Hallo muckelfloh - willkommen im Forum.
Somit verstehe ich die F-dur Tonleiter so: F - G - A - Ais - C - D - E - F
Wieso steht aber überall: F - G - A - B - C - D - E - F ?
In deinem Buch über Musiktheorie müsste auch drinstehen, dass jeder Stammton (C,D,E,F,G,A,H) in einer Tonleiter nur einmal vorkommen darf, aber auch genau einmal vorkommen muss. Deswegen kann man das A nicht einmal als A und einmal als Ais verwenden, denn dann käme der Stammton A zweimal, der Stammton H aber keinmal vor. Deswegen muss zur Darstellung des neuen Tones das H genommen werden, im konkreten Fall dann in der erniedrigten Form als Ton B.
Genauso sieht es z.B. bei der B-Dur-Tonleiter aus: B,C,D,Es,F sind die korrekten ersten fünf Töne. Das Es kann kein Dis sein, weil sonst der Stammton D zweimal, der Stammton E dagegen keinmal vorkäme.
In meinem Buch über Musiktheorie sind folgende dur-Tonleitern gelistet:
C - D - E - F - G - A - H. Soweit so gut.
Dann aber kommen Fis - Cis - B - Es - As - Des - Ges und Ces und ab da hört meine Logik auf.
Wo bleiben Dis - Eis - Gis - Ais?
Die Tonleitern auf Dis, Eis, Gis, Ais gibt es durchaus, sie werden nur in der Praxis fast nie gebraucht. Das liegt an der Art und Menge der Vorzeichen, denn man braucht hier doppelt erhöhte Stammtöne. Z.B. die Dis-Dur-Tonleiter ist: Dis, Eis, Fisis, Gis, Ais, His, Cisis. Weil jeder Stammton genau einmal drankommen muss, muss man Stammtöne dann doppelt erhöhen, also zweimal „is“ anhängen. Dis-Dur hätte dann 9 Kreuze als Tonart-Vorzeichen.
Dagegen klingt die Es-Dur-Tonleiter genauso wie Dis-Dur, wird aber mit nur 3 b-Vorzeichen notiert. Weil 3b einfacher zu lesen sind als 9#, nimmt man die 3b-Version in der Praxis. Die gleiche Argumentation gilt für deine anderen Beispiele: statt Eis-Dur nimmt man F-Dur, statt Gis-Dur As-Dur und statt Ais-Dur eben B-Dur.