meistes nicht ohne professionelle hilfe.
 
Hi!

Ich bezahle meinen Lehrer dafür um in der gleichen zeit erheblich mehr lernen zu können. Wenn ich die gesparte Zeit in bezahlte Arbeitszeit umrechne mach ich richtig heftig fett plus. :great:
 
Ich glaube die Eingangsthese ist schlichtweg falsch. Dennoch bin ich SEHR für einen Lehrer. DAzu komme ich unten.

Der richtige Satz ist für mich:
"Der größte Fehler, den ein Gitarrist machen kann ist, sich den falschen Lehrer zu suchen."

Dieser falsche Lehrer kannst du selbst sein, es kann aber auch jemand sein, den du mit viel Geld dafür bezahlst, dass er dir eine Sehnscheideentzündung einbringt die du nie wieder los wirst.

Gitarrenlehrer gibt es viele - und leider auch viele schlechte. Und gerade wenn du du einmal fortgeschritten bist und die Kunst des filigranen und zügigen E-Gitarrenspiels auf dich wartet, gerade dann ist es wichtig, dass du behutsam und auf die richtige Art vorgehst. Sonst richtest du Schaden an. Ein Lehrer kann das genauso gut, wenn er vielleicht nicht die notwendige Erfahrung hat, so etwas zu erkennen, wenn er dinge vielleicht sogar schlichtweg falsch beibringt oder wenn er seinen Fokus falsch legt.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du früher oder später an einem Punkt ankommst, an dem du nicht mehr weiter kommst, weil dich die kleinen Fehler in deiner Spielweise am Vorankommen hindern. Das kann ein schlechter Anschlag in der rechten Hand sein oder ein schlechtes Greifen in der linken, ein falsches Setzen der Finger - Sogar eine schlechte Haltung deines Daumens kann dich davon abhalten, schnelle Passagen sauber zu spielen. Die meisten dieser kleinen Fehler erkennst du nicht selbst, auch nicht wenn du reflektiert vorgehst. Und die meisten Autodidakten die ich kenne scheitern immer wieder an eben diesen Kleinigkeiten. Bei mir selbst war es nicht anders. Mit drei Jahren Erfahrung im Gitarrenspiel hat sich alles was ich gespielt unsauber und schlecht angehört. Ende vom Lied - ich habe fast alle Fehler gemacht die ich machen konnte. Unsauberes Bending, falsches Abdämpfen (schwangen immer die falschen Saiten mit), schlechte Haltung, starke Verkrampfung links und rechts, schlechter Fingerssatz, etc. etc. Die LIste ist lang. Und es hat mit dem richtigen Lehrer ungefähr 5 Monate gedauert die gröbsten Schwachstellen auszugleichen.

All das heißt natürlich nicht, dass man es nicht ohne schaffen kann. Aber die Gefahr ist sehr groß, sich eine schlechte Technik anzugewöhnen. Mit einem guten Lehrer steigen also einfach die Chancen, voranzukommen und ein guter Gitarrist zu werden. Jedoch drohen natürlich auch alle obigen Gefahren mit einem schlechten Lehrer. Und wenn der Lehrer so richtig schön scheiße ist, kann er dir auch die Freude am Spiel rauben. Ich habe z.B. einen Jazzer als Gitarrenlehrer erlebt der seinen Schülern verboten hat, Pop Songs zu spielen. Der hat in seiner Zeit einigen Schülern das Instrument madig gemacht. Und dass sich auch viele Deppen als Gitarrenlehrer bezeichnen siehst du sehr gut an vielen Tutorialvideos auf Youtube. Dort gibt es jede Menge LEute die den Zuschauern etwas schlichweg falsches beibringen wollen.

Ich würde also an deiner Stelle erstmal keine Sorgen machen und einen Einstieg suchen. Wenn du dann fortgeschritten bist, kannst du darüber nachdenken ein- bis zweimal im Monat jemanden aufzusuchen wenn es finanziell passt.
 
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MrPolli, besser und treffender kann man es kaum ausdrücken!

Wichtig ist eigentlich erstmal eine Reihenfolge zu haben, ein Lehrer kann einem schon sagen wo was auf dem Griffbrett ist, aber das geht alleine auch.
Eine Person, die einem die Fehler zeigt, ist mMn dann wichtig, wenn man anfängt schneller zu spielen und die Griffe wechselt.
Tonleitern braucht dir kein Lehrer gross zeigen, einmal aufschreiben und daheim üben, üben, üben und dann kontrollieren ob die Finger richtig sitzen.

Ich spiele mitlerweile auch gute 5 Jahre und werde nächsten Frühling auch mal bei einem Lehrer vorbeischauen und mir anhören was er sagt.
Ich habe mir leider verletzungsbedingt eine falsche Haltung der rechten Hand angewöhnt und muss diese wieder weg bekommen
 
Ich gehöre zu der Gruppe, die autodidaktisch angefangen haben. Ich hatte einfach Bock Gitarre zu spielen und hab mir vom ersten selbst verdienten Geld eine Akustikgitarre und kurz später eine E-Gitarre gekauft. Ich könnte jetzt sagen: "Hey, alles super. Ich hab Spaß und ne Menge Geld gespart."

Aber nein, dazu bin ich viel zu sehr Realist. Ich bin mit Sicherheit nicht der talentierteste Gitarrist, dem die Sachen nur so zufliegen und deshalb sehe ich ganz klar, dass die letzten 8 Jahre (? - bin mir grad selbst nicht sicher) verschenkte Zeit waren. Ich bin der festen Überzeugung, mit ein oder zwei Jahren Unterricht wäre ich auch nicht schlechter dabei als heute. Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, ich würd meinem Vater zur Not vor's Schienenbein treten, damit er mich in die musikalische Früherziehung steckt. Und dann würde ich meine Eltern volljammern, dass ich ein klassisches Instrument lernen möchte. Und in Jugendjahren hätte es wohl auch ein billigerer Verstärker und Gitarre getan, um vom restlichen Geld den Lehrer zu bezalhen.

Klar stärkt das den Charakter - man wird sehr Frustrationsresistent. Ja, es gibt die Beispiele genialer Gitarristen, die sich alles selbst beigebracht haben, aber mal ehrlich: Wer von uns hat denn so ein Talent? Schau dir mal Carl Verheyen an. Man muss seine Musik nicht mögen, aber in meinen Augen hat er ein fantastisches Gitarrenspiel. Für mich weit weg von charakterlos und wenn ich es damals richtig Verstanden habe, dann hat er als Kind klassische Gitarre gelernt (mit Lehrer).

Man muss meine Ansichten nicht teilen, aber ich gehe in den nächsten Tagen bei einigen Lehrern (bei Musikschulen, nicht irgendwelche Typen aus ebay Kleinanzeigen) probespielen und wenn alles gut läuft, dann werde ich in nächster Zeit einen Batzen Geld in Unterricht investieren. Jammern, bereuen etc. bringt mich nämlich auch nicht weiter. Letztlich muss man es ausprobieren, um mitreden zu können und die Wahrscheinlichkeit seine Vorgehensweise zu bereuen ist wohl ohne Lehrer höher als mit.
 
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