Durchsetzungsfähigkeit - Alles Quatsch oder was!?

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Das Thema Durchsetzungsfähigkeit geht mir zunehmend auf den Zwirn. Nicht hier im Forum. Nein, im realen musikalischen Miteinander.
Es sind die verstärkten Instrumente die in unserer Kombo echte Probleme machen. Obwohl - eigentlich nur die Gitarren ... ;)

M.E., und da stehe ich konträr zu den Gitarristen, ist idealerweise jedes Instrument nur soweit hörbar wie unbedingt nötig. Eigentlich darf ein Rhythmusinstrument garnicht separat wahrgenommen werden. Erst wenn ein Rhythmusinstrumentalist aufhört zu spielen, darf der Zuhörer merken, dass etwas fehlt. Z.Zt. versuche ich das den entsprechenden Musikanten rüberzubringen und stoße dort auf völliges Unverständnis. Es fehlt einfach die Fähigkeit sich zurückzunehmen und sich voll in den Dienst der Rhythmusarbeit zu stellen.
Obwohl ich selber in einer anderen Formation die Jazzgitarre spiele (hier, in dieser angesprochenen, spiele ich den Bass) habe ich da kein Verständnis für. Alle Vorurteile gegenüber Gitarristen sehe ich bestätigt ...:)
Solis sind natürlich außen vor. Solisten müssen herausstechen. Zumindest ein wenig - je nach Musikstil.

Insofern ist das ganze Gerede über die Durchsetzungsfähigkeit eigentlich kontraproduktiv. Oder vielleicht doch nicht? Fragen über Fragen ... :evil:
 
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Captain Knaggs

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Eigentlich darf ein Rhythmusinstrument garnicht separat wahrgenommen werden.
Wer sagt das? Viele Schlagzeuger und Bassisten werden sehr aktiv wahrgenommen und spielen trotzdem einen wahnsinnigen Groove.

Wo ich dir recht gebe - jeder in der Band sollte sich in den Dienst der Sache stellen und was man spielt sollte passen. Aber das ist ein anderes Thema.
 
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rbschu

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Nein, das gilt m.E. sowohl für Bass als auch für die Rhythmus-Sektion. Das kann sogar auch Percussion sein - und Backing Vocals sowieso.
 
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saitentsauber

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Abgesehen von den Formulierungen - über die lässt sich streiten - geht's ja wohl um das, was beim Fussball heißt, dass kein Spieler größer ist als die Mannschaft.
Noch anders ausgedrückt: was zählen sollte, ist das Gesamtergebnis, nicht das jeweils eigene Ego. Wenn das beachtet wird, kann(!) auch Durchsetzungsfähigkeit gefragt sein. Genau wie die Fähigkeit, sich zurück zu nehmen.
M.a.W.: Nicht die Instrumente machen bei Euch Probleme, sondern die Leute,die sie bearbeiten...
 
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Hashmanich Schlumpf

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Hey ho!
Falls du mit deiner Truppe über digitale Schnittstellen gehst vor der Ausgabe würde es sich lohnen das ganze, jedes Instrument einmal zu entmatschen (equalizing mein ich)und an den passenden Stellen lauter und leiser zu drehen, also immernoch jedes Instrument einzeln und beim mixing ist gemeint - dann hast du die möglichkeit ein soundbild zu erzeugen wo alles in einander liegt und das wird dann so schön sanft und hüpppsch zum zuhören haha

Ne aber sonst würd ich jeden selbst entscheiden lassen wie laut er meint sein zu müssen, denn er spielt ja sein instrument und muss wissen wie er klingen will, das ist sein beitrag genau wie jeder saitenanschlag
 
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Gast135298

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Wer sagt das? Viele Schlagzeuger und Bassisten werden sehr aktiv wahrgenommen und spielen trotzdem einen wahnsinnigen Groove.

