Braucht man wirklich noch irgendwelche "Boutique Pickups" oder sonst noch so etwas

  • Ersteller Ersteller yxyxyx
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  • #41
Die Tonabnehmer sind bei der Squier unten mit einem Barrenmagnet ausgestattet und die Polepieces sind Stahlstifte. Damit ist es quasi ein P90 Aufbau, wobei durch Wirbelströme in den Stahlstiften die Resonanz gedämpft wird. Das passiert bei den klassischen Fender Tonabnehmern, wo die Polepieces die Magnete sind, nicht und dementsprechend ist die Resonanzspitze deutlicher ausgeprägt.
Ja, genau das habe ich auch so wahr genommen. Die Fender etwas luftiger, brillianter.
 

  • #42
Pickups habe ich gelernt pragmatisch zu sehen.
Ich mache mir da bei Pickups schon langen keinen allzu großen Kopf mehr.
ich sehe das auch extrem pragmatisch, auch habe ich nie eine Wissenschaft daraus gemacht, welcher PU wie klingt, ich dann genau diesen einbaue, um dann nach 2 Wochen zu "wissen", Nein, ich nehm doch die Variante für mehr Gain, besseres Clean, mehr klockig, nicht so nasal, ...
Ein SC ist ein SC, ein HB ist ein HB, es gibt unterschiedliche Wicklungen, klingen dann "offener", oder "heißer", im Clean besser als im Gain(High Gain).
Mein Gedanke geht in diese Richtung
Ich kenne sehr erfahrene Musiker die einen schnöden Multiplywood Jazzbass aus Japan als "der klingt richtig, richtig gut" betitelt haben beim hören.
wenn was nicht passt, geht man an die Klangregelung des Amp, oder der Gitarre, im Studio gibts noch mehr EQ, wird passend gemacht.

Im Prinzip geht es nur darum, ob ein PU schlimme Nebengeräusche erzeugt, oder nicht. SC kennt man, P90 auch, bauartbedingt, sind sie nicht so still.
Anstelle eines SC kann man sowas wie Hotrail (HB-SC-Format) oder Noiseless nehmen, bei P90 einen HB, der die Eigenschaften mitbringt.
Für typische Nebengeräusche eines SC braucht man kein Noisegate, dazu hat man das Vol-Poti an der Gitarre, das mal so nebenbei.

Was also ist ein "Boutique PU"?
Ein PU, das nicht mehr so sehr die EQ bemüht? Oder das mangelnde Wissen des Gitarristen abfängt, dass ein PU auch richtig "bedient" werden muss (so wie eine Gitarre richtig bedient werden muss, ein Amp richtig bedient werden muss)? Wenn ein HB im High-Gain matscht, muss man schlicht mit der Vorstufe des Amp runter, damit es tight klingt. Alte Weisheit. Richtig tight kommen SC, klingen für Manche warscheinlich etwas dünn, das sind aber die ursprünglichen Varianten, die schon Geschichte geschrieben haben, weil die Gitarristen mit ihrem Equipment umgehen konnten.
Gutes Beispiel für SC im High-Gain ist Eddie Clark (RIP)/Motörhead, ob der Boutiqe PUs gespielt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
 
  • #43
Was also ist ein "Boutique PU"? (...)

Jetzt lasse ich mich ein zweites Mal in die Diskussion ziehen; dieses Mal aber mit einem anderen Ansatz & Fokus auf Pickups:

