Bassanlagen im Laden testen...

von Reason, 19.10.07.

  1. Reason

    Reason Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.07   #1
    Nachdem ich nun einige Zeit hier mit lesen zugebracht habe wende ich mich mit diesem "Aufsätzle" an alle die nach ihrem Sound suchen und sich fragen in welche Richtung man gehen sollte.

    Erstmal vorneweg:
    Bassanagen im Laden zu resten ist quasi sinnlos.
    Da wird man unglaubliche Anlagen finden ....die in der Umgebung und ohne andere Musiker absolut toll klingen werden.
    Nur wird das sehr sehr oft in der Band oder auf der Session völlig anders sein.
    Auch eine Frage ist immer welches Instrument zur Hand genommen wird.

    Der einzig gangbare Weg etwas zu finden ohne das man drauf stößt weil man viele fremde Bassanlagen auf Sessions testet:

    Im Laden ausleihen, mit BAnd testen und dann skrupellos zurückgeben wenn es nicht optimal ist. Redet euch nix schön. Wenn die neue tolle Anlage mit der Band nicht mehr ortbar ist egal wie weit man sie aufreißt kann man das Ding im Grunde zurückgeben.
    Man benötigt in kaum einer Band eine 1x15er/1x4-10er Anlage mit einem 800 Watt Topteil. Dafür müßte man dann schon einen Drummer haben der in seiner Freizeit Bodybuilding macht und mkt Vorliebe 747's mit dem kleinen Finger zieht.
    Nur weil 1000 Watt draufsteht heißt das noch lange nicht das man sich nachher auch hört und sich dabei auch noch gut ANhört.

    Hier ist logischerweise auch noch die Frage welche Musik man macht und wie die anderen der Kapelle ihren Sound "fahren".

    Flexibilität kann hier also auch von Stück zu Stück sehr wichtig werden.

    Drum würde ich von Amps die im Grunde nur einen Sound draufhaben generell abraten.
    Hier sind die bekanntesten Vertreter Ampeg (ok, die ganz alten -echten Vollröhren machten mir schon immer sehr viel Spaß) und Ashdown (toller Tiefbassbereich ... der Rest ist ...ähja, nicht gemacht eben für viele Stile).

    Empfehlen kann ich aus meiner Erfahrung heraus die GK Dinger.
    Auch alte Trace Elliots können gut sein, GK ist allerdings flexibler.
    Alte Vollröhren-Amegs sind toll.. aber kaum zu bekommen, sauschwer und eben sauteuer.

    EBS macht sehr sehr gute Effekt-Geschichten ....der Multicomp ist exzellent und der Envelopefilter gehört zu meinem täglichen Brot.
    Da würde ich gern mal die Amps antesten ....die sind mir irgendwie entgangen bisher.
    Ich habe sogar schon Hartkes mit bestimmten Boxen gespielt die in der Kombi sehr gut einsetzbar waren. Mesa war auch schon mehrfach wirklich toll.
    SWR ist mir auch komplett engangen...
    Einen ollen Peavey 1x15er Kombo hatte ich lange. Toll für Rock. Ansonsten ziemlich mau.
    Glockenklang hat mich ziemlich beeindruckt weil da nur der Sound von meinem J rauskam und nichts verfälscht war anscheinend ....aber in lauten Bands konnte sich das nicht mehr durchsetzen ohne das man arg getrickst hat.
    Über Tec höre ich nur gutes.

    Aber wirklich zufrieden ....also von allem was ich je besessen oder lange gespiet habe... bin ich bislang nur mit: GK 700rbII in Kombi mit je ein oder zwei 1x12er Boxen.
    Das Ding ist mehr "da" als eine Ashdown 4x10er die auf einer 1x15er geparkt ist und mit einem Watt-mäßig überlegenen Trace-Eliott gesteuert wird, zB.

    Sodele ... was ich sagen will: Testen .... nicht kaufen und dann damit abfinden.
    Nutzt euer Rückgaberecht. Es geht um euren Spaß!
    LG, das Reason
     
  2. beowulf666

    beowulf666 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.07   #2
    Da muss ich mal ganz arg widersprechen. Ich spiel nen Heart Rock mit ner 8 Ohm Double in ner recht lauten Band, Black Metal. Ich muss mich gegen 2 Gitarristen (120+100 Watt) und ne recht laute Drummerin durchsetzen, und das ist kein Problem. Und das mit "nur" 400 Watt...