Wo ich dir recht gebe - jeder in der Band sollte sich in den Dienst der Sache stellen und was man spielt sollte passen. Aber das ist ein anderes Thema.
Ergänzend sollte ich erwähnen, dass wir im Grenzbereich von Jazz/Funk/Pop unterwegs sind. Volle Bläsersektion und zusätzlich klassische Instrumente.
Der Drummer ist ein Tier, spielt aber very smooth, jazzy und notfalls unter Zimmerlautstärke. Er kann's halt. ;)
Meinen Bass versuche ich möglichst akustisch klingen zu lassen, also auch recht smooth.

PS: Nicht, dass ich mißverstanden werde. Das Thema möchte ich schon gerne augenzwinkernd interpretiert wissen ... ;)
 
crazy-iwan

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Das ist nicht pauschalisierbar, weils sehr auf die Band und die Musik ankommt.

In einer Metalkapelle wo ich spielte hatten wir länger an der Aufteilung Rhythmus und Lead gefeilt, am Ende war der gesamte Ooopmh Sound von Schlagzeug Bass und Rhythmusgitarre produziert, Gesang und Leadgitarre haben das nur noch verfeinert. War doof wenn der Leadgitarrist mit dem Solo anfing, und es nicht mehr geschoben hat...
Andrerseits gibt es da auch viele, die sich das nicht so streng aufteilen, und quasi Doppelt Lead haben. Grade hier muss der Bass viel präsenter sein, und darf nicht nur beim Wegfallen bemerkt werden.

Bei meiner Rocktruppe ist die Gitarre im Mittelpunkt des Songwritings, und ich musste durchaus lernen, nichts oder sehr simpel zu spielen wenns songdienlich war.
Jedes Instrument wird gehört (Bass, 1x Gitarre, Keys, Drums, Gesang), aber der Druck wird zusammen aufgebaut. Du kannst Dich bei uns auf jedes Instrument einhören und dem Instrument folgen, in der Regel spielt keiner "nur mit", außer den Passagen wo Gitarre und bass beide Riffen, oder wo man wirklich nur als gesamtes Arrangement Sinn macht.

Die perfekte Durchsetzungsfähigkeit ist für mich, durch den Mix gehört zu werden, aber die anderen nicht zu übertönen. Seinen Platz in der Band, im Song, im Sound gefunden zu haben.



Dazu witziges Beispiel:
Wir haben früher ohne Keys gespielt, bis wir dann aus Jux mal die Doors covern wollten (mein Sänger ist stark inspiriert von denen), und uns dafür n Kumpel rangeholt haben.
Der Song wurd nie was, aber wir haben uns musikalisch und persönlich top mit dem Keyboarder verstanden, und so ist er jetzt ein fester Bestandteil unserer Band.

Als wir anfingen die bestehenden Songs mit ihm zu spielen, wirkte es, als würde jemand die ganze Zeit Solo zu nem Playback spielen. Es biss sich mit Gitarre und Gesang.
Wir mussten ihm einerseits in den Frequenzen und im Arrangement richtig Platz schaffen, er musste andrerseits sein Spiel auf bestimmte Frequenzen und Sounds beschränken.
Das hat sich aber recht bald so eingegroovt, und jetzt können wir nicht mehr ohne ihn. Die Songs, die vorher gut ohne funktionierten, klingen ohne ihn dünn und undekoriert.
Vorher wie nachher waren alle in der Band wichtig für den Gesamtsound und gut zu hören.

Wir spielen halt nicht in einem Orchester, wo die 15.000 Geigen als eine Stimme druchkommen, sondern wo jedes Instrument seinen Teil im Song findet, und diesen bereichert.
 
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Tracii

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Wenn das Ideal unerreichbar ist, muss ein Kompromiss ran. :D

Als wir noch zwei Gitarristen in der Band hatten, hatte es sich ganz natürlich (Equipment, Persönlichkeiten, Spielstil) gefügt, dass ein Gitarrist einen sehr mittigen Sound fuhr und der andere einen mittenarmen. Zusammen (auch ohne Band) klang das super, aber der zweitgenannte Gitarrist hatte ständig damit zu kämpfen, sich nicht richtig zu hören - auch wenn er zustimmte ;), dass die Band eigentlich perfekt klingt.