Ich glaube bei Boutique Pickups (aber auch Boutique Gitarren/Effekten/Amps) muss man sich erstmal von "besser als" distanzieren. Eine faire Erwartungshaltung ist aber: Materialien/Verarbeitung/Qualität/Preis/etc. sind am oberen Ende des Spektrums. Warum sind sie i.d.R. teurer als andere gute Alternativen:
  • Entwicklung & Herstellung in einem Hochlohnland und entweder nur auf Auftrag oder in Kleinserie. Harry Häussel, Andreas Kloppmann, Jon Gundry (ThroBak), Ron Ellis, etc. sind unsere Nachbarn und wollen in unserer Nachbarschaft leben. Entsprechend müssen wir sie bezahlen. Die meisten von uns arbeiten vermutlich auch in einem Boutique Sektor; aka jemand anderes könnte die gleiche Arbeit (wo anders) im Zweifel gleichwertig & günstiger anbieten.
  • I.d.R. ist ein sehr direkter Kontakt zu den Herstellern möglich. Sie bieten individuelle Beratung, können auf Wunsch Anpassungen ermöglichen, etc.
  • Es besteht eine maximale Verbindung zwischen Hersteller & Produkt. Der Besitzer der Firma packt häufig seine eigenen Namen auf die Verpackung und steht voll dahinter. Auf Messen kannst Du mit ihnen fachsimpeln, auf email oder Telefon Anfragen reagieren sie selbst, etc.
  • Manche stellen das Produkt historisch korrekt her; andere haben neue Innovationen. In beiden Fällen wird das häufig transparent gezeigt.
„Boutique“ ist nicht unbedingt objektiv besser, sondern verfolgt andere Prioritäten als industrielle Massenprodukte. Für ausreichend viele Gitarristen ist das offensichtlich subjektiv "besser", sonst gäbe es diese Hersteller nicht. Für die meisten Gitarristen ist die Massenproduktion aber offensichtlich gut genug.
 
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  • #44
Im Leben reduziert sich meistens alles ganz einfach nur ums Geld, haben oder nicht haben, das ist hier die Frage.
Der eine kann experimentieren, der andere muss oder will von der Stange kaufen. Der Mensch neigt nun mal dazu sich seine Entscheidungen schön zu reden und findet tausend Gründe für ein für oder wider.
Vielleicht muss ich noch zwanzig Jahre Gitarre spielen um all die Feinheiten bei der Instrumentenwahl und Nuancen der Tonabnehmer oder Amps herauszuhören, oder ich höre es doch nie.
Wenn ich sehe mit was für Gitarren unsere Musikschule so unterwegs ist muss ich mich fragen wie man denen Musik entlocken kann. Bei meinem zweiten Hobby ist's genau so, der Eine kauft eine handgeschraubte Made in Germany Leica Ausrüstung für zwanzig Tausend und der Andere für ein Tausend ein Einsteiger Setup. Am Ergebnis sieht man ob der Technik oft keinen Unterschied.
Ein Metalschredder der oft auf der Bühne seine Show abzieht braucht wohl eher etwas haltbareres als ein Couchpotato, ob es da so auf Nuancen ankommt?
 
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  • #45
...es ist auch oft eine Kombi die es herauszufinden gilt.
Auf der Offset Tele mit Body unbekannter Herkunft, Sjak Zwier Hals habe ich mit Abstand den allergeilsten Tele Halspickup Sound mit nem Wilkinson Standard Pickup...ebenso nen sehr geilen Bridge HB Sound mit nem Fleor Klingen Humbucker...Gesamtpreis Pickups dieser Gitarre liegt bei knapp über 50 Euro...
Den besten Strat Sound aller Positionen auf der Dead Cat Custom Strat (Erle Body /Warmoth Hals) mit dem Kinman Woodstock plus Set ...ebenfalls sehr geilen Steg HB Sound auf der F-Erle Strat mit Warmoth Hals über nen Duesenberg Grand Vintage PU...aber nicht besser als die Offset Tele mit dem Fleor...bester Tele Stegpickup Sound mit der Erle Hollowbody Tele mit Zwier Hals und Ray Gerold Coils...die dafür am Halspickup (auch Ray Gerold Coils) nicht so geil klingt wie die Offset Tele mit dem Wilkinson Pickup...dafür liefert der Gerold Coil hier im HB Modus den besten Hals HB Sound ala Slash.
Die Gerold Coils klingen also im HB Mode am Hals superb, am Steg soweit OK...aber nicht so gut wie der 17Euro Fleor Tele Steg-Klingenpickup und der Duesenberg Grand Vintage. Ein ähnlicher Fleor Pickup in der Strat zeigte sich als deutlich schlechter...hier werkt nun der D.Grand Vintage...
Und nun?😵
Es sind Gitarren/ bzw. Parts von Boutique bis no name vertreten, Pickups von 17 bis ca 300 Euro...und trotzdem fällt ne Kategorisierung schwer bzw ist nicht relevant fürs Ergebnis bezüglich "Soundqualität" 😉

Soundbeispiele kann ich gerne nachliefern falls es wen interessiert.