    Und das unverfälschte: Was erwartest du? Jeder Verstärker klingt. Genauso jede Box. Der Trick ist nur die Einstellung. Wenn ich bei mir den Overdrive voll aufreisse, ist das alles, nur nicht mehr unverfälscht. Wenn ich den wegnehme, und den EQ rausnehme, ist das natürlich clean.
    Wenn ich die richtige Einstellung gefunden hab, klingts verdammt nach Ampeg und so weiter.

    Also: Was verstehst du unter arg tricksen?

    Ansonsten ist dem Tutorial nicht mehr viel hinzuzufügen...
     
  3. michor

    michor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.07   #3
    Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass diese Weise die verschiedenen Verstärkern in Schubladen "gut", "mittel" und "schlecht" einzustufen ist absolut subjektiv ist und wird jemanden, der auf der Suche nach SEINEM Amp ist, wahrscheinlich leider nur abschrecken.

    Klar, du hast Recht mit der Aussage: "In der Probe hört er sich anders an als im Musikgeschäft".

    Stimmt! Aber er klingt auch anders auf der 150m² Bühne und wiederum anders auf der 15m² Bühne. Völlig anders klingt er plötzlich Open Air und in der Halle ist der Sound irgendwie überall, nur scheinbar nicht in der Box.

    Der Klang muss einem einfach gefallen. Und vielseitig können sehr viele Amps sein, aber halt für den eigenen Geschmack.

    Lasst euch also bitte nicht von einer Markeneinstufung abschrecken ala "Den Amp mag ich nicht, der ist scheisse...". Findet EUREN persönlichen Amp...

    P.S.: Das kann übrigends dauern! :-) Also besser warten und ggf. sparen! Es lohnt sich!! :-)
     
  4. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 20.10.07   #4
    Hallo Reason,

    den zweiten Teil deiner Ausführungen übergehe ich einfach mal.

    Zum ersten Teil:
    Da ich 25 Jahre Gitarrist war, kenne ich mich auf diesem Gebiet besser aus als beim Bass. Bei der Gitarre trifft das was Du beschrieben hast wohl noch extremer zu!

    Da testen Leute Amps (am besten nicht mit der eigenen Gitarre) im Musikgeschäft und sind hin und weg vom Sound. Dann geht es ab in den Proberaum und Frust kommt auf. Warum klingt der Amp jetzt nicht mehr so geil?

    Ganz einfach: Die runden Bässe des Amps "streiten" sich mit dem Bass des Bassisten. Die Hochmitten werden von der Snare zerdeppert und die Höhen gehen hinter dem HiHat unter. Und was da noch an Mitten ist, vermengt sich mit der anderen Gitarre. Okay; ist übertrieben. Aber was ich sagen will:

    Bandsound ist immer Gesamtound. Daher kann ein Verstärker im Kontext mit anderen Schallquellen super klingen, obwohl der nackte Sound "merkwürdig" ist. Der Sound / das Soundempfinden eines einzeln gespielten Verstärkers ändert sich drastisch, sobald andere Instrumente hinzu kommen. Das gilt auch für den Bass. Plötzlich können sich die schönen Höhen des Basses vielleicht nicht mehr gegen Gitarren und Drums durchsetzen, sondern werden verschluckt.

    Klingt ein Bassverstärker im Geschäft richtig (toll) voll und füllt den ganzen Laden aus, kann ich davon ausgehen, dass er in der Band einen breiten Mulmteppich legt.
    Das Gefühl eines zu "trockenen" Sounds kann sich hingegen ganz schnell ändern, wenn zwei oder drei andere Menschen mit mir zusammen Lärm erzeugen. Das gilt besonders, wenn man mit zwei Gitarristen spielt, die meinen nur 412er Boxen brächten einen guten Sound. Als Gitarrist konnte ich mich mit meinem 112er Combo immer bestens gegen Halfstacks durchsetzen, da mein Sound deren Wand einfach durchschnitt - zudem habe ich Ahnung davon wie man seine Frequenzen so betont, dass man die Lücken ausnutzt.

