Gitarre spielen - meine Gedankengänge seitdem ich angefangen habe

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Ich bin jetzt 16 und bereue sehr dass ich die letzten 6 - 7 Jahre zwar wöchentlich Unterricht hatte aber nie richtig geübt habe.
Seit einem Jahr bin ich voll mit Ehrgeiz und Freude dabei (vielleicht liegts ja an dem ganzen Testosteron (Pubertät und so)) aber habe echt das Gefühl die letzten Gitarrenjahre größtenteils verschwendet zu haben.
In diesem einen Jahr habe ich so große Fortschritte gemacht wie in der ganzen Zeit davor nicht.

Dafür konnte ich wenigstens meine Eltern mit Konzerten auf der klassischen Gitarre beglücken als ich noch klein und süß war. Ich habe auch durch meine Tätigkeit in der Musikschule viele Leute kennengelernt die zum Teil zu Freunden wurden.

Ich denke es ist eine totale Einstellungssache. Warum an schlechte Momente zurückdenken wenn es doch so viele schöne Momente gab?!
Jetzt läufts ja immerhin, ich habe Spaß und werde immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.

Ich wünsche euch viel Spaß und hoffe dass ihr immer positiv und glücklich bleibt.
 
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jackson
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die Vorfreude steigt schon beträchtlich, weils am Donnerstag losgeht zu Rock The Garden . Und es gibt ne All Star Jam Session on stage Freitagnacht und da spielen von nahezu allen Bands , die am Wochenende auftreten , dann Leute mit, die sich schon bereit erklärt haben, ich auch ;) Die Songs haben wir schon ausgewählt und es wird jetzt spannend, wie wir das angehn, denn die Musiker kommen von Hamburg über Düsseldorfer Raum bis Leipzig und Schwarzwald, Neckartal usw. Also wird gerade hin und hergemailt *g*
Ich üb schon den ganzen Morgen verschiedene Sachen, die ich einbauen kann. Sehr spannende Geschichte, und wir überlegen auch gerade die Gesangsstrophen bei langen Songs aufzuteilen. Bin echt gespannt. Glaub das wird mega-geil:great:
 
Eggi
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Die Songs haben wir schon ausgewählt und es wird jetzt spannend, wie wir das angehn, denn die Musiker kommen von Hamburg über Düsseldorfer Raum bis Leipzig und Schwarzwald, Neckartal usw. Also wird gerade hin und hergemailt *g*
Ich üb schon den ganzen Morgen verschiedene Sachen, die ich einbauen kann. Sehr spannende Geschichte

Kommt mir irgendwie bekannt vor :D
 
emilmaier2
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Hi!

Ich habe Heute das erste mal mit Playalongs rumprobiert. Zuerst hat das sich grässlich angehört, aber dann nach als ich die Pentantonik rauf und runter ging und in den Takt kam wurde es schon besser. Als ich dann die zwei Licks gespielt habe, die ich bis jetzt kann hat es mich fast schon aus den Socken gehauen ... :gruebel: ... ich sollte unbedingt noch weitere Licks lernen. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass da was in meinem Kopf "Klick" gemacht hat.


Cu
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@Raketoped
Ganz ehrlich, ich bin voll neidisch auf dich :redface:. Aber Glückwunsch zum gelungenen Gig, macht sicher mordsmäßig Spaß :great:

Mit meiner Band hat das leider nicht so ganz geklappt :( - allerdings hab ich noch Kontakt zu dem Drummer (ebenfalls ohne Band), mit dem werd ich nächsten Monat mal ne Runde jammen - und vielleicht kriegt man ja doch noch eine Band auf die Beine. Obwohl ich eigentlich grad garkeine Zeit hab für eine Band. Aber, ich hab nen Drummer und ich hab nen E-Bass (auf dem ich nicht spielen kann), damit steht doch schonmal das Wichtigste :D - und im Zweifelsfall werd ich sicher nicht nein sagen, unvernünftig hin- oder her.

Hab jetzt diese Woche mal angefangen "In Vivo Guitar" durchzuarbeiten und muss sagen WOW! Nach nichtmal einer Stunde hab ich auf anhieb verstanden, wie man Tonleitern bildet und wie ein Quintenzirkel funktioniert - das haben 100te Seiten im Web vorher nicht im Ansatz geschafft :great:. Und jetzt bin ich süchtig nach Theorie lernen, schon erstaunlich, hab ich mich doch vorher mit Händen und Füssen dagegen gewährt. Außerdem lern ich grad eifrig alle Töne auf dem Griffbrett auswendig (was echt eine sehr nervtötende Aufgabe ist, wieso müssen die auch so extrem unterschiedlich gestimmt sein, häng da jetzt schon 3 Wochen drüber und vergess trotzdem immer wieder die Hälfte :mad:) und hoffe, dass ich dann in nem Jahr oder so auch endlich mal paar Songs und Riffs werde schreiben können. Ideen hab ich ja genug und immer nur nach Tabs nachklimpern wird jetzt nach nem Jahr auch mal langweilig.
 
