Pickups habe ich gelernt pragmatisch zu sehen.
Ich mache mir da bei Pickups schon langen keinen allzu großen Kopf mehr.
ich sehe das auch extrem pragmatisch, auch habe ich nie eine Wissenschaft daraus gemacht, welcher PU wie klingt, ich dann genau diesen einbaue, um dann nach 2 Wochen zu "wissen", Nein, ich nehm doch die Variante für mehr Gain, besseres Clean, mehr klockig, nicht so nasal, ...
Ein SC ist ein SC, ein HB ist ein HB, es gibt unterschiedliche Wicklungen, klingen dann "offener", oder "heißer", im Clean besser als im Gain(High Gain).
Mein Gedanke geht in diese Richtung
Ich kenne sehr erfahrene Musiker die einen schnöden Multiplywood Jazzbass aus Japan als "der klingt richtig, richtig gut" betitelt haben beim hören.
wenn was nicht passt, geht man an die Klangregelung des Amp, oder der Gitarre, im Studio gibts noch mehr EQ, wird passend gemacht.
Im Prinzip geht es nur darum, ob ein PU schlimme Nebengeräusche erzeugt, oder nicht. SC kennt man, P90 auch, bauartbedingt, sind sie nicht so still.
Anstelle eines SC kann man sowas wie Hotrail (HB-SC-Format) oder Noiseless nehmen, bei P90 einen HB, der die Eigenschaften mitbringt.
Für typische Nebengeräusche eines SC braucht man kein Noisegate, dazu hat man das Vol-Poti an der Gitarre, das mal so nebenbei.
Was also ist ein "Boutique PU"?
Ein PU, das nicht mehr so sehr die EQ bemüht? Oder das mangelnde Wissen des Gitarristen abfängt, dass ein PU auch richtig "bedient" werden muss (so wie eine Gitarre richtig bedient werden muss, ein Amp richtig bedient werden muss)? Wenn ein HB im High-Gain matscht, muss man schlicht mit der Vorstufe des Amp runter, damit es tight klingt. Alte Weisheit. Richtig tight kommen SC, klingen für Manche warscheinlich etwas dünn, das sind aber die ursprünglichen Varianten, die schon Geschichte geschrieben haben, weil die Gitarristen mit ihrem Equipment umgehen konnten.
Gutes Beispiel für SC im High-Gain ist Eddie Clark (RIP)/Motörhead, ob der Boutiqe PUs gespielt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.