Na ja, so lange es um's Urheberrecht geht, reichen relativ kleine Abweichungen (aber jetzt bitte nicht auf die Goldwaage legen, was "klein" bedeutet; im Ernstfall hängt es von der konkreten Gestaltung ab).
"Zugelassen" sind wie auch immer neue Designs ja grundsätzlich eh. Wahrscheinlich müssen die Gitarristen dazu eher ihre Einstellung erweitern ...
Fender hat vor ca. 2 Jahren bereits mal einen Deutschen Hersteller wegen einer Namensgebung eines T-Modell schriftlich aufgefordert, den Namen zu ändern. Was sie dann auch getan haben. Ich denke die Fender-Rechtsabteilung hat eine gewisse Power.
Markenrecht ist ja nun wieder eine ganz andere Baustelle als Urheberrecht. Da gibt es ganz klar eine amtlich verbriefte eingetragene Fassung, in deren Ähnlichkeitsbereich halt ein Monopolrecht besteht. Punkt.
Ich hab ja etliche Jahre Moog vertreten und auch mit den europäischen Vertretern von Gibson kooperiert. Weder ist Fender besonders aggressiv, noch hat man dort wirklich viel Ahnung. Ab und zu wacht jemand auf und denkt sich, ich muss mal was tun, sonst meinen die über mir, man braucht mich gar nicht und dann wird ein Bisschen rumgeplenkelt.
Auch der für den Thread initiale Fall war eher ein Geplenkel, das jetzt hochstilisiert wird. Schaut Euch an, was
Yiwu Philharmonic Musical Instrument Co., LTD macht - das ist kein Wettbewerber für Fender (und umgekehrt). Die haben sich nur geschüttelt und es nicht mal für nötig gehalten, der Klage entgegenzutreten. Fender hat auch das Prinzip chinesischer Firmen nicht verstanden. Da wird ein potemkinsches Dorf aufgebaut und wenn Feuer kommt, wird das fallengelassen und mit dem nächsten Seiteneingang unter einem neuen Namen wieder aufgemacht, und dann ist das Urteil, das gegen die nicht mehr existierende Firma erging, völlig nutzlos.
Wer von Musikalienherstellern übrigens wirklich aggressiv ist, ist Rickenbacker, die auch mich schon mal wegen einem Gebrauchtverkauf einer "ähnlichen" Gitarre allerdings als Privatperson fälschlich wegen Markenverletzung angeschossen haben (war blöd für sie, dass ich vom Fach bin

).
Hab beim Nachschauen, ob das Urteil jetzt schon einsehbar ist, übrigens so dermaßen viel Fehler zu der Sache im Netz gefunden. Besonders aufgestoßen ist mir "amazona":
Fender Stratocaster: Urteil 2026. Echt unbrauchbares Nachgeplapper und was vom Verfasser selbst stammt ist einfach nur falsch: "Das
Fender Stratocaster-Design steht nun unter Urheberrechtsschutz." Nein, wenn es einen Urheberrechtsschutz für etwas gibt, dann gab es den schon immer, nur wird er "nun" gegen einen Dritten geltend gemacht. Ich werde jedenfalls in Zukunft auch anderen Aussagen von solchen Fachjournalisten sehr skeptisch gegenüberstehen...