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In Vivo Guitar habe ich mir gestern auch bestellt, nachdem ich die Leseprobe gelesen habe. Habe zwar einige Harmoniebücher aber ich raffe die Sachen aus dem Netz einfach nicht zu 100%.
Will es nochmal mit einem lockeren Buch probieren das nicht auf Noten basiert. Nichts gegen Noten aber ich bin mit soviele anderen Dingen an der Gitarre beschäftigt die mir wichtiger sind, dass ich wenigstens jetzt schon Theorie lernen kann.

Im Netz die Sachen sind zwar schön und gut aber für mich irgendwie zu knapp geschrieben. Wenns nicht zu knapp ist dann ist es zu kompliziert für mich und ich kann keine zusammenhänge herstellen. Hab permanent das Gefühl wenn ich etwas verstanden habe ich mir lieber nochmal von Anfang an alles reinziehe weil ich denke ich habe einige Sachen vergessen zu lernen. Ka irgendwie blöd aber muss mich wohl selber mit nem Buch austricksen ;-)

Will weiterhin Gas geben wie bisher damit ich auch mal in einer Band spielen kann!
 
Fepo
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Hallo, mal wieder Zeit mich hier zu melden. Passiert schon ne Menge in so einem jungen Gitarristenleben :D

Jetzt, ein paar Monate und ein paar gelenkigere Finger weiter möchte ich nur jedem sagen - vor allem den älteren so wie ich einer bin - es lohnt sich absolut dieses irre Instrument zu lernen. Für die Bassisten: Natürlich auch Bass - Gitarre :great:

Ich weiß selbst, dass man nach neun Monaten noch nicht allzuviel verlangen kann, aber glaubt mir, es kommt jetzt verhältnissmäßig mehr an guten Tönen aus der Gitarre raus als vorher :D

Vor ein paar Monaten kam mir der Gedanke zum 40. Geburtstag meiner Frau in unserer Stammkneipe als Angus Young aufzutreten und ihr - na sagen wir mal - ein kleines Konzert zu geben ( natürlich weiß sie nix davon ). Ich dachte mir, nee das kriegst du bis dahin niemals hin.

Ich erzählte meinem Gitarrenlehrer von meiner Idee. Seine Antwort war, "Kein Problem, diese Riffs kriegst Du hin, dass bringe ich Dir schon bei - sogar im stehen."
So hat er dann grundsätzlich immer eine viertelstunde (unbezahlt) mit mir länger geübt und AC-DC Songs von denen ich die TABS besorgt hatte geübt.

Jetzt bekommen ich schon diese drei songs einigermaßen hin (ohne Solos) und wir haben noch nicht mal März 2011 :)

Songliste:
Who made who
Highway to Hell
Dirty Deeds done dirt cheap

Relativ einfach zu spielen. :D

Naja, und dank dieses Boards weiß ich auch wie man Einen Stern der Deinen Namen trägt mit Powerchords spielt (würg)
Den Song mag sie so gerne.

Die zweite gute Sache ist, er bringt mir nicht nur stur bei Tonleitern zu üben, nein auch Akkorde zu verstehen was die zusammensetzung und warum die Töne so zusammengehören. Ich weiß mittlerweile wie die Barregriffe abgeleitet sind in Dur und Moll. Selbst wie ein C-Dur Barre im im dritten Bund gegriffen wird ist nun kein Problem mehr. Wenn man erstmal die Zusammensetzung und die Ableitungen begriffen hat, eröffnen sich einem sehr viele Möglichkeiten Akkorde zu bauen, egal wo auf dem Griffbrett.

Ich habe in der Signatur von Löwe gelesen, dass wir Anfänger uns nicht nur hinsetzen sollen um Tonleitern zu üben, sondern auch das verstehen der Musik zu erlernen wenn ich das so richtig interpretiert habe :)

Der Mann hat vollkommen Recht :great:

Aber bei aller Freude, gibt es für mich doch auch nun einen Wehrmutstropfen. Mein Gitarrenlehrer geht im September nach Lüneburg um da weiter zu studieren. :(
Ich habe das Gefühl, dass eine große Lücke für mich entstanden ist. Ich darf ihn jederzeit anrufen, ist aber leider nicht so persönlich. Er sagte, dass er mich eigentlich schon mit einer großen Menge an Wissen ausgestattet hat. Ich muss es nur noch praktisch umsetzen. :rolleyes: Ich hoffe, dass ich wieder einen Lehrer finde, der mir dann praktisch noch sehr viel beibringen kann und kontrolliert das ich sauber greifen und spielen lerne.

Ich werfe die Flinte nicht ins Korn. :great:

An alle die grade begonnen haben: Es ist ein steiniger Weg ( vor allem im fortgeschrittenen Alter ), aber es lohnt sich.