Was tun? Auf Dauer unglücklich zu sein mit dem eigenen Sound ist keine Alternative, den Bandsound mutwillig zu stören auch nicht. :(

Der Kollege hat sich dann einen anderen Amp und eine andere Gitarre gekauft und es wurde für ihn deutlich besser, insgesamt vielleicht eine Winzigkeit unaufgeräumter als Band. Das haben wir gerne ertragen, weil wir gemerkt haben, wie die Stimmung besser wurde. :great:
 
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Dr_Martin

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Aus meiner Erfahrung haben viele Bands das Problem mit der Dynamik.
Technik, Groove und Akkorde sind die eine Sache aber gemeinsam dynamisch zu spielen eine andere.
Das muss in der Band geübt werden und gehört m.M. nach zum Arragement eines Stücks.
 
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Hier kommt wieder die alte Weisheit zum tragen:
Ein guter Musiker weiß wann er mal nix spielt.


Pausen verstehe ich in dem Kontext auch oder besonders als Dynamik.
Was dann erschwerend hinzukommen kann sind die Egotrips des ein oder anderen "Musikers".
Wenn für einen das eigene über dem der Band steht wird's selten Bandtauglich sein
 
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Die wenigsten Amateur-Bands machen sich doch wirklich einen Kopf um das Arrangement ihrer Stücke. Meist spielt jeder in der Band so gut er meint, irgendwie seinen "Teil" und möchte natürlich auch, dass der gehört werden kann. Manchmal entstehen da schon Situationen, wo sich die Dinge beißen oder auch doppeln und wenn dann im letzteren Fall jeder "sich" im Vordergrund hören will, wird es schwierig. Da sollte man dann ans Arrangement gehen und überlegen ob und was da eigentlich musikalisch Sinn macht und das ggf. abändern. Meist ist aber "lauter machen" oder "mehr Mitten" gefühlt einfacher....

Nichtsdestotrotz kann aber ein Arrangement auch durchaus vorsehen, dass eine Rhythmusgitarre oder ein Riff das tragende Element ist und deshalb auch in den Vordergrund gehört.
Einfache Patentrezepte gibt es da IMO nicht.
 
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bluesbreakers

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Die wenigsten Amateur-Bands machen sich doch wirklich einen Kopf um das Arrangement ihrer Stücke. Meist spielt jeder in der Band so gut er meint, irgendwie seinen "Teil" und möchte natürlich auch, dass der gehört werden kann
Naja, kommt wohl nicht nur bei Amateur-Bands vor.
Siehe Cream: Ginger Baker beschrieb in einem späteren Interview, wie sich die Qualität ihrer Konzerte zunehmend verschlechterte. Gleiches sagte auch Clapton („wir haben nicht mehr aufeinander gehört“), der während eines Auftritts an einem Punkt einfach aufhörte zu spielen, ohne dass Bruce oder Baker davon Notiz nahmen. Clapton beschreibt, dass es vornehmlich darum ging, sich selbst zur Schau zu stellen. 1968 spielten Clapton wie Bruce mit mehreren Marshall-Verstärkertürmen auf der Bühne, wobei Ginger Baker mit seinem Schlagzeug Mühe hatte, sich überhaupt selbst zu hören. Er beklagte sich darüber, dass Jack Bruce absichtlich seine Verstärker aufdrehte, um Baker zu übertönen.
Quelle: Wikipedia
 
Le_Franzose

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Was zählt is der Gesamtergebnins.

Bei uns könnten wir auch die ganze Band überdecken. Aber genau indem jeder an seinem Platz spielt macht dies auch für den Publikum ein Hörspass.