    Das größte Problem sind nicht die Verstärker, sondern Musiker, die ihre Anlagen nicht einstellen können! Was ich da schon alles erlebt habe ... :mad:
    Wenn ich irgendwo zum ersten Mal spiele stelle ich nicht "meinen Lieblingssound" ein, sondern höre erstmal, wo Platz für mich ist und was fehlt. Dem entsprechend wird dann der Sound von Gitarre oder Bass angeglichen.

    Gruß
    Andreas
     
  5. RAUTI

    RAUTI Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.10.07   #5
    Im Grundsatz steckt ja auch was Wahres in Reasons "Aufsätzle", das hat michor auch ganz korrekt beschrieben. Jeder Amp, jede Box, jedes Instrument usw. ist in seinem Klangverhalten extrem abhängig von den akustischen Gegebenheiten.

    Und es ist auch fraglos richtig, dass nicht jeder Amp (bzw. Amp+Box oder Combo), der alleine super klingen mag, sich im Bandkontext durchsetzen kann. Kurioserweise stufen aber recht viele Musiker gerade Ampeg als besonders durchsetzungsfähig ein, die bei Reason offensichtlich ziemlich zielsicher durchfallen. Weil sie zu unflexibel sind? Mehr Flexibilität braucht man eigentlich kaum, als ein paar Eingriffe in die Klangregelung, um den Grundsound an die Raumakustik anzupassen - wenn einem der Grundsound gefällt!

    Wenn ich jedoch echte Schwierigkeiten habe, mich mit dem Charakter eines Amps anzufreunden, mag er tatsächlich die falsche Wahl sein, selbst wenn der Sound sich durchsetzen kann. Da scheint mir der (ungebrochene) Trend zu Modelern immer noch bemerkenswert zu sein. Aber wie schon gesagt, ist alles für die Katz, wenn sich der Sound einfach nicht durchsetzt. Und da scheint mir der Verweis auf die z.T. wahnwitzigen Leistungen von Reason ebenfalls ganz wichtig zu sein. Während ja schon viele hier festgestellt haben, dass man sich mit den 100W des guten alten V4B(H) durchaus Gehör verschaffen kann, dümpelt man mit manchem SWR (als Beispiel) mit 300W irgendwo im Bereich der Hintergrundstörgeräusche rum. Warum? Weil 300W für den (angenehm klingenden) Tiefbass eines SWRs immer noch ziemlich wenig sind. Dreht man lange genug am EQ rum und verzichtet auf den wundervollen Tiefbass, gibt dafür reichlich Tiefmitten drauf, klingts zwar nicht mehr so schön, wie man´s eigentlich von dem Amp erwartet (sondern eher so, wie von einer schlechte Ampeg-Kopie), aber man hört sich endlich! Wenn es denn diese fulminante Tiefbassorgie sein muss, dann müssen eben auch die 700 oder 800W irgendwann kommen....

    Aber auch das sind ja olle Binsenweisheiten. Und es bleibt ebenfalls dabei, dass man sich von den Fähigkeiten und vom Sound eines Amps im Laden immer selbst überzeugen muss - natürlich vorzugsweise mit dem eigenen Bass! Der optimale Fall ist dann selbstverständlich - und da hat Reason ebenfalls wieder Recht - der finale Test mit den Bandkollegen im Proberaum!
     
  6. kaffeetrinker

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    Erstellt: 20.10.07   #6
    Ich denke, bis man wirklich weiß, ob ein Amp das ist, was man will/braucht, kann durchaus einiges mehr an Zeit vergehen, als "Im Laden antesten und kucken, obs auch mit der Band läuft." Vor allem wenn man gerade neu mit ner Band anfängt, entwickelt sichs ja auch noch mit der Band durchaus mal unerwartet und dann kommt man mal übern DI und so weiter, man spielt vielleicht mal was ein, hört sich schon wieder anders an. Die meisten Amps/Boxen, die sich der normalsterbliche, der nicht zig Mopeds rumsteh hat, zulegt, werden sowieso im Idealfall der bestmögliche Kompromiss sein.
     