Gitarre spielen macht einfach nur Spass :great:

Ich will und werde abrocken - versprochen - denn aus diesem Board ist mir auch schon sehr viel Hilfe zuteil geworden. Dafür auch noch danke :)

to be continue......... :D

LG

Rolf

PS. Ich war schon in einem Proberaum mit ein paar Studenten (Schlagzeuger, Bassist Sänger) Ich habe drei Windeln und jede Menge Schweißtücher verbraucht als ich mit meiner Gitarre da stand und spielen sollte. Schön slowly wurde mir gesagt. Ich wusste garnicht, das es Highway to Hell auch als Ballade gibt :rofl:
Aber das war soooo ge.. laut :great:
 
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Hab jetzt diese Woche mal angefangen "In Vivo Guitar" durchzuarbeiten und muss sagen WOW! Nach nichtmal einer Stunde hab ich auf anhieb verstanden, wie man Tonleitern bildet und wie ein Quintenzirkel funktioniert - das haben 100te Seiten im Web vorher nicht im Ansatz geschafft :great:.

Jaja, das gute, alte "Book 1.0" :D

Manchmal doch die bessere Lösung ;)
 
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jackson
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Ich üb schon den ganzen Morgen verschiedene Sachen, die ich einbauen kann. Sehr spannende Geschichte, und wir überlegen auch gerade die Gesangsstrophen bei langen Songs aufzuteilen. Bin echt gespannt. Glaub das wird mega-geil:great:


so und nach dem die Sache mit der Human Highway Allstar Band toll gelaufen ist, hier n paar Fotos von der coolen Session mit Wolfgang Michels&Co.:rock:
 

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@Fepo

zu deinem Beitrag hatten wir ja schon kurz Backstage geschnackt. Danke nochmal für die tolle Story.

@Jackson

klasse Bilder :great:. Der Basser muss sich allerdings diskriminiert fühlen, so weit wie der abseits steht.
 
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Ich bin ganz neu hier im Forum und gerade über diesen inzwischen sehr langen Thread gestolpert. Das Thema spricht mich an. Also hier ist meine Geschichte dazu:

Musik wurde bei mir im Elternhaus gefördert. Meine Schwester fing mit der üblichen Blockflöte an und bekam dann mit 11 Jahren ein riesiges Hohner-Akkordeon, über das sie gerade so im Sitzen drüber schauen konnte. Sie hat es dann bis in ein Akkordeonorchester geschafft und spielt aber seitdem nicht mehr.

Ich wollte bereits als Kind immer eine Gitarre, aber die Musiklehrerin sagte meinen Eltern, dass erst einmal die Grundlagen geschaffen werden müssten. Also bekam ich eine Melodica. Wer sie nicht kennt, es ist eine Art Mini-Keyboard, in welches man Reinblasen muss. Am Ende der Musikstunde wird dann über eine Öffnung an der Unterseite die Spucke rausgeblasen. Das ist an Erinnerung übrig geblieben. Ich hasste dieses Teil und war alles andere als motiviert. Nach einigen Stunden Unterricht habe ich das Kapitel Musik dann für mich beendet.

Es folgten einige Jahre mit passivem Musikgenuss. Schließlich mit 17 Jahren kaufte ich mir eine japanische Konzertgitarre für damals stolze 275 DM. Ich begann mit dem Buch von Peter Bursch und einigen wohlwollenden Tipps von Freunden meine ersten Akkorde zu lernen. Mit zwei Mädchen, die ebenfalls Gitarre spielten, schafften ich es mit Blowin´ in the wind und einigen Cat Stevens Songs einen gewissen Stolz auf die erreichten Fähigkeiten zu fühlen und wir sahen uns als Band an. Singen war überhaupt nicht mein Ding, ich spielte lieber nur die Gitarre. Nun, nach einem Jahr ging die Sache auseinander und dann vergingen viele Jahre ohne eigene Musik. Meine Gitarre überstand in ihrem Softbag viele Umzüge und überdauerte die Jahrzehnte in Kellern und Dachspeichern. Mit 47 Jahren hörte ich dann zufällig, wie mein Nachbar auf einer geliehenen E-Gitarre den Riff von Smoke on the water spielte. Etwas schräg und mit Unterbrechungen. Plötzlich erinnerte ich mich wieder – ich habe doch auch eine Gitarre. Sie wurde gesucht, gefunden und ausgepackt. Sie sah noch aus wie neu – keine Kratzer im Lack – ein richtiges Schmuckstück. Die Saiten waren Jahrzehnte alt. Gestimmt hatte ich sie damals mit einer kleinen Schallplatte, auf der E-A-d-g-h-e zu hören waren. Mit 45 Umdrehungen lief diese Single-Schallplatte auf meiner Stereoanlage. Ich strich über die Saiten und ein schauerliches Konzert kam aus dem Schallkörper.
Am nächsten Tag ging ich in ein Musikgeschäft und besorgte neue Saiten und ein KORG-Stimmgerät, welches mir auf die Frage:“Wie stimmt man heute eigentlich eine Gitarre?“ empfohlen wurde. Ich war begeistert. Ein richtiges kleines High-Tech-Wunder. Kein Vergleich mit meiner Schallplatten-Methode. Nach dem Aufziehen der Saiten und Stimmen – welch ein Unterschied – die Gitarre lebt.

Ich holte mir alle möglichen Anfängerbücher und sah mir auf YouTube die Gitarrenvideos an. Schließlich bekam ich Blowin in the wind wieder zusammen und war mächtig stolz. Damals hatte ich auch den Gedanken, was wäre gewesen, wenn ich all die vielen Jahre weiter gelernt und gespielt hätte?. Was habe ich alles verpasst?