Gruß,
Bernie
 
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  • #46
Jetzt lasse ich mich ein zweites Mal in die Diskussion ziehen; dieses Mal aber mit einem anderen Ansatz & Fokus auf Pickups.
Sehr gut! Ich auch! Danke erst einmal für die Darstellung. Diese Darstellung lese ich öfter mal und nutze nun einmal die Chance dazu auch meine Sicht abzugeben.

Argumente sind u.a.:
  • Entwicklung und Herstellung in einem Hochlohnland
  • Beratungsleistung
  • Public Relation (PR) aka Öffentlichkeitsarbeit
  • Anfertigen von Repliken
Entwicklung und Herstellung in einem Hochlohnland. Für mich stellt sich hier immer die Frage: Was ist denn für euch die „Entwicklung“? Es wurden drei Hersteller im Zitierten Post genannt. Davon bauen zwei hauptsächlich Tonabnehmer wie sie bei Gibson und Fender in den 40-70er Jahre gebaut und entwickelt wurden. Genau genommen sind es die Typen: Stratocaster, Telecaster, (Gibson) Humbucker, P90, Jazzmaster, Jaguar, P-Bass, J-Bass Tonabnehmer. Sprich: Erfunden wurden die Tonabnehmer schon, also sind wir im Bereich Repliken oder Varianten der genannten Tonabnehmer. Liege ich da richtig?

Was lässt sich denn Variieren am Tonabnehmer: Anzahl der Wicklungen, Drahtstärke, Magnet. Abmessungen etc. sind es ja nicht weil man stellt ja „authentisch“ her. Nun könnte man noch anführen das ja auch authentisches Material verwendet wird, zumindest für die Gibson Humbucker (Typ eins 59) wissen wir aber, das das Material keinen größeren Einfluss haben kann als die Herstellungstoleranzen, war das Ergebnis vom GiTec PAF Versuch bei dem die Übertragungsfunktion und damit das Übertragungsverhalten der Tonabnehmer auch aufgenommen wurde. Da waren auch die genannten 3 Hersteller mit ihren Sets vertreten. Hätte es einen signifikanten Einfluss gehabt, hätte man es dort sehen können. Hat man aber nicht! Und noch mehr: Vergleicht man die in dem GiTec Versuch untersuchten Tonabnehmer mit den Original PAFs die Helmuth Lemme untersuchte und vergleicht sie, hat Manfred Zollner gemacht, sieht man das die Originale sogar mehr streuen als die Repliken. Sind Material Kopien damit besser und damit die Mehrkosten gerechtfertigt?

Nun hatten wir den Punkt Herstellung. Und ja da macht es sicher einen Unterschied ob ich mich dafür entscheide eine Maschine die Bewicklung machen zu lassen oder eine Angestellte Person das per Hand führen lasse. Da darf jetzt jeder selbst recherchieren welcher Hersteller Maschinen dafür hat und welcher per Hand führt (nicht wickelt! Führt ist hier das richtige Wort). Aber auch hier: Im vergleich kein unterschied.

Dann bleibt noch PR und ja in der Öffentlichkeit kann es natürlich Boni dafür geben: Auf der selben Machine gewickelt wie Anno Lester … Mit den gleichen Materialien wie Anno Leo und natürlich die höchste Detailgrad aller Repliken. Werbung kann ich auch! Wer für Materialkopien gerne mehr Geld hinlegt sehr gerne, darf er oder sie, nur behaupten das es besser wäre finde Ich schwierig. Dies hat der Vorredner zwar nicht, wollte ich aber abschließend für mich hier einmal gesagt haben.

Für mich: Brauch es Boutique: Für den der Wert auf Materialkopie legt, ja. Für den Klang entscheidend ist, eher nein.
 