  7. gitarrenstar

    gitarrenstar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.07   #7
    Hallo, ich kann dem nur zustimmen, habe mich im Laden auch von einer Ashdownanlage
    (Top mag 300+3x10 und 1x15 Box ) überzeugen lassen, erst im Bandgefüge merkte ich, daß das nicht mein Ding war,jetzt habe ich "nur" einen Combo (Roland D-Bass 210 ) und
    bin super zufrieden........na ja die Zusatzbox Roland 115 X werde ich mir vielleicht doch noch gönnen Gruß Goeran
     
  8. emo

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    Erstellt: 21.10.07   #8
    Da steckt meiner Meinung nach einfach die meiste Wahrheit drin:
    Wenn man sich das zu Herzen nimmt und beim Antesten bewusst darauf achtet, dass der Amp eben nicht nur mulmt und untenrum drückt ist schon einiges gewonnen. Wenn man dann nämlich eine Kombination findet, die ohne einfach alles zuzumatschen (andere würden sagen "fett klingen") gut und direkt klingt und sich durchsetzt ist viel gewonnen. Dann bleibt einem nämlich die böse Überraschung erspart, dass der "fette Sound" nachdem er durch genug EQ-Vergewaltigung irgendwie auf Durchsetzungsfähigkeit getrimmt wurde plötzlich garnicht mehr so toll klingt.

    Genau dieser Fette Sound (ich würde sagen: Matsch ;) ) war es übrigens, der mich dazu bewogen hat mich gegen den Ashdown und für den Hartke zu entscheiden.
    Wenn man sich ein bisschen davon abwendet, dass ein Rocksound einfach nur FETT klingen muss kommt man übrigens auch in einer Rockband mit dem relativ cleanen und direkten (und dadurch durchsetzungsfähigen) Hartke sehr gut aus ;)
     
  9. Herr_Mannelig

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    Erstellt: 21.10.07   #9
    Damit höre ich mich inner Musikschule, wo ich mit ner Band probe wunderbar. Ich komme mir teilweise sogar zu laut vor. Und das, obwohl die beiden Gitarristen und der Drummer shcon ziemlich laut machen.
    lIch hab nur die beiden Conturregler auf 1 Uhr stehen und am Bass je nach Lied mal etwas die Bässe betont oder die Höhen und hohen Mitten.

    Von der Vieleistigkeit her is der Harkte eigentlich top, eben weil er mMn echt neutral ist.

    Und die Definition "Fett" is auch immer sehr schwammig. Der Eine sagt fett, der andere matschig. Der Eine durchsetzungsfähig, der Andere kühl und charakterlos.

    Zuhause booste ich teilweise sehr gerne mal die Bässe und tiefen MItten, hört sich auch schon geil an, nur beier Probe merke ich dann, wie es mit den anderen irgendwie dröhnt, ich micht nicht gut höre und der Bassdrum den Raum nehme.
    Vor allem das SPiel auf der E-Saite wird dann sehr schnell matschig, wenn der EQ zu viele Bässe boostet.
     
  10. kalb

    kalb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.07   #10
    Mal noch ne Anmerkung zum Glockenklang:

    Meinen Glockenklang hör ich ohne am EQ rumzuspielen klar und deutlich in meinen Bands. Und meiner ist auch noch aus der BassArt Serie, also noch weniger "rockig" als das HeartRock.
    Ich hab zwar auch ne 600W Endstufe dran, aber die ist fast nie im Grenzbereich...
    Ich kann für deren Amps einfach immer nur meine Hand ins Feuer legen.
     
  11. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 21.10.07   #11
    ... und spätestens bei größeren Gigs macht den größten Teil des Sound der Mischermann...
    Überzeugt ihn mal, dass er eure Bassanlage ordentlich mikrofoniert und dann neutral ans Publikum schickt - er sagt jaja, nimmt "zusätzlich" ein DI/Line-out Signal und stellt 2 Mikros an eure Box (die dann erst garnicht eingestöpselt werden :D).
    Wie Cadfael sagte: Es muss "Platz" im "akustischen Gesamtgefüge" sein - ede wolf schreibt hierüber Bände.
    Sicher ist es richtig, dass Amps im Musikladen anders klingen als im Probenraum, auf der 15m² oder der 150m² Bühne. Es sollte sich aber mit dem Personal des Musikladens ausmachen lassen, dass man eine Bassanlage auch wo anders testen kann (ggf. durch das Leisten einer Kaution in Höhe des Kaufpreises...) ansonsten macht ihr eh was falsch.
    Die Vorstufe "macht" vielleicht dann noch "Sound", der Rest auf größeren Bühnen vor allem LAUT.
     
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