Schließlich entdeckte ich eine Leidenschaft für spanische Gitarrenmusik, für Flamenco, für Rumba. Ich übte wie besessen. Jeden Tag mindestens 2 Stunden, am Wocheende oft 4-5 Stunden. Kein Tag mehr ohne meine Gitarre. Schließlich konnte ich einige Stückchen auswendig spielen und entdeckte das Improvisieren. Ich setzte erlernte Musikstücke neu zusammen und arrangierte sie zu einem endlosen Spiel. Der Grundstein war gelegt. Nun nahm ich online über Video Unterricht, holte mir weitere Gitarrenliteratur und spielte alle Beispiele endlos nach. Die Fingerfertigkeit wuchs und schließlich spielte ich das erste Mal vor meinen Nachbarn. Es gab Applaus und sie waren wohl etwas beeindruckt. Ich entdeckte dazu die lokale Musikszene – keine Topstars mehr in teuren Konzerten waren fortan mein Ziel, sondern die kleinen Musikkneipen mit ihren unbekannten Künstlern, die meistens eine tolle Leistung ablieferten und mich sehr inspirierten.

Bei einem dieser Konzerte, der Gitarrist spielte die guten alten Songs aus den 60er und 70er Jahren, fragte meine Frau, warum ich nicht einmal diese tolle Musik spielen könnte. Immer nur spanische Musik ohne Gesang wäre doch auf Dauer langweilig. Ich war zwar anderer Meinung, aber ich kaufte mir kurze Zeit später eine Westerngitarre mit Tonabnehmer, die ideal zu meiner PA-Anlage passte, die ich mir inzwischen auch schon zugelegt hatte. Aber was war das. Autsch! Die Gewöhnung an die Stahlsaiten war am Anfang schwierig für meine Nylonstring-verwöhnten Fingerkuppen. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an die härtere Gangart. Heute spiele ich meistens ohne Plektrum Fingerpicking oder Strumming nur mit den Fingern. Es geht – alles Übungssache. Mit der Zeit kamen Songs von Leonard Cohen, Sting, Johnny Cash, Don Mclean, u.v.a. Künstlern dazu. Nach 2 Jahren Westerngitarrentraining kann ich inzwischen fast 30 Songs auf der Westerngitarre gut spielen. Der Gesang kam dann zwangsläufig dazu. Ein Vocal Coaching Wochenende half mir bei der eigenen Standortbestimmung – die Kritik aus dem nächsten Umfeld war leider nicht verwertbar J.

Inzwischen habe ich gelernt, so zu singen, dass ich es für akzeptabel für meine Zuhörer halte. Singen macht Spaß – eine völlig neue Erfahrung. Früher habe ich das Singen gefürchtet – ich kann nicht singen, war meine ständige Ausrede. Ich kann doch singen, wurde mir dann beim Vocal Coaching bescheinigt – warme, sonore Stimme, passt gut zu Country Songs und Rockballaden. Das baut auf ! Natürlich kann man genau wie beim Spielen auch hier die Töne versemmeln – ich habe inzwischen viel gelernt und lerne täglich dazu. Aber das wichtigste: Es macht riesig Spaß, Songs auf der Gitarre zu spielen und dazu zu singen. Fast jede Woche kommen weitere Songs dazu – der Knoten ist geplatzt! Mein kleines Tonstudio hat inzwischen neben der PA-Anlage noch div. Mikros und eine Recordereinheit dazu bekommen. So kann ich jeden Abend „große Bühne“ üben und mit den Effekten spielen.

Nun steht mir bald ein größeres Event bevor. Vor ca. 100 Leuten (Betriebsfeier) werde ich meine PA-Anlage aufbauen und raus aus meinem Übungsraum meinen ersten großen Auftritt haben. Einige Testläufe vor 3-5 Leuten habe ich im Vorfeld bereits absolviert. Ich freue mich darauf. Ich weiß, dass das Lampenfieber mir manchen Streich spielen wird, aber ich weiß auch, dass es nicht mein Feind ist. Ich bin gut vorbereitet und es wird schon schief gehen. Für die Zukunft werde ich weitere Techniken ausprobieren und natürlich weitere Songs. So kann es weiter gehen. Wie habe ich nur all die Jahre ohne die Musik leben können – inzwischen unvorstellbar!

 
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Hi Torsten, und herzlich Willkommen im Club der alten Säcke ;).

Super Einstieg, und die Story ist echt cool. Genau solche Gechichten machen diesen Thread so lesenswert.
Besten Dank dafür, und viel Spass bei der Betriebsfeier Session. Wird schon werden!

Gruss
Klaus
 
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Wau Torsten, Dein erster Beitrag, Klasse!
Halt die Ohren steif bei der Betriebsfeier,
wird schon nicht in die Hose gehen! :)
 
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Moin Torsten!
Welcome on Board.
Deine Story hat mich echt schmunzeln lassen. Es scheint so, daß unsere Gitarristen-Generation ohne Peter Bursch nicht existieren würde. ;)
Zweitens hab auch ich letzte Woche meine allererste Gitarre (eine GEWA Hummingbird-Kopie von ca.1977) aus der Kellerecke gezogen und reaktiviert.

