Erforderliche Leistung einer PA ermitteln

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Neelix2014
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Hallo zusammen,

wie kann ich ermitteln, welche Leistung eine Anlage liefern muss um eine bestimmte Fläche optimal zu beschallen?

Es handelt sich um eine Outdoor-Veranstaltung, im Prinzip um ein Straßenfest. Die Bühne steht vor Kopf und dann kommen etwa 50m Straße, also reden wir von etwa 500m² zu beschallender Fläche.

Es kann nicht geflogen werden.
Eine Delay-Line ist nicht nötig, ab der Hälfte der Strecke darf ruhig Zimmerlautstärke sein.

Gibt es da eine Faustformel?

Danke & Gruß

Klaus
 
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mikroguenni
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was ist zimmerlautstärke?

angenommen die 80dB aus wikipedia gelten, dann sind das 80dB in 25m entfernung (oder 74dB in 50m oder 68dB in 100m entfernung.) 6dB pro verdoppelung der entfernung.
das sind dann 88dB in 10m oder 108dB in 1m entfernung.
20dB bei 10facher entfernung

also nichts besonderes, 98dB bei 1W1m sollte jede halbwegs brauchbare anlage bringen, bei 10 watt sond das 108 dB, bei 100 watt sind das dann schon 118dB bei 10m.
 
the flix
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Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll.
Eine Beschallungsanlage liefert keine Leistung (bzw. kein Mensch rechnet in akustischer Leistung, zu unpraktisch), sondern hat eine Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz.
Wenn wir diese aber erst mal beiseite lassen, sind Schalldruckpegel in dB SPL zu betrachten, wobei diverse Randbedingungen zu unterscheiden sind (Spektrum, spektrale Bewertung, zeitliche Bewertung).
Die Faustformel "6 dB Verlust pro Entfernungsverdopplung" ist für Lautsprecher mit spherischer Wellenfront (alles, was kein funktionierendes Line-Array ist) korrekt.
Man berechnet solche Dinge mit den entsprechenden Simulationstools, z.B. herstellerübergreifend EASE Focus oder herstellerbezogen d&b ArrayCalc.

Diese Tools helfen aber auch nur dann, wenn man die Ergebnisse einzuschätzen weiß und das ist gar nicht so einfach. Audio ist kein Dauersinus, sondern ein komplexes Signal mit meist hohem Crestfaktor. Das heißt, für einen gewissenen Durchschnittspegel muss die Anlage in der Lage sein, hohe Peakpegel zu liefern. So 20 dB Reserve für Peaks anzusetzen halte ich nicht für übertrieben.
Ein Straßenfest und Zimmerlautstärke passen für mich nicht zusammen. Das könnte man höchstens ansetzen, wenn die Gäste dort still sitzen. Ansonsten erzeugen Menschen, die sich einfach nur unterhalten, bereits Pegel, die deutlich über Zimmerlautstärke liegen.

Für 50 m Tiefe hängt man ein sinnvoll dimensioniertes Line-Array, je nach Musikmaterial oder wenn man sich das antun will, irgendwelche Horn-Trümmer. Das mit einem Groundstack und von Laien bedienbarem Material zu machen, halte ich für illusorisch.
Das ist eine Aufgabe für Profis, davon gibt es genug. Und wenn dir jemand erzählt, man braucht dafür soundsoviel Watt, am besten noch mit einer Rechnung "x W für y Personen / z m²", danke ihm/ihr höflich und suche dir einen anderen, kompetenten Dienstleister.
 
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mikroguenni
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dein wohldimensioniertes line array kann er aber nicht aufhängen, einfach mal den ersten beitrag lesen und wahrscheinlich auch gar nicht erforderlich.
das mit der zimmerlautstärke steht da auch.
ohne array gilt dann wieder die annahme einer spherischen wellenfront und damit auch meine grobe überschlagsrechnung.
warum soll das mit einem 18er oder 215er bass und einem 12er/1.4 topteil nicht gehen? haben wir oft genug gemacht.

nicht jeder zuschauer beim strassenfest will es laut und 3km weiter muss auch nicht jede ansage zu verstehen sein.
 
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warum soll das mit einem 18er oder 215er bass und einem 12er/1.4 topteil nicht gehen?
Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen mit so einem System auch nur 25 Meter in die Tiefe zu spielen und ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen. Ich denke dass da spätestens bei 15 Metern die Tops am Ende sind und die Subs wohl schon eher. Und dann sind wir bei einem halbwegs vernünftig zu beschallenden Bereich der gerade mal 1/4 bis 1/3 des Veranstaltungsgeländes abdeckt. Und da reden wir noch nicht von dem Problem dass man an der Bühne schon recht laut und bei 15 Metern gerade noch hörbar sein wird.
ich würde da sicher auf ein System zurück greifen, das mit der Aufgabe gut klar kommt. Nimmt man das „wohldimensionierte Line Array“ dann kann man zumindest gewährleisten dass man, gut eingestellt, auch sicher die gewünschte Schallverteilung hinbekommt ohne Bereiche mit zu viel oder zu wenig Pegel zu haben.
 
