So und nun hat sich Gibson einen Grundpreis ausgedacht, der in das Gibson Gefüge passt (schon dieser Preis ist vermutlich reine Willkür).
Nein, ist er nicht. Es ist eine grundlegende und betriebswirtschaftlich kalkulierbare Entscheidung, ob ich mit 80.000 Stück für 399 an den Markt will, mit 25.000 Stück für 599 für oder mit 500 Stück für 3.900 oder mit 50 Stück für 5.000.
Es ist nicht gesagt, dass am Ende mehr Geld übrig bleibt, wenn ich zigtausend herstelle und vertreibe, weil die Produktionskosten, Logistikkosten, Marketing usw. natürlich in der Summe sehr viel höhere sind, weil es dann reichlich unverkaufte Exemplare geben könnte und weil ich oft Kannibalisierungseffekte mit anderen meiner Modelle habe usw.
Umgekehrt gibt es Erfahrungs- und Rechenmodelle, wie ich limitieren und bepreisen muss, um bestimmte Effekte im Markt auszulösen. "Limited Edition" ist kein Extra für den Kunden, sondern eine Kalkulation des Herstellers, inklusive der Effekte des Zweitmarkts, die es manchmal gibt, dass solche Gitarren sofort für 130% weiterwandern. Da ist gut für den Mythos, das Risiko, dass es nicht funktioniert, trägt der Ersterwerber und wohl einiges mehr, von dem ich nix weiß, weil ich nämlich in Wahrheit gar kein Betriebswirt bin.
Es ist natürlich nicht so, dass Unternehmen wie Ibanez, Fender, J&D oder ESP einfach irgendwas ausdenken, dann herstellen und sich einen Preis dazuerfinden. Noch nichtmal die in vieler Hinsicht sehr paddeligen Gibson tun das.