Drittens mache ich zum Teil genau das, was du auch tust: nämlich einfach in guter Folk-Tradition singen und sich dazu auf der Gitarre begleiten - und unabhängig von meinen Bands betrachte ich das als Kern meiner Musiktätigkeit. Auch deswegen, weil es immer noch (oder wieder) ein dankbares Publikum dafür gibt.

Der Unterschied zwischen uns beiden ist: ich habe in den letzten 30 Jahren nie aufgehört, Musik zu machen. Aber mit dieser Erfahrung im Nacken kann ich nur sagen: Du bist mit dem, was du tust, GENAU auf dem richtigen Weg. An der Art, wie du's machst, wirst du ständig arbeiten müssen - bleib dran! Aber in erster Linie freut's mich riesig, daß wieder einer - spät, aber nicht zu spät - den Weg zur "richtigen Seite der Macht" gefunden hat!

Und was das Lampenfieber angeht: Ich habe nächste Woche auch - nach längerer Pause - mal wieder einen Solo-Gig. Und mir geht gewaltig die Muffe. Trotz mehreren 100 Gigs Live-Erfahrung. Du bist also nicht allein ;)
 
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Moin LostLover, Klaus und Mr. Mojo Paule,

vielen Dank für das Feedback. Ich kann nur jedem sagen, der es "im hohen Alter" noch einmal probieren möchte: Fangt an und probiert es. Sicher, es gehört etwas Durchhaltevermögen dazu und man muss zunächst mal mit 1-2 Jahren regelmässigen Üben rechnen, bis man soweit Erfolgserlebnisse hat, das sich die Motivation von selbst einstellt.. Aber der Lohn ist einfach gigantisch!

Immer öfter mache ich die Cover Songs jetzt zu meinen Songs, d.h. ich verändere die Spieltechniken, probiere an der Gesangstechnik herum und mache dann daraus meinen Song. Ich beschäftige mich auch viel mit den zumeist englischen Texten. Schließlich gehöre ich noch zu der alten Liedermachergeneration, die ihrem Publikum vor jedem Song einige Details zur Geschichte und zum Hintergrund der Songs liefern. Das kommt immer gut an.
 
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Hallo!

@Torsten61: Nette Geschichte und alle Daumen hoch für die Betriebsfeier!

Jo, wollt mal so meine Gedankengänge aus letzter Zeit hier kundtun. Nun lerne ich seit ca. 5 Monaten Gitarre (wie die Zeit vergeht :D) und bin mehr denn je auf dem Gitarrentrip. Oft ist der erste Gedanke morgens beim Aufwachen schon beim Gitarrespielen und muss dann den ganzen Tag drauf warten, bis ich dann abends endlich den Verstärker einschalten kann und spiele bis meine Finger nicht mehr wollen (und die wollen gaaanz laangsam immer länger :great:) oder meine Frau der Ansicht ist, dass ich genug für Heute geübt habe :)bad:). In den letzten zwei Monaten habe ich öfters drüber nachgedacht mit Kampfsport zugunsten des Gitarrespielens aufzuhören und werde das nun auch tun, damit ich jede Woche an zwei Tagen mehr spielen kann. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich da trotz meiner 35 Lenze noch was richtig cooles reißen kann :rock:. Auch das Hören von Musik wird immer intensiver. Wo ich so ein wenig Schiss vor hab sind die 16tel Noten, die schiebe ich schon seit zwei Wochen vor mir her (mit der Ausrede, dass ich die Akkorde erst mal noch besser können muss), will sie aber dieses Wochenende dann mal endlich angehen (Takthalten per Plekrumwedeln ist da wohl nicht mehr drin :redface:).


Cu
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So, ich wollte hier jetzt auch mal meine Gedanken seit dem Beginnen des Gitarrespielens äußern.