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Also wenn man laut Fragesteller die PA nicht fliegen kann, dann kann man sie halt nicht fliegen. Punkt. Weitere Diskussion, was schön und sinnvoll wäre , erübrigt sich. ;-)

Ebenso scheint mir kein Etat für einen Full-Service Verleih vorhanden zu sein, sondern die PA soll vom Fragesteller/Veranstalter abgeholt, aufgebaut, in Betrieb genommen werden. Andernfalls würde der Fragesteller nicht fragen.

Wir brauchen also ein hohes Groundstack, das transportabel ist, weit trägt und einfach zu bedienen ist.

Mein Vorschlag: HK LTS Top mit genügend Subs drunter (also min. drei 18er pro Seite), um auf Höhe zu kommen. Wichtig hierbei, den Kram möglichst außerhalb der Reichweite der Festbesucher aufzustellen und gegen Kippen zu sichern. Bodenplatte machen, die größer als die Subs ist und die Stacks mit Spanngurten darauf festzurren. Merke: Die Tops stehen über drei Meter hoch - da darf nix kippen!


domg
 
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Wenn ich etwas mieten will, dann gehe ich zum Verleiher, erklär ihm was Sache ist und dann wird der wohl etwas seriöses anbieten.
bei uns, da Nexo-Land, wäre es wohl eine Alpha E mit zwei Subs und drei Tops je Seite. Da kann man dann schon gut auch in die Tiefe spielen. und da es klassische Workhorses hier sind, sind die auch zu einem akzeptablen Preis zu bekommen.
das ist so ein Beispiel wie es hier bei uns machbar wäre.
 
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Man könnte ja mal mit der Frage starten, was da überhaupt für ein Programm ansteht...
Sollte Samstag Abend eine Manowar-Coverband mit Schnaps und Bier geplant sein, dann ist es womöglich sinnvoll, mit reichlich 18ern und potenten Topteilen das Volk akustisch zu erschließen.
Handelt es sich aber um das Erhebungsfest der örtlichen Frauengemeinde " Zur blutenden Mutter" und man reicht Gebäck und Tee, dann dürften bereits zwei Bose 803 zu vermehrten Klagen über die zu laute Musik führen.
Mich irritiert die bereits jetzt schon für unnötig erklärte Delayline - weil einerseits soll sauber beschallt werden, andererseits darfs aber nach 25 Metern auch schon so lala sein.
Betrachten wir es mal nüchtern: die Bühne steht vor Kopf, die Straße ist zehn Meter breit und in der hinteren Hälfte reicht moderater Pegel. Wir sprechen also im schlimmsten aller Fälle von 10 mal 15 Metern, maximal 10 mal 20 Metern, wo die Luft brennen muss - und selbst das nur, wenn es nicht um den Liederkreis geht, sondern um die Stromgitarre. Wer da mit einem Array rechnet, kann das ja gerne tun. Nur: wofür?
Solche Jobs werden jedes Wochenende mit zwei bis vier Subs und zwei potenten Tops erschlagen und alle sind happy.
Wenn Sorge besteht, dass die Besucher in den hinteren Reihen nicht ausreichend versorgt werden, dann stellt man hinter die Regie zwei Windups mit je einem Zehner Topteil zum Auffrischen.
Und am Ende geht es ohnehin nur darum, was der Veranstalter bezahlen will. You get what you pay - oder für die Nonanglisten: keine Kohle, keine Kunst.
 
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acheron65
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man kann die Line Array Tops ja auch im Groundstacking betreiben. Das machen Viele, wenn man nicht fliegen kann. Groundstacking-Rahmen und hohe Reichweite. 2-3 Tops pro Seite auf 2 Subs

Dann hör Dir doch mal in Schwerte die Westlab Audio an in der Halle beim Hersteller

https://westlab-audio.com/de/produkte
 
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der onk
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Den Sinn von zwei oder drei LA-Schnitzen als Groundstack würde ich mal eher im Bereich Notlösung ansiedeln.

domg
 
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acheron65
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mehr steht den meisten Leuten auch nicht zur Verfügung. Es gibt natürlich Hersteller Pools zum Zumieten.
 
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Eben.
Also wozu paar Schnitze, wenn man mit einem normalen 2wege Top den Job erledigen kann? Ein LA braucht eine vernünftige Länge, um den Vorteil des Linienstrahlers zumindest in einem halbwegs tauglichen Frequenzbereich zu erlangen. Je kürzer das LA, desto höher die Frequenz, ab der das Teil eine Zylinderwelle macht. Bei zwei bis drei Schnitzen hast Du diesen Effekt lediglich im Hochtonbereich...

Aber wir schweifen ab... ;-)
 
Mfk0815
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25-50 Meter Tiefe ohne Fliegen ist meiner Meinung nach die Domäne für Horn-Anlagen. Oder man nutzt Delaylines. Das war in grauer Vorzeit der Tontechnik so und ist es auch noch heute.
Das machen Viele, wenn man nicht fliegen kann.
Deshalb wird das ganze nicht richtig und nur weil es geht, wird es nicht sinnvoll. Dass die Hersteller von LA Komponenten so Groundstack Geschirr mit anbieten hat was mit einer Geschäftsidee (mehr potentielle Kunden) zu tun und nicht mit der dahinter stehenden Physik.
Aber wir schweifen ab... ;-)
Genau
 

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