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  • #47
Sprich: Erfunden wurden die Tonabnehmer schon, also sind wir im Bereich Repliken oder Varianten der genannten Tonabnehmer. Liege ich da richtig?
genau
Was lässt sich denn Variieren am Tonabnehmer: Anzahl der Wicklungen, Drahtstärke, Magnet. Abmessungen etc.
so ist es, das findet man auch von den Herstellern, die die gängigen Markennamen führen, quasi doch als Massenware angesehen werden können.
Für mich: Brauch es Boutique: Für den der Wert auf Materialkopie legt, ja. Für den Klang entscheidend ist, eher nein.
sehe ich auch so.
Im Leben reduziert sich meistens alles ganz einfach nur ums Geld, haben oder nicht haben, das ist hier die Frage.
Der eine kann experimentieren, der andere muss oder will von der Stange kaufen. Der Mensch neigt nun mal dazu sich seine Entscheidungen schön zu reden und findet tausend Gründe für ein für oder wider.
wahre Worte
 
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  • #48
…wie klingen die Pickups in Zusammenhang mit dem verwendeten Holz?
 
  • #49
Die Übertragungsfunktion des Tonabnehmers ist unabhängig vom verwendeten Holz.

Genauso gut könnte man Fragen: Wie klingt ein Tonabnehmer bei absoluter Dunkelheit? 🤯 ….. da sagt die Erfahrung vieler Gitarrist:innen natürlich gleich: Absolut schräg, schief, unmusikalische! 🤓 Weil genau das ist es was ihrer Erfahrung, ihrem Höreindruck nach hier abspielt. 🕺 Kann gar nicht sein, weil Klang kann man ja eh nicht messen! 💆‍♂️ Und schon gar nicht…..

Aller Statistik nach scheint es so zu sein, dass Gitarrist:innen sich bei unbekannten Instrumenten und bei absoluter Dunkelheit nicht auf dem Griffbrett sofort orientieren können und damit zunächst falsche Töne anschlagen. 🎸Ja gut steht ja auch auch nicht im Manual des Instruments bei und so richtig hat es nie jemand untersucht. 🤓

Fachschwubserhaft kann ich auch schreiben, ist sogar viel einfacher als immer alles mit Zahlen, Untersuchungen und (haltbaren) Experimenten zu belegen. 🤷

Und die Emojis hab ich jetzt noch rein gesetzt, weil das grad im Trend ist, sonst versteht man Texte nimmer!
 
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  • #50
…wie klingen die Pickups in Zusammenhang mit dem verwendeten Holz?
- Oder, wie klingen/übertragen die Pu´s in der verwendeten Schaltung - manchmal kann eine Änderung (z.B. von Gibson Style 2Vol 2Tone -> Schalter, auf Tele Style Schalter -> Mastervolume & Mastertone) der Schaltung bei gleichen Pus einen Unterschied wie Tag und Nacht ausmachen -
 
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  • #51
Das Holz hat definitiv keinen direkten Einfluss auf den Klang eines Tonabnehmers.
Genaugenommen hat ein Tonabnehmer ja gar keinen Klang. Der Klang entsteht erst am Lautsprecher.

Der Pickup produziert nur eine Spannung, die durch die Saitenschwingung im Magnetfeld des Tonabnehmers induziert wird.
Dass die Saitenschwingung wiederum durch die Bauform der Gitarre und durch die Hölzer beeinflusst wird, steht auf einem anderen Blatt und hat mit den Tonabnehmern selbst erstmal garnichts zu tun.
Sehr wohl hat aber die Beschaltung was direkt mit dem Klang der gesamten Einheit zu tun.

Fazit:
Es gibt keinen Tonabnehmer der besser klingt als ein anderer (wobei "besser" ja eh subjektiv ist).
Es gibt maximal Tonabnehmer, die mit einer bestimmten Beschaltung in einer bestimmten Gitarre mit bestimmten Saiten unter bestimmten Fingern "anders" klingen als andere.