Viel Gitarrenerfahrung habe ich nocht nicht, daher kann ich wohl wahrscheinlich auch nicht so besonders viel erzählen.
Also in meiner Familie war Musik nie so wirklich ein Riesenthema. Mein Bruder hat einige Jahre äußerst unmotiviert klassische Gitarre gespielt. Meine Eltern plus Verwandtschaft waren auch nie musikalisch aktiv. Das einzige was ich wissentlich vorweisen kann, ist, dass meine Großmutter seit 60 Jahren in verschiedenen Chören singt, aber das war's auch schon.
Ich habe als kleines Kind aus irgendeinem Grund unbedingt Querflöte lernen wollen, das was ich dann lernte, war aber die Blockflöte. Das habe ich ca. 1 Jahr lang gemacht und das hat mich so sehr abgeschreckt, dass ich mit Musik die nächsten 10 Jahre nichts zu tun haben wollte.
Doch irgendwann so mit ca. 14 wurde mir die Musik von Punkbands wie Blink 182 oder den Ärzten in einem größeren Spektrum bekannt und ich entschied mich, Gitarre zu lernen und zwar autodidaktisch.
Mein Bruder hatte noch seine unbenutzte Konzertgitarre und die hab ich dann für die Anfänge verwendet außerdem mit Peter Bursch's Hilfe. Doch nach den ersten paar Liedern verlor ich irgendwie die Motivation für das Songs nachspielen, weil es irgendwie nicht das war, was ich wollte. So hab ich mir dann zu Weihnachten eine E-Gitarre gewünscht, die Yamaha-Pacifica 112, einen kleinen Übungsverstärker und das Buch "Garantiert E-Gitarre lernen" von Bernd Brümmer.
So hab ich dann auch angefangen ein wenig rumzuklimpern und es klappte zunächst gut und alles recht schnell.
Doch recht schnell wurde auch das mir zuviel als der Lernertrag mich nicht befriedigte und ich nirgendwo Möglichkeit hatte, mir mal konstruktive Kritik anzuhören. So kam es dann dazu, dass auch meine Gitarre irgendwo im Keller verschwand.
Nach einer etwas längeren Zwischenphase von 2 1/2 Jahren, in denen ich das wenige Gelernte wieder vergessen hatte, war ich dann immer begeisterter von den RHCP und vorallem von John Butler, dessen Musik mich faszinierte. Ein guter Freund hatte 1 1/2 Jahre zuvor bei einem Privatlehrer angefangen Gitarrenunterricht zu nehmen und konnte genau die RHCP Songs die ich auch spielen können wollte. Zu dem Lehrer bin ich dann auch, genau am 1.11.2008, mittlerweile 17 Jahre alt und so begann das Ganze, ich packte meine "alte" Yamaha aus, und famoserweise kam nur durch den Lerndruck die Motivation das jetzt auch wirklich zu lernen. Nach ca. einem 3/4 Jahr (ich hatte mittlerweile mit meinem Lehrer ne Menge Basics gemacht und mich durch einige Lernstücke gequält, die mir (und meinem Lehrer ebenfalls) überhaupt nicht gefielen, die aber super Übungen waren, wie ich im Nachhinein weiß. Außerdem hatte ich den ein oder anderen schwereren Song gelernt und fing gerade an meinen RHCP (man erinnere sich) Lieblingssong "Under The Bridge" zu lernen, was auch in allerkürzester Zeit gelang. Ich konnte gar nicht mehr aufhören den Song zu spielen und zu üben und zu perfektionieren, ich hatte den nach 1 1/2 Tagen üben komplett perfekt drauf, was nicht an meinem außerordentlichen Talent lag, wie man jetzt vermuten könnte :D;), sondern daran dass ich in den beiden Tagen bestimmt 12 Stunden die Gitarre in der Hand, so lange bis der wirklich absolut perfekt saß. Dann hab ich den selbstverständlich in einer 2-stündigen Dauerschleife ständig wiederholt, weil's einfach so viel Spaß gemacht hat, meine Familie hat sich schon lauthals darüber beschwert, dass ich immer nur das Gleiche spielte. Das war eigentlich der Tag, an dem ich wirklich tief in mir drin gespürt habe, das Gitarre das richtige für mich ist. Und das war ein super Gefühl.