Die alte Ludwig Drum mit den Riesigen Kesseln gibt den Fundament, der Bass spielt mit Ihr, und die gitarren bauen obendrauf.
 
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Einfache Patentrezepte gibt es da IMO nicht.

Sehe ich auch so. Eigentlich müsste man das einmal hören. Musikstil war ja mit " Grenzbereich von Jazz/Funk/Pop" angegeben. Da stelle ich mir bei der Gitte eine fast cleane (helle) Strat vor.
 
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Gast135298

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Sehe ich auch so. Eigentlich müsste man das einmal hören. Musikstil war ja mit " Grenzbereich von Jazz/Funk/Pop" angegeben. Da stelle ich mir bei der Gitte eine fast cleane (helle) Strat vor.
Aus Urheberrechtsgründen stelle ich hier jetzt mal kein Tondokument rein.
Unser Grundsounding ist aber eher jazzig. Da passt es nicht, wenn die Gitarre hervorsticht. Eine helle Strat schon gar nicht. Eine höhenbefreite, straigt durchgespielte und fast cleane Hollow ist eher das Ziel. Zuhörer nehmen die dann nicht mehr wirklich wahr. Erst wenn sie fehlte. Ggf. muß auch der Rhythmus mit Konkurenzinstrumenten wie Klavier, Streichern, A-Gitarre etc. abgestimmt und getrennt werden. Sowas muß man aber gesondert lernen. Der landläufige E-Gitarrist strebt immer zu den Höhen. Wenn er das nicht darf, versteht er die Welt nicht mehr. Nur bei Solis, da darf er dann (ein wenig) mehr Höhen zeigen.

So ist das nunmal bei Amateuren. Da sehen sich Gitarristen eher als die Hauptakteure, auch in größeren Ensembles wie dem unseren. Wenn sie das aber nicht sein sollen, dann ist das ein harter Lernprozeß. Ich weiß wovon ich rede. Habe selber lange dafür gebraucht. Deshalb geht mir das ja auch auf den Zwirn wenn Gitarristen sich nicht daran halten ... :rolleyes:

Und nicht vergessen: Es macht trotzdem Laune in so einem vielfältigen Ensemble mitzuwirken. Wer zufrieden ist entwickelt sich nicht weiter. Wer unzufrieden ist, der weiß, dass noch was geht ... :good_evil:
 
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Unser Grundsounding ist aber eher jazzig. Da passt es nicht, wenn die Gitarre hervorsticht. Eine helle Strat schon gar nicht.

Ah so, ich hatte stärker Funk und Pop in deiner Liste wahrgenommen und spontan an so etwas gedacht:

 
rmb

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Obwohl ich selber in einer anderen Formation die Jazzgitarre spiele (hier, in dieser angesprochenen, spiele ich den Bass) habe ich da kein Verständnis für.
vom Jazz können wir diesbezüglich viel lernen, im Allgemeinem hört man da jedes Instrument. Im Popbereich ist es heute oft ganz schlimm, wie ich finde. Alles ist auf den Gesang fokussiert und im Hintergrund ist irgendein Soundbrei:(. Ich selbst neige eher dazu mit der E-Gitarre,gerade bei Harmonie- und Rhythmusparts, im Bandkontext zu leise zu sein, wie mir öfter gesagt wurde. Im Allgemeinem, denke ich aber, das Melodien (Gesang, Soloinstrumente) stets im Vordergrund sein sollten, vom Groove getragen.
Eigentlich darf ein Rhythmusinstrument garnicht separat wahrgenommen werden. Erst wenn ein Rhythmusinstrumentalist aufhört zu spielen, darf der Zuhörer merken, dass etwas fehlt. Z.Zt. versuche ich
das empfinde ich halt etwas anders, es sollte möglich sein (bei etwa 4-7 leuten in der Band) eben gerade jeden!!! wahr zunehmen. Aber das ist wirklich ein schwieriges Feld:engel:. (gutes Thema, wie nehm ich mein Ego zurück:rolleyes:??)
 
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