Muss Boutique also sein?
Nein, muss nicht! Manchmal ist es vielleicht ein chinesisches Massenfabrikat, was den gewünschten Sound liefert.
Es gibt aber auch Situationen, wo kein Weg an einem Boutique PU vorbei führt, vorausgesetzt der Geldbeutel lässt es zu.
 
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  • #52
Ich habe immer gern mit PUs experimentiert. Deshalb habe ich mir ja auch diese Gibson-Pickuptestgitarre besorgt. Ich kann jetzt ziemlich genau sagen, welche PUs mir gut an einer Gibson Les Paul (!) gefallen und welche eher weniger. Und auch da müsste ich einschränken: Auf einer mit 50ies Wiring mag das schon wieder anders sein.

Die Ergebnisse auf der Les Paul kann ich noch recht gut auf die an einer PRS Custom übertragen und vermutlich auch auf die meisten Les Paul-Kopien.
Damit ist dann aber auch das Ende erreicht. Auf einer anderen Gitarre, etwa einer Superstrat, klingt das schon wieder ganz anders, selbst wenn etwa die Potis den gleichen Wert haben etc.

Den Tonabnehmer, der auf jeder Gitarre richtig gut klingt, habe ich nie gefunden. Vermutlich gibt es den nicht. Man kann sich da endlos verzetteln und muss einfach irgendwann die Leine ziehen,
Wenn man dann noch den persönlichen Klang-Geschmack einbezieht, kommt man zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass Empfehlungen Dritter allenfalls einen Einstieg bieten können, man sich darauf aber nicht verlassen sollte. Es geht immer nur um die eigene Gitarre und den eigenen Geschmack.
 
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  • #53
Für mich war eine Gitarre immer ein Gesamtsystem: Body, Hals, PUs, Saiten, Verkabelung, (Amp).
Jetzt hab ich verschiedene Möglichkeiten den Sound zu beeinflussen:
Fehlen mir Höhen, kann ich das Tone-Poti weiter aufdrehen, ich kann aber auch am Verstärker mehr Höhen reindrehen, ich kann aber auch andere Saiten nehmen, die von sich aus mehr Höhen haben ode sogar die PUs tauschen. All das wird immer kleine Unterschiede haben und manche Sachen sind viel einfacher als andere. Also am Amp mehr Höhen reindrehen ist viel einfacher als die PUs zu tauschen.
Bei anderen Faktoren ist das nicht so einfach, z.B. eine größere dynamische Bandbreite. Da gibt es keinen Knopf am Amp oder an der Gitarre. Ich kann mir eventuell mit nem Pedal behelfen, aber das ist ein bisschen eine Notlösung. Saiten tauschen mag helfen, führt aber auch dazu, dass sich die Bespielbarkeit ändert, wenn ich z.B. von 9er auf 11er wechsle.
Hier ist dann die Option den PU zu tauschen schon deutlich naheliegender.
Ob e dann Boutique sein muss, steht auf einem anderen Blatt. Alle PUs unterscheiden sich, es gibt Leute die kennen sich aus und können dir die Unterschiede beschreiben und wenn die Lösung dann ein Boutique PU ist, dann ist das eben so.

Der zweite Faktor ist, dass viele Leute Emotionen mit ihren Instrumenten verbinden. Ich hatte mal ein interessantes Gespräch mit einem Versicherungstypen (no joke).
Ich wollte eine Instrumentenversicherung abschließen, hatte mir die Konditionen angeguckt und das kam mir seltsam vor, denn ich konnte meine Gitarren für recht wenig Geld Neupreisversichern. Sprich wenn meine Gitarre, die mehrere Jahre alt war und deutlich weniger wert war als zum Zeitpunkt wo ich sie gekauft habe durch Ungeschicklichkeit kaputt gegangen wäre, hätte ich den Neupreis ersetzt bekommen. Das erschien mir für die Versicherung ein total schlechter Deal, weil, wenn ich Geld brauche, könnte ich ja ungeschickt mit meiner Gitarre sein...
Also hab ich den Versicherungstypen gefragt, ob ich das so richtig verstehe und wie sie da Geld verdienen und seine Antwort war verblüffend. Denn er sagte sowas wie "Die Musiker hängen alle so an ihren Instrumenten und geben so gut darauf acht, dass wir da quasi keine Fälle haben und wenn dann ist es ziemlich sicher auch ein echter Versicherungsfall"
Und ich glaube das stimmt. Wir Musiker lieben die Geschichten hinter den Instrumenten und für viele ist ein einfach ein Bonus, wenn sie wissen "Hey, da hat jetzt diese Person, die ich mit Namen kenne, meinen PU gewickelt oder meinen Hals geschnitzt". Da ist der Klang vielleicht gar nicht so wichtig.
 