Nun kam ein whs auch sehr wichtiger Faktor für meine bisherige Laufbahn. An der Schule gibt es in der 12 immer einen Literaturkurs, der ein Theaterstück unter Leitung eines Lehrers aufführt. In diesem Falle sollte es Mamma Mia sein, wozu wir erstmals eine Liveband. koordiniert von einem unserer jüngeren Musiklehrer, haben sollten. Da der geplante Rhythmusgitarrist ausfiel, wurde ich gefragt, ob ich den Part übernehmen möchte, worauf ich natürlich zusagte. Die Erfahrungen, die ich als Bandmitglied in diesem Schuljahr hatte (u.a. Proben vor ca. 50 Leuten und 3 Liveauftritte als Musicalband vor ca. 300-400 Leuten), waren wirklich schön, vorallem die Aufführungen waren phänomenal und alle wurden mit Lob überschüttet, und werden für meine weitere Karriere denk ich mal noch von entscheidender Bedeutung sein, immerhin weiß ich jetzt schon, wie es ist, vor ner relativ großen Menge von Leuten zu spielen und das so früh in meiner Musikerkarriere. In diesem Jahr ging es auch mit dem Gitarrenunterricht zunächst wirklich prächtig voran, ich lernte einiges an Songs, die ich schon immer mal lernen wollte. Auch hat sich mein Musikgeschmack von banalem Punkrock über eine kurze Phase von Hip Hop, über Poprock, den RHCP Stil zu Bluesrock, Classic Rock, Hardrock und Blues verschoben.
Dann im Frühjahr diesen Jahres fing ich mit Bluesimprovisation an, Pentatoniken, usw.. und sollte praktisch erstmals an Jimi Hendrix' berühmtem "Red House" üben, was allerdings nur anfangs vielversprechend aussah. Die folgenden Woche waren wirklich eine Qual für mich, im Unterricht haben wir mit den Pentatoniken zunächst mal das Thema Improvisation hintangestellt und haben eher technische Sachen gemacht, doch improvisationstechnisch war ich mental und somit auch praktisch total steckengeblieben, ich hatte das Gefühl, dass ich mit gar nichts mehr weiterkomme und habe kurz darüber nachgedacht, ob es das noch bringt, ob ich meine Zeit nicht was anderem widmen sollte, und verlor kurzzeitig meine ganze Motivation.
Doch irgendwann löste sich der Knoten von selbst und ich habe seitdem einen Riesensprung gemacht, bin in allen Bereichen wirklich ein seeeeehr großes Stück nach vorne gekommen. Nun, ca. 1 3/4 Jahr nach meinem erneuten Beginn in der Branche, bin ich absolut begeistert von Musik fast aller Arten. Ich habe bereits einige wertvolle Banderfahrungen machen können und das mit der Improvisation hat sich auch alles wunderbar ergeben.
Seit ca. 1 Monat beschäftige ich mich mit meinem Lehrer intensivst mit Jazzharmonik, was wir weitestgehend abgeschlossen haben (habe sogar ein erstes eigenes Stück "komponiert", klingt zwar nicht besonders, aber das war zu Unterrichtszwecken nur, um ein Prinzip deutlich zu machen) und habe vor einer Woche auf Anraten meines Lehrers dann auch mit der Jazzimprovisation angefangen.
Nebenbei habe ich als nun 19-Jähriger zusätzlich noch mit Schlagzeugunterricht begonnen, simultan zum Gitarrenunterricht.
Ich stehe jetzt kurz vor meinem Abi und muss mir doch ab und zu mal in den Arsch beißen, dass ich nicht 10 Jahre früher mit einem Instrument angefangen hätte, dann wüsste ich auch eine realistische Richtung in die ich berufsmäßig gehen würde, sei es als Musiklehrer, Ensemblemusiker, Studiomusiker oder was auch immer.
Musik begeistert mich einfach voll und ganz und ich habe neben meinen jetzigen beiden Instrumenten auch noch vor einige andere zu lernen, darunter Saxophon, Piano und Kontrabass. Auch wenn ich beruflich wohl in die Richtung Musik nichts mehr machen werde, möchte ich dennoch in meinem noch vor mir liegenden Leben soviel wie möglich davon mitnehmen.
Alles in allem kann ich dann trotzdem sagen:
Gut, dass ich mit Gitarre angefangen habe!
 
Luke und Trug
Luke und Trug
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Nabend allerseits :)

Nachdem ich hier lauter coole Geschichten lese, überkommt mich auch der Drang, meinen spontanen Geistesblitz zum Thema hier kundzutun.

Das erste mal kam ich in der Grundschule mit Musik in Berührung, und zwar beim Blockflöte lernen. Das hat mir damals einen Heidenspass gemacht, sodass ich, als ich dann auf die weiterführende Schule gekommen bin, das Angebot, in einer Bläserklasse zwei Jahre lang ein Blasinstrument zu lernen, gerne wahrgenommen habe.
Man konnte sämtliche Instrumente ausprobieren, und ich entschied mich, als Erstwunsch Trompete zu nennen (ich war damals großer Fan der "Kastelruther Spatzen" - zwar ungewöhnlich in dem Alter, aber was solls :D). Zweitwunsch war Bariton. Nunja, und weil ALLE Trompete lernen wollten, hab ich meinen Zweitwunsch erfüllt bekommen. Das Instrument konnte man günstig von der Schule leihen.
Am Anfang hatte ich auch einen riesigen Spass dabei, der aber mit der Zeit nachließ. Warum? Mein Lehrer hat immer deutlichst durchblicken lassen, wie wenig Bock auf uns kleine Quälgeister hatte, und hat uns quasi zum Üben gezwungen (das war eine kleine Gruppe von Posaunen, einer Tuba und mir, die er gemeinsam unterrichtet hat). Außerdem gab er mir ständig das Gefühl, dass ich eh nur hinten versteckt in der Ecke sitze und ich nicht wirklich wichtiges beizutragen hab.
Ich habe nur geübt (wenn überhaupt), weil es eine Hausaufgabe war, nicht, weil es Spass gemacht hat.
Aber wenn ich dann mal wirklich angefangen habe, intensiv zu Spielen, hab ich auch nicht mehr aufgeöhrt! Und auch die Auftritte, die wir zusammen mit der Klasse und die ich zusammen mit anderen Musikanten aus dem Dorf hatte, waren damals gigantisch!
Trotzdem hab ich nach den zwei Jahren, als die Bläserklasse zu ende ging, aufgehört zu spielen und das Instrument zurückgegeben. Ich habe halt nicht selbst die Motivation gehabt, zu lernen.
Damals war ich 13.
Danach hab ich mich erstmal wenig für Musik interessiert, abgesehen dass ich mich durch sämtliche Genres durchgehört habe, um "mein" Genre zu finden.
Nachdem ich mich mit 16 dann in verzerrte Gitarrensounds und fette Rhythmen verliebt hatte, hab ich angefangen zu überlegen, wie es wäre, wohl wieder ein Instrument zu lernen. Ich habe immer daran gedacht, wie es war, zu spielen, wenn ich mich erstmal in Rage gespielt hatte, und wie viel Spass ich bei den Auftritten hatte.
Ich fasste den Entschluss: Ich will wieder ein Instrument lernen, und zwar eines, mit dem Ich die Musik machen kann, an der ich auch meinen Spass habe.
Und da ich auf allem und jedem drauf rumgeklöppelt habe, wollte ich ein Schlagzeug haben.
Das habe ich recht schnell ausgeredet bekommen: Zu groß, zu laut, kein Platz, zu teuer.
Nach einem weiteren Jahr grübeln kam ich auf das schmale Brett, gitarre lernen zu wollen. Nach dem ich immer sicherer in meinem Entschluss wurde, fing ich an wieder an zu quängeln. Nach einem Jahr hatte ich meine Eltern so weit, dass ich eine Gitarre und einen Verstärker zu Weihnachten bekam. Das war Weihnachten 2008, und ich war mittlerweile 18.
Ich war happy ohne Ende, und nach einem viertel Jahr klimpern wollte ich Unterricht nehmen, weil ich eben nur klimperte und jemanden brauche, der mir sagt, wie ich vorwärts komme. Außerdem wollte ich das, was ich mache, auch richtig machen.
So, und soweit bin ich nun. Und ich kann sagen: Das war die beste Entscheidung meines Lebens (bis jetzt :p). Ich werde meine Gitarre nicht mehr hergeben!
Nagut, ich frage mich auch, wie es wäre, wenn ich schon 2 Jahre früher angefangen hätte oder ein Schlagzeug bekommen hätte. Aber diese Gedanken gehen dann unter, weil ich einen Anfall kriege und mir meine Gitarre schnappen MUSS, damit ich wenigstens das Gefühl hab, das, was ich vorher nicht gemacht habe, nachzuholen.
Aber das is ja Pipifax, wenn lese, dass ihr mit über 40 anfangt und euren Spass dabei habt :p.
Das beruhigt mich immer, weil ich dann merk, wie viel Zeit ich noch hab (nicht persönlich nehmen ;))
Naja, momentan muss ich meine Gitarre etwas in den Hintergrund stellen, es geht aufs Abi zu. Ich nehme zwar weiter Unterricht, aber ziehmlich praxisnah :redface:. Soll heißen: Ich hab keine Ahnung von der Theorie, kann Noten lesen, weiß was Pentatonik ist und ich weiß, dass es einen Quintenzirkel gibt und sämtliche myxolydische, phylodorische und was weiß ich was für Tonleitern gibt :D. Das werd ich alles lernen, wenn Abi rum ist, ich (hoffentlich) nen Job/ ne Lehrstelle hab. Denn: Ich wills ja auch richtig machen :great:.
Will ja auch mal was komponieren und meine kreative Ader ausleben. Aber ich kann ja erstmal das spielen lernen, was ich schreiben und spielen können will :rolleyes:.

Und wenn ich genug Knete zusammenhab, werd ich nebenbei noch Schlagzeugunterricht nehmen :D

So, jetzt ists schon so spät, ich hab viel länger geschrieben als ich eigentlich wollte, und hoffentlich langweile ich euch nicht mit meiner Story ;)

Gute Nacht :)
 
Raketoped
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Hallöchen die Herrschaften!

Bei uns hat sich leider etwas Ernüchterung breit gemacht. Nein, nicht musikalisch, da läuft es weiterhin schön rund. Die letzte Probe nach unserem Gig war super und wir ackern nun an eigenen Songs.

Aber zurückblickend auf unser Konzert ist leider ein technischer Fehler unterlaufen. Vom Mischpult ist das falsche Tonsignal an den Kamera-Üwagen gegangen. Lediglich mein Gesangsmikro wurde als Spur gesendet und das minimale Bißchen an Gitarren was mein Mikro eingefangen hat.

Tja, wir haben also absolut geiles Videomaterial mit echt beschissenen Tonspuren. Allerdings hing im Zelt noch ein Atmosphäremikrofon unter der Decke. Diese Tonspur haben wir nun wohl oder übel zu den Bildern geschnitten.

Ergebnis: es geht...

Wir sind natürlich nicht wirklich glücklich damit, aber was sollen wir machen. Das ist wohl der Tribut den wir an den Freitag den 13. zu zahlen hatten.

Es ist auch müßig, jetzt einen Schuldigen zu suchen, denn "Shit happens!" Auch wir als Band hatten uns vorgenommen ein Laptop ans Mischpult zu hängen und die Tonspur aufzunehmen. Auch verpennt...

Naja, wer es sich trotzdem ansehen möchte, ein paar Videos gibts mittlerweile auf Youtube, Facebook, Myspace, unserer Homepage... Ich glaube, wenn man aktuell das Internet anmacht, kommt man uns nicht vorbei ;) Der Link über meine Signatur bringt euch gleich an die richtige Youtubestelle.

Ach ja, danke jetzt schon für jeden Klick, der uns unserem Plattenvertrag etwas näher bringt.

Kihi...Hihi...Haha...HAHA MUHAHAHAHAHAHAHA... Plattenvertrag... der war gut :D
 

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