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  • #54
Das Holz hat definitiv keinen direkten Einfluss auf den Klang eines Tonabnehmers.
Genaugenommen hat ein Tonabnehmer ja gar keinen Klang. Der Klang entsteht erst am Lautsprecher.
Ohje, zu Ostern wieder das gleiche wie immer.
Bei deinen ersten zwei Sätzen bin ich bei dir, den letzten finde ich komplett irrelevant, weil verstärkter Klang im Raum immer erst durch dessen Übertragung entsteht (wofür der Lautsprecher zuständig ist).
Tonabnehmer übertragen Klänge die durch das Schwingen der Saiten direkt aber auch im Holz entstehen...da der Klang den das Holz verursacht auf die Saiten zurück übertragen wird und diese dann abgenommen werden...dabei auch zu einem Teil wie eine Membran funktionieren, die eben magnetisch abtastbar ist durch die Pickups.

Einfach mal ne resonante Gitarre am cleanen Amp recht laut anschließen, von hinten aufn Korpus klopfen...und siehe da, das Geräusch das ausm Amp kommt ist dem akustischen Geräusch das die Gitarre macht recht ähnlich...je nach Übertragungseigenschaften der Pickups von ähnlich bis fast schon als ob Mikrofone in der Gitarre drin wären....was ja eigentlich auch so ist, da hier die Saiten nun nur als Membran funktionieren, deren Schwingungsbewegung - wie auch bei nem Mikro - über Magnet und Spule abgenommen wird.

So, und nun sind wir wieder beim Thema: wenn nun ein Pickup durch dessen Konstruktion die in der Resonanz der Gitarre besonders ausgeprägten Frequenzen laut und differenziert überträgt wird er in dieser Kombi mit der Gitarre meist als sehr gut klingend empfunden (obwohl er selbst nicht klingt sondern nur 'betont" überträgt. Und dabei ist es eben meiner Erfahrung nach relativ egal ob das ein Wilkinson für 28.- oder ein Kloppmann für 128.- ist.
Ausgenommen werden können aus dieser Erkenntnis Pickups, die durch schlechtere als Standard Matetialien oder schlechte Verarbeitung nur ungenügend übertragen können.

Ostergrüße,
Bernie
 
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  • #55
Ostersonntag, Sturm und Regen.
Was macht man da?

Richtig! Man wechselt zwischen Gitarrenzimmer (unter dem Dach) und Bastelkeller. Was auch sonst? ;-)

Ich habe gerade bei einer sehr preiswerten LP Epiphone Special (436,00 aktuell bei Thomann) mit 2 nachträglich eingebauten, recht guten P90 nochmal die Treble-Bleeds getauscht und die Pickups nochmal ein bisschen gefälliger eingestellt. Wobei die ursprünglichen Pickups auch schon ganz gut passten. Das kleine Biest hängt jetzt derart schön am Volume, dass es nur so eine Freude ist. Ich habe die gerade ordentlich gespielt und es ist schon klasse, was man da mit den zwei P90 alles rausholen kann.

Ja, meine Eggle Macon Junior Special (Straßenpreis ca. 3.700,00) macht mich optisch. haptisch und auch klanglich schon noch ein bisschen mehr an, aber das ist wirklich mehr Geschmacksache. Das Auge ist ja bekanntlich auch mit. Die Pickups würde ich da übrigens auch noch im preislichen Mittelfeld (Mojo-Pickups aus UK) einordnen.

Das billige Epiphone Flittchen hingegen, hat halt eine komische Farbe (eher "Senf" als "TV-Yellow) :D und einen recht dicken glänzenden Lackpanzer. Klanglich ist die auf ihre Art aber auch astrein. Die ist grundsätzlich aber auch echt ordentlich bundiert, die Tuner sind kurz übersetzt, aber auch ok. Da gibt es wenig zu meckern.

Was hab ich da noch gemacht?
Bundenden ein bisschen verrundet und poliert, den Hals mattiert, bzw. fast gänzlich vom Lack befreit und mal alles gescheit eingestellt. Das Ding spielt sich wirklich ganz wunderbar und wahrscheinlich würde im Blindtest kaum einer darauf kommen, was er da gerade in der Hand hält. Trotzdem verzieht da sicher so manch einer das Gesicht. Zumindest, bevor er am Amp dann dicke Augen macht. ;-)

Ähnliches habe ich auch schon oft bei anderen Gitarren erlebt. Gib mir eine Rockinger Strat,, oder ähnliche Parts, einen Satz preiswerte Tonrider Apex Pickups und ein bisschen Zeit und vergleich das dann mal blind mit deutlich teureren Strats. Oft auch ein recht schmaler Grat.

Da ist schon auch sehr viel Voodoo und Marketing mit im Spiel. Aber natürlich spielen da auch persönliche Vorlieben und Empfindungen eine Rolle. Auch bei mir manchmal. Aber das ist ja auch ok. ;-)

Aber wenn es wirklich um "brauchen"geht? Nein. ;-)
 
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  • #56
...sehr gutes Beispiel ist zB der hintere PU meiner Homestudio - Aria Rickenbacker Bass Kopie.
Da ist ein grauenhaft verarbeiteter in vier Segmente aufgeteilter Weich-Metall Barren auf ne Grundplatte aufgeklebt.
Darauf aufgesteckt ist ein billig Weichplastikträger mit ner dünnen Spulenwicklung drauf aus der ein Kabel in den Korpus läuft.
Wenn ich den Bass aufs Gesicht drehe fällt dieser Spulenträger einfach ab und baumelt am Kabel😵😆.
Sowas liegt Kosten-technisch allerhöchstens im einstelligen Euro Bereich, damals halt DM oder sonstwas.
Der Klang des Basses aus diesem Pickup?
Traumhaft! Satter Bass, knurrige Mitten, schöne feine Höhen, fast schon n unverfälschtes Abbild des akustischen Saitenklangs (wegen dem diese Arias heute recht gesucht sind).

So, what about "Boutique Pickups"?😜
 
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  • #57
  • #59
Ohje, zu Ostern wieder das gleiche wie immer.
Ohje, ob das an den Eiern liegt?:rolleyes::unsure:

Man ist immer für das verantwortlich was man schreibt, aber nicht für das was der Leser versteht.
Hast du mir jetzt (abgesehen von dem Satz mit dem Lautsprecher) zugestimmt oder nicht?
Aber ich glaube wir sind uns weitestgehend einig.

Ich sage es nochmal mit anderen kurzen Worten:
Jede Gitarre erzeugt abhängig von Holz, Saiten und Bauart einen bestimmten Grundklang.

Ein Tonabnehmer kann abhängig von seiner Charakteristik diesen Grundklang unterstützen/hervorheben oder neutralisieren.
Man wählt das, was man haben möchte, und manchmal geht das nur für viel Geld.
lese ich oft, dass ein Wechsel des Vol-Potis von 250 kOhm auf 500, oder umgekehrt, schon das gewünschte Ergebnis bringen kann.
Ja natürlich kann es das, genauso können es ein anderer Kondensator, oder ein Treble-Bleed oder ganz banal ein anderes Kabel oder andere Saiten sein. Es hängt immer davon ab was man am Gesamtklang der Gitarre ändern möchte
 
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  • #60
...ich habe dir zugestimmt, meinte nur, dass das irrelevant ist weil die Möglichkeit eine E-Gitarre als solche ihrer Brstimmung gemäß wahrgenommem zu werden logischerweise über einen Lautsprecher erfolgen muss...